'The Human Centipede II (Full Sequence)' US Trailer

Kaum ist der australische Teaser Trailer zu Tom Six' The Human Centipede II (Full Sequence) erschienen, taucht auch der erste US-(Teaser-)Trailer auf. Und dieser zeigt im Gegensatz zum australischen Teaser tatsächliches Material aus dem Film. Der Film wird seine Weltpremiere auf dem diesjährigen Fantastic Fest feiern.

(Via Twitch)


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'The Human Centipede II (Full Sequence)' Teaser Trailer

Als The Human Centipede (First Sequence) bei den Fantasy Filmfest Nights im Frühling lief, waren die Reaktionen der Fans ziemlich eindeutig, denn zumindest mein Kinosaal tobte vor Freude. Die niederländische Produktion mit Dieter Laser aka Dr. Heiter ist pure Exploitation, die nicht nur einmal die Grenzen des guten Geschmacks überschreitet. Was bei Fans hervorragend ankam, erfeute Behörden und Zensoren weniger – wohl auch ein Grund dafür, weshalb der Film hierzulande noch immer nicht regulär erschienen ist. Nach dem Erfolg von Tom Six' erstem Teil, fing der schon recht schnell an, die Werbetrommel für den zweiten Teil zu rühren: Abartiger und noch kranker solle The Human Centipede II (Full Sequence) sein, inklusive eines Mannes, der eine Frau mit Stacheldraht um seinen Penis vergewaltigt. Und prompt wurde der Film vor Erscheinen in UK verboten.

Viele Worte, wenige, beziehungsweise keine Bilder gab es bisher. Das hat sich auch mit dem ersten Teaser Trailer zu The Human Centipede II (Full Sequence) nicht geändert, denn der zeigt nicht wirklich Bilder aus dem Film, sondern Reaktionen des (vermeintlichen) Testpublikums – inklusive plakativen Zitaten. Und dennoch: Die Frage am Ende – Has horror gone too far? – ist durchaus berechtigt. Denn was man in der Synsopsis so liest, sieht ganz danach aus, als würden für den Film wirklich gar keine Tabus mehr gelten. Aber die scheint ja A Serbian Film, den ich noch immer nicht gesehen habe, bereits alle gebrochen zu haben. Ich mag solche Trailer jedenfalls, weil ich sie für effektiv halte. Fragt sich nur, wann der Film zu sehen sein wird, denn bisher hat er es nur in Australien durch die Prüfungsinstanzen geschafft.

(Via /Film)


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Furzende, schlecht gelaunte Bären: 'TrollHunter' DVD Review


Fabelwesen haben nicht nur auf Filmemacher schon immer eine gewisse Faszination ausgeübt. Monster erst recht. Was liegt da also näher als einen Monster-Film und einen found-footage-Film zu verwursten – schließlich ist dieses 'Genre' seit Cloverfield am boomen, immer noch, um genau zu sein. Das hat sich wohl auch André Øvredal gedacht, als ihm die Idee zu TrollHunter (Trolljegeren) kam – einem nicht ganz typischen Monsterfilm, der dem norwegischen Fabelwesen auf den Grund gehen will. Das Setting scheint dabei bekannt wie eh und je: Texttafeln informieren uns darüber, dass es sich beim folgenden Material um ungeschnittene Aufnahmen handelt, die nicht bearbeitet wurden und so am Ort des Geschehens gefunden wurde. Was folgt, ist eine Gruppe junger Studenten, die für die Aufnahmen verantwortlich zeichnen und eine kleine Doku über getötete Bären in der norwegischen Provinz drehen. Schnell bemerkt man natürlich, dass das Material bearbeitet ist und sich das Prinzip des found footage einmal mehr selbst ad absurdum führt. Und dennoch lässt man sich wohlwollend auf den Film ein, der recht schnell eine humorvolle Wendung vollzieht.

Spätestens wenn der erste Troll auftaucht, wird deutlich, dass TrollHunter kein gewöhnlicher Film des Genres ist, sondern deutlich mehr Humor besitzt als all die anderen auf blutigen Ernst getrimmten Wackelkamerafilm der letzten Jahre. Das liegt weniger am Erscheinungsbilder der Trolle selbst – die auf alten Zeichnungen basieren sollen -, sondern vielmehr an ihrer Verhaltensweise. Christen haben sie zum fressen gern, sie sehen total ungepflegt aus und verhalten sich auch dementsprechend, sprich furzen und rülpsen. Deutlicher könnte ein Film seinen Hauptdarsteller nicht entmystifizieren. Und genau daher weht auch der frische Wind, den TrollHunter zumindest teilweise versprüht: Statt sein Monster selbstzweckhaft zu stilisieren und zu verklären, sind die Trolle hier reines Gimmick, der Grund weshalb der Film durchaus zum lachen anregt. Zwar gibt es noch den grimmigen Trolljäger Hans (Otto Jespersen), der fast selbst schon als Troll durchgehen würde, aber dieser ist weniger der sprücheklopfende Macho, als vielmehr der stoische Handlanger der norwegischen Regierung, den nichts und niemand aus der Ruhe bringt. Noch nicht einmal der dusselige Beamte, der für die Vertuschung der Trollbeseitigungen verantwortlich ist.

Die Studenten selbst sind dabei wohl noch am ehesten Genre-Abziehbilder, interessieren sie sich doch nur für sich und ihren Film. Die Gefahr oder gar der Tod werden dabei völlig ausgeblendet – und dennoch sind sie viel zu zurückhaltende, als dass sie als Karikaturen oder gar als Mediensatire durchgehen würden. Jedenfalls zieht der Film viele Klischees genüsslich durch den Kakao, ohne dabei auch nur ansatzweise dümmlich oder slapstickhaft zu wirken. Es ist vielmehr auch dem staubtrockenen, nordischen Humor zuzuschreiben, dass TrollHunter so ist, wie er ist. Und am schönsten ist es doch immer noch, wenn man sich und seine Mythen selbst auf den Arm nimmt, nicht? Jedes weitere Film über den Film zu verlieren, wäre allerdings ein großer Fehler, denn die norwegische Produktion gehört definitiv zu den Filmen, von denen man sich überraschen lassen sollte. Deshalb sei nur noch so viel verraten: Die Schlussszene mit Premierminister Jens Stoltenberg (die zudem auch einmal mehr die Lässigkeit der Norweger unter Beweis stellt) rechtfertig die Sichtung des Filmes schon ganz allein. (7.5/10)

Die heute erschienene DVD (Amazon-Partnerlink) verfügt über ein recht gutes Bild, das auch in dunklen Szenen – und das ist es schließlich die meiste Zeit über – noch gut zeigt, was da eigentlich gerade vor sich geht. Der Ton kann ebenfalls beeindrucken, unterstützt er die Trolle doch mit teilweise gigantischen Bassorgien, die den Staub aus den Lautsprechern fegen. An Extras gibt es eine große Auswahl, unter anderem unveröffentlichte Szenen und eine kurze Doku über die visuellen Effekte, die sich durchaus sehen lassen können.


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Kreativpause: 'I Spit on Your Grave'


Man kann das Remake von I Spit on Your Grave in erster Linie natürlich als einen weiteren Eintrag in den Katalog der Remakes und der torture porns sehen. Man kann den Film aber auch aus einer etwas anderen Perspektive betrachten, nämlich aus jener der Darsteller. Natalie Portman wurde erst jüngst mit dem Oscar für ihre Rolle als ekstatische Ballerina bedacht. Zu Recht wohlgemerkt, denn Portman liefert vor allem eine extrem physische Leistung ab. Auch I Spit on Your Grave hat eine außerordentliche weibliche Hauptrolle, ohne die der Film ein völlig anderer wäre. Sarah Butlers Romanautorin Jennifer ist auf ein ebenso psychisches und physisches Spiel ausgelegt wie Portmans Ballerina Nina. Natürlich musste sich Portman Fähigkeiten antrainieren, die Butler nicht brauchte beziehungsweise kaum erlernen hätte können, aber darum geht es auch nicht, das wäre am Ziel vorbeigeschossen. I Spit on Your Grave lebt schlichtweg zu einem Großteil von Sarah Butlers Performance, die viel Überwindung gekostet haben muss. Man muss es sich vor Augen halten: Eine junge Frau wird von vier Männern belästigt und schließlich brutal vergewaltigt. Was für den Zuschauer fast schon unerträglich aussieht, dürfte wohl auch der Darstellerin selbst einiges abverlangt haben. Man stelle sich nur einmal vor, wie hier Regieanweisungen ausgesehen haben mögen – ganz davon abgesehen, dass man sich die halbe Zeit über halbnackt auf dem Set präsentiert.

Sarah Butler spielt sich in I Spit on Your Grave buchstäblich den Arsch ab und dürfte somit zwar immer noch nicht der Academy in Erinnerung bleiben, aber zumindest den Horrorfans. Das gilt nicht nur für Sarah Butlers Jennifer, sondern ein Stück weit auch für den Film selbst. Während Regisseur Steven R. Monroe, der bisher eher im TV zu Hause war, vieles aus dem Original nahezu eins zu eins übernimmt (die Titeleinblendung ist mit dem Original identisch), liefert er allerdings auch eigenständige Ideen. Diese beschränken sich dann aber auch primär auf die Tötungsszenen, denn der Film selbst ist schnell als ein modernes Remake auszumachen. Er bedient sich gängiger Farbschemen, taucht seine Geschichte also in kühle Grautöne, die alles irgendwie verblasst erscheinen lassen. Dies stellt weniger eine Notwendigkeit für die Dramaturgie des Filmes dar, als vielmehr eine übliche Praxis, die wohl nur die Regisseure und Produzenten selbst erklären können (selbiges gilt für die Remakes, die in Orange und Blaugrün getaucht sind und noch deutlich künstlicher wirken). Die Dramaturgie des Filmes passt sich ebenfalls an diese fast-schon-Genrekonvention an: Alles ist hier nur Mittel zum Zweck, die Handlung dient lediglich dazu, den Gewaltspitzen einen Rahmen zu geben. Gegen Ende hin verlässt den Film die Dramaturgie dann nahezu komplett, es wird nur noch ein Versatzstück an das nächste gereiht um dem Zuschauer das zu geben, nach dem er ja ohnehin lechzt.

Dies funktioniert dann auch insofern, als ebenjene Versatzstücke so explizit und kreativ ausfallen, dass man sich ohnehin keine Dramaturgie wünscht, die das alles noch hinauszögern oder gar verändern könnte. Auch mit der Logik nimmt es der Film deshalb natürlich nicht so genau, denn in der Tat, Jennifers Taten bleiben nicht etwa unmotiviert, sondern vielmehr unmöglich. Sie legt plötzlich eine (tödliche) Kreativität an den Tag, die sie vorher nicht hatte, wie den Auszügen aus ihrem neuen Roman deutlich zu entnehmen ist, der eher den Eindruck eines unmotivierten Groschenromans erweckt. Es sind ebendiese Momente, in denen I Spit on Your Grave sein (zugegeben nicht allzu subtiles) psychologisches Spiel offenbart, wenn auch ein ziemlich zynisches. Jennifer muss erst durch Schrecken und Leid, um davon befreit zu werden und schließlich kreativ zu werden. Denn wie sie sich an ihren Peinigern bisweilen rächt, hat man so noch nicht in vielen torture porns zu sehen bekommen. Der interessanteste Aspekt ist dabei – wie schon im Original – die Tatsache, wie Jennifer mit dem behinderten Matthew (ebenfalls sehr eindrucksvoll gespielt: Chad Lindberg) umgeht. Es fällt nicht nur Jennifer schwer, eine Lösung dazu zu finden (auch wenn sie am Ende eine konsequente findet), sondern auch dem Zuschauer, der fast schon Mitleid mit Matthew empfindet. Ganz anders verhält es sich dann allerdings bei der Figur von Sheriff Storch (Andrew Howard), die zwar meist in die Rolle des typischen Rednecks verfällt, den Foltergrad des torture porns aber nicht selten auf ein neues Level hievt.

Obwohl I Spit on Your Grave in erster Linie astreine Exploitation ist, ist er nicht selten auch ein psychologischer Thriller, der moralische Fragen aufwirft, ohne eine zufriedenstellende Antwort zu geben. Vielmehr verliert sich das Remake in einem drastischen Nihilismus, der schmerzt und keinen Hehl daraus macht, welche Schauwerte er zu bieten hat. Dass Anchor Bay den Film in den Staaten als Unrated-Fassung ins Kino gebracht hat, deutet nicht nur von Mut, sondern auch von einer Konsequenz, die im heutigen Horrorkino nicht sehr oft zu finden ist. Auch hierzulande hat es der Film nach mehrmaliger Wiederholung nicht zu einer Kinoauswertung geschafft, und auch die (geschnittene!) DVD/BD wird vorerst nur im Verleih zu finden sein. I Spit on Your Grave darf sich deshalb sicherlich auch zu den fiesesten torture porns der neueren Geschichte zählen. (7/10)


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Fantasy Filmfest Nights #08


Pünktlich zum Wochenende starten sie wieder, die Fantasy Filmfest Nights. In diesem Jahr gibt es bereits zum achten Mal zwei Tage voller Horror, Fantasy und Thriller. Und glücklicherweise hat man die Nights nicht auch umgestellt, so dass Stuttgart wieder ganz vorn mit dabei ist (beim FFF im Sommer sind Stuttgart und München dann wieder ganz hinten). Am 13. und 14. März wollen also wieder ganze zehn Filme gesehen werden, darunter in diesem Jahr nicht nur ein Highlight, sondern gleich mehrere. Allen voran natürlich [Rec] 2, mit dessen Kinoauswertung es im letzten Jahr ja irgendwie doch nicht geklappt hat. Ferner wird auch George A. Romeros Survival of the Dead zu sehen sein, von dem ich nach Diary of the Dead – der vor zwei Jahren lief – aber nicht allzu viel erwarte. Interessanter klingen da schon La horde oder Splice, zwei Filme, auf die Genrefans schon lange warten.

Auch wenn ich kein Animefan bin, so sieht Summer Wars (サマーウォーズ) dennoch ziemlich gut aus; ich bin wirklich gespannt. Die komplette Übersicht über alle zehn Filme und Infos zu den Timetables der Städte findet sich auf der Homepage zum Festival. Besprechungen zu den Filmen – auch als Empfehlung (oder eben nicht) für jene Städte, die nach Stuttgart und München folgen – finden sich dann ab nächster Woche beim Manifest und natürlich auch hier. Das wird ein hartes, aber auch schönes Wochenende.


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Red Band Trailer zu Romeros 'Survival of the Dead'


Als ich vor etwas mehr als einem Jahr den ersten Trailer zu George A. Romeros neuem Film postete, da hatte er noch keinen eindeutigen Titel, vielmehr nannte er sich …of the Dead. Mittlerweile ist bekannt, dass Romeros jüngster Film Survival of the Dead heißt. Heute erschien ein neuer Trailer, ein Red Band (FLV, ordentliche Qualität), der jedoch kaum der Rede wert ist (zumindest ist man deutlich mehr von einem Red Band Trailer gewohnt). Survival of the Dead wird übrigens auf den Fantasy Filmfest Nights in wenigen Wochen zu sehen sein.


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Wenn filmische Fiktion von der Realität eingeholt wird …


Wer nicht gespoilert werden will, der sollte nicht weiterlesen …

Er war ein großer Hit auf den diesjährigen Fantasy Filmfest Nights, der Franzose À l'intérieur. Er handelt von einer schwangeren Frau, die von einer unbekannten Frau gequält wird und die ihr schließlich das Baby aus dem Bauch schneidet. Immer genau dann, wenn man denkt, so etwas gäbe es doch nur im Film und sowieso entstamme die Idee irgendeinem kranken Hirn (hach ja, diese besorgten Eltern und Politiker), wird man, leider, eines besseren belehrt, denn was kann man den Nachrichten heute entnehmen: "Es ist ein grausiges Verbrechen: In einem Park der amerikanischen Stadt Kennewick ist die Leiche einer Schwangeren gefunden worden, der ein ungeborenes Kind aus dem Leib geschnitten wurde. Eine 23-Jährige wurde festgenommen." (SPIEGEL ONLINE)

Da fehlen einem wirklich die Worte. Hinzu kommt noch, dass es wohl nicht lange dauern wird, bis erste Stimmen laut werden, die den Film in Verbindung mit der Tat bringen und ein Verbot des Filmes fordern …


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'Frontière(s)' in Frankreich auf Blu-ray


Ein Mal die französische Schlachtplatte in HD, bitte! Kein Problem, denn bereits Ende nächsten Monats, genauer gesagt am 30.07., erscheint in Frankreich die Blu-ray zu Xavier Gens white-trash-backwood-Slasher Frontière(s), den ich ja bereits auf den FFF Nights begutachten durfte. Angaben zu etwaigen englischen Untertiteln – die bei französischen VÖs jedoch recht rar gesät sind, zumindest bei DVDs – gibt es bisher aber noch nicht, respektive macht Amazon.fr noch keine Angaben dazu. Auch bei den Narren ist man sich nocht nicht ganz sicher …


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Fantasy Filmfest Nights: Die metallische Penetration des Fleisches

À l’intérieur
(Alexandre Bustillo, Julien Maury, Frankreich 2007)
Kino

Alexandre Ajas Haute tension hat anno 2003 die Messlatte nicht nur für den französischen Horrorfilm ziemlich hochgelegt. Ganze vier Jahre später scheint endlich ein würdiger 'Nachfolger' am Horrorhorizont angekommen zu sein, der im Vorfeld unzählige Lorbeeren sammelte. So sehen es zumindest die Fans, denn rein plotteschnisch haben die beiden Filme nahezu nichts gemeinsam. Woher kommt dieser Vergleich mit Ajas Film dann? Parallelen finden sich ganz einfach, allen voran die Gewaltausbrüche, die in Inside, so der internationale Titel, nicht weniger grafisch sind als in Haute tension. Zum anderen ist es das Sounddesign beziehungsweise der Soundtrack, der in gewisser Hinsicht ebenfalls recht explizit ist. Es ist kein gewöhnlicher Soundtrack, der Inside auszeichnet und atmosphärisch ungemein bereichert, es ist vielmehr eine Geräuschkulisse, die wie ein stumpfes Stück Kreide direkt an den Nerven des Zuschauers zerrt. Inside begeistert deshalb auch nicht etwa wegen seines ausgefeilten Plots, nein, ganz bestimmt nicht, seinen Fokus legt der Film nämlich ganz klar auf das Audiovisuelle, das sämtliche Schwächen nahezu völlig ausmerzt.

Eine schwangere Frau (Alysson Paradis) verliert bei einem Unfall ihren Ehemann, lebt fortan allein im riesigen Haus und bekommt eines Nachts unheimlichen Besuch von einer fremden Frau. Was die gute im Schilde führt, ist bereits ab dem Zeitpunkt offensichtlich, als man erfährt, dass es sich um einen weiblichen Killer handelt. Die Vorhersehbarkeit schadet dem Film aber auch nicht weiter, im Gegenteil. Die Fronten sind geklärt, auf etwaige Plottwists oder sonstige Nebenschauplätze muss man sich nicht einstellen. Hier ist Inside zutiefst ehrlich, gaukelt er dem Zuschauer doch überhaupt nichts vor, sondern macht schnell klar, was er eigentlich will. Das hier ist nämlich keinesfalls subtiler Horror, wie man ihn bisweilen noch in Haute tension geboten bekam, sondern eine Plattform, innocent bystanders in der explizitesten Form, die möglich ist, zu meucheln. Da werden dann auch Scheren in Hände gestochen, Schädel halb weggeschossen, Kehlen aufgeschlitzt und sonstige Massaker angezettelt, die den roten Lebenssaft so richtig schön zur Geltung kommen lassen. Wenn die Story schon nicht stimmt und man nicht mitdenken muss, will man wenigstens unterhalten werden.

So wundert es auch nicht, dass der ganze Spaß keine vollen 80 Minuten dauert, denn was hätte noch groß passieren sollen? Die Handlungen der Protagonisten sind sowieso alles andere als rational – besonders jene der Polizisten -, wie soll man da bitteschön noch mehr Figuren einfügen? Und sind wir mal ehrlich, ein halbes Dutzend Polizisten, Verleger und Mütter, die der schwarzen Witwe (Béatrice Dalle) zum Opfer fallen, genügen dann ja auch, oder? Nach 80 Minuten Gemetzel deluxe und einem final kill, der keinerlei Wünsche offen lassen dürfte, ist dann nämlich auch der letzte gorehound mit einem breiten Grinsen im Gesicht im Sessel vorzufinden – und genau das ist auch das Ziel eines Inside, keine Frage. Zu keiner Sekunde scheint er sich ernst zu nehmen, auch wenn so etwas wie der Sidekick oder ein comic relief fehlt. Und dennoch ist Inside kein reines Spaßvehikel. Der Film ist von einer dunklen Grundstimmung geprägt, weshalb auch die tristen Farben der Nacht dominieren. Sarah ist schwanger – so arrogant (reich) und recht gleichgültig ihre Figur deshalb auch sein mag -, hat viel zu verarbeiten, und bereits Frontière(s) hat das Motiv der Schwangeren aufgegriffen, um daraus eine politische Botschaft zu machen. So unterhaltsam das Ganze auch sein mag, manchmal fällt es dann doch schwer, hinzusehen. (7/10)

Erscheint bei X-RATED


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Fantasy Filmfest Nights: Embedded Journalism

[Rec]
(Jaume Balagueró, Paco Plaza, Spanien 2007)
Kino

Dass der Einsatz einer Handkamera und der Nicht-Einsatz von Farbfiltern Realismus im Film schafft, hat spätestens Cloverfield eindrucksvoll gezeigt. Natürlich ist auch dieser alles andere als realitätsnah, aber lässt man die Story um das Monster, das Manhattan invasiert, einmal weg, dann ist das Geschehen, dem man folgt zumindest formal um einiges realer als ein Film aus der Feder Michael Bays oder Tony Scotts, die mit Farbfiltern und Konsorten ja nur so um sich schmeißen. George A. Romero zeigte es mit Diary of the Dead ebenfalls, was man mit einer 'Wackelkamera', einer (nahezu) ungefilterten Optik und Toneffekten alles erreichen kann – doch auch hier sei die Qualität des Filmes im Gesamten mal außen vorgelassen. Nun steht mit dem spanischen Horror [Rec] der nächste Film der 'YouTube-Generation' auf dem Plan, die immer und überall draufhält, egal was für ein Nonsens letztendlich dabei herauskommt. Doch was bei [Rec] herauskommt ist glücklicherweise alles andere als Nonsens, auch wenn der Plot, der mit einer Zombieseuche versehen ist, den Realitätsrahmen einmal mehr sprengt.

Alles beginnt harmlos. Der Film eröffnet als Reportage, wie man sie heute ja regelmäßig im Fernsehen zu sehen bekommt. Die Sendung, deren charmante Moderatorin Ángela (Manuela Velasco) stets alles im Griff zu haben scheint, scheint die üblichen Klischees zu bedienen, vordergründig auf investigativen Journalismus machend, aber hintenrum nur die Quoten im Kopf. Schnell scheint man vom Geschehen angewidert, denn wen interessiert denn bitteschön ein Feuerweheinsatz, der zur Aufgabe hat, ein Kätzchen vom Baum zu retten? Doch es kommt anders, Ángela wünscht es sich eigentlich nicht (oder eben doch), aber die Truppe wird zu einem Wohnblock gerufen, indem sich eine Frau verschanzt haben soll, die zudem noch geistig verwirrt zu sein scheint. Man muss kein Genrekenner sein, um zu ahnen, was es mit dieser Frau auf sich hat. Keine 15 Minuten vergehen, da kommt er auch schon, der erste große Schock. Während die Kamera Ángelas draufhält und wird mittendrin statt nur dabei sind, greift die zum Zombie mutierte Frau einen Polizisten an – was gewöhnlich klingt wird durch die aggressive Musik und die nicht weniger aggressive Kamera zur Zerreißprobe. Danach bekommt der Zuschauer erst einmal eine Verschnaufpause, die er auch bitter nötig hat.

Man will es nicht glauben, was man da gerade gesehen hat. Längst sieht man nicht mehr nur einen Film, sondern 'reale' Aufnahmen, die quasi live übertragen werden – die Quoten werden ja schließlich in die Höhe schlagen. Langsam aber sicher macht sich Unmut bei den Bewohnern breit, was geht da vor sich, warum stehen sie unter Quarantäne? Auch dem Kinozuschauer wird kein Blick nach draußen gewährt, er ist eingeschlossen, zusammen mit den Hausbewohnern, Ángela und ihrem Kameramann. Auch für mich als Zuschauer gibt es somit keine Fluchtmöglichkeit, auch welche Ursache respektive welchen Ursprung dieses vermeintliche Virus hat, entzieht sich meiner Kenntnis. Ich bleibe stets auf dem gleichen Informationsstand wie die Protagonistin. Ebendiese Situation ist es, die der Atmosphäre und Spannung des Filmes so zuträglich ist, die sie bisweilen ins unermessliche ansteigen lässt. [Rec] weiß genau, was er tun muss, um uns in den Sessel zu drücken und die Nägel kauen zu lassen. Ist die erste 'Angriffswelle' erst einmal vorbei, dauert es nicht lange, bis erneut das Adrenalin ausgestoßen wird. Ángela wird von der Boulevardjournalistin kurzerhand zur Kriegsreporterin, die an vorderster Front berichtet, stets dem Kreuzfeuer ausgesetzt ist und dennoch stets den Drang verspürt, vom Krieg berichten zu müssen.

Mit [Rec] fanden die diesjährigen Fantasy Filmfest Nights definitiv ihren Höhepunkt. Wäre Cloverfield nicht gewesen, [Rec] hätte noch ein Stück weit intensiver gewirkt. Selten war es einem Film so zuträglich, wenn man außer dem Teaser Trailer nichts vom Film wusste, selten war man dem Geschehen näher. Setzen die meisten Filme des Horrorgenres auf harte Klänge während den 'Actionszenen', so setzt [Rec] zwar ebenfalls auf diese, aber in einer Form, die schmerzlicher und gleichzeitig aber auch zuträglicher nicht sein könnte. Natürlich hat Balagueró und Plazas Film auch Schwachstellen, allen voran die Moral, die dem Zuschauer nicht oft genug vor die Nase gehalten werden kann. Aber selbst solch ein 'Plottwist' wie jener am Schluss des Filmes – so weit hergeholt oder dumm er auch sein mag -, kann da die Nerven noch weiter spannen. Man ist nach den 85 Minuten, die der Film geht, wirklich fertig mit der Welt. Das Genre muss aufpassen, dass es diesen Stil, der noch ganz jung zu sein scheint, nicht überkonsumiert, denn das wäre der größte Fehler. [Rec] ist eine kleine Horrorperle, die man noch lange zu schätzen weiß und die noch lange nachwirkt. Da schmerzt er richtig zu hören, dass das amerikanische Remake bereits in den Startlöchern steckt.

Ferner ist er ein Musterbeispiel dafür, wie man den Zuschauer dramaturgisch in einen Film einbindet, Spannung aufbaut und dann die Katharsis folgen lässt. Schön, dass es für so etwas keines Millionenbudgets bedarf, das auf Effekthascherei statt auf ausgewogenen und gut getimten Horror setzt. Hier kann sich nicht nur Romeros Diary of the Dead eine Scheibe abschneiden. (8.5/10)


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