Gewinnt ein Blu-ray & DVD Paket zu 'Jack the Giant Slayer'

Morgen erscheint Jack the Giant Slayer – oder wie er bei uns hieß: Jack and the Giants – auf Blu-ray und DVD. Regie führte Bryan Singer, das Drehbuch stammt von Christopher McQuarrie, Singers treuem Wegbegleiter. Ich habe den Film zwar nicht gesehen, aber mitbekommen, dass er am Box Office ziemlich gefloppt ist: Bei seinem Budget von 195 Millionen Dollar hat er in den USA gerade mal etwas mehr als 65 Millionen eingespielt. Und auch wenn ich ihn noch nicht gesehen habe, ist es doch irgendwie traurig, das diese Art von Film größtenteils erfolglos bleibt – man denke nur an den ähnlichen John Carter. Wer Jack the Giant Slayer auf dem Heimvideomarkt zu mehr Erfolg verhelfen will, der kann hier nun ein Paket bestehend aus Blu-ray und DVD gewinnen.

Um das Paket gewinnen zu können, müsst Ihr einfach bis Donnerstag, 08. August, 23.59 Uhr einen Kommentar hinterlassen und das Gewinnspiel via Button liken. Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen. Die Gewinner werden mit Hilfe von Random.org ermittelt. In der Zwischenzeit könnt Ihr etwas mit der Jack the Giant Slayer-App rumspielen, die neben einem Soundboard auch die Möglichkeit bietet, die klassische Geschichte mit neuem Inhalt zu ergänzen. Im Quiz kann man zudem seine eigene Tapferkeit testen. Ich wünsche Euch allen viel Glück und viel Spaß mit der App!

Update, 10. August Random.org hat sich für sonja als Gewinnerin des Pakets entschieden. Herzlichen Glückwunsch, Sonja! Ich danke allen fürs Mitmachen und vertröste auf die nächste Verlosung, die schon in den Startlöchern steht.


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Butt-Kicking Babe Gina Carano: 'Haywire' Blu-ray Review


Erst war es ein Pornostar, nun ist es eine ehemalige MMA-Kämpferin. Steven Soderbergh scheint gerne mit Talenten zusammenzuarbeiten, die keine ausgebildeten Schauspieler sind. Hat er für The Girlfriend Experience Porno-Sternchen Sasha Grey verpflichtet, ist es in Haywire Ex-MMA-Kämpferin Gina Carano. Im Interview sagt Soderbergh, dass Carano wunderschön ist und nebenbei andere zu Brei schlägt. Diese Kombination habe ihm so gut gefallen, dass er sie für seinen Spionagefilm, wie er ihn selbst beschreibt, brauchte. Und in der Tat, man könnte Carano nicht besser als mit diesen Worten beschreiben. Sie bringt nicht nur eine unglaubliche Physis mit, sondern auch eine natürliche Schönheit (sieht man sie im Making of, ist man ob der vielen Schminke schockiert, man erkennt sie kaum wieder!). Beides Eigenschaften, die für ihre Mallory Kane äußerst wichtig sind. Ex-Marine ist sie, der nun für eine private Sicherheitsfirma arbeitet, die mit der Regierung Geschäfte macht. Eines dieser Geschäfte verschlägt Mallory nach Barcelona, wo der Verrat an ihrer Person seinen Ursprung nimmt …

Soderbergh erzählt seine Geschichte um eine verratene Agentin (Carano) nicht chronologisch, sondern entführt uns mitten in den clusterfuck, in dem sich Mallory befindet; in einem kleinen Diner nördlich von New York, wie uns die Texttafel wissen lässt. Man kennt die Szenerie: wenig Gäste, Kaffeegeruch in der Luft und eine etwas verstreut anmutende Frau, die sich in eine der booths setzt. Ein Fremder (Channing Tatum) kommt herein und setzt sich zu ihr. Sie reden eine Weile, dann kommt es urplötzlich zum Kampf zwischen den beiden, der von zwei Profis bestritten wird, das wird sofort deutlich. Es sind diese kurten, plötzlichen Gewaltausbrüche, die in Haywire dominieren. Lauschte man im einen Moment noch jazzigen Tönen, hören diese blitzschnell auf und die Gewalt samt ihrer Geräuschkulisse übernimmt. Soderbergh widersetzt sich hier aller aktuellen Trends und zeigt uns nicht etwa unübersichtliche Schnittgewitter, sondern präsentiert uns das, was man so fast schon nicht mehr zu kennen scheint: hand-to-hand-combat, der wehtut.

Es wäre natürlich auch an der Sache vorbei gegangen, hätte Soderbergh Carano engagiert, nur um sie dann durch die Montage zur Kämpferin werden zu lassen. Stattdessen setzt er auf das, was sie am besten kann, nämlich kämpfen – aus nächster Nähe und mit einer unbarmherzigen Brutalität, die auch die männlichen Darsteller während der Dreharbeiten zu spüren bekamen. Eines der Highlights ist hier sicherlich der grandios inszenierte Kampf zwischen Carano und Michael Fassbender, der leider schon im Trailer vorweggenommen wurde, aber auch beim dritten Mal noch fesselt. Dieser Kampf schmerzt schon beim zusehen, denn Soderbergh unterlegt das Geschehen nicht unbedingt mit der typischen Soundkulisse, sondern scheint seine Mikros perfekt platziert zu haben – wenn die Vitrine beispielsweise zu Bruch geht, weil Carano in sie geworfen wird, klingt es auch genau danach. Wenn sie und Fassbender von der Couch fallen, hört man nicht viel, denn Stoff auf Teppich ergibt auch im echten Leben nicht wirklich ein lautes Geräusch.

Soderbergh überstilisiert nicht, und tut es aber doch genau dadurch wieder. Die Kampfchoreographien wirken gerade wegen ihrer Unaufgeregtheit und Rohheit wie ein Stilmittel. Ähnlich verhält es sich bei der Farbgebung. Wenn Schnee liegt und es kalt ist, dann durchzieht das Bild ein starker Blaustich, der das Bild verfremdet – aber nicht zu stark, so dass es stilistisch gut platziert, aber nicht aufdringlich wirkt. Selbiges gilt für das mediterrane Setting, das von Gelbtönen dominiert wird und die herrschende Hitze nur weiter verstärkt. Haywire ist ein Film, der die einfachen Dinge in den Vordergrund stellt und damit begeistern kann. Es sind nicht nur die Kämpfe oder die Farben, auch der Plot ist im Prinzip äußerst generisch, kann gerade deshalb aber begeistern. Soderbergh wollte keinen komplexen Verschwörungsthriller machen, sondern einen Actionthriller mit einer ganz besonderen Hauptdarstellerin, in dem er sie und ihre Fähigkeiten einem breiten Publikum präsentiert. Mission accomplished. Und mit der fast schon poetischen Prügel-Szene am Strand hat er zudem einen der schönsten Momente des aktuellen Filmjahres abgeliefert. (8.5/10)

Die Blu-ray von Concorde erscheint am 09. August (Amazon-Partnerlink) und kann technisch voll und ganz überzeugen. Zwar ist es etwas schwer das Bild ob Soderberghs überzeichneter Farbgebung einzuschätzen, der Gesamteindruck ist aber sehr gut. Der DTS-HD-Ton überzeugt auf ganzer Linie, die Dialoge sind klar verständlich, während die (wenigen) Actionszenen auch die Rears und den Subwoofer beschäftigen. Die Extras zwar nicht in Hülle und Fülle vorhanden, dafür überzeugt aber vor allem das Featurette, das Gina Carano beim Training zeigt und Ausschnitte aus einigen ihrer MMA-Kämpfe zeigt.


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Neuer Trailer zu Soderberghs 'Haywire'

Und wieder ein neuer Trailer zu Steven Soderberghs Actionthriller Haywire, auf den ich mich immer mehr freue. Es dauert ja auch nicht mehr allzu lange, denn am 08. März ist es hierzulande so weit (ganze sechs Wochen nach dem US-Start).


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'Star Wars: Episode I – The Phantom Menace' HD Trailer


Der Trailer zum 3D-Re-Release von Star Wars: Episode I – The Phantom Menace geistert ja nun schon seit ein paar Wochen durchs Netz. Nun ist er endlich auch in glorious HD verfügbar (480p/720p/1080p). Den Film selbst habe ich kürzlich erst wieder gesehen und musste feststellen, dass er bei weitem nicht so schlimm ist wie ihn viele machen. Im Gegenteil, er hat einige magic moments, die unvergesslich bleiben. Kinostart ist am 09. Februar 2012.


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Neuer Trailer zu Steven Soderberghs Action Thriller 'Haywire'

Nach dem ersten Trailer im Juli, gibt es einen neuen Trailer zu Steven Soderberghs Action-Thriller Haywire, der – so berichten erste Review – ziemlich gut sein soll: "But for now it's safe to say that Haywire is the smartest, most genuinely thrilling and involving and satisfying kick-ass, faux-exploitation action thriller I've seen in a long time. " (Hollywood Elsewhere) Deutscher Start ist wohl am 08. März 2012, also knappe zwei Monate nach US-Start. Mal schauen, ob es dabei bleibt.

(Via The Playlist)


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Trailer zu Steven Soderberghs 'Haywire'


"A black ops super soldier seeks payback after she is betrayed and set up during a mission." Damit wäre dann wohl auch schon fast alles zu Steven Soderberghs Haywire gesagt. Der erste Trailer (480p/720p/1080p) sieht gar nicht mal übel aus, was nicht zuletzt auch am tollen Cast liegen dürfte. Schön auch, dass Soderbergh wieder mit der Red One gedreht hat, auch wenn mir die Optik im Trailer noch nicht ganz zugesagt hat. Bin gespannt, ob das Ganze R-Rated oder doch nur ein PG-13er wie Salt wird (wobei der recht hart für einen PG-13er war). Wird wohl mein erster Film mit Tanning Chatum. US-Start ist am 20. Januar 2012.


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Zwischen den Zeilen: 'The Ghost Writer'


Reichlich Geplänkel im Vorfeld eines Film bringt vor allem immer eines: Publicity. Dabei spielt es meist eine untergeordnete Rolle, ob diese positiv oder negativ ausfällt. Im Falle von Roman Polanski trifft irgendwie beides zu. Die einen echauffierten sich über das Verhalten der Schweiz und der USA, die ihn vor einigen Monaten festnehmen ließen, andere sahen es nur allzu gerne, dass Polanski für seinen Fehler in den 70ern endlich zur Rechenschaft gezogen wurde (und irgendwie ja wieder doch nicht). Seinem neuen Film The Ghost Writer, der vor einigen Tagen auf der Berlinale seine Premiere feierte – gedreht wurde zu einem guten Teil immerhin in Berlin und Umgebung -, kann der Trubel um seine Person eigentlich nur von Nutzen sein. Er ist in aller Munde, sein Film wird auf der Berlinale gespielt, was will er mehr? Da wirkt es wie die ganze Geschichte um ihn selbst nicht verwunderlich, dass es sich um einen Verschwörungsthriller handelt, einen mit durchaus aktuellen Bezügen, brandaktuellen sogar. Während Tony Blair erst vor einigen Tagen Rede und Antwort in einem Ausschuss stehen musste, der sich mit der Irak-Invasion im Jahre 2003 beschäftigt, droht das gleiche auch dem ehemaligen britischen Ministerpräsidenten (Pierce Brosnan) in The Ghost Writer.

Dieser soll für Kriegsverbrechen, namentlich Folter und Waterboarding, verantwortlich zeichnen. Doch auch Adam Lang ist nicht dumm, hat er sich doch frühzeitig in die USA abgesetzt, als deren Marionette er ohnehin gilt. Im Film munkelt die Presse, dass er stets den Willen des Verbündeten USA durchgesetzt haben soll, deshalb auch alle Minister entlassen habe, die dem US-Präsidenten ein Dorn im Auge waren. Nun droht im der Prozess, da lässt sich die Außenministerin – natürlich schwarz und ihrem realen Pendant wie aus dem Gesicht geschnitten – mit ihm im TV blicken, man muss dem Verbündeten ja beistehen. Dies ist nur ein Beispiel für Polanskis Parallelen zum aktuellen politischen Geschehen und ist anfangs sogar noch relativ interessant. Je weiter sich The Ghost Writer aber in seinem Plot verliert, desto klischeehafter kommt er aber auch daher. Da verbündet sich der Ghost Writer der Lang-Memoiren (Ewan McGregor) mit dessen ehemaligem Verteidigungsminister, eine Rüstungsfirma sponsert Langs Luxusleben und die CIA rekrutiert anscheinend britische Intellektuelle, wenn sie nicht gerade unbequeme Ghostwriter ins Jenseits befördert. Was reichlich abstrus klingt, ist es die meiste Zeit auch, sorgt aber auch dafür, dass das Ganze sein Spannungsborgen nicht verliert. Polanski gelingt es immer wieder den Spannungsbogen auf einem Niveau zu halten, dass man das Interesse nicht verliert, auch wenn die Parallelen zur Realität durch ebenjene Verhandlungsläufe schnell wieder relativiert werden.

Zumindest zu einem gewissen Grad ist dies aber auch der Besetzung zuzuschreiben, denn vor allem bei Kim Cattrall fragt man sich ziemlich schnell, was die Gute hier eigentlich zu suchen hat. Auch Pierce Brosnans britischer Ex-Premier wirkt in erster Linie vielmehr wie ein dauergrinsendes Model für Anzüge, weniger wie ein führender Staatsmann. Genau diese Eigenschaft macht ihn dabei jedoch zur perfekten Marionette, die außer der Schale nichts Eigenes zu bieten hat und deshalb von anderen gesteuert wird – allen voran seiner Frau (Olivia Williams). Das Problem ist aber auch hier, dass dies den durchaus ernsten Ton des Filmes, den er ja bereits mit seinem Setting festigen will, in die genau andere Richtung kehrt, so dass die politische Inszenierung, die der Film zur Schau stellt, wiederum auch stets als filmische Inszenierung wahrgenommen wird. Da spielt es dann auch keine Rolle, wie authentisch die Nachrichtenberichte mit den originalen Senderlogos gehalten sind. So ist man ab einem bestimmten Punkt kein Zuschauer dieses ganzen 'Politkabaretts' mehr, der über etwas mehr Einblick in die Situation verfügt als der Zuschauer, der das Ganze von zu Hause aus am Bildschirm verfasst, sondern begibt sich zusammen mit dem 'Ghost' auf Entdeckungsreise. Quasi die politische Version von The Da Vinci Code. Und auch hier kann das im besten Falle höchstens Hardcore-Verschwörungstheoretiker hinter dem Vorhang herlocken.

Mit The Ghost Writer ist Polanski, der vor fünf Jahren seinen letzten Film drehte, aber dennoch ein mehr als solider Thriller gelungen, der dank seiner Atmosphäre viel Boden gewinnen kann und dafür sorgt, dass man das Interesse so gut wie nie verliert. Ohnehin ist The Ghost Writer oftmals mehr Komödie als Thriller, das wird schon zu Beginn deutlich, wenn James Belushi den grimmigen Verleger mimt, der in diesem snobistischen London wie ein Fremdkörper wirkt. Gleiches gilt für den britischen Akzent, der jeden im Film sofort outet, und somit fast schon zum Running Gag mutiert (dito Ewan McGregor, der sich mehr als einmal über die schottische Herkunft der Langs lustig macht …). Doch auch dieser ist spätestens nach dem dritten Mal nicht mehr allzu lustig. Da sorgt dann schon eher Eli Wallach für ein breites Grinsen, der einen alten Inseleinwohner spielt, der als erster zwischen den Zeilen liest. Exakt dies hätte sich Polanski sowieso stärker zu Herzen nehmen sollen: den Zuschauer mehr zwischen den Zeilen lesen zu lassen. (7/10)


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It's Only in Your Mind: 'The Men Who Stare at Goats' Trailer


Und schon wieder sind unsere Jungs im Irak – dieses Mal aber weder in Form eines Thrillers, noch eines Actioners, sondern in Form einer Komödie, die auf dem gleichnamigen Roman von Jon Ronson basiert, The Men Who Stare at Goats. Richtig, der Titel klingt schon genau so bescheuert wie der Trailer zur Verfilmung selbst (480p/720p/1080p), aber das durchaus im positiven Sinne. So lange das Ganze keine Buffalo Soldiers-Gefilde betritt ist auch alles in Ordnung. Deutscher Kinostart ist am 4. März 2010.


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'Angels & Demons': Teaser Trailer zu Dan Browns Prequel


Hui, das ging jetzt aber schnell. Vor ein paar Tagen erst wurden die ersten Bilder zur Dan-Brown-Verfilmung Angels & Demons veröffentlicht, da steht auch schon der erste Teaser Trailer vor der Türe (FLV/720p/1080p). Wie der Name Teaser natürlich schon sagt, gibt es nicht allzu viel (ohne CGI) zu sehen, und im Prinzip ist es mir auch egal, denn nach dem völlig aberwitzigen The Da Vinci Code, kann mir das Sequel/Prequel eigentlich gestohlen bleiben … (bleibt nur zu hoffen, dass Zimmers Score erneut so großartig wird) Kinostart ist am 14.05.2009.


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»We're crossing a line here. There's no going back from this!«

Cassandra's Dream
(Woody Allen, USA/UK/Frankreich 2007)
Kino

In den letzten Jahren verstand es Woody Allen durchaus, wie man einen intelligenten Thrillerplot geschickt mit einer Prise Humor verbindet und sogar noch einen Fokus auf das Zwischenmenschliche legt. Dabei favorisierte Allen London stets als zentrales setting, samt seiner Oberschicht. Dass es laut Allen gerade hier zu vielen Krimis kommt, spricht für sich. Cassandra's Dream setzt die Tradition fort, jedoch mit einem kleinen aber feinen Unterschied: Allen konzentriert sich dieses Mal nicht auf die oberen Zehntausend, sondern auf zwei Brüder, die charakterlich zwar unterschiedlicher nicht sein könnten, im Kern aber beide gleich sind. Sie stammen nämlich nicht aus der Oberschicht, sondern aus dem normalen Gutbürgertum, der Mittelschicht. Der eine ist erfolgloser Restaurantspekulant, der anderer bodenständiger Automechaniker. Ian (Ewan McGregor) und Terry (Colin Farrell) komplettieren sich dabei perfekt: Während der eine die Autos seiner Kunden zum Gepose seines Bruders dazusteuert, unterstützt der ihn wiederum mit kleinen Finanzspritzen um dessen Schattenseite, das Glücksspiel, zu fördern – denn sie beide hoffen eines Tages auf den Jackpot, eines Tages muss er ja einfach kommen!

Glück, respektive Zufall, ist das, um was sich in Cassandra's Dream alles dreht. Es ist wie an der Börse, dieses Glücksspiel, das Spiel des Lebens, mal gewinnt man, mal verliert man. Es ist der Kick, die Aussicht auf Erfolg, sowohl sozialen als auch ökonomischen, der einen immer wieder dazu bringt, eben nicht aufzuhören, wenn es an der Zeit wäre. Grenzen verwischen dabei recht schnell, und so scheint es für die Brüder irgendwann keine mehr zu geben – Gewissen hin oder her. Dass Reichtum, egal in welcher Form, aber nicht immer nur Positives innehat, sollten die beiden spätestens in Form ihres Onkels (toll wie immer: Tom Wilkinson) realisieren. Der zeigt nämlich, dass es bei den Gutbetuchten ganz andere Probleme gibt – Allens vorherige beide Filme lassen grüßen und scheinen nicht nur storytechnisch präsent zu sein. Allens writing ist spätestens seit dem tollen Match Point und dem noch besseren Scoop stigmatisiert, sodass man schon nach wenigen Einstellungen realisiert, dass man sich hier in einem Film Allens befindet. Es ist jedoch nicht nur die Optik, über die sich Allen definiert, sondern auch so ein ganz spezielles Bauchgefühl, weniger eine Atmosphäre, die Allentypisch erscheint und in der man sich schlicht wohl fühlt.

Es ist ein gepflegtes Erscheinungsbild, nicht nur in Sachen Musik (Philip Glass), sondern auch in Sachen Figurenzeichnung und weiteren Erscheinungen von 'Mondänität'. Auch im Plot selbst zeigt sich diese, denn Allen verstehet es geschickt, Klischees und andere Unebenheiten zu umfahren und sich stets voll und ganz auf seine Figuren zu konzentrieren, die von McGregor und Farrell hervorragend getragen/gemimt werden. Allen will hier so viel, und im Gegensatz zu vielen anderen Regisseuren, die sich solch hohe Ansprüche stellten, gelingen ihm das meiste auch. Cassandra's Dream ist nicht nur Thriller, Lovestory und 'Komödie', sondern auch tolles Schauspielkino, das Farrell und McGregor fast schon als Dreamteam outet. Sowieso scheint Allen in Sachen Besetzung ein glückliches Händchen zu haben, was auch einmal mehr sein Neuester, gerade frisch in Cannes gezeigter, Vicky Cristina Barcelona zeigt. Das einzige, das man Cassandra's Dream vorwerfen muss, sind die enormen Längen, die das Ganze gut und gerne schon mal wie zweieinhalb Stunden wirken lassen. Zudem kommt das Finale nicht nur zu einfach, sondern auch viel zu abrupt daher. Und dennoch besitzt Allens Film solch eine interpretatorische Dichte, die sich für zahlreiche Diskurse bestens eignen würde, sodass man über kleine inszenatorische Schwächen gern hinwegsieht. (7.5/10)


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