'Zvlcrg' holt den 2. Platz beim 1. Smartphone Filmfestival

Einige von Euch haben es schon via Twitter mitbekommen: Letzten Samstag fand in Böblingen das 1. Smartphone Filmfestival statt. Aus über 25 Beiträgen, die ausschließlich mit dem Smartphone gedreht werden mussten und höchstens zwei Minuten lang sein durften, konnte unser Film Zvlcrg den 2. Platz belegen. Das hat uns natürlich alle ziemlich erfreut, denn Axel und Volker Ganz, Christian Ländner, Deborah Klengel, Michael und Julia Leinich sowie meine Wenigkeit, haben durchus Arbeit in das Projekt gesteckt. Alles fing mit einem mehrstündigen Brainstorming an, bei dem wir das ursprüngliche Drehbuch komplett erneuerten und endete in einem langen Drehtag auf dem Flugfeld Böblingen/Sindelfingen. Es war ein sehr unangenehmer Drehtag, denn es war nicht nur sehr kalt und windig, nein, gegen später sollte es dann auch noch schneien. Aber das Projekt musste fertig werden, da es nur noch eine Woche bis zum Abgabetermin war – und die Post-Production will ja auch noch gemacht werden.

Die Hauptsache ist aber: Wir hatten jede Menge Spaß dabei, das Projekt umzusetzen und den Film auf die Beine zu stellen. Und wie jeder weiß, wird gute Arbeit belohnt, wie auch in unserem Falle. Da die anderen beiden Siegerfilme aus München und Venezuela kamen, waren wir eines der wenigen Filmteams, das zur Preisverleihung vor Ort war. Und so dürfte es nicht weiter verwundern, dass sich die Presse sogleich auf uns stürzte: Alle waren sie gekommen, die Stuttgarter Zeitung, die Sindelfinger Zeitung und die Kreiszeitung Böblinger Bote. Ein wirklich schönes 1. Smartphone Filmfestival also, auch wenn es im nächsten Jahr hoffentlich noch einige Gäste mehr werden. Wir werden im nächsten Jahr aller Voraussicht nach wieder mit von der Partie sein. Vielleicht schließt sich der eine oder andere von Euch ja an und reicht ebenfalls einen Film ein.


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Viennale 2012: Servus, Wien!


Da war er dann auch schon, mein letzter Tag im wunderschönen Wien. Nachdem ich etwas länger geschlafen habe (ich war ja wie gesagt erst um 6 Uhr im Bett), wollte ich den Tag komplett der Stadt widmen, denn mein Flug ging erst um 20.55 Uhr, so dass ich noch genug Zeit hatte, einen auf Touri zu machen. So verschlug es mich also noch einmal zum Stephansdom, den ich dieses Mal auch von innen betrachtete (mein Gott wäre ich gern da drin, wenn sie am 04. Dezember Mozarts Requiem spielen!). Weiter ging die Reise zur Oper, zum Burggarten und schließlich auch noch zum Prater, der gegen halb drei aber erst aufzumachen schien, denn der Ansturm hielt sich noch sehr stark in Grenzen. Gefahren bin ich nichts, aber es gab schon einige Stände, die wirklich pervers aussahen, wenn ich das mal so sagen darf – da hätte ich es mir wirklich zwei Mal überlegt, ob ich das wirlklich mitmachen will und eine Karte löse. Vom Prater ging es dann wieder zurück in Richtung Ring, wo ich einen Blick auf das wunderschöne österreichische Parlament warf. Dank der Infotafeln gab es dann auch noch etwas Geschichtsunterricht.

Gegen 17 Uhr verschlug es mich dann noch einmal ins Café Prückel, in das ich am Mittwoch schon mit @sibab wollte, das aber leider restlos besetzt war. Dieses Mal hatte ich Glück und bestellte einen Apfelstrudel mit Latte Macchiato Kaffee Latte, was vorzüglich mundete. Danach ging es dann zurück ins Hotel, wo mein Gepäck auf mich wartete und ich schon bald zurück zum Flughafen gefahren wurde. Ja, es waren leider nur drei Tage, aber es waren wirklich drei fantastische Tage. Ich habe nicht nur eine wundervolle Stadt kennengelernt, in die ich so schnell wie möglich wieder zurückkehren möchte, sondern auch eine sehr nette Umwelt und tolle Menschen! Und das erste Mal Viennale war sowieso großartig, auch wenn ich nicht mehr allzu viel vom eigentlichen Betrieb mitbekommen habe. Als ich in der S-Bahn zurück vom Flughafen Stuttgart saß, wurde mir schnell bewusst, wie sehr ich Wien doch vermisse – ich kam nicht drum herum, darauf Folgendes zu twittern: 'Sitze gerade in der S-Bahn und frage mich, ob wir Schwäbisch nicht gegen Wienerisch tauschen können.'

Ich hatte also wirklich tolle drei Tage als Viennale-Blogger von Silhouette, für die ich mich natürlich auch bei Silhouette und der Viennale selbst bedanken möchte. Namentlich bei Petra, Mariam, Carina, Kathrin, Birgit und meinen beiden Fahrern. Und natürlich bei allen, die das Festival erst möglich gemacht haben. Mir wurde wirklich jeder Wunsch von den Lippen abgelesen und alle haben sich wunderbar um mich gekümmert. Wie sagte schon einer Eurer Landsmänner, liebe Österreicher: "Ich komme wieder!" Tschüss und Servus, Wien!

Bild: © Viennale


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Viennale 2012: Prätention, Preise und Party


Mittwoch, es ist der letzte Tag der Viennale, die heuer – auch so ein Lieblingswort der Österreicher – zum 50. Mal stattfand und am Abend mit Leonardo di Constanzos L'Intervallo enden sollte. Doch bis es so weit war, hatte ich erst einmal mit dem Aufstehen zu kämpfen, denn dank US-Wahl und dem frühen Hinflug am Dienstagmorgen hatte ich nicht gerade super viel Schlaf. Aber wer schon mal auf einem Filmfestival war, der weiß, dass der Schlaf meist eh nur sekundär ist. Man will ja schließlich Filme sehen und etwas vom Festivalbetrieb mitbekommen – und wie in meinem Falle auch noch etwas von der Stadt selbst. Alles aber halb so wild, denn nachdem ich gut gefrühstückt hatte und mein 'Problem' sich von selbst gelöst hatte (ich dachte, ich hätte zwei meiner Einstecktücher verloren), habe ich mich erst einmal auf einen Strudel und eine Melange mit der bezaubernden @sibab getroffen, mit der ich über Wien, seine Bewohner und deren tollen Dialekt gesprochen habe. Und eben über Gott und die Welt. Während ich meine Melange schlüfte, wurde der Gewinner des Silhouette Instawalk zu Fernando Meirelles 360 bekannt gegeben. Ein wirklich sehr schönes Foto, wie ich finde.

Danach ging es dann weiter ins Künstlerhaus-Kino, das sich in der Nähe der Oper befindet und von außen recht unscheinbar ist. Im Saal angekommen, erwartet einen dann aber eines der schönsten Kinos, die ich je gesehen habe. In den Stuck und die Wandmalereien verliebt man sich sofort. Der Saal war bis auf den letzten Platz gefüllt, u.a. auch mit vielen Schülern, was angesichts des Films aber nicht verwunderte, denn es lief schließlich Kenneth Lonergans Margaret. Ein 150-Minuten-Ungetüm mit einer langen Release-Geschichte und einem überraschend hochkarätigen Cast, der – das muss ich leider so deutlich sagen – mit das Schlechteste war, was ich in den letzten Jahren gesehen habe! Lonergans Margaret ist ein clusterfuck, wie er im Buche steht. Nichts will hier zusammen passen, nichts ergibt Sinn, nichts scheint auch nur ansatzweise interessant. Ich wusste es schon, als die Credits über die Leinwand flimmerten, dass es sich hier um pure Prätention handelt und mir das Ganze wohl nicht ganz zusagen würde. Je länger ich mir das Ganze jedoch antat, desto schlimmer wurde es. Wirklich, Margaret ist untragbar und ein riesiger Aufreger – und sollte am Abend dennoch den FIPRESCI-Preis gewinnen (sollte ich jetzt aus dem VdFk austreten?). Die Begründung ("masterpiece", "zeitgeist", "post 9/11") dafür kam fast schon einem Schlag in mein Gesicht gleich!

Nach diesen 150 Minuten Folter machte ich mich schnell auf den Weg zurück ins Hotel, denn um 19.30 Uhr gab es ja dann auch schon die Abschlussgala mit 20 Little Films und L'Intervallo. Doch bevor es mit den 19 kurzen Trailern zur Viennale losging, gab es zuerst eine Reihe von Preisen. Neben dem FIPRESCI-Preis waren das der Wiener Filmpreis, der Mehrwert-Filmpreis Erste Bank und der Viennale-Publikumspreis des Standard. An wen der Preis der FIPRESCI ging, will ich nicht noch einmal wiederholen, der Wiener Filmpreis ging an Michael Hanekes Amour (welch eine Überraschung). Leider war fast keiner der Preisträger mehr anwesend, was dann auch recht schnell zum Running-Gag des Abends wurde. Das ist aber wohl auch einer der größten Unterschied zur Berlinale – ja, ich höre ja schon auf mit den Vergleichen -, denn auf der Viennale ist alles einige Nummern kleiner und familiärer – keine allzu große Stardichte und Selbstbeweihräucherung, stattdessen feiert man die Viennale als Festival für die kulturinteressierten Besucher, die zwei Wochen lang in den Genuss von einheimischen und internationalen Produktionen kommen konnten.

Das ist einerseits toll und sehr begrüßenswert, andererseits aber auch etwas – und man verzeihe mir den Ausdruck – verschlafen. Das Prublikum im Saal war ungeduldig, wollte endlich die Filme sehen und war irgendwann auch nicht mehr so in wirklich in Klatschlaune. Ich weiß es nicht genau. Dann ging es mit 20 Little Films endlich los, mit Filmen von David Lynch, Jean-Luc Godard, Apichatpong Weerasethakul und anderen internationalen Filmemachern. Es gab keinerlei Vorgaben, wie Festival-Direktor Hans Hurch (der österreichische Dieter Kosslick) betonte – und das sieht man auch. Es war viel Mist dabei, aber auch einige wirklich originelle, schöne Filme. Die Sammlung an Kurzfilmen hat es jedenfalls auch ins MoMA geschafft. Nach einem kurzen Interview mit Leonardo di Constanzo gab es dann auch schon den Abschlussfilm der 50. Viennale, L'Intervallo, der bereits in Venedig gefeiert wurde. Di Constanzos Film baut eine interessante Atmosphäre auf, mit seiner Geschichte lässt er uns lange im Dunkel, bis wir langsam aber sicher erfahren, dass es irgendwie auch um die Mafia geht – der Film spielt schließlich in Neapel. Die beiden jungen Darsteller, die keinerlei Schauspielerfahrung hatten, schlagen sich extrem gut, auch wenn die Coming-of-Age-Geschichte nicht über die gesamte Spielzeit fesseln kann. Nichtsdestotrotz ist L'Intervallo ein eindrucksvolles Spielfilmdebüt – di Constanzo hat davor nur Dokus gedreht, was man seinem ersten Spielfilm auch anmerkt -, das sich technisch und vor allem darstellerisch durchaus sehen lassen kann. Ein gelungener Kontrast jedenfalls zum Hollywood-Eröffnungsfilm Argo.

Tja, nach dem Abschlussfilm gab es dann nur noch eines: Party! Hierzu bewegten sich die Gäste vom Gartenbaukino, mit kanpp 750 Plätzen das Wiener Flaggschiff, in den Volksgarten, wo bereits ein Buffet und mächtig viel Drinks auf uns warteten. Dank der vielen tollen Sponsoren (u.a. auch mein persönlicher Sponsor Silhouette), für die es bereits bei der Gala ein großes Dankeschön gab, war das Partyvolk dann auch mit reichlich Alkohol versorgt. Auch hier gab es Corona en masse, dito Jameson Whiskey, den ich zum ersten Mal mit Ginger Ale probiert habe, was wirklich richtig gut schmeckt. Auch die beiden DJanes, die uns einheizten, haben ihr Handwerk verstanden und für ordentlich Stimmung gesorgt. Ich habe viele nette Leute kennengelernt – aus Oxford, Chile und sogar aus der Steiermark – und mich natürlich nach wenigen Sekunden der Konversation als Deutscher 'geoutet' (ich kann es nur noch mal sagen, wirklich jeder spricht hier Dialekt). Kurz nach fünf war dann Schluss, noch mal etwas später war ich dann im Bett. Trotz Margaret also ein äußerst gelungener letzter Tag auf der Viennale und ein vorletzter in Wien!

Bild: © Viennale


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Viennale 2012: Von Kannibalen und dänischen Jägern


Heute war es endlich soweit, mein erster Tag als Viennale-Blogger von Silhouette. Um 7.00 Uhr bin ich in Stuttgart losgeflogen, um 8.15 Uhr hatte ich österreichischen Boden unter den Füßen. In der Festivalzentrale im Hilton Vienna angekommen, wurde ich vom Viennale-Team herzlich empfangen und in die Abläufe eingeführt. Viele fleißige und nette Menschen, die hier arbeiten, auch ein paar Deutsche. Ich bin jetzt jedenfalls mit reichlich Merchandising eingedeckt und einer nagelneuen Sonnenbrille von Silhouette, die außer mir sonst nur an die Filmschaffenden ging (und die wirklich sehr gut 'ausschaut'). Ach ja, die Verpflegung für Journalisten und Co. ist hier ebenfalls gigantisch – Schokolade, Kuchen, Saft, Wasser, Whiskey, Wein und massig Corona aus der Kühlbox! Da kann sich die Berlinale wirklich 'ne Scheibe abschneiden. Doch genug mit den Vergleichen, denn eines wird sofort klar – die Viennale ist nicht die Berlinale, nein. Das hört man von jedem und merkt es auch recht schnell. Die Viennale ist ein Publikumsfest, nicht eines für die Industrie und Kritiker wie jeden Februar in Berlin.

Berlin, tss, wer will schon nach Berlin, wenn er auch nach Wien kann? An wirklich jeder Ecke hört man Wienerisch, sogar an der Rezeption des Hilton! Den Karlsplatz und den Stephansdom habe ich bereits gesehen, dito den Stadtpark, durch den ich morgen wohl etwas ausführlicher spazieren werde (Bilder gibt's bei Instagram). Es sind aber auch die kleinen Unterschiede, die Wien so schön machen (oder Österreich im Allgemeinen), denn so gibt es hier bei McDonald's beispielsweise auch Eistee von Lipton! Wie angekündigt hat es mich heute in Cannibal Holocaust, der im Special Program läuft und in Thomas Vinterbergs Jagten verschlagen. Ersterer lief im wunderschönen Metrokino, das früher ein Theater war und dementsprechend hübsch ist. Hübsch war auch die grandiose 35mm-Kopie, die dem Film natürlich abs0lut gerecht wird und ihm deutlich mehr Kraft verleiht als eine DCP oder Blu-ray. Ich war nur sehr erstaunt, dass wirklich keiner den Saal frühzeitig verlassen hat … Entweder kannte ihn alle schon oder sie wussten, was auf sie zukommen würde.

Um 20.30 Uhr gab es dann Jagten, der restlos ausverkauft war. Das heißt fast 750 Karten, denn so viele Besucher passen in das Wiener Flaggschiff-Kino Gartenbau, das ebenfalls ein Besuch wert ist, auch wenn das Anstehen davor eine … nunja … Erfahrung ist. Geplant war eigentlich, dass es nach dem Film ein Gespräch mit Regisseur Vinterberg geben sollte. Leider musste dieses aber abgesagt werden, da Vinterberg frühzeitig abreisen musste. Sehr, sehr schade, denn mit Jagten ist ihm nicht nur einer der besten Filme des Jahres gelungen, der den vielen Lobgesängen absolut gerecht wird und einen sich einmal mehr übertreffenden Mads Mikkelsen zeigt, sondern auch ein erneuter, intensiver Blick in menschliche Abgründe. Selten habe ich einen Kinosaal (mit über 700 Menschen!) so still erlebt!

Morgen geht es dann mit Kenneth Lonergans 150-Minuten-Ungetüm Margaret weiter, bevor am Abend dann mit Leonardo di Costanzos L'intervallo die große Abschlussgala inklusive Party stattfindet. Jetzt werde ich aber erstmal in mein Bett gehen und gespannt die US-Wahl verfolgen.

Bild: © Viennale


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Off to Vienna! Man sieht sich auf der Viennale


Wie ich bereits berichtete, bin ich in diesem Jahr Viennale-Blogger von Silhouette. Morgen geht es dann auch schon los – besser gesagt heute Nacht, denn mein Flug nach Wien geht bereits um 07.00 Uhr, so dass ich auch den Dienstag voll und ganz nutzen kann. Um 13.30 Uhr wird es dann auch den ersten Film geben (zusammen mit @Pokernatic), nämlich Cannibal Holocaust, dessen 35mm-Kopie hervorragend aussehen soll. Abends freue ich mich dann auf Thomas Vinterbergs Jagten mit Mads Mikkelsen, auf den ich schon seit Monaten heiß bin (und der ja in der Tat fantastisch sein soll). In der Nacht werde ich dann gespannt die US-Wahl auf dem Hotelzimmer verfolgen. Dazwischen? Twittern, Instagramen, Fotografieren und Impressionen sammeln. Ich werde Euch – soweit es mir möglich ist – jeden Tag eine kleine Zusammenfassung geben, so dass alle, die nicht auf der Viennale sein können, zumindest einen Eindruck davon bekommen, was sich in Wien während des Festivals tut. Vienna calling!

Bild: © Viennale


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Vienna Calling! Equilibrium ist Silhouette Viennale Blogger


Heute startet in der österreichischen Hauptstadt die Viennale, die in diesem Jahr ihr 50. Jubiläum feiert. Bis zum 07. November dauert das Festival, auf dem neben einem Spiel- und Kurzfilmprogramm natürlich auch Dokumentarfilme zu sehen sind. Das Ganze wird mit einem Special Program und einer Fritz-Lang-Retro abgerundet. Ich war bisher weder auf der Viennale noch in Wien selbst, weshalb ich mich besonders freue in diesem Jahr als Viennale-Blogger von Silhouette dabei zu sein. Vom 06. bis 08. November werde ich vor Ort sein und täglich über das Geschehen in Wien berichten. Besonders freue ich mich dabei auf das Special Program, das in diesem Jahr unter dem Motto 'Something Different Saw Them First' steht und Horrorklassiker zeigt, die von Genrespezi Jörg Buttgereit ausgewählt wurden. Unter anderem werden Ridley Scotts Alien und Ruggero Deaodatos Cannibal Holocaust zu sehen sein. Ich hoffe insbesondere, dass ich es zu Letzterem schaffen werde und ihn endlich auf großer Leinwand sehen kann.

Dabei kann sich aber das gesamte Programm der Viennale sehen lassen. Eröffnet wird sie von Ben Afflecks Argo, den Abschluss macht Leonardo di Costanzos L'intervallo. Und dazwischen gibt es jede Menge weiteres zu entdecken wie beispielsweise Thomas Vinterbergs viel gefeiertes Drama Jagten mit Mads Mikkelsen oder Werner Herzogs dreistündiges Dokumonster On Death Row. Wien ist also für die nächsten zwei Wochen vor allem Filmhauptstadt, denn auch die Gäste sind ziemlich hochkarätig. Leider hat Werner Herzog kurzfristig abgesagt, aber dafür wird Michael Caine, dem die Viennale ein großes Tribute widmet, Wien beehren. Ebenfalls unter den Gästen: Punk-Legende Patti Smith und zahlreiche Newcomer.

Persönlich freue ich mich natürlich auch auf Wien selbst – ich kann es kaum erwarten den meiner Meinung nach schönsten Dialekt Europas vor Ort zu hören, mich mit einigen Wiener Twitterern auf die eine oder andere Wiener Melange zu treffen und die Stadt, die ja auch für zahlreiche Filme große Bedeutung hatte, zu erkunden. Ich hoffe jedenfalls, dass ich in diesen drei Tagen so viel wie möglich erlebe und mitnehmen kann, und Euch einen spannenden Einblick in die Viennale und Wien selbst geben kann. Am besten folgt Ihr mir dazu – wenn Ihr es nicht ohnehin schon tut – auch auf Twitter, denn hier wird es wohl die häufigsten Updates geben. Selbiges gilt natürlich auch für die anderen sozialen Netzwerke wie Instagram (stefan_r), Foursquare oder bei Equilibrium auf Facebook. Alle weiteren Infos zum Programm und zur Viennale findet man auf Viennale.at.

Ein großer Dank geht an dieser Stelle an Silhouette, die das alles möglich machen und in diesem Jahr zum ersten Mal Partner der Viennale sind. Der Linzer Brillenhersteller, 1964 gegründet, ist heute die weltweit führende Marke bei leichten Brillen. Und Silhouette wäre nicht Viennale-Partner, wenn sie sich nicht etwas ganz Besonderes zum Wiener Filmfest ausgedacht hätten. Am 02. November veranstaltet der Brillenfabrikant den 'Silhouette Instawalk 360', bei dem es einen Walk zu den Drehorten von Fernando Meirelles' 360 geben wird. Von 15 bis 18 Uhr können Interessierte Instagramer die Filmschauplätze von 360 genauer unter die Lupe nehmen und eine Runde um den Ring in der Tram wie Sergej und Anna im Film drehen. Wer teilnehmen möchte – das Ganze ist auf 30 Plätze begrenzt – findet weitere Infos auf der Eventseite bei Facebook. Außerdem verlost Silhouette als Viennale-Partner 5×2 Viennale-Filmtickets und 10 der begehrten Taschen.

Ich hoffe, dass ich vielleicht den einen oder anderen von Euch in Wien treffen werde und drei schöne Tage voller Filme und Erlebnisse habe. Aber jetzt wünsche ich uns erst einmal eine schöne Viennale-Eröffnung.

Bild: © Viennale


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Das 7. Pornfilmfestival startet heute in Berlin


Heute startet in Berlin das 7. Pornfilmfestival Berlin, das bis zum 28. Oktober 'Flutschfilme' (wie sie Rajko nennt) aus den Bereichen schwul, lesbisch, transgender und anderen zeigt. Das Festival, das u.a. von Kurator Jochen Werner ins Leben gerufen wurde, ist weltweit einzigartig und zeigt neben Spiel- und Kurzfilmen auch Dokumentarfilme. Fünf Tage lang tobt also das Moviemento-Kino in Berlin und lädt alle Interessierten ein, die Filme sehen wollen, die wirklich abseits des Mainstreams sind. Das Besondere in diesem Jahr: Die diesjährige Retro feiert den 'Golden Age Porn' und zeigt deshalb Klassiker wie The Devil in Miss Jones, Boys in the Sand oder Exzesse in der Frauenklinik. Abschlussfilm am Sonntag ist übrigens Cherry mit James Franco und Heather Graham. Das komplette Programm und alle weiteren Infos gibt es auf der offiziellen Homepage.


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Das waren die 61. Internationalen Filmfestspiele Berlin


Da sind dann auch schon wieder 10 Tage rum! Schöne 10 Tage waren es in Berlin, die 61. Berlinale, oder besser gesagt meine erste Berlinale, ist vorbei. Nunja, noch nicht ganz, in wenigen Stunden werden die Bären vergeben, aber das sollen die Filmschaffenden mal unter sich machen, ich bin dank Flieger nämlich schon wieder seit einigen Stunden zu Hause. Berlin mag ich als Stadt noch immer nicht, auch wenn man sich hier in der Region Stuttgart eine Anbindung der öffentlichen Verkehrsmittel wie in Berlin nur wünschen kann. Auch auf die Gefahr hin, dass ich damit auf einige arrogant und verwöhnt klingen werde: Berlin ist mir dann doch etwas zu dreckig und asozial. Hier sind nicht nur Asis in den S- und U-Bahnen, sondern auch normale Leute, wenn ich in eine Fast-Food-Kette mit dem goldenen M gehe, werde ich nicht von Bettlern belästigt und auch auf der Straße oder in der Bahn will mir kein Obdachloser aufdringlich seine Zeitung verkaufen. Von dem langweiligen Stadtbild außerhalb des Potsdamer Platzes mal ganz zu schweigen – dann doch lieber schwäbische Einöde.

Doch es gibt auch Positives zu berichten aus der deutschen Hauptstadt. Die Menschen sind nicht nur aufgeschlossener als die verwöhnten Bürger Baden-Württembergs, sondern vor allem auch um Welten freundlicher. Ich habe Situationen erlebt, in denen mir gedankt wurde, für die man hier sogar noch dumm angeschaut werden würde. Ich wurde Zeuge von Höflichkeit, die selbst mich, jemanden mit hohen moralischen Wertvorstellungen, schlichtweg verwunderte. Und auch wenn man in Bahnen und auf der Straße ständig besoffene oder gegen-den-Strich-gebürstete Menschen sieht, die Mentalität der Berliner ist eine völlig andere. Aber mal abgesehen davon, merkt man durchaus, dass die Uhren in der größten deutschen Stadt doch ein wenig anders ticken: kaum einen Tag da, werde ich Zeuge davon, wie jemand im McDonald's (ja, ich war dort des Öfteren) zusammenbricht. Einige Tage später meint eine ältere Dame im vorbeigehen, dass dort oben die Menschenfresser warten würden – aha, alles klar. Ja, Berlin, Du hast mich nicht selten zum Lachen gebracht – manchmal aus Freude, manchmal aus Widerwärtigkeit.

Doch lasst mich mal zum Filmischen übergehen, schließlich war ich ja nicht in Berlin um anthropologische Studien durchzuführen, sondern um die Berlinale zu besuchen, was konkret heißt: viele Filme, viel Anstehen und damit verbunden vor allem viel Geduld. Geduld brauchte man auch mit einigen Kollegen, die mich mit ihren vielen Unarten ebenfalls zum Staunen brachten. Es ist unglaublich, wie viele von ihnen nicht wissen, wie man sich benimmt – und dabei meine ich keine landesspezifischen Manierismen, sondern allgemeingültige Grundsätze des menschlichen Miteinanders. Nein, gedrängelt oder gedrückt wurde selten, aber viel schlimmer: die Organisatoren, die ihren Job besser hätten machen können, keine Frage, aber dennoch alles gaben, blöd anzumachen ist einfach ein Unding. Nur weil man mal einige Minuten länger warten muss, bezeichnet man die junge Dame, die uns auf dem Laufenden hält, noch lange nicht als "Asshole!"‘, wie es aus den hinteren Reihen schallte. Und nach der zweiten Pressevorführung im Berlinale Palast sollte man auch langsam wissen, dass Essen im Saal nicht erlaubt ist. Man muss einige sogar darauf hinweisen, dass man beim Husten normalerweise die Hand vor den Mund nimmt, schlimm!

Sowieso sieht man vielen an, warum sie still und leise zu Hause Texte schreiben statt vor der Kamera oder im Radio zu agieren – aber das ist wieder ein anderes Thema … Auch hier gab es natürlich wieder positive Ausnahmen, allen voran unter den Kollegen aus dem Ausland. Die setzen sich nicht nur neben einen, sondern versuchen sich an so etwas wie einem Gespräch, worüber ich nie abgeneigt bin, im Gegenteil. Hierfür definitiv ein Pluspunkt für die Briten und die Spanier. Negativ aufgefallen, vor allem bei den Pressekonferenzen – ich war nur auf der zu Margin Call, weil dort sowieso meist nur Mist artikuliert wird und viel zu viele Leute in den kleinen Saal stürmen (man will ja schließlich auch mal einen Blick auf die Stars erhaschen, wenn man schon zu keinen Interviews eingeladen wurde) -, sind die Osteuropäer, die sich in jede noch so kleine Lücke drängten. Aber ich werde schon wieder zynisch. Besonders zu Beginn des Festivals war ich das, ja, weil ich eigentlich nur mäßige bis grottenschlechte Filme sah. Erst später wurde es besser, auch wenn mich eigentlich nur ein Film so richtig begeistert hat, und dann auch noch ein Kurzfilm, die ich eigentlich nicht wirklich abkann: The Lost Town of Switez ist ein lebendiges romantisches Gemälde, das mit unglaublicher Hingabe und Liebe zum Detail in sieben Jahren fertig gestellt wurde. Wahnsinn!

Am allerschönsten war aber eigentlich die Tatsache, dass ich endlich einmal all die Kollegen getroffen habe, die ich sonst nur von Twitter, Facebook oder deren Blogs kannte. Bisweilen wurde man sogar von wildfremden Menschen angesprochen, die einen Blick auf den Badge warfen und anhand des darauf aufgedruckten Namens wussten, dass man doch der Freund von diesem und jenem sei und auf Facebook regelmäßig Links teile oder kommentiere. Ich für meinen Teil hielt mich damit eher zurück, man will ja Profi sein und sich nicht als Fanboy outen, auch wenn man den einen oder anderen namhaften Kollegen in den Gängen des Hyatts (der zentralen Anlaufstelle für die Presse) sehen konnte. Schön auch, was für kompetente Köpfe meist hinter Avataren und Nicks stecken – da soll noch einer sagen, dass Blogger Schreiberlinge zweiter Klasse seien! Festival-Amok ist beispielsweise das Blog von Patrick Wellinski (@PWellinski) und Maria Wiesner (@MariaWiesner), die jeden Abend einen Videocast aufgenommen haben und darin aktuelle Wettbewerbsfilme besprachen. Auch Joachim Kurz (@Mietgeist) von kino-zeit.de führte ein tolles Berlinale-Blog, das tagesaktuell das Programm besprach.

Im Grunde eigentlich alles perfekt, wäre da nicht diese triste Grundstimmung gewesen, die sich bereits nach dem ersten Tag einstellte. Ja, das Programm war dieses Jahr nicht wirklich toll, wobei ich jetzt, im Nachhinein gesehen, vielleicht auch den einen oder anderen Film nicht hätte verpassen sollen. Dennoch freuten sich alle über die letzte Pressevorführung am Freitag, in der Jaume Collet-Serras Unknown Identity gezeigt wurde, der ziemlich campy daherkommt, halb Berlin zerstört und dabei Szenenapplaus wie noch kein anderer Film erntete. Dass die Kritiker auf solch einen Mainstream-Film so enthusiastisch reagieren, spricht dabei Bände – und nicht gerade für das restliche Programm der 61. Berlinale. Vielleicht wird im nächsten Jahr ja alles besser – wobei das wohl eher ein Wunschgedanke ist, wie die Kollegen bestätigen –, wenn ich wieder dabei sein kann, wovon ich nicht ausgehe. Wenn, dann dieses Mal wohl auf Seiten der PRler. Es müsste einfach auch mal frischer Wind in die ganze Chose – nicht, dass Boll auf einmal in der Jury sitzt, nein, aber dass Kosslick beispielweise nicht immer die gleiche Nummer aus dem Hut zieht und Anke Engelke aufhört das Ganze zu moderieren. Beide vereint sind nämlich ein einziges Trauerspiel – und zu einem solchen darf die Berlinale nun wirklich nicht verkommen.

Foto: Blogging Dagger


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61. Internationale Filmfestspiele Berlin


I'm in Berlin, bitch! Es ist schon wieder Mitte Februar, das heißt es ist Berlinale-Zeit. Und statt wie jedes Jahr zu bloggenden/schreibenden/sprechenden Kollegen zu verlinken, will ich an dieser Stelle darauf hinweisen, dass ich in diesem Jahr selbst auf der Berlinale zugegen sein werde. Das heißt konkret, dass ich akkreditiert bin und Euch Kritiken, Hintergrundberichte und hoffentlich auch Interviews aus erster Hand bereitstellen kann. Meine Kritiken werden sich aber nicht hier im Blog finden, sondern drüben bei F.LM, wo ich im Rahmen der Berlinaleberichterstattung auch gleichzeitig meinen Einstand geben werde (einige Berlinale-News sind bereits von mir verfasst worden). Das heißt aber auch, dass es hier die nächsten zwei Wochen etwas still werden dürfte, auch, weil ich nach meiner Rückkehr aus Berlin mein Studium zu Ende bringe, sprich meine letzten Klausuren habe.

Wer also nicht zu den glücklichen 4.000 Journalisten gehört, die in diesem Jahr akkreditiert sind, aber dennoch wissen will, warum Berlin für 10 Tage im Ausnahmezustand ist, der schaut hier und auf Twitter vorbei, wo ich eigens eine Liste mit Kollegen erstellt habe, die ebenfalls von den 61. Internationalen Filmfestspielen Berlin twittern und berichten. Wenn ich nicht gerade im Kino sitze oder mich in Berlin zurecht finde, dann schreibe ich Texte befinde ich mich wohl gerade auf einer Preisverleihung oder auf einer Party des Vice Magazine, die ich endlich mal wahrnehmen kann (ja, richtig, ich will Eure neidischen Gesichter sehen!). Ein Blick auf alle Kanäle – u.a. auch Equilibrium bei Facebook – lohnt sich also auch deshalb. Noch zwei Tage, dann sitze ich im Flieger und bin so lange in der Hauptstadt wie noch nie – mögen die (hoffentlich guten) Spiele beginnen!

Foto: Blogging Dagger


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Terre des Femmes Filmfest 'FrauenWelten' in Tübingen


Ein Filmfest, das den Namen 'FrauenWelten' trägt? Klingt irgendwie nach Alice-Schwarzer-Propaganda-Kino? Nein, weit gefehlt, denn das Filmfest, das vom 19. bis 25. November zum bereits 9. Mal in der Universitätsstadt Tübingen stattfindet, wird von Terre des Femmes veranstaltet und konzentriert sich dabei auf den internationalen Spiel- beziehungsweise Dokumentarfilm. Dabei stehen 26 Filme aus über 20 Ländern auf dem Spielplan. Das Rahmenprogramm zu 'FrauenWelten' bietet neben vielen Regisseurinnen – u.a. die iranische Jungregisseurin Hana Makhmalbaf oder die afrikanische Friedensaktivistin Leymah Gbowee – auch viele weitere internationale Gäste, die zum Rahmenthema 'Matriarchat – heute?' Stellung nehmen und mit Zuschauern diskutieren.

Interessante und bisweilen auch ausgezeichnete Produktionen wie Hans-Christian Schmids Sturm, die Doku Pray the Devil Back to Hell und Ho-Cheung Pangs (Men Suddenly in Black) Exodus (出埃及記) sind dabei nur ein kleiner Auszug aus dem abwechslungsreichen Programm. Das ganze Filmprogramm findet sich hier, alle anderen relevanten Informationen hier. In den Tübinger Kinos Arsenal und Studio Museum, als auch im Kino Waldhorn in Rottenburg, findet das Festival jeweils statt, für eine gemütliche Atmosphäre ist zu den kalten Tagen also schonmal gesorgt.


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