Kurz mal abgehakt # 29

Ich weiß, es gab schon seit schier unendlich langer Zeit kein(e) Review(s) mehr, was ich hiermit auch ändern will. Zugegeben, es hat sich auch nicht so viel angesammelt über die letzten Wochen, denn außer den PVs scheine ich derzeit nicht viel auf DVD oder im TV zu schauen – warum auch immer. Jedenfalls darf man sich in den nächsten Tagen noch auf ausführliche Reviews u.a. zu Speed Racer, Funny Games U.S. und Cassandra's Dream freuen. Bis dahin gibt es aber erst einmal einige Kurzreviews zu nicht allzu aktuellen Filmen.

La double vie de Véronique – ich traue es mich als großer Fan Kieslowskis ja eigentlich kaum zu sagen, aber hier war ich doch etwas enttäuscht. Kieslowski scheint hier vielmehr auf das unbekleidete Äußere Irène Jacobs abzuzuielen als auf ihr emotionales Äußeres (das noch deutlich bezaubernder ist). Die Geschichte, die Kieslowski hier erzählt ist bisweilen schwer zu greifen – er philosophiert über Seelenverwandschaft, Freundschaft und, natürlich, die Liebe. Gewohnt setzt er dabei alles faszinierend in Szene und lässt Jacob den Film mal eben nahezu allein tragen, was angesichts ihrer Präsenz aber auch nur allzu verständlich ist. La double vie de Véronique ist großes emotionales Kino, das wollte ich mit dem einführenden Satz nicht verneinen, nur kommt er nicht an Dekalog oder Trois couleurs: Rouge heran. (8.5/10)

The Killing – ja, langsam aber sicher bereite ich mich mal auf mein Film-Noir-Seminar vor, das, wie ich jetzt erfahren habe, aber keinen Kubrick auf dem Plan hat. Egal, Kubricks The Killing ist jedenfalls ziemlich spannend, in seiner Erzählstruktur recht intelligent gesponnen und mit einem tollen Sterling Hayden, von dem ich in Zukunft definitiv mehr sehen will. Erstaunlich, wie roh und brutal Kubricks Film bisweilen daherkommt. Das alles wird dann nur noch von der grandiosen Schlusseinstellung getoppt, die dem Zuschauer, also dem potenziellen Verbrecher (?), direkt vor die Nase tritt. Crime doesn't pay, wer's immer noch nicht geschnallt hat, der weiß es spätestens jetzt. (8/10)

El Topo – ja, hier war die Vorfreude nicht minder groß – ebenso wie die Verwirrung. Um mit einem Brainstorming zu beginnen und zu schließen: Ureinwohner vs. Amerikaner, Sklaverei, Polygamie, Gewalt, Kolonialmentalität, Religion und ihr Einfluss, Herrschaftswahn, Vater-Sohn-Beziehung, … (5/10)

House of the Dead – machen wir's kurz: Zusammen mit zwei Freunden geschaut, die das ganze Boll-Gebashe ebenfalls verfolgt haben. Geschaut wurde das Bollwerk natürlich mit Audiokommentar (wir sind ja schließlich nicht lebensmüde!), und was soll man sagen? Es hat mindestens so viel Spaß gemacht wie noch beim ersten Mal.


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Kurz mal abgehakt # 16

DIE HARD – natürlich schon vor dem Fest gesehen und zum ersten Mal im O-Ton, ist McTiernans Film wohl so etwas wie die Blaupause des Actionfilms. (8-9/10)

HOUSE OF THE DEAD – schon wieder ein Dr. Boll! Und um ehrlich zu sein, ich habe den Film sogar zwei Mal – hintereinander – geschaut. Einmal ohne Audiokommentar und einmal mit AK. Ohne Letzteren ist das natürlich einmal mehr ein riesiger Haufen Kot, der bei Kollegen klaut und kopiert, dass sich die Balken biegen. Würde er das wenigstens ordentlich machen, aber nein, nicht dieser Film. Hier stimmt wirklich überhaupt nichts. Dann, beim zweiten Mal mit AK ist der Film plötzlich ein völlig anderer. House of the DeadDr. Boll und zwei andere Deutsche – der Kameramann (?) und der Tontechniker (?) setzen sich bei Kaffee und Kuchen zusammen und kommentieren fröhlich munter den Haufen Scheiße Film. Da macht es dann auch nichts, dass alle zehn Minuten das Handy eines der Männer klingelt und die jeweilige Person natürlich rangeht. Doch damit nicht genug, denn Uns-Uwe ist ja schließlich auch ein Hundefreund, und so beglücken und bisweilen auch seine beiden Tölen (lautstark).

Selbstverständlich unterhält man sich auch über die attraktiven Darstellerinnen: "Boah, die hatte riesige Möpse, weil die zu der Zeit stillte – aber leider hatte sie einen Freund." Weitere Kostproben gefällig? "Also der Film zeigt wirklich mal alles. Viele Horrorfilme zeigen ja vieles nur im Off, aber der Film zeigt wirklich alles und ist ultrabrutal.", "Viele haben gemeint, der Film sei scheiße, aber der war so teuer und ist technisch auf einem so hohen Level, dass die mal die Augen aufmachen sollten, denn der Film ist klasse und superteuer." Da wundert es dann auch nicht, dass sie beiden anderen Kommentatoren lieber mal still sind (was aber nicht heißen soll, dass sie vom Film und ihren Taten minder begeistert sind). Wie gesagt, ohne AK ist der Film eine klare (1/10), mit Kommentar ist das Ganze aber Gold wert, ja geradezu unbezahlbar. Wie gesagt, ich könnte stundenlang weiterzitieren, aber das würde einem nur die Vorfreude nehmen.


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