Gewinnt Tickets für 'Heavy Metal in Baghdad' in Berlin


Nächsten Mittwoch, den 07. September, läuft die viel gepriesene Doku Heavy Metal in Baghdad im Rahmen des In-Edit Musikfilmfestivals im White Trash in Berlin. Los geht's um 19.30h, Tickets kosten 6,00 EUR. Wer kein Bock hat, die sechs Öcken zu blechen, der kann hier wahlweise auch 1×2 Tickets für die Veranstaltung, deren Kartenkontingent sehr begrenzt ist, gewinnen. Alles, was Ihr dafür tun müsst, ist diesen Beitrag bei Equilibrium auf Facebook bis Sonntag, 23.59 Uhr zu liken. Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen. Ich wünsche allen Teilnehmern viel Glück! Dank an VICE für die Kooperation.


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Das waren die 61. Internationalen Filmfestspiele Berlin


Da sind dann auch schon wieder 10 Tage rum! Schöne 10 Tage waren es in Berlin, die 61. Berlinale, oder besser gesagt meine erste Berlinale, ist vorbei. Nunja, noch nicht ganz, in wenigen Stunden werden die Bären vergeben, aber das sollen die Filmschaffenden mal unter sich machen, ich bin dank Flieger nämlich schon wieder seit einigen Stunden zu Hause. Berlin mag ich als Stadt noch immer nicht, auch wenn man sich hier in der Region Stuttgart eine Anbindung der öffentlichen Verkehrsmittel wie in Berlin nur wünschen kann. Auch auf die Gefahr hin, dass ich damit auf einige arrogant und verwöhnt klingen werde: Berlin ist mir dann doch etwas zu dreckig und asozial. Hier sind nicht nur Asis in den S- und U-Bahnen, sondern auch normale Leute, wenn ich in eine Fast-Food-Kette mit dem goldenen M gehe, werde ich nicht von Bettlern belästigt und auch auf der Straße oder in der Bahn will mir kein Obdachloser aufdringlich seine Zeitung verkaufen. Von dem langweiligen Stadtbild außerhalb des Potsdamer Platzes mal ganz zu schweigen – dann doch lieber schwäbische Einöde.

Doch es gibt auch Positives zu berichten aus der deutschen Hauptstadt. Die Menschen sind nicht nur aufgeschlossener als die verwöhnten Bürger Baden-Württembergs, sondern vor allem auch um Welten freundlicher. Ich habe Situationen erlebt, in denen mir gedankt wurde, für die man hier sogar noch dumm angeschaut werden würde. Ich wurde Zeuge von Höflichkeit, die selbst mich, jemanden mit hohen moralischen Wertvorstellungen, schlichtweg verwunderte. Und auch wenn man in Bahnen und auf der Straße ständig besoffene oder gegen-den-Strich-gebürstete Menschen sieht, die Mentalität der Berliner ist eine völlig andere. Aber mal abgesehen davon, merkt man durchaus, dass die Uhren in der größten deutschen Stadt doch ein wenig anders ticken: kaum einen Tag da, werde ich Zeuge davon, wie jemand im McDonald's (ja, ich war dort des Öfteren) zusammenbricht. Einige Tage später meint eine ältere Dame im vorbeigehen, dass dort oben die Menschenfresser warten würden – aha, alles klar. Ja, Berlin, Du hast mich nicht selten zum Lachen gebracht – manchmal aus Freude, manchmal aus Widerwärtigkeit.

Doch lasst mich mal zum Filmischen übergehen, schließlich war ich ja nicht in Berlin um anthropologische Studien durchzuführen, sondern um die Berlinale zu besuchen, was konkret heißt: viele Filme, viel Anstehen und damit verbunden vor allem viel Geduld. Geduld brauchte man auch mit einigen Kollegen, die mich mit ihren vielen Unarten ebenfalls zum Staunen brachten. Es ist unglaublich, wie viele von ihnen nicht wissen, wie man sich benimmt – und dabei meine ich keine landesspezifischen Manierismen, sondern allgemeingültige Grundsätze des menschlichen Miteinanders. Nein, gedrängelt oder gedrückt wurde selten, aber viel schlimmer: die Organisatoren, die ihren Job besser hätten machen können, keine Frage, aber dennoch alles gaben, blöd anzumachen ist einfach ein Unding. Nur weil man mal einige Minuten länger warten muss, bezeichnet man die junge Dame, die uns auf dem Laufenden hält, noch lange nicht als "Asshole!"‘, wie es aus den hinteren Reihen schallte. Und nach der zweiten Pressevorführung im Berlinale Palast sollte man auch langsam wissen, dass Essen im Saal nicht erlaubt ist. Man muss einige sogar darauf hinweisen, dass man beim Husten normalerweise die Hand vor den Mund nimmt, schlimm!

Sowieso sieht man vielen an, warum sie still und leise zu Hause Texte schreiben statt vor der Kamera oder im Radio zu agieren – aber das ist wieder ein anderes Thema … Auch hier gab es natürlich wieder positive Ausnahmen, allen voran unter den Kollegen aus dem Ausland. Die setzen sich nicht nur neben einen, sondern versuchen sich an so etwas wie einem Gespräch, worüber ich nie abgeneigt bin, im Gegenteil. Hierfür definitiv ein Pluspunkt für die Briten und die Spanier. Negativ aufgefallen, vor allem bei den Pressekonferenzen – ich war nur auf der zu Margin Call, weil dort sowieso meist nur Mist artikuliert wird und viel zu viele Leute in den kleinen Saal stürmen (man will ja schließlich auch mal einen Blick auf die Stars erhaschen, wenn man schon zu keinen Interviews eingeladen wurde) -, sind die Osteuropäer, die sich in jede noch so kleine Lücke drängten. Aber ich werde schon wieder zynisch. Besonders zu Beginn des Festivals war ich das, ja, weil ich eigentlich nur mäßige bis grottenschlechte Filme sah. Erst später wurde es besser, auch wenn mich eigentlich nur ein Film so richtig begeistert hat, und dann auch noch ein Kurzfilm, die ich eigentlich nicht wirklich abkann: The Lost Town of Switez ist ein lebendiges romantisches Gemälde, das mit unglaublicher Hingabe und Liebe zum Detail in sieben Jahren fertig gestellt wurde. Wahnsinn!

Am allerschönsten war aber eigentlich die Tatsache, dass ich endlich einmal all die Kollegen getroffen habe, die ich sonst nur von Twitter, Facebook oder deren Blogs kannte. Bisweilen wurde man sogar von wildfremden Menschen angesprochen, die einen Blick auf den Badge warfen und anhand des darauf aufgedruckten Namens wussten, dass man doch der Freund von diesem und jenem sei und auf Facebook regelmäßig Links teile oder kommentiere. Ich für meinen Teil hielt mich damit eher zurück, man will ja Profi sein und sich nicht als Fanboy outen, auch wenn man den einen oder anderen namhaften Kollegen in den Gängen des Hyatts (der zentralen Anlaufstelle für die Presse) sehen konnte. Schön auch, was für kompetente Köpfe meist hinter Avataren und Nicks stecken – da soll noch einer sagen, dass Blogger Schreiberlinge zweiter Klasse seien! Festival-Amok ist beispielsweise das Blog von Patrick Wellinski (@PWellinski) und Maria Wiesner (@MariaWiesner), die jeden Abend einen Videocast aufgenommen haben und darin aktuelle Wettbewerbsfilme besprachen. Auch Joachim Kurz (@Mietgeist) von kino-zeit.de führte ein tolles Berlinale-Blog, das tagesaktuell das Programm besprach.

Im Grunde eigentlich alles perfekt, wäre da nicht diese triste Grundstimmung gewesen, die sich bereits nach dem ersten Tag einstellte. Ja, das Programm war dieses Jahr nicht wirklich toll, wobei ich jetzt, im Nachhinein gesehen, vielleicht auch den einen oder anderen Film nicht hätte verpassen sollen. Dennoch freuten sich alle über die letzte Pressevorführung am Freitag, in der Jaume Collet-Serras Unknown Identity gezeigt wurde, der ziemlich campy daherkommt, halb Berlin zerstört und dabei Szenenapplaus wie noch kein anderer Film erntete. Dass die Kritiker auf solch einen Mainstream-Film so enthusiastisch reagieren, spricht dabei Bände – und nicht gerade für das restliche Programm der 61. Berlinale. Vielleicht wird im nächsten Jahr ja alles besser – wobei das wohl eher ein Wunschgedanke ist, wie die Kollegen bestätigen –, wenn ich wieder dabei sein kann, wovon ich nicht ausgehe. Wenn, dann dieses Mal wohl auf Seiten der PRler. Es müsste einfach auch mal frischer Wind in die ganze Chose – nicht, dass Boll auf einmal in der Jury sitzt, nein, aber dass Kosslick beispielweise nicht immer die gleiche Nummer aus dem Hut zieht und Anke Engelke aufhört das Ganze zu moderieren. Beide vereint sind nämlich ein einziges Trauerspiel – und zu einem solchen darf die Berlinale nun wirklich nicht verkommen.

Foto: Blogging Dagger


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Programm der Fantasy Filmfest Nights 2011


Bevor im Sommer einmal mehr der phantastische Film im Rahmen des Fantasy Filmfests gefeiert wird, gibt es im Frühjhahr erstmal die Fantasy Filmfest Nights. Leider ist die Reihenfolge in den letzten Jahren ja geändert worden, weshalb Stuttgart nun das Schlusslicht bildet. Nichtsdestotrotz scheint das diesjährige Programm ein absoluter Knaller zu werden, denn neben dem von mir sehnlichst erwarteten I Saw the Devil werden u.a. auch Essential Killing und das Remake von I Spit on Your Grave zu sehen sein. Acht Filme wurden bisher bekannt gegeben, d.h. auf zwei dürfen wir noch gespannt sein. Diese werden bis Ende des Monats veröffentlicht.


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Fantasy Filmfest Nights #08


Pünktlich zum Wochenende starten sie wieder, die Fantasy Filmfest Nights. In diesem Jahr gibt es bereits zum achten Mal zwei Tage voller Horror, Fantasy und Thriller. Und glücklicherweise hat man die Nights nicht auch umgestellt, so dass Stuttgart wieder ganz vorn mit dabei ist (beim FFF im Sommer sind Stuttgart und München dann wieder ganz hinten). Am 13. und 14. März wollen also wieder ganze zehn Filme gesehen werden, darunter in diesem Jahr nicht nur ein Highlight, sondern gleich mehrere. Allen voran natürlich [Rec] 2, mit dessen Kinoauswertung es im letzten Jahr ja irgendwie doch nicht geklappt hat. Ferner wird auch George A. Romeros Survival of the Dead zu sehen sein, von dem ich nach Diary of the Dead – der vor zwei Jahren lief – aber nicht allzu viel erwarte. Interessanter klingen da schon La horde oder Splice, zwei Filme, auf die Genrefans schon lange warten.

Auch wenn ich kein Animefan bin, so sieht Summer Wars (サマーウォーズ) dennoch ziemlich gut aus; ich bin wirklich gespannt. Die komplette Übersicht über alle zehn Filme und Infos zu den Timetables der Städte findet sich auf der Homepage zum Festival. Besprechungen zu den Filmen – auch als Empfehlung (oder eben nicht) für jene Städte, die nach Stuttgart und München folgen – finden sich dann ab nächster Woche beim Manifest und natürlich auch hier. Das wird ein hartes, aber auch schönes Wochenende.


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60. Internationale Filmfestspiele Berlin


Es ist mal wieder so weit, die Berlinale, die in diesem Jahr ihren 60. Geburtstag feiert, steht vor der Tür. Heute abend um 20.00 Uhr wird sie dann offiziell von Dieter Kosslick und Jurypräsident Werner Herzog eröffnet. Ganze 11 Tage stehen wieder Filme, Filme und nochmals Filme auf dem Programm – gut, und das ganze Drumherum eben. Wer wie ich nicht dabei sein kann, der kann dem Geschehen rund ums Festival aber auch außerhalb Berlins folgen. 3sat überträgt heute die komplette Eröffnungsgala, die von Anke Engelke moderiert wird (ich will die Bauerfeind zurück!). Auch wird es wieder ein nahezu tägliches Berlinale Journal geben, das ich in den letzten Jahren neben dem Internet eigentlich immer als beste Quelle für alles rund um die Berlinale empfand. Apropos Internet: auch hier gibt es in diesem Jahr wieder eine Berichterstattung, die eigentlich nichts zu wünschen übrig lassen dürfte. An erster Stelle möchte ich hier das Blog von Kollege Thomas Groh nennen, der in den letzten Jahren immer wieder auch (neben kompetenten Filmeindrücken) mit schönen bis kuriosen Geschichten abseits des Roten Teppichs erfreute.

In diesem Jahr ist er aber hauptsächlich für den Perlentaucher tätig, zusammen mit seinen Kollegen Lukas Foerster und Ekkehard Knörer – von den letzten beiden gibt es übrigens auch im Blog von Cargo Lesenswertes. Ebenfalls einen Blick wert ist das Berlinale-Blog des epd, bei dem es unter anderem von Dr. Stefan Höltgen und Jörg Buttgereit tägliche Updates geben wird. Und auch die taz hat natürlich tägliche Updates aus der Hauptstadt. Eine schöne Auflsitung aller Onlinemedien, die berichten, findet sich übrigens auch bei Movies & Sports. Um noch einmal aufs Fernsehen zurück zu kommen: ebenfalls nicht uninteressant ist das Einsweiter Berlinale Tagebuch auf Einsfestival, das vom 11. bis 20. Februar täglich ab 20.00 Uhr zu sehen ist und sich offensichtlich an ein jüngeres Publikum richtet, nichtsdestotrotz aber oftmals 'quirlige' Berichte hat. Natürlich darf auch das 'alte' Medium Radio nichr fehlen, hier sei Deutschlandradio Kultur genannt, das ebenfalls mit täglichen Berichten und Specials aufwartet. Hoffen wir so gerüstet also auf eine spannende 60. Berlinale mit vielen tollen Filmen.

Foto: Blogging Dagger


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sibSTANCIJA_09: Abschließende Gedanken


Morgen ist es schon zwei Wochen her, dass ich mich auf die Reise nach Russland, genauer gesagt Nowosibirsk, begab. Im Prinzip waren es ja nur drei Tage, jetzt, im Nachhinein, eine natürlich viel, viel zu kurze Zeit. Eine zu kurze Zeit, um die Teilnehmer richtig kennen zu lernen (sowohl die deutschen als auch die russischen), die Stadt zu erkunden und über all das zu diskutieren, was während unserer 'Sitzungen' an Fragen aufkam. Und dennoch denke ich, dass die drei Tage ökonomischer nicht besser hätten genutzt werden können. Doch natürlich bleibt bei alledem, bei all den großen und kleinen Erlebnissen, etwas Wehmut zurück, keine Frage.

Natürlich gab es auch negative Erscheinungen wärhend dieser drei Tage (z.B. der Flug, der viel zu lang und unbequem war, das lange warten am Moskauer Flughafen), aber ich würde jederzeit wieder diese 'Qualen' auf mich nehmen, um die sibirische Hauptstadt und seine Menschen zu besuchen. Doch auch wenn die Kopeke bereits im Ob liegt, so ist es nun erst einmal der Zug der russischen BloggerInnen. Zwei von ihnen – Anna und Ira – werden mich schon in 2 Wochen in Stuttgart besuchen kommen, was mich angesichts des doch sehr kurzen Zeitabstandes besonders freut. Man sieht also, es ging um weit mehr als nur das Fachsimpeln über russische und deutsche, das eigenen und das Blog von anderen.

Apropos Fachsimpeln. Welch große Bedeutung die Eröffnung des neuen Goethe-Instituts und die sibSTANCIJA_09 an sich hatten, zeigt sich in der Präsenz der Journalisten: BR, 3sat – die bereits berichteten -, DW, Deutschlandfunk und FAZ, alle waren sie gekommen, um vom Kulturfestival zu berichten. Letztere hat in der heutigen Printausgabe einen kleinen Artikel zu unserem Bloggertreffen – blöd nur, dass im Artikel (der nachgereicht wird, da noch nicht online) aus Markus Stefan gemacht wurde und in meinem Nachnamen ein 'k' fehlt. Da fällt es mir natürlich schwer, mir einen Seitenhieb auf das große Leitmedium, das ja stets den Qualitätsjournalismus hochhebt, zu verkneifen. Aber es ist nunmal auch irgendwie unsere Aufgabe, also haben sie bitte etwas Nachsicht, Frau Holm.

Dennoch ist es natürlich schön zu sehen, dass bisweilen auch kooperiert wird, sich die beiden Medien ergänzen und man stets ernst von ihnen genommen wird. So hatte ich in der Nacht vor dem Abflug – schlafen kann ja jeder – beispielsweise ein äußerst nettes Gespräch mit Stefan Voss, Korrespondent der dpa in Moskau, indem wir uns gegenseitig über Twitter austauschten. Und da meine Kreditkarte an der Hotelbar irgendwie nicht fuktionieren wollte, setzte er mein Getränk gleich noch auf seine Rechnung. Das nenne ich doch mal gute Zusammenarbeit – da soll noch einer sagen, dass Journalisten und Blogger sich hassen … Sowieso war es eine sehr schöne letzte Nacht, denn zu keinem anderen Zeitpunkt saßen Journalisten, Blogger, Organisatoren und LaBrassBanda zusammen.

Natürlich fiel der Abschied schwer, aber eigentlich war es kein Abschied, sondern ein graziöser Neubeginn in Sachen deutsch-russischer (Blogger-)Freundschaft. Und es war mir wirklich eine große Ehre, an diesem Projekt teilnehmen zu dürfen. Auch an dieser Stelle möchte ich mich nochmals bei allen bedanken, die hinter diesem großartigen und hoffentlich fortzusetzenden Projekt stehen. большое спасибо!

(um die mediale Berichterstattung weiter zu dokumentieren: es gibt jetzt auch einen Bericht des russischen Fernsehens zum Bloggertreffen, neue Bilder bei Flickr und auch Neues im Sibirskij-Blog)


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sibSTANCIJA_09: Tag 3 – Podiumsdiskussion und … Schnee!


Stefan Rybkowski & Gabriel Gonzáles, Foto: Maja Schelkownikowa

Es ist Samstag, genauer gesagt Samstag 9.15 Uhr und ich betrete zum letzten Mal den Saal mit dem wohl besten Frühstück, das mir seit langem untergekommen ist (Pancakes, Würstchen, Müsli, alle Säfte – nichts, was es nicht gibt). Es ist der dritte und zugleich auch schon letzte Tag des deutsch-russischen Bloggertreffens im Rahmen der sibSTANCIJA_09. Heute auf dem Programm: die lang ersehnte Podiumsdiskussion 'Ich blogge, also bin ich! Zwischen Selbstdarstellung und neuem Journalismus – Blogs als Phänomen der Informationsgesllschaft'. Doch davor ging es ersteinmal auf eine mehrstündige Rundfahrt, zusammen mit allen Journalisten.

Das wohl atemberaubendste an Nowosibirsk ist seine Landschaft. Als der Bus für wenige Minuten hielt und uns in der Nähe eines Sees absetzte, war der Schnee so hell und blendend, dass man den Horizont und die in der Ferne fischenden Eisfischer kaum erkennen konnte. Dazu eine sanfte Brise Wind und leichter Sonnenschein – traumhaft! Anschließend ging es in ein Museum, wo wir nicht nur seltene Mumien erblicken durften, sondern auch Einsicht ins Leben russischer Ureinwohner bekamen. Einige historische Informationen reicher ging es dann weiter nach Akademgorodok, einem Hochschulviertel, wo eine neue PASCH-Schule eröffnet wurde. Erneut mit vielen Reden und einem leckeren Buffet (und nicht zu vergessen einem deutschen Rap einiger Schüler des Gymnasiums Nr. 3).

Als nächstes sollten dann aber wieder wir Blogger im Fokus stehen, denn endlich ging sie los, die öffentliche Podiumsdiskussion. Den Anfang machte Gabriel Gonzáles von der Deutschen Welle (DW), Projektleiter der BOB-Awards, der über die internationale Bloggerszene referierte und dem Publikum einen Überblick darüber gab, was einen spanischen Blogger beispielsweise von einem deutschen unterscheidet. Nach diesem ersten, kompetenten Überblick führte Dr. Eugene Gorny fort, der einen, wie er selbst sagte, 'philosophischen' generellen Überblick über das Bloggen gab. Nach den beiden Vorträgen war dann erstmal Zeit für einige Fragen (und Zeit für den Dolmetscher – alles wurde simultan übersetzt – kurz zu verschnaufen) aus dem Publikum, die wir Blogger, die wir am runden Tisch saßen, versuchten zu beantworten.

Aus diesen Fragen des Publikums und anderen Anwesenden (so auch Ministerialdirektor Martin Kobler aus dem Auswärtigen Amt) entwickelte sich schließlich ein schöner Dialog um Gemeinsamkeiten, Unterschiede und sonstigen relevanten Web-2.0-Themen (ich ging bspw. kurz auf die Milblog-Szene ein, um zu zeigen, dass Blogger bisweilen dort agieren können, wo traditionelle Journalisten gar nicht erst hinkommen). Im Fokus stand natürlich einmal mehr Markus, der auch gleich noch um Interviews von DLF, DW & Co. gebeten wurde. Aber es sei ihm gegönnt, denn er versteht die Materie meiner Meinung nach auch wie kaum ein andere Blogger (und dennoch kann man mit ihm viel Spaß haben …).

Nach einem kurzen Abstecher in ein Steakhouse (?), wo es ewig dauerte, bis die russische Bedienung verstand, dass 'French Fries' Pommes Frites sind,  (jaja, die Sprachbarriere, und das trotz Englisch als Lingua franca) landete unsere Truppe in einer Kneipe, wo die bayerische Band LaBrassBanda dem Publikum so richtig einheizte – und auch wenn es absolut nicht mein Ding war, die haben den Laden richtig gerockt! Da hat das GI wirklich einmal mehr verstanden, was es heißt, deutsche Kultur treffsicher in andere Länder zu bringen. Viel interessanter als das Konzert selbt (zumindest für mich) war aber die Tatsache, dass ich kein Bargeld mehr (umgetauscht) hatte und ich aber unbedingt einen Gin & Tonic haben wollte. Also Kreditkarte raus und probiert …

Und siehe da, die Sprachbarriere wieder mal. Doch da der Laden gerammelt voll war, dauerte es natürlich nicht lange, bis sich ein Jugendlicher fand, der ausreichendes Englisch sprach und mir bei der Bestellung half (er lebte sogar erst drei Monate in Rostock). Zwar dauerte es schlussendlich bestimmt 20 Minuten, bis ich meinen G&T hatte, aber das zeigte mir wirklich, wie freundlich und hilfsbereit die Russen sind. Ich meine, 200 Rubel für einen G&T und ich will mit Kreditkarte zahlen, die hätten auch gut und gerne sagen können, dass das nicht drin ist und ich mich doch bitte um Bares kümmern sollte. Aber nein, auch als ich darauf hinwies, dass man bei Kreditkartenzahlung keinen Pin eingibt sondern nur unterschreibt, versuchten es die Bedienungen erneut – und dieses Mal sogar mit Erfolg. Da schmeckte der Drink natürlich gleich noch besser!

Dazwischen: alle (bis auf mich, wie gesagt, überhaupt nicht meine Musik) schwangen das Tanzbein – hallo, da konnte aber einer Tanzen, was Markus? – und hatten schier unendlich viel Spaß. Ehe man sich versah, war es dann auch schon gut ein Uhr morgens, und da unser Flieger (zumindest meiner und Gabriels) schon um sieben Uhr losging (wir dementsprechend natürlich um fünf Uhr aufstehen mussten), wollten wir natürlich gar nicht erst schlafen. Und so überredeten uns Anna, Kristina und die anderen Russen zu einem nächtlichen Spaziergang entlang des Ob, wo der Schnee mir zum Verhägnis werden sollte … Klingt dramatischer als es letztendlich war, aber mein Schuhwerk wollte mich einen kleinen Hügel einfach nicht hochbringen. Und so musste ich tatsächlich auf die Hilfe zweier Damen zurückgreifen, die mir hochhalfen (für einen Gentleman wie mich natürlich ein großer Fauxpas).

Zu meiner Verteidigung: man muss wissen, dass die Nowosibirsker durchaus wissen, wie man mit den Schneemassen umgeht. So kehren sie nämlich ständig die Wege und Straßen frei, wodurch sich überall abseits der Wege riesige Schneeklumpen bilden, die bisweilen auch Absperrband erfordern. Um an diesem Abend also eine Münze in die Ob zu werfen – das heißt, man kommt wieder in die Stadt – musste ich einige Schritte abseits des Gehwegs gehen, die mich, und ich übertreibe nich, knietief in den Schnee brachten! Ja, das war alles andere als angenehm, aber was tut man nicht alles für die Völkerverständigung. Und es war ja auch wirklich ein wunderschöner Abend. Ein Abend, der leider mit dem Abschied enden sollte …

Vor dem Hotel hieß es dann nämlich Abeschied nehmen – die Russen von uns, wir von den Russen. Schnell noch Karten und sonstige Hinweise ausgetauscht und versprochen, dass man sich auf jeden Fall wieder sehen wird (zwei Bloggerinnen besuchen mich nächsten Monat schon in Stuttgart), ging es auf zum letzten Gefecht, und zwar an die Hotelbar. Dort warteten nicht nur nette Gesprächspartner (alle Journalisten waren hier mal vereint), sondern auch interessante Themen – Gabriel und ich: "Die Frauen hier sind viel femininer als die deutschen und achten viel mehr auf ihr Äußeres …" Kurz vor fünf dann noch schnell den Koffer packen und auf ging es wieder gen Deutschland. Hach, Russland, Du und Deine Menschen haben es mir wirklich angetan. Bis hoffentlich bald, До свидания!

(es folgt auch noch ein abschließender Bericht und ein Fazit, bis dahin möchte ich auf meine ersten Bilder bei Flickr und die Einträge bei den anderen deutschen und russischen Bloggern aufmerksam machen)


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sibSTANCIJA_09: Tag 2 – Romeo, Julia, Blogger & Bier


Ich Depp könnte mir ja immer noch sonst wo hinbeissen, dass ich mein Notebook zu Hause gelassen habe (das Hotel hatte freies WLAN nahezu überall). Aber was soll's, vielleicht ja auch gar nicht so schlecht, denn so schreibe ich die folgenden Berichte aus einer leicht anderen Perspektive, einer wohl sentimentaleren, denn leider ist es ja schon wieder vorbei, das Ganze …

Doch bevor ich zu einem Schlusswort komme, gibt es ersteinmal so einiges zu erzählen. Über den zweiten Tag beispielsweise, der recht früh begann und mich zum ersten Mal einer russischen Tastatur näher brachte. Nach dem kurzen Besuch im IT-Zentrum ging es dann auch schon wieder weiter gen Pressekonferenz zwecks der Eröffnung des dritten Goethe-Instituts in Russland. Zur PK war einiges an Prominenz geladen, so beispielsweise der Präsident des Goethe-Instituts Prof. Dr. Klaus-Dieter Lehmann, der Deutsche Botschafter in Russland, Dr. Walter Jürgen Schmid und der Gouverneur der Region Nowosibirsk Viktor A. Tolokonskij.

Bei so vielen (wichtigen) Menschen wunderte es dann auch nicht, dass viel (einheimische) Presse dort war und die Reden auch nicht gerade in wenigen Minuten abgeschlossen waren – aber das war auch nicht weiter schlimm, im Gegenteil, denn wann ist man schonmal Teil von so etwas? Und immerhin haben ja auch wir Blogger die Aufgabe, wie das Goethe-Institut selbst, deutsche Kultur in andere Länder zu tragen. Danach ging es dann wieder zurück ins IT-Zentrum, wo wir deutschen und russischen Blogger intern weiter voneinander berichteten und auch lernten. Heute standen wir deutschen Blogger im Fokus des Interesses, da am Tag zuvor ja die Russen von sich erzählten. So begann ich also mit der Vorstellung von Equilibrium, seinen Eigenschaften und meinem Interessenschwerpunkt Film.

Markus Trapp von Text & Blog nahm dann das Zepter in die Hand und entgegnete mir bereits damit, dass er über nahezu alles blogge, was ihn interessiere, auch wenn er dennoch ein festes Thema (hispanistische Themen, Übersetzung, spanischer Film) habe. Hier fand sich also schon eine große Gemeinsamkeit zu den russischen Bloggern, die ebenfalls alles für bloggenswert erachten, was sie auf dem Herzen haben. Markus Beckedahl von netzpolitik.org, zu dem ob seiner Popularität wohl nicht allzu viel gesagt werden muss (auch wenn ich so vieles erzählen könnte, nicht wahr, Markus? …). Die leider viel zu kurze Diskussionsrunde endete schließlich mit einigen weiteren Fragen zu unseren und den Blogs der Russen (Design, Werbung, Zweck), die erörtert wurden.

Am Abend stand dann nämlich das Filmballet Romeo i Dzhulyetta in der Nowosibirsker Oper – die größte in ganz Russland – auf dem Plan, mit großartigem Liveorchester dirigiert von Frank Strobel. Nach diesem einzigartigen Erlebnis ging es dann schließlich weiter auf den Empfang zu Ehren des Goethe-Instituts Nowosibirsk, wo nicht nur ein nettes Buffet auf uns wartete, sondern auch sehr nette GesprächspartnerInnen.

Bevor es gegen ein Uhr morgens dann wieder gen Hotel ging, machten wir aber noch einen Abstecher in einen Supermarkt, wo ich erst einmal fast hinausgeworfen wurde, da ich Bilder vom Bierregal machte (1.5-Liter-PET-Flaschen Bier – bei uns undenkbar!). Da hat so ein kleiner Supermarkt doch tatsächlich eine Security … (noch besser war aber der Passant, der mich fragte, warum ich das fotografierte, der dann nur meinte: "Is there no beer in Germany?")

So ging dann auch der zweite Tag zu Ende, schön war's wieder mal, nur leider auch wieder viel zu kurz. Bilder zu allem genannten (ja, auch zum Bier), dürfte es demnächst bei Flickr geben, wenn ich sie endlich bearbeitet habe und mir endlich mal einen Account dort zugelegt habe. Bis dahin finden sich aber schon einige atemberaubende Bilder der russischen Fotografin und Bloggerin Maja Schelkownikowa.


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sibSTANCIJA_09: Tag 1 – Ankunft & erstes Bloggertreffen


Gruesse aus Russland, oder besser gesagt Nowosibirsk! Nicht wundern, wenn die folgenden Zeilen etwas komisch aussehen moegen oder den ein oder anderen orthografischen Fehler aufweisen, aber bekanntlich hat man in Russland keine romanischen Buchstaben, weshalb sich das Tippen auf der Tastatur hier etwas umstaendlich gestaltet. Also bitte ich um Nachsehen, danke.  Auch bitte ich darum, mir zu verzeihen, wenn der Text sinnlich nicht immer direkt zusammen haengt, aber es war einfach zu viel los in den letzten zwei Tagen, so dass ich einfach hin und wieder etwas springe …

Zum ersten Mal in Russland, und was widerfaehrt mir? Kaum komme ich von Frankfurt in Moskau an, fallen nahezu alle Computer am Flughafen aus, so dass ich meinen Flieger nach Nowosibirsk natuerlich nicht bekomme. Aber halb so wild, denn auch wenn in Russland keiner ausser einigen Jugendlichen Englisch zu sprechen scheint, gelang es mir dennoch einen freundlichen Russen zu ergattern, der mir schliesslich half (zusammen mit ihm) einen Flieger spaeter zu fliegen, wo ich dann gluecklicherweise auch noch mit den beiden anderen beiden Deutschen und Nikita zusammenflog.

Ankunft war dann schliesslich sieben Uhr morgens Ortszeit (fuenf Stunden vor, von Deutschland aus gesehen) – und dementsprechend muede war man, aber es ging ja gleich einige Stunden spaeter weiter. Aber alles halb so wild, denn gleich trafen wir auf die russischen Blogger, die nicht nur Ahnung haben, sondern auch aeusserst nett sind (und groesstenteils) Englisch sprechen. Diskutiert wurde am ersten Tag ueber das politische Bloggen, die Relation zu den grossen Massenmedien und Markus gab seine DB-Memo-Geschichte zum Besten.  Ach ja, und ein Interview fuer das russische Fernsehen durfte ich auch gleich noch geben …

Heute, beziehungsweise jetzt gleich, wird der Fokus wohl auf den deutschen Blogs liegen, die die Russen sehr zu interessieren scheinen ("Was is der deutsche Durchschnittsblogger, was macht er so?"). Spaeter empfaengt uns dann der Leiter des Goethe-Instituts und es geht in die Oper zu Romeo und Julia (die groesste Oper in ganz Russland, ist wirklich schoen, wenn ich wieder da bin oder mehr Zeit habe, gibt es Bilder, keine Angst). Dann melde ich mich auch schon wieder ab, denn das Programm ist sehr umfangreich und das Tippen hier nicht gerade einfach, so frueh am Morgen …


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sibSTANCIJA_09: Wir sehen uns!


Morgen früh ist es so weit, es geht erst nach Frankfurt/Main, dann nach Moskau, wo ich etwas Zeit für die Besichtigung des Roten Platzes haben werde. Anschließend geht es dann weiter nach Nowosibirsk, wo ich wohl erst einmal etwas Schlaf nachholen werde. Warum ich das erzähle? Nur, damit sich niemand wundert, warum hier in den nächsten Tagen nichts los sein wird … Viel zu sehen lesen hingegen dürfte es aber auf den bereits genannten Seiten geben, die ich hier aber nochmals erwähnen möchte, damit ihr auf dem Laufenden bleiben könnt. Wir sehen uns dann Sonntag wieder – und trinkt mir nicht zu viel Wodka!

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