Welcome to Australia: 'Wolf Creek 2' Trailer

Auf den Fantasy Filmfest Nights habe ich ihn leider verpasst (dafür gibt es aber bald eine Besprechung zu Eli Roths The Green Inferno), die Vorfreude ist aber immer noch recht groß. Ich rede natürlich von Wolf Creek 2, das Sequel zum australischen Erfolg von 2005. Es ist wohl noch nicht abzusehen, wann Wolf Creek 2 zu uns in die Kinos kommz, zumal der australische Start auch erst am 20. Februar war. Der Trailer sieht jedenfalls sehr nett aus und macht definitiv Lust auf Mehr.

(Via /Film)


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Gewinnt Blu-rays und Poster zum Horrorstreifen 'American Mary'


Heute erscheint eines der ersten Horror-Highlights 2013 auf Blu-ray und DVD. Die Rede ist von Jen und Sylvia Soskas American Mary, der auch auf den diesjährigen Fantasy Filmfest Nights zu sehen war. Darin geht einer jungen Medizinstudentin das Geld fürs Studium aus, weshalb sie kurzerhand beschließt sich fortan als Chirurgin in der Unterwelt zu verdingen … Nip/Tuck meets Cronenberg meets asiatische Sickos, brachte ich es in meiner Besprechung auf den Punkt. Wer auf frisches Horrorkino mit Gender-Subtext steht, der hat nun die Chance American Mary fürs Heimkino zu gewinnen. Ich verlose in Kooperation mit Universal nämlich zwei Blu-rays und zwei Poster zum Film.

Alles, was Ihr tun müsst, um eines der beiden Pakete gewinnen zu können, ist bis Mittwoch, 03. April, 23.59 Uhr einen Kommentar zu hinterlassen und das Gewinnspiel via Button zu liken. Teilnahmeberechtigt sind alle volljährigen Leser – da der Film ab 18 Jahren freigegeben ist, müssen die Gewinner eine Kopie ihres Ausweises vorzeigen. Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen. Ich wünsche Euch allen viel Glück & ein frohes Osterfest!

Update, 04. April Danke für Eure rege Teilnahme! Random.org hat die beiden Gewinner ermittelt: Paule und Clausy dürfen sich jeweils über eine Blu-ray und ein Poster freuen. Herzlichen Glückwunsch Euch beiden! Allen anderen danke ich fürs Mitmachen!


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Die selbsternannte Halbgöttin in rot: 'American Mary'


Sie gelten als Halbgötter in weiß. Ärzte genießen nicht nur in Deutschland von allen Berufsgruppen das höchste Ansehen, und in der Tat, es ist auch einer der wichtigsten Berufe, die es überhaupt gibt. Arzt zu sein ist für viele weniger ein Beruf als vielmehr eine Berufung. Arzt ist dabei keinesfalls gleich Arzt, denn einige Fachrichtungen genießen einen besseren Ruf als andere – auch unter den Ärzten selbst. Der Chirurg steht dabei dem Selbstverständnis vieler an der Spitze der Ärztezunft. So sieht es auch die junge Medizinstudentin Mary (Katharine Isabelle), die unbedingt Chirurgin werden will, auch wenn sie etwas chaotisch organisiert ist. Dies ist aber auch der Tatsache geschuldet, dass sie ihre Studiengebühren nur mit Müh und Not zusammenkratzen kann. Eines Tages erhält sie einen folgenschweren Anruf: ihr wird kein Kredit mehr gewährt. Um ihr Studium, für das sie sogar ihre kranke Mutter in Osteuropa zurückgelassen hat, doch fortsetzen zu können, braucht sie eine neue Einnahmequelle. Sie heuert in einer Stripbar an – doch deren Besitzer benötigt erstmal Marys medizinische Kenntnisse. Schon bald taucht Mary immer tiefer in ein äußerst dunkle Welt ein, die mit dem Eid des Hippokrates nicht mehr vereinbar ist …

Jen und Sylvia Soska, zwei kanadische Zwillingsschwestern, haben mit ihrem zweiten Spielfilm American Mary ein äußerst dunkles und hartes Stück Horrorkino geschaffen. Wenn man sich ihren Film so ansieht, dann verwundert es einen auch nicht weiter, dass sich die beiden auch gerne 'Twisted Twins' nennen. In American Mary dekonstruieren sie nicht nur das fleckenlose Image der Chirurgen, sondern liefern einen äußerst ergiebigen Beitrag zum Gender-Diskurs im Horrorfilm. Bei den Twisted Twins ist der Beruf des Chirurgen ein von Männern dominierter. Männer, die teure Sportwagen fahren und die Arroganz auf ein völlig neues Level heben. Für sie sind ihre (todkranken) Patienten und deren Angehörige nur Schachfiguren, die bewegt werden müssen. Nach Dienstschluss treffen sie sich in geheimen Clubs und leben ihre Misogynität aus. Das sorgt bereits zu Beginn des Filmes für die eine oder andere Szene, bei der man ungläubig auf die Leinwand starrt, weil es einfach so absurd ist, was man dort gerade gesehen hat. Vom äußerst zynischen Humor der Halbgötter in weiß ganz zu schweigen. An der Männerwelt lassen die Twisted Twins hier weiß Gott kein gutes Haar.

Doch auch die Protagonistin selbst ist eine äußerst ambivalente Figur. Mary erweckt anfangs noch den Eindruck einer jungen Frau, die dem Druck dieser männerdominierten Welt durchaus gewachsen ist. Selbst ihrem Prof kann sie Paroli bieten. Doch auch sie wird immer mehr vom Schönheitswahn zerfressen – nicht durch sich selbst und ihren eigenen Körper, sondern durch die 'Schönheit' ihrer Patienten. American Mary führt uns nämlich in die krasse Welt der 'Body Modification' ein – und damit sind hier nicht etwa Tattoos und Piercings gemeint, sondern chirurgische Eingriffe, die einen Menschen noch einzigartiger machen als er ohnehin schon ist … Die Soska-Schwestern lassen dabei kein Detail aus und führen Charaktere ein, die nicht von ungefähr an äußerst schräge Auftritt aus Nip/Tuck erinnern. Für Mary sind diese Operationen in ihren eigenen vier Wänden irgendwann nicht mehr nur eine Einnahmequelle – das Studium hat sie ohnehin geschmissen -, sondern eine Berufung. Sie fühlt sich ihren Patienten und deren außergewöhnlichen Wünschen verpflichtet. Und auch sie bleibt dabei nicht unverändert, zumindest nicht in ihrem Inneren.

Der Plot selbst muss dabei etwas zurückstecken, so dass einem das Ganze nicht immer ganz kohärent erscheint. Flashbacks, die nicht nötig gewesen wären, werden ausgewalzt, während anderes viel zu sehr im Dunkel bleibt. Doch der Film wirkt ohnehin des Öfteren wie ein Sammelsurium aus WTF!?-Momenten und interessanten Ideen, die sich nicht in eine Rahmenhandlung pressen lassen (wollen). Daher fällt das alles auch nicht wirklich schwer ins Gewicht. American Mary ist nicht nur Psychothriller und Drama mit reichlich sleazigen Momenten und Figuren, sondern vor allem auch Körperhorror. Die Soska-Schwestern haben mit American Mary wie zwei Chirurginnen einen Film mit vielen Horror-Versatzstücken erschaffen, der irgendwo zwischen Cronenberg, Nip/Tuck und asiatischen Sickos einzuordnen ist. Vor allem ist American Mary aber ein äußerst erfrischendes Stück Horrorkino und eines der ersten Highlights im noch jungen Filmjahr. (8.5/10)

'American Mary' wird auf den diesjährigen Fantasy Filmfest Nights zu sehen sein und erscheint am 28. März auf Blu-ray und DVD.


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'The Human Centipede II (Full Sequence)' US Trailer

Kaum ist der australische Teaser Trailer zu Tom Six' The Human Centipede II (Full Sequence) erschienen, taucht auch der erste US-(Teaser-)Trailer auf. Und dieser zeigt im Gegensatz zum australischen Teaser tatsächliches Material aus dem Film. Der Film wird seine Weltpremiere auf dem diesjährigen Fantastic Fest feiern.

(Via Twitch)


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'The Human Centipede II (Full Sequence)' Teaser Trailer

Als The Human Centipede (First Sequence) bei den Fantasy Filmfest Nights im Frühling lief, waren die Reaktionen der Fans ziemlich eindeutig, denn zumindest mein Kinosaal tobte vor Freude. Die niederländische Produktion mit Dieter Laser aka Dr. Heiter ist pure Exploitation, die nicht nur einmal die Grenzen des guten Geschmacks überschreitet. Was bei Fans hervorragend ankam, erfeute Behörden und Zensoren weniger – wohl auch ein Grund dafür, weshalb der Film hierzulande noch immer nicht regulär erschienen ist. Nach dem Erfolg von Tom Six' erstem Teil, fing der schon recht schnell an, die Werbetrommel für den zweiten Teil zu rühren: Abartiger und noch kranker solle The Human Centipede II (Full Sequence) sein, inklusive eines Mannes, der eine Frau mit Stacheldraht um seinen Penis vergewaltigt. Und prompt wurde der Film vor Erscheinen in UK verboten.

Viele Worte, wenige, beziehungsweise keine Bilder gab es bisher. Das hat sich auch mit dem ersten Teaser Trailer zu The Human Centipede II (Full Sequence) nicht geändert, denn der zeigt nicht wirklich Bilder aus dem Film, sondern Reaktionen des (vermeintlichen) Testpublikums – inklusive plakativen Zitaten. Und dennoch: Die Frage am Ende – Has horror gone too far? – ist durchaus berechtigt. Denn was man in der Synsopsis so liest, sieht ganz danach aus, als würden für den Film wirklich gar keine Tabus mehr gelten. Aber die scheint ja A Serbian Film, den ich noch immer nicht gesehen habe, bereits alle gebrochen zu haben. Ich mag solche Trailer jedenfalls, weil ich sie für effektiv halte. Fragt sich nur, wann der Film zu sehen sein wird, denn bisher hat er es nur in Australien durch die Prüfungsinstanzen geschafft.

(Via /Film)


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Furzende, schlecht gelaunte Bären: 'TrollHunter' DVD Review


Fabelwesen haben nicht nur auf Filmemacher schon immer eine gewisse Faszination ausgeübt. Monster erst recht. Was liegt da also näher als einen Monster-Film und einen found-footage-Film zu verwursten – schließlich ist dieses 'Genre' seit Cloverfield am boomen, immer noch, um genau zu sein. Das hat sich wohl auch André Øvredal gedacht, als ihm die Idee zu TrollHunter (Trolljegeren) kam – einem nicht ganz typischen Monsterfilm, der dem norwegischen Fabelwesen auf den Grund gehen will. Das Setting scheint dabei bekannt wie eh und je: Texttafeln informieren uns darüber, dass es sich beim folgenden Material um ungeschnittene Aufnahmen handelt, die nicht bearbeitet wurden und so am Ort des Geschehens gefunden wurde. Was folgt, ist eine Gruppe junger Studenten, die für die Aufnahmen verantwortlich zeichnen und eine kleine Doku über getötete Bären in der norwegischen Provinz drehen. Schnell bemerkt man natürlich, dass das Material bearbeitet ist und sich das Prinzip des found footage einmal mehr selbst ad absurdum führt. Und dennoch lässt man sich wohlwollend auf den Film ein, der recht schnell eine humorvolle Wendung vollzieht.

Spätestens wenn der erste Troll auftaucht, wird deutlich, dass TrollHunter kein gewöhnlicher Film des Genres ist, sondern deutlich mehr Humor besitzt als all die anderen auf blutigen Ernst getrimmten Wackelkamerafilm der letzten Jahre. Das liegt weniger am Erscheinungsbilder der Trolle selbst – die auf alten Zeichnungen basieren sollen -, sondern vielmehr an ihrer Verhaltensweise. Christen haben sie zum fressen gern, sie sehen total ungepflegt aus und verhalten sich auch dementsprechend, sprich furzen und rülpsen. Deutlicher könnte ein Film seinen Hauptdarsteller nicht entmystifizieren. Und genau daher weht auch der frische Wind, den TrollHunter zumindest teilweise versprüht: Statt sein Monster selbstzweckhaft zu stilisieren und zu verklären, sind die Trolle hier reines Gimmick, der Grund weshalb der Film durchaus zum lachen anregt. Zwar gibt es noch den grimmigen Trolljäger Hans (Otto Jespersen), der fast selbst schon als Troll durchgehen würde, aber dieser ist weniger der sprücheklopfende Macho, als vielmehr der stoische Handlanger der norwegischen Regierung, den nichts und niemand aus der Ruhe bringt. Noch nicht einmal der dusselige Beamte, der für die Vertuschung der Trollbeseitigungen verantwortlich ist.

Die Studenten selbst sind dabei wohl noch am ehesten Genre-Abziehbilder, interessieren sie sich doch nur für sich und ihren Film. Die Gefahr oder gar der Tod werden dabei völlig ausgeblendet – und dennoch sind sie viel zu zurückhaltende, als dass sie als Karikaturen oder gar als Mediensatire durchgehen würden. Jedenfalls zieht der Film viele Klischees genüsslich durch den Kakao, ohne dabei auch nur ansatzweise dümmlich oder slapstickhaft zu wirken. Es ist vielmehr auch dem staubtrockenen, nordischen Humor zuzuschreiben, dass TrollHunter so ist, wie er ist. Und am schönsten ist es doch immer noch, wenn man sich und seine Mythen selbst auf den Arm nimmt, nicht? Jedes weitere Film über den Film zu verlieren, wäre allerdings ein großer Fehler, denn die norwegische Produktion gehört definitiv zu den Filmen, von denen man sich überraschen lassen sollte. Deshalb sei nur noch so viel verraten: Die Schlussszene mit Premierminister Jens Stoltenberg (die zudem auch einmal mehr die Lässigkeit der Norweger unter Beweis stellt) rechtfertig die Sichtung des Filmes schon ganz allein. (7.5/10)

Die heute erschienene DVD (Amazon-Partnerlink) verfügt über ein recht gutes Bild, das auch in dunklen Szenen – und das ist es schließlich die meiste Zeit über – noch gut zeigt, was da eigentlich gerade vor sich geht. Der Ton kann ebenfalls beeindrucken, unterstützt er die Trolle doch mit teilweise gigantischen Bassorgien, die den Staub aus den Lautsprechern fegen. An Extras gibt es eine große Auswahl, unter anderem unveröffentlichte Szenen und eine kurze Doku über die visuellen Effekte, die sich durchaus sehen lassen können.


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Kreativpause: 'I Spit on Your Grave'


Man kann das Remake von I Spit on Your Grave in erster Linie natürlich als einen weiteren Eintrag in den Katalog der Remakes und der torture porns sehen. Man kann den Film aber auch aus einer etwas anderen Perspektive betrachten, nämlich aus jener der Darsteller. Natalie Portman wurde erst jüngst mit dem Oscar für ihre Rolle als ekstatische Ballerina bedacht. Zu Recht wohlgemerkt, denn Portman liefert vor allem eine extrem physische Leistung ab. Auch I Spit on Your Grave hat eine außerordentliche weibliche Hauptrolle, ohne die der Film ein völlig anderer wäre. Sarah Butlers Romanautorin Jennifer ist auf ein ebenso psychisches und physisches Spiel ausgelegt wie Portmans Ballerina Nina. Natürlich musste sich Portman Fähigkeiten antrainieren, die Butler nicht brauchte beziehungsweise kaum erlernen hätte können, aber darum geht es auch nicht, das wäre am Ziel vorbeigeschossen. I Spit on Your Grave lebt schlichtweg zu einem Großteil von Sarah Butlers Performance, die viel Überwindung gekostet haben muss. Man muss es sich vor Augen halten: Eine junge Frau wird von vier Männern belästigt und schließlich brutal vergewaltigt. Was für den Zuschauer fast schon unerträglich aussieht, dürfte wohl auch der Darstellerin selbst einiges abverlangt haben. Man stelle sich nur einmal vor, wie hier Regieanweisungen ausgesehen haben mögen – ganz davon abgesehen, dass man sich die halbe Zeit über halbnackt auf dem Set präsentiert.

Sarah Butler spielt sich in I Spit on Your Grave buchstäblich den Arsch ab und dürfte somit zwar immer noch nicht der Academy in Erinnerung bleiben, aber zumindest den Horrorfans. Das gilt nicht nur für Sarah Butlers Jennifer, sondern ein Stück weit auch für den Film selbst. Während Regisseur Steven R. Monroe, der bisher eher im TV zu Hause war, vieles aus dem Original nahezu eins zu eins übernimmt (die Titeleinblendung ist mit dem Original identisch), liefert er allerdings auch eigenständige Ideen. Diese beschränken sich dann aber auch primär auf die Tötungsszenen, denn der Film selbst ist schnell als ein modernes Remake auszumachen. Er bedient sich gängiger Farbschemen, taucht seine Geschichte also in kühle Grautöne, die alles irgendwie verblasst erscheinen lassen. Dies stellt weniger eine Notwendigkeit für die Dramaturgie des Filmes dar, als vielmehr eine übliche Praxis, die wohl nur die Regisseure und Produzenten selbst erklären können (selbiges gilt für die Remakes, die in Orange und Blaugrün getaucht sind und noch deutlich künstlicher wirken). Die Dramaturgie des Filmes passt sich ebenfalls an diese fast-schon-Genrekonvention an: Alles ist hier nur Mittel zum Zweck, die Handlung dient lediglich dazu, den Gewaltspitzen einen Rahmen zu geben. Gegen Ende hin verlässt den Film die Dramaturgie dann nahezu komplett, es wird nur noch ein Versatzstück an das nächste gereiht um dem Zuschauer das zu geben, nach dem er ja ohnehin lechzt.

Dies funktioniert dann auch insofern, als ebenjene Versatzstücke so explizit und kreativ ausfallen, dass man sich ohnehin keine Dramaturgie wünscht, die das alles noch hinauszögern oder gar verändern könnte. Auch mit der Logik nimmt es der Film deshalb natürlich nicht so genau, denn in der Tat, Jennifers Taten bleiben nicht etwa unmotiviert, sondern vielmehr unmöglich. Sie legt plötzlich eine (tödliche) Kreativität an den Tag, die sie vorher nicht hatte, wie den Auszügen aus ihrem neuen Roman deutlich zu entnehmen ist, der eher den Eindruck eines unmotivierten Groschenromans erweckt. Es sind ebendiese Momente, in denen I Spit on Your Grave sein (zugegeben nicht allzu subtiles) psychologisches Spiel offenbart, wenn auch ein ziemlich zynisches. Jennifer muss erst durch Schrecken und Leid, um davon befreit zu werden und schließlich kreativ zu werden. Denn wie sie sich an ihren Peinigern bisweilen rächt, hat man so noch nicht in vielen torture porns zu sehen bekommen. Der interessanteste Aspekt ist dabei – wie schon im Original – die Tatsache, wie Jennifer mit dem behinderten Matthew (ebenfalls sehr eindrucksvoll gespielt: Chad Lindberg) umgeht. Es fällt nicht nur Jennifer schwer, eine Lösung dazu zu finden (auch wenn sie am Ende eine konsequente findet), sondern auch dem Zuschauer, der fast schon Mitleid mit Matthew empfindet. Ganz anders verhält es sich dann allerdings bei der Figur von Sheriff Storch (Andrew Howard), die zwar meist in die Rolle des typischen Rednecks verfällt, den Foltergrad des torture porns aber nicht selten auf ein neues Level hievt.

Obwohl I Spit on Your Grave in erster Linie astreine Exploitation ist, ist er nicht selten auch ein psychologischer Thriller, der moralische Fragen aufwirft, ohne eine zufriedenstellende Antwort zu geben. Vielmehr verliert sich das Remake in einem drastischen Nihilismus, der schmerzt und keinen Hehl daraus macht, welche Schauwerte er zu bieten hat. Dass Anchor Bay den Film in den Staaten als Unrated-Fassung ins Kino gebracht hat, deutet nicht nur von Mut, sondern auch von einer Konsequenz, die im heutigen Horrorkino nicht sehr oft zu finden ist. Auch hierzulande hat es der Film nach mehrmaliger Wiederholung nicht zu einer Kinoauswertung geschafft, und auch die (geschnittene!) DVD/BD wird vorerst nur im Verleih zu finden sein. I Spit on Your Grave darf sich deshalb sicherlich auch zu den fiesesten torture porns der neueren Geschichte zählen. (7/10)


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Fantasy Filmfest Nights #08


Pünktlich zum Wochenende starten sie wieder, die Fantasy Filmfest Nights. In diesem Jahr gibt es bereits zum achten Mal zwei Tage voller Horror, Fantasy und Thriller. Und glücklicherweise hat man die Nights nicht auch umgestellt, so dass Stuttgart wieder ganz vorn mit dabei ist (beim FFF im Sommer sind Stuttgart und München dann wieder ganz hinten). Am 13. und 14. März wollen also wieder ganze zehn Filme gesehen werden, darunter in diesem Jahr nicht nur ein Highlight, sondern gleich mehrere. Allen voran natürlich [Rec] 2, mit dessen Kinoauswertung es im letzten Jahr ja irgendwie doch nicht geklappt hat. Ferner wird auch George A. Romeros Survival of the Dead zu sehen sein, von dem ich nach Diary of the Dead – der vor zwei Jahren lief – aber nicht allzu viel erwarte. Interessanter klingen da schon La horde oder Splice, zwei Filme, auf die Genrefans schon lange warten.

Auch wenn ich kein Animefan bin, so sieht Summer Wars (サマーウォーズ) dennoch ziemlich gut aus; ich bin wirklich gespannt. Die komplette Übersicht über alle zehn Filme und Infos zu den Timetables der Städte findet sich auf der Homepage zum Festival. Besprechungen zu den Filmen – auch als Empfehlung (oder eben nicht) für jene Städte, die nach Stuttgart und München folgen – finden sich dann ab nächster Woche beim Manifest und natürlich auch hier. Das wird ein hartes, aber auch schönes Wochenende.


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Red Band Trailer zu Romeros 'Survival of the Dead'


Als ich vor etwas mehr als einem Jahr den ersten Trailer zu George A. Romeros neuem Film postete, da hatte er noch keinen eindeutigen Titel, vielmehr nannte er sich …of the Dead. Mittlerweile ist bekannt, dass Romeros jüngster Film Survival of the Dead heißt. Heute erschien ein neuer Trailer, ein Red Band (FLV, ordentliche Qualität), der jedoch kaum der Rede wert ist (zumindest ist man deutlich mehr von einem Red Band Trailer gewohnt). Survival of the Dead wird übrigens auf den Fantasy Filmfest Nights in wenigen Wochen zu sehen sein.


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Wenn filmische Fiktion von der Realität eingeholt wird …


Wer nicht gespoilert werden will, der sollte nicht weiterlesen …

Er war ein großer Hit auf den diesjährigen Fantasy Filmfest Nights, der Franzose À l'intérieur. Er handelt von einer schwangeren Frau, die von einer unbekannten Frau gequält wird und die ihr schließlich das Baby aus dem Bauch schneidet. Immer genau dann, wenn man denkt, so etwas gäbe es doch nur im Film und sowieso entstamme die Idee irgendeinem kranken Hirn (hach ja, diese besorgten Eltern und Politiker), wird man, leider, eines besseren belehrt, denn was kann man den Nachrichten heute entnehmen: "Es ist ein grausiges Verbrechen: In einem Park der amerikanischen Stadt Kennewick ist die Leiche einer Schwangeren gefunden worden, der ein ungeborenes Kind aus dem Leib geschnitten wurde. Eine 23-Jährige wurde festgenommen." (SPIEGEL ONLINE)

Da fehlen einem wirklich die Worte. Hinzu kommt noch, dass es wohl nicht lange dauern wird, bis erste Stimmen laut werden, die den Film in Verbindung mit der Tat bringen und ein Verbot des Filmes fordern …


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