Erstes Bild aus Eli Roths Kannibalenfilm 'The Green Inferno'


Neben Lars von Triers Nymphomaniac ist auch Eli Roths The Green Inferno einer meiner most anticipated movies of 2013 (auch wenn er nicht auf der Liste ist). Mit seiner ersten Regiearbeit seit Hostel: Part II will Roth den Kannibalenfilm wiederbeleben und ist dafür bereits im Oktober letzten Jahres zum Amazonas gefahren, wo er 'Eingeborenen' den Genreklassiker Cannibal Holocaust gezeigt hat. Heute wurde endlich ein erstes Bild aus dem Film veröffentlicht, der sich bereits in der Post-Produktion befindet. Wie zu erwarten ist es recht 'blutig'. Einen US- oder deutschen Kinostart gibt es noch nicht.

(Via Shock Till You Drop)


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Eli Roth macht wieder Splatter: Trailer zu 'Aftershock'

Nein, nicht als Regisseur, sondern (wieder mal) als Produzent, Darsteller und Autor. Und zwar in Nicolás López' Aftershock, bei dem die Zeit nach einem Erdbeben in Chile deutlich schlimmer ist als das Beben selbst … Sieht nicht uninteressant aus, der Trailer – und scheint zudem den einen oder anderen gory moment zu haben. Ach ja, Selena Gomez scheint auch mit von der Partie zu sein. Einen US-Start gibt es noch nicht.

(Via The Playlist)


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Eli Roth zeigt Ureinwohnern im Amazonas 'Cannibal Holocaust'


Für seinen Kannibalen-Film The Green Inferno, dessen Produktion in zwei Wochen beginnen soll, hat Regisseur Eli Roth 'Ureinwohner' im Amazonas besucht und ihnen Ruggero Deodatos Kannibalen-Klassiker Cannibal Holocaust gezeigt (der auch im Special Program der diesjährigen Viennale zu sehen ist). Es war der erste Film, den der Amazonas-Stamm je zu sehen bekommen hat und so dürfte es auch nicht weiter verwundern, dass sie ihn für eine Komödie hielten – O-Ton Roth: "They thought it was a comedy!" (Movieline) Eigentlich wollte man ihnen zuerst E.T. the Extra-Terrestrial oder The Wizard of Oz zeigen, dann entschied man sich aber für Deodatos Film, um zu sehen, wie sie damit umgehen würden. Mit dieser Aktion wollte Roth Statisten für seinen Film gewinnen, viele der 200 Dorfbewohner hat das Produktionsteam dadurch wohl rekrutieren können.

(Via Nerdcore)


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arte zeigt heute Abend die Corman Doku 'Corman's World'!


Erst Ende Dezember hatte ich den Trailer zur Roger-Corman-Doku Corman's World: Exploits of a Hollywood Rebel gepostet, da kommt er auch schon im Fernsehen! Dank arte natürlich, wo er heute Abend um 21.40 Uhr zu sehen sein wird (und unter dem Titel Ufos, Sex und Monster läuft). In UK ist er erst am 21. Februar in den Kinos gestartet, was mich umso mehr überrascht, dass er hier nun schon im TV zu sehen ist – aber arte sollte man als Cineast ja ohnehin niemals unterschätzen. Der gute Jay vom Documentary Blog hat ihn natürlich schon gesehen und berichtet, dass auch Robert De Niro und Jack Nicholson zu Wort kommen – Letzterer muss sogar mit den Tränen kämpfen, so viel hat er Corman zu verdanken. Aber ich will keinem die Vorfreude auf heute Abend nehmen.

Update, 23.27 Uhr Die Doku ist nun sieben Tage lang auf arte+7 zu sehen.


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'Corman's World: Exploits of a Hollywood Rebel' Doku Trailer

Und wieder eine dieser Exploitation-Dokus. Dieses Mal mit Fokus auf Roger Corman und dessen langjähriger Arbeit. Die Doku Corman's World: Exploits of a Hollywood Rebel widmet sich diesem Mann, der bis heute fast 400 Filme produziert hat, die nicht immer ganz dem typischen Hollywood-Film entsprachen. Interviewpartner sind unter anderem Eli Roth, Tarantino, Scorsese, Ron Howard und – wie ich aus gesicherten Quellen erfahren habe – ein Robert De Niro, der sogar die eine oder andere Träne vergießt. Sieht jedenfalls nach 'ner Menge Spaß aus – und nach einer weiteren Doku, die den Einkaufszettel um einiges länger werden lässt.

(Via The Documentary Blog)


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The Sweetzer Farm Project: 'The Last Exorcism'


Das Kino hat sich seit Beginn immer wieder gern diversen Mythen angenommen. Das Thema Exorzismus ist einer von ihnen, denn auch wenn die katholische Kirche nicht bestreitet, dass sie Exorzisten ausbildet und beschäftigt, so sind kaum Fälle dokumentiert, die jene Vorgänge, die das Kino immer wieder bunt beschrieben und inszeniert hat, bestätigen. Dass es dabei aber nicht immer so explizit zur Sache gehen muss wie in William Friedkins The Exorcist, zeigte spätestens Hans-Christian Schmids Requiem, der die Schrecken eindrucksvoll veranschaulichte, ohne die Schrecken zu zeigen. In Requiem geschieht nichts Übernatürliches wie in Friedkins Film, er spielt vielmehr mit Suggestion und Angst. Auch der zweite Spielfilm des deutschen Jungregisseurs Daniel Stamm bedient sich dieser Mittel. The Last Exorcism geht sogar noch einen Schritt weiter und spielt bewusst mit Mitteln des Dokumentarfilms. Was als Doku beginnt, wird jedoch recht schnell als Fake-Documentary entlarvt, denn dass es sich bei den Interviewten um Schauspieler handelt, wird anhand ihres professionellen Spiels bereits deutlich.

Dies tut The Last Exorcism jedoch keinen Abbruch, denn statt sich allein auf das Gimmick des found footage zu verlassen – wie so viele andere Film in jüngster Zeit -, erzählt Stamm eine spannende Geschichte um einen evangelikalen Pfarrer, der seinen letzten Exorzismus von einer Doku-Crew filmen lassen will, um zu zeigen, dass es sich dabei im Prinzip um einen Mythos handelt. Einen Mythos, der jedoch sehr hilfreich sein kann. Es ist alles eine Kopfsache, ist sich Cotton Marcus (Patrick Fabian) sicher. Und auch für den Zuschauer wir der Film recht schnell zu einer Kopfsache, kann er sich doch nie wirklich sicher sein, ob das, was hier geschieht, übernatürlicher oder ganz weltlicher Herkunft ist. Dabei verzichtet The Last Exorcism wie der deutsche Requiem größtenteils auf effekthascherisches Übergeben oder Kopfdrehen. Alles, was hier geschieht, bleibt stets medizinisch erklärbar – auch wenn es nicht gerade den Eindruck erweckt. Genau hier liegt der Reiz, der vom Film ausgeht, sein doppelbödiges Spiel, das nicht von ungefähr auch an Polanskis Rosemary's Baby erinnert. Ein Spiel treibt der Film dann auch mit der Religion an sich: Marcus ist nicht etwas ein katholischer Priester wie in all den anderen Filmen über Exorzismus, er ist ein Evangelikaler, der im Interview deutlich macht, dass wer an einen Gott und seine Engel glaubt, auch an den Teufel und seine Dämonen glauben muss. Dabei dekonstruiert Stamm die Evangelikale aber nicht direkt, sondern überlässt es ihr vielmehr selbst.

Fundamentalismus spielt ohnehin eine große Rolle im Film. Dabei hält sich The Last Exorcism mit Stigmata und Topoi größtenteils zurück, auch wenn recht schnell deutlich wird, dass die Familie des vermeintlichen Opfers mehr Redneck als behütete Familie ist. Dementgegen steht Marcus, der nicht dem klassischen fundamentalistischen Bild entspricht, das am liebsten mit Waffen hantiert und sonntäglich zur Erlösung in die Kirche rennt. Er ist vielmehr liebender Familienvater, der gut situiert in der Kleinstadt wohnt und an Gott glaubt. Er soll mit seinem letzten Exorzismus auf eine harte Probe gestellt werden – er selbst braucht nämlich eine Erlösung, ist er vom Glauben doch etwas abgekommen, ja macht sich gar lächerlich, in dem er den Exorzismus als Medienspektakel verkauft. Hier offenbart The Last Exorcism seine ganze Kraft, denn auch wenn mit Motiven und Symbolen gespielt wird, so werden diese gleichzeitig auch immer wieder gebrochen und verkehrt. Auch wenn der Fokus hier primär auf dem psychischen Terror liegt, so spannt Stamm den Bogen für einen PG-13er dennoch bis zum Anschlag – sogar mit sexuellen Anspielungen geizt sein Film nicht.

The Last Exorcism hat in den Vereinigten Staaten bisher das Zwanzigfache seines Budgets eingespielt und zeigt damit einmal mehr, dass diese Art von Film das Publikum noch immer für sich gewinnen kann. Das ist in Zeiten von Remakes, Reboots und Sequels schon eine gewisse Leistung. Dabei ist Stamms Film so etwas wie der Paranormal Activity des Jahres 2010, mit dem Unterschied, dass sein Film der bessere ist. Während die Geistergeschichte um zwei junge Studenten lediglich mit dem Ende punkten kann, gelingt es Stamms Film den Spannungsbogen permanent auf hohem Level zu halten – das Ende von The Last Exorcism setzt dem Ganzen nur noch eines drauf. Hier verliert sich der Film für ein paar Minuten sogar in camp-Gefilde, was angesichts all der pseudo-dokumentarischen Horrorfilme der letzten Jahr herrlich erfrischend wirkt und so etwas wie den vorläufigen Höhepunkt markiert. The Last Exorcism ist ein Musterbeispiel für ökonomischen, effektiven Horror. (8/10)


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Trailer zu Alexandre Ajas 'Piranha 3-D'


Tierhorror scheint zu den Filmgenres zu gehören, die irgendwie immer gehen. Auch wenn es sich im Falle von Piranha 3-D um ein Remake von Joe Dantes Klassiker handelt, so scheint das Projekt in den Händen Alexandre Aja bestens untergebracht zu sein. Nicht nur, dass der Mann reichlich Erfahrung und vor allem auch Erfolg im Genre hat, nein, der erste Trailer zu Piranha 3-D (FLV, recht gute Qualität) sieht auch noch ziemlich gut aus. Bleibt nur die Frage, ob der 12. Mai zumindest für Deutschland als Starttermin noch steht, denn in den Staaten wurde Ajas 3D-Remake auf August verschoben.


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Tarantinos 'Inglourious Basterds' Lego'ed

Ich lasse das einfach mal so ohne Kommentar stehen …

(Via @Hadis Blogspot)


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'The Dark Side of Porn: Does Snuff Exist?' Dokumentation


Channel 4 hat eine Dokureihe, die sich unter dem Namen The Dark Side of Porn verschiedenen Aspekten des 'Genres' widmet. In der Folge Does Snuff Exist? geht sie der Frage auf den Grund, ob Snuff – also das abgefilmte, kommerzielle Töten eines Menschen, meist im Zusammengang mit sexuellen Akten – wirklich existiert und lässt dabei sowohl Filmemacher wie Eli Roth oder Ruggero Deodato zu Wort kommen, als auch Experten. Die komplette 48-minütige Dokumentation kann man sich auf Google Videos anschauen. Ach, da fällt mir wieder die Story mit Charlie Sheen und dem Guinea Pig ein …

(Via DVDnarr.com)


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Der wahre kinematografische 'Untergang' des Dritten Reichs


Es gibt eine Szene in Inglourious Basterds, die zwar nur den Bruchteil einer Sekunde dauert, aber doch so stellvertretend für den ganzen Film ist: Dr. Joseph Goebbels nimmt seine französische Dolmetscherin von hinten und hat dabei großen Spaß. Diese kurze Einstellung, diese wenigen Frames repräsentieren dabei wiederum nur einen Bruchteil seines lachhaften Charakters. Stellt man einmal allein diese Szene in Kontrast zur Darstellung Goebbels in Oliver Hirschbiegels Der Untergang, dann bemerkt man schnell, dass der wahre Wahnwitz nicht Tarantinos Film entspringt, sondern dem teutonischen Machwerk aus der Schmiede Bernd Eichingers. Man denke nur an die Gebrechlichkeit eines Goebbels in Der Untergang, das Pathos, die Verklärung, die ihn, seine Frau, ja seine ganze Familie umnebelt, um bei dramatischer Terminologie zu bleiben, denn nichts anderes als eine theatralische Inszenierung ist Der Untergang und seine Geschichtsverfälschung doch am Ende. Das gleiche gilt natürlich auch für den Führer selbst, der hier statt den schmeichelhaften Charmeur den Reichsführer gibt, für den das alles nur ein großes Indianer-und-Cowboy-Spiel ist, von dem er eigentlich keine Ahnung hat, aber er sitzt eben ganz oben, da ist das nicht weiter wild.

Natürlich tobt sich Tarantinos Neuer auch in Exploitationgefilden aus, keine Frage, das zeigen aber weniger die beiden genannten Akteure und ihre Überzeichnung, als vielmehr die Historizität, denn hier endet der Krieg schon im Jahre 1944, ohne die bedingungslose Kapitulation des Deutschen Reiches. Wobei man auch hier schon wieder, wäre man spitzzüngig, zu Recht behaupten könnte, dass es Der Untergang da ja auch nicht allzu ernst nahm, trotz der Zusammenarbeit mit diversen historischen Instituten. Das einzige, was für ein reines Exploitationkino fehlt, ist der Sex – wobei, den gibt es ja in Form von Goebbels "Ausrutscher". Ansonsten ist alles dabei, allen voran die Gewalt, die jedoch erstaunlich selten wirklich selbstzweckhaft daherkommt. Am meisten beutet Tarantino dann sowieso das Talent seiner deutschen Darsteller aus. Statt in einem weiteren deutschen TV-Schmonzes verbraten zu werden, leben allen voran natürlich Christoph Waltz, aber auch August Diehl und Daniel Brühl so richtig auf, als hätte man sie um den ewigen Schatten erleichtert, der deutsche Schauspieler bei ebendieser Thematik doch stets begleitet. Und sie haben ja auch allen Grund aufzuspielen, losgelöst von all dem deutschen Erinnerungskino, das, man kann es nicht oft genug betonen, in den meisten Fällen unehrlicher nicht sein könnte.

Natürlich ist es unmöglich einen Film mit dieser Thematik zu machen, der nicht wertend ist, da allein die Inszenierung des für dieses Kino stellvertretenden Der Untergang schon wertend ist, aber ein SS-Offizier, der in aufkommenden Nebelschwaden hingerichtet wird (die Rede ist von Thomas Kretschmanns SS-Gruppenführer Hermann Fegelein), weil er die NS-Führung davon überzeugen wollte, dass der Krieg bald zu Ende sei, ist schlichtweg unakzeptabel, zumal er ein linienteuer Nazischerge war. Alle gehen sie in tiefen Kitsch getränkt unter, und stets sind wir Zeuge dabei. Nur beim Führer natürlich nicht, der darf hinter verschlossenen Türen sterben. Allein diese Mystifizierung, die auch Georg Seeßlen in seinem Buch über Tarantinos Inglourious Basterds anspricht, zeigt die ganze Widerwärtigkeit, die doch in Der Untergang und Konsorten steckt. Bei Tarantino müssen all die bösen Schergen selbstverständlich auch ins Gras beißen, die Nazijagd ist schließlich der Hauptplot des Filmes, nur geschieht dies hier sang- und klanglos, wenn beispielsweise ein hoher Gestapo-Mann zuerst seine Hoden weggeschossen bekommt und dann einfach im Chaos oder besser gesagt Schnittgewitter des Drunter und Drüber untergeht. So ergeht es dann schließlich auch der gesamten Führungsriege, der keine Nebelschwaden zur Seite stehen, keine aufspielende Musik und keine nachdenklich stimmende Stille nach dem Höhepunkt.

Sie alle verbrennen, das Gesicht des angeblich Schwächeren vor Augen, Hitlers Gesicht nur noch ein einziger Brei, durchsiebt von unzähligen Kugeln – kein Märtyrertum, keine Heroisierung, nur ein Auftrag, der erfolgreich zu Ende gebracht wurde. Gleich danach geht es dann auch buchstäblich weiter mit der Geschichte. Wie singt Zarah Leander dann im Film auch so schön? "Davon geht die Welt nicht unter", wäre ja noch schöner. Bei allem Beifall, dem man Tarantino allein dafür schon geben möchte, verfällt aber auch er etwas in die typische Hollywoodkiste, bei der die Täter stets die Partei (Goebbels, Hitler), SS (Landa), Gestapo (Hellstrom) und SD sind. Die Wehrmacht kommt dabei stets fast völlig unbefangen davon. Dies sieht man am besten natürlich am Beispiel vom Schützen Fredrick Zoller (Daniel Brühl) oder Wilhelm, einem einfachen Soldaten, der gerade Vater geworden ist und eigentlich nur nach Hause zu seinem Sohn will. Vor allem Zoller macht eine Entwicklung durch, die ihm gegen Ende durchaus eine Katharsis zukommen lässt. Vom hilflosen Wehrmachtssoldaten, der die Stellung seiner Kameraden nicht preisgeben möchte und daraufhin von den Basterds zu Brei geschlagen wird, ganz zu schweigen. Hier ist kein großer Unterschied zu deutschen period pieces auszumachen, was an und für sich nicht weiter schlimm ist, da die Schuldfrage der Wehrmacht und ihrer Partizipation an Kriegsverbrechen noch immer nicht ganz klar definiert ist, aber es fällt zumindest auf.

All diese Zusammenhänge dürften aber nicht nur für den Verlauf der deutschen Erinnerungskultur von Interesse sein, sondern vor allem auch für den deutschen Film und die deutsche Medien im Allgemeinen. Waren es doch stets mediale Ereignisse wie die Serie Holocaust, die Bücher von Günther Grass und Jörg Friedrich, die für eine große öffentliche Diskussion und Auseinandersetzung gesorgt haben. Auch das trifft zumindest bis zu einem gewissen Grad auf Tarantino und seinen Film zu. Man schaue sich nur einmal das heuchlerische deutsche Plakat an, in dem natürlich das Hakenkreuz fehlt, weil es weder – wie auf einem anderen zu sehen – von einem Messer durchstochen wird, noch dezent im Hintergrund zu sehen ist. Es ist blutverschmiert, exakt das, was es schließlich auch präsentierte, aber das haben die Verantwortlichen wohl wieder nicht verstanden oder einfach nur nicht verstehen wollen. Immerhin dürfte es ja sowieso als großer Schritt gesehen werden, dass man bei uns Making-Ofs mit gut gelaunten deutschen Darstellern sieht, die große Namen tragen und sich nun für solch einen Film engagieren und die Werbetrommel rühren. Sicherlich ist es auch dem Namen Tarantino selbst zu verdanken, dass der Film hier so großen Anklang findet und es endlich normal werden lässt, dass auch deutsche Größen in solchen "darf-man-so-etwas-überhaupt-Filmen" mitwirken.

Und auch wenn es bereits erste Stimmen gibt, die am Film viel auszusetzen haben (ja, Eli Roth hat wirklich keine Ahnung, wie Filme in den 40ern aussahen), unter anderem beispielsweise die Kapitelstruktur, die mehr aufgezwängt wirke als passend oder die dialoglastigkeit ankreiden (haben die schon mal einen Tarantino gesehen?), so ist es der Film selbst, der Tarantino hoch anzurechnen ist, der nicht nur ein Kapitel deutscher (Film-)geschichte zu Ende bringt oder besser gesagt zu Grabe trägt, sondern auch historisch so viel ehrlicher ist als ebendiese (kurz gesagt: man merkt, dass Tarantino fast zehn Jahre am Drehbuch schrieb). Natürlich sollte man bei alledem nicht vergessen, dass Inglourious Basterds auch hervorragendes Schauspielkino ist – und das nicht nur wegen eines hervorragenden Christoph Waltz (hier hat endlich der richtige Österreicher eine Hauptrolle), sondern auch wegen eines Til Schweigers, der – wie die anderen eben auch – endlich sein wahres Schauspieltalent unter Beweis stellen kann, nämlich das griesgrämige Dreinschauen, das einer gewissen Komik alles andere als entbehrt. Inglourious Basterds ist so viel, so detailreich, so ehrlich und vor allem so gut, dass er in Tarantinos Filmografie einen besonderen Platz einnehmen sollte. Gegen diesen Film wirken all seine anderen Werke fast schon wie postmoderne Ego- und Zitatemasturbation. Auch wenn der Begriff so ausgelutscht ist wie der deutsche WWII-Schmonzes, Inglourious Basterds ist ein Meisterwerk. (10/10)

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Bibliographie

Bösch, Frank. Film, NS-Vergangenheit und Geschichtswissenschaft. Oldenbourg 2007.
Heer, Hannes. Hitler war's. Die Befreiung der Deutschen von ihrer Vergangenheit. Berlin
2005.


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