Auf feindlichem Terrain: 'Essential Killing'


Wir kennen Terroristen als vollbarttragende dunkelhaarige Männer mit dunklen Augen und dunklem Teint. So zeichnen zumindest die Medien immer wieder das Bild des islamischen Extremisten, der für den Heiligen Krieg rücksichtslos tötet. Doch welches Bild haben die Islamisten von uns 'Ungläubigen', wie sie uns immer wieder gerne nennen? Dieser Frage geht Jerzy Skolimowski in Essential Killing auf den Grund. Sein Film kennt nur eine Perspektive – jene eines gefangenen Islamisten, dem in Afghanistan die Flucht nach Europa gelingt. Die Frage, ob er wirklich Terrorist ist oder nur ein Verdächtiger, klärt Essential Killing nie eindeutig. Skolimowskis Titel sagt es ja bereits: Tötet der von Vincent Gallo verkörperte Mann aus Notwendigkeit – und macht sich dadurch zu einem Täter, dem die Amerikaner zurecht auf den Fersen sind – oder führt er seinen Feldzug gegen den Westen nur fort? Der Film lässt uns über Motive so gut wie im Dunkel, es gibt nur einige wenig aussagende Rückblenden, die zumindest deutlich machen, dass Mohammed (das islamische Pendant zu John Doe) sich in seiner Welt, der Hitze und Wüste, deutlich wohler fühlte als in Gefangenschaft und im kalten Europa.

Nicht nur Europa ist kalt; Essential Killing kommentiert nicht, sondern beobachtet in erster Linie mit einem Abstand, der bisweilen recht kühl anmutet. Es gibt Szenen, die würden in jedem anderen Setting für unfreiwilliges Gelächter sorgen, hier aber nicht, denn für Mohammed ist es der reine Kampf ums Überleben. Skolimowski spielt nicht nur mit dem narrativen Rahmen, in dem er kaum Dialoge benutzt und uns eben nur diese eine Perspektive anbietet, sondern spielt in gewisser Weise auch mit unserer Erwartungshaltung. US-Soldaten, die in der Wüste, fernab der Heimat, in Gefangenschaft durch Islamisten geraten und sich fortan ihren Weg in die Freiheit bahnen müssen, kennen wir zuhauf. Man denke nur an die ganzen POW-Filme aus den 80ern, die die GIs meist als Helden porträtierten, die keinen Schmerz kannten und jahrzehntelang durchhielten. Essential Killing spielt nun mit diesen Topoi und knallt dem Zuschauer ein gegenteiliges Setting vor den Latz, das nicht etwa befremdlich wirkt, sondern uns nur allzu bekannt vorkommt: Der Sand wird gegen Schnee getauscht, die Palmen gegen dichte Wälder und die Wüstenbewohner gegen Waldtiere. Schließlich geht es hier nicht um Weltbilder, sondern um einen Überlebenskampf, der auf allen Seiten gleich verläuft.

Es ist vor allem die Jagd durch die polnischen Wälder und das damit verbundene Szenario, das man sich nur allzu gut vorstellen kann. Der viele Schnee und die Temperaturen unter dem Gefrierpunkt machen die Sache nicht gerade angenehmer oder einfacher, und so erwischt man sich dann irgendwann fast schon dabei, wie man so etwas wie Verständnis für die Figur Mohammeds aufbringt, der – das muss man sich dann wieder ins Gewissen rufen – mehrere Menschen auf dem Gewissen hat. Doch wie muss es sich für jemanden anfühlen, der noch nie Schnee gesehen hat, geschweige denn in einem Wald war? Skolimowskis dichter und spannender Inszenierung ist es zu verdanken, dass Essential Killing ein solch interessantes Unterfangen ist. Gallos äußerst physisches Spiel kann viele Durchhänger kaschieren, die trotz der geringen Laufzeit von gerade mal 83 Minuten doch hin und wieder aufkommen. Bedenkt man die Intention des Filmes (und das Budget), dann fallen auch Dinge wie die unzureichende Ausstattung (die Amerikaner tragen sowohl falsche Uniformen, als auch Waffen) nicht weiter ins Gewicht, wobei uns Skolimowski dann aber doch auch wieder mit einem Realismus gefangen zu nehmen versucht, der sowohl unsere Ängste, als auch unsere Sympathien nähren soll. Essential Killing ist vielleicht kein perfekter Film, aber er ist in seiner Herangehensweise herrlich erfrischend. (8/10)


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Neuer, offizieller Trailer zu Argentos 'Giallo'


Ganz wie der erste Trailer zu Dario Argentos Giallo leider wieder mit monotonem Kommentar aus dem Off, aber immerhin mit massig neuem Material. Ja, der neue, offizielle Trailer (FLV, mäßige Qualität) haut micht nicht gerade vom Hocker, zu generic kommt das alles daher, zu – vor allem farblich – unspektakulär. Dennoch freue ich mich irgendwie auf einen neuen Argento, hoffentlich bei uns auch im Kino zu sehen (Fantasy Filmfest, anyone?).

(Via DVDnarr.com)


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'Giallo': Trailer zu Argentos neuem … Giallo


Da ist er nun also, der Trailer zu Dario Argentos Giallo (Direktlink, mäßige Qualität), dessen erste Bilder ja nicht gerade allzu berauschend aussahen. Die ersten bewegten Bilder hingegen sehen recht gut aus und machen definitiv Lust auf mehr, auch wenn die Erzählerstimme aus dem Off nie so genervt hat wie hier. Und nach La Terza madre kann es mit Argento eigentlich auch nur noch Berg auf gehen, oder?

[Via peter-noster.de]


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'Giallo': Neue Bilder & Poster zum Argento Giallo


Ich weiß wirklich noch nicht, was ich von Argentos neuem, Giallo, halten soll. Einerseits erfreut es mich, dass er sich wieder dem Genre zuwendet, das er so maßgebend geprägt hat. Andererseits habe ich aber große Angst, dass er das Ganze wieder mal in den Sand setzt. Große Hoffnung macht mir vorallem das Poster zu Giallo nicht, ganz im Gegenteil – wenn das sein Ernst ist, dann gute Nacht, Giallo. Die neuen Bilder, die er auf seine Homepage geladen hat, sehen hingegen schon deutlich besser aus und machen nach dem ersten offiziellen Bild zum Film dennoch irgendwie Lust.


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