X-Rated: Ausgabe 47 ab 28.11. am Kiosk!


Und schon wieder sind zwei Monate vergangen. Das heißt nicht nur, dass es mittlerweile ziemlich kalt geworden ist, sondern auch, dass schon bald der Weihnachtsmann eine neue Ausgabe der X-Rated vor der Tür steht. Genauer gesagt erscheint Ausgabe Nummer 47 am 28.11. und ist ab diesem Tag an jedem Bahnhofskiosk, auf Börsen und in diversen Onlineshops erhältlich. Dieses Mal steuere ich Reviews zum Franzosenschocker Martyrs und zum 'Anti-Kinder-Film' Eden Lake bei. Des Weiteren findet sich auch ein Kurzreview zu Eden Log von mir. Daneben bietet die 47. Ausgabe auch Interviews mit Andres Bethmann und Tim Sullivan. Der restliche Inhalt lässt sich hier nachlesen.

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Equilibrium Film Podcast # 5


Ganze zwei Monate hat er auf sich warten lassen, nun ist er endlich da: Der fünfte Equilibrium Film Podcast, dieses Mal gleich mit vier Filmreviews und einer ganz speziellen Top 5. Stolze 70 Minuten dürft Ihr Philipp und mir dieses Mal lauschen. Mehr in den Shownotes …

00:00-00:43 – Intro

00:43-12:38 – Review: Eden Lake

12:38-23:39 – Review: Babylon A.D.

23:39-43:22 – Review: Wanted

43:22-55:11 – Review: Tropic Thunder

55:11-69:17 – Top 5 'Filmmentoren/Filmlehrer'

69:17-69:58 – Outro

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Download Equilibrium Film Podcast # 5 (MP3, 48MB)


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FFF: Familie, die Keimzelle des Staates

Eden Lake
(James Watkins, UK 2008)
Kino

Lehrer an Grundschulen benötigen Einfühlungsvermögen, pädagogische Konzepte und jede Menge Erfahrung mit Kindern, um erfolgreich unterrichten zu können. Jenny (Kelly Reilly) ist eine dieser erfolgreichen Pädagoginnen, ihre Profession macht ihr zudem auch großen Spaß, das kann man in ihrem Gesicht lesen. Kinder sind neben ihrem Freund Steve (Michael Fassbender) ihr ein und alles. Doch dass der Nachwuchs nicht immer so brav und adrett ist wie in der Oberschicht, wie sie Jenny unterrichtet, das wird auch ihr schnell klar. Der Angriff auf einen Rentner in der U-Bahn Münchens oder aggressive Schüler, die keinen Respekt vor Autoritäten haben, wie an der Berliner Rütlischule, haben gezeigt, dass es ein großes Gefälle zwischen dem Nachwuchs der jeweiligen sozialen Schichten gibt. Dass dies nicht nur ein deutsches Problem ist, das zeigt Eden Lake eindringlich. Jenny und Steve, ein hübsches junges Paar, adrett gekleidet und frei von jeglichen Sorgen. Auf der anderen Seite: Jugendliche aus der Arbeiterschicht, White Trash, mit alkoholabhängigen Eltern und nichts als Provokation im Kopf.

James Watkins' Eden Lake ist Horror, der sich in seine Typologie nahtlos einreiht. Ein junges Pärchen genießt sein Glück, fährt in den Wald um Frieden und Ruhe zu finden. Hier ein Schreckmoment, der kein wirklicher ist, da eine falsche Fährte, die sich als reiner Effekthascherei herausstellt. Doch weit gefehlt, denn Eden Lake weiß gerade in dieser Hinsicht zu überraschen. Ist es auch im Horror jedoch nichts allzu revolutionäres mehr, wenn man plötzlich eine hundertachtzig Grad Drehung macht, so hat Eden Lake diese gar nicht unbedingt nötig. Er muss nichts groß drehen oder verrücken, vielmehr reicht es ihm, vom typischen Feindbild abzurücken, nämlich vom übermächtigen, meist maskierten, Täter, der schnell, leise und präzise tötet. Bei Watkins ist es buchstäblich der Nachwuchs, der hier terrorisiert, und das auch nicht gerade zu knapp. Eine Handvoll Jugendliche, die aus reinem Vergnügen und aus reiner Langeweile, so scheint es, zu Monstern werden, die damit die Leere und die Perspektivlosigkeit in ihrem Leben auszugleichen scheinen. Dabei gibt es auch bei ihnen Werte und Zuneigung. Der Anführer der Gruppe hat eine Freundin, er liebt seinen Kampfhund und kümmert sich um seine 'Kameraden' – auch wenn es der falsche Weg ist, sie durch menschenverachtende Mutproben zu vollen Mitgliedern der Gesellschaft zu machen.

Eden Lake, das steht nicht nur für ein wunderschönes natürliches Idyll, sondern auch für den dazugehörigen Kontrast: Schmerz, Leid und stumpfsinnige Gewalt. Zwar scheint der Film sich hier einmal mehr in Genrekonventionen zu festigen, doch ist die Motivation der 'Killer' alles andere als frei von Rationalität. Das Klischee wird immer mehr traurige Realität, und so bleibt dieser Gruppe Jugendlicher – der Anführer wird auch Opfer häuslicher Gewalt – nicht nur Chancen-, sondern auch Perspektivenlos. Nicht nur die angeführten Vorfälle haben gezeigt, dass diese innere Unzufriedenheit und der Hass auf die Gesellschaft, die einem vor der Nase die Türe zuhaut, für ein solches Verhalten mitverantwortlich sind, es ist auch die Familie, die dafür maßgeblich mitverantwortlich ist. Es gibt in Eden Lake einige Szenen, die auf den ersten Blick überflüssig bis egal wirken, sich am Schluss aber wie ein Puzzle zusammenfügen. Warum greift Jenny beispielsweise nie ein, ist sie doch die geschulte Elitepädagogin, die Kinder liebt. Warum hat sie dann aber keine eignen (und auch keinen Kinderwunsch)? Watkins' Film markiert gerade in diesen Diskursen, die er mehr als nur tangiert, zugleich Rationalität und Irrationalität. Sein Film ist ein Gewalt- und Gesellschaftsdiskurs, eingepackt in einen äußerst spannenden Spielfilm, der einem einiges abverlangt.

Hinter vielem, das auf den ersten Blick so simpel und determiniert erscheint, steckt doch so viel mehr. Ja, Eden Lake propagiert einen Hass auf ebenjene Jugendliche, ihre soziale Herkunft, die nichts anderes als den Alkohol und die Gewalt kennt (und zudem noch fett und unattraktiv ist), aber nur, um diese Vorurteile gleichzeitig auch anzuprangern. Dies alles schlussendlich auch noch in eine Tour de Force zu packen ist eigentlich fast schon zu viel des Guten. Schön auch, dass sich der Film in seinen Gewaltausbrüchen größtenteils zurückhält, denn für den eigentlichen Horror sorgen seine Antagonisten ganz allein. Kinder sind formbar, man muss sie nur formen. (8/10)

Erscheint bei X-Rated


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FFF 2008, Tag 1 & 2: Fleischzüge, die nicht in Oxford halten


Ich weiß, die Berichte/Kurzreviews zu den ersten beiden Tagen des FFFs in Stuttgart kommen spät, aber da ja auch noch mein Praxissemester ansteht, war das FFF eben nicht der einzige Termin, dem es galt nachzukommen. Deshalb war es die letzten Tage auch ziemlich still hier, wofür ich mich entschuldigen möchte. Als Wiedergutmachung gibt es dafür jetzt auch endlich Kurzreviews zu den Filmen, die ich Vorgestern und Gestern auf dem Plan des Festivals hatte …

Eden Lake – die erste halbe Stunde ist Horrortypologie pur, danach folgt aber eine Tour de Force – starke Eröffnung des Festivals!

Three Kingdoms: Resurrection of the Dragon (Saam gwok dzi gin lung se gap) – wären Lau, Q und Hung nicht gewesen, wäre ich wohl eingeschlafen, denn müde war ich sowieso.

The Oxford Murders – abgesehen von einigen vergnüglichen Momenten ein ziemlich schwaches Drehbuch, mit dem Hurt und Wood da zu kämpfen haben.

The Midnight Meat Train – absoluter Tiefpunkt des bisherigen Festivals: miese Effekte, noch mieserer Plot und ein Ende, das einfach nur wehtut und das man nur glaubt, wenn man es gesehen hat … nein, nicht mal dann.


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