Sponsored Video: 'Paranormal Activity: The Marked Ones'

Bald sieben Jahre ist es her, dass ein kleiner, sehr günstig produzierter Film für massig Aufsehen sorgte. Warum? Weil er mit einfachsten Mittel einen maximalen Effekt erreichte und damit sein Publikum Angst und Schrecken lehrte. Die Rede ist natürlich von Paranormal Activity, der gerade mal 15.000 Dollar gekostet haben soll, aber allein in den USA mehr als 107 Millionen Dollar eingespielt hat. Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen – The Blair Witch Project lässt nicht nur in dieser Hinsicht grüßen. Mit Paranormal Activity: The Marked Ones kommt nun nicht nur der vierte Teil der Serie in die Kinos, sondern streng genommen auch das erste Spin-off der Reihe. Der neueste Teil spielt nämlich nicht im altbekannten Haus der Familie Featherston, sondern in einem lateinamerikanischen Dorf in Kalifornien:

„Das Böse zieht weiter und so findet der grausame Dämon, der bereits die Familie Featherston heimsuchte, in Paranormal Activity: The Marked Ones sein nächstes Opfer in der lateinamerikanischen Gemeinde von Oxnard, Kalifornien. Und er ist gefährlicher als je zuvor! Als Teenager Jesse (Andrew Jacobs) aus Neugierde in die Wohnung einer brutal ermordeten alten Dame aus der Nachbarschaft einbricht, findet er nicht nur alte Videokassetten und okkulte Gegenstände, sondern auch ein Foto von sich selbst. Nach einer Nacht voll schrecklicher Albträume erwacht er mit einer Bisswunde am Unterarm.

Schnell wird klar: Es ist keine Gabe, es ist kein Unfall, es ist erst der Anfang. Der gewalttätige Spuk versetzt sein gesamtes Umfeld in Angst und Schrecken und hinterlässt eine Spur der Zerstörung. Im Kampf um Jesses Seele holen sich seine Freunde Hilfe bei Kristi Featherstons Stieftochter Ali (Molly Ephraim), die als Kind die fürchterlichen Ereignisse in ihrer Familie miterleben musste. Doch auch diesmal scheint jede Hoffnung vergebens, denn wer das Zeichen trägt, wird zum Opfer. Jesse wird nie mehr derselbe sein und keiner ist vor den Angriffen der teuflischen Macht sicher …“

Ich muss gestehen, dass ich bisher nur den ersten Teil gesehen habe, den ich nicht schlecht, aber auch nicht wirklich gut fand. Ein einziger großer Budenzauber ist das, klar. Und es wundert mich auch nicht, dass er die Menschen in Massen in die Kinos bewegt. Das wird auch Paranormal Activity: The Marked Ones einmal mehr tun, vor allem die Pärchen, die bei einem Kinobesuch auch gut Geld liegen lassen dürften. Denn bei Nachos, Popcorn und Cola macht es gleich noch mehr Spaß sich synchron zu erschrecken und sich in die Arme des Partners zu begeben, knallt es auf der Tonspur urplötzlich. So dürfte es auch nicht weiter verwundern, dass der fünfte Teil bereits im Herbst in die US-Kinos kommt – und es in ein paar Jahren dann Paranormal Activity 12 heißt …

Mehr Infos zum Film gibt es auf der offiziellen Seite oder auf der Facebook Fanpage. Paranormal Activity: The Marked Ones startet am 2. Januar in den deutschen Kinos.

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Trailer zu Marlon Wayans Parodie 'A Haunted House'

Paranormal Activity 4 ist vergangenen Donnerstag in den deutschen Kinos gestartet. Das bereits dritte Sequel zur erfolgreichen found-footage-Reihe, die komischerweise noch nicht parodiert worden ist. Bis jetzt. Marlon Wayans – wer auch sonst? – liefert diese Parodie nun mit A Haunted House, in dem er angeblich alle found-footage-Filme der letzten Jahre aufs Korn nimmt, auch wenn der Trailer lediglich nach einem Paranormal Activity spoof aussieht. Neben Wayans sind auch Nick Swardson, Cedric the Entertainer und David Koechner mit dabei. US-Start ist am 11. Januar 2013.

(Via FilmDrunk)


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The Sweetzer Farm Project: 'The Last Exorcism'


Das Kino hat sich seit Beginn immer wieder gern diversen Mythen angenommen. Das Thema Exorzismus ist einer von ihnen, denn auch wenn die katholische Kirche nicht bestreitet, dass sie Exorzisten ausbildet und beschäftigt, so sind kaum Fälle dokumentiert, die jene Vorgänge, die das Kino immer wieder bunt beschrieben und inszeniert hat, bestätigen. Dass es dabei aber nicht immer so explizit zur Sache gehen muss wie in William Friedkins The Exorcist, zeigte spätestens Hans-Christian Schmids Requiem, der die Schrecken eindrucksvoll veranschaulichte, ohne die Schrecken zu zeigen. In Requiem geschieht nichts Übernatürliches wie in Friedkins Film, er spielt vielmehr mit Suggestion und Angst. Auch der zweite Spielfilm des deutschen Jungregisseurs Daniel Stamm bedient sich dieser Mittel. The Last Exorcism geht sogar noch einen Schritt weiter und spielt bewusst mit Mitteln des Dokumentarfilms. Was als Doku beginnt, wird jedoch recht schnell als Fake-Documentary entlarvt, denn dass es sich bei den Interviewten um Schauspieler handelt, wird anhand ihres professionellen Spiels bereits deutlich.

Dies tut The Last Exorcism jedoch keinen Abbruch, denn statt sich allein auf das Gimmick des found footage zu verlassen – wie so viele andere Film in jüngster Zeit -, erzählt Stamm eine spannende Geschichte um einen evangelikalen Pfarrer, der seinen letzten Exorzismus von einer Doku-Crew filmen lassen will, um zu zeigen, dass es sich dabei im Prinzip um einen Mythos handelt. Einen Mythos, der jedoch sehr hilfreich sein kann. Es ist alles eine Kopfsache, ist sich Cotton Marcus (Patrick Fabian) sicher. Und auch für den Zuschauer wir der Film recht schnell zu einer Kopfsache, kann er sich doch nie wirklich sicher sein, ob das, was hier geschieht, übernatürlicher oder ganz weltlicher Herkunft ist. Dabei verzichtet The Last Exorcism wie der deutsche Requiem größtenteils auf effekthascherisches Übergeben oder Kopfdrehen. Alles, was hier geschieht, bleibt stets medizinisch erklärbar – auch wenn es nicht gerade den Eindruck erweckt. Genau hier liegt der Reiz, der vom Film ausgeht, sein doppelbödiges Spiel, das nicht von ungefähr auch an Polanskis Rosemary's Baby erinnert. Ein Spiel treibt der Film dann auch mit der Religion an sich: Marcus ist nicht etwas ein katholischer Priester wie in all den anderen Filmen über Exorzismus, er ist ein Evangelikaler, der im Interview deutlich macht, dass wer an einen Gott und seine Engel glaubt, auch an den Teufel und seine Dämonen glauben muss. Dabei dekonstruiert Stamm die Evangelikale aber nicht direkt, sondern überlässt es ihr vielmehr selbst.

Fundamentalismus spielt ohnehin eine große Rolle im Film. Dabei hält sich The Last Exorcism mit Stigmata und Topoi größtenteils zurück, auch wenn recht schnell deutlich wird, dass die Familie des vermeintlichen Opfers mehr Redneck als behütete Familie ist. Dementgegen steht Marcus, der nicht dem klassischen fundamentalistischen Bild entspricht, das am liebsten mit Waffen hantiert und sonntäglich zur Erlösung in die Kirche rennt. Er ist vielmehr liebender Familienvater, der gut situiert in der Kleinstadt wohnt und an Gott glaubt. Er soll mit seinem letzten Exorzismus auf eine harte Probe gestellt werden – er selbst braucht nämlich eine Erlösung, ist er vom Glauben doch etwas abgekommen, ja macht sich gar lächerlich, in dem er den Exorzismus als Medienspektakel verkauft. Hier offenbart The Last Exorcism seine ganze Kraft, denn auch wenn mit Motiven und Symbolen gespielt wird, so werden diese gleichzeitig auch immer wieder gebrochen und verkehrt. Auch wenn der Fokus hier primär auf dem psychischen Terror liegt, so spannt Stamm den Bogen für einen PG-13er dennoch bis zum Anschlag – sogar mit sexuellen Anspielungen geizt sein Film nicht.

The Last Exorcism hat in den Vereinigten Staaten bisher das Zwanzigfache seines Budgets eingespielt und zeigt damit einmal mehr, dass diese Art von Film das Publikum noch immer für sich gewinnen kann. Das ist in Zeiten von Remakes, Reboots und Sequels schon eine gewisse Leistung. Dabei ist Stamms Film so etwas wie der Paranormal Activity des Jahres 2010, mit dem Unterschied, dass sein Film der bessere ist. Während die Geistergeschichte um zwei junge Studenten lediglich mit dem Ende punkten kann, gelingt es Stamms Film den Spannungsbogen permanent auf hohem Level zu halten – das Ende von The Last Exorcism setzt dem Ganzen nur noch eines drauf. Hier verliert sich der Film für ein paar Minuten sogar in camp-Gefilde, was angesichts all der pseudo-dokumentarischen Horrorfilme der letzten Jahr herrlich erfrischend wirkt und so etwas wie den vorläufigen Höhepunkt markiert. The Last Exorcism ist ein Musterbeispiel für ökonomischen, effektiven Horror. (8/10)


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