Das waren die 83. Annual Academy Awards


Na, das war doch gar keine so schlecht Show, im Gegenteil. Auch wenn ich Anne Hathaway noch immer nicht leiden kann (die Augen und der Mund machen mir einfach nach wie vor große Angst), hat sie eine ziemlich gute Figur gemacht an der Seite des Sympathiebolzens James Franco. Vor allem die Eröffnungssequenz mit Freeman und Baldwin war gar nicht mal so unlustig, auch wenn man sich hier deutlich bei den MTV Movie Awards bedient hat. Aber das macht nichts, wirklich nicht, denn der Show hat der jüngere Anstrich durchaus gut getan, sehr gut sogar. Zwar hätte man etwas weniger betonen können, dass man jetzt ganz jung und hipp ist, aber sei's drum – schließlich feiert man sich ja immer noch selbst. So ging es in diesem Jahr dann auch recht zügig, auch wenn die Show so lange wie immer dauerte, kam sie mir deutlich spritziger und schwungvoller vor: keine fünf Damen oder Herren, die den/die beste/n Nebendarsteller/in präsentieren und dazu erstmal einen halben Roman von sich geben, kaum ewig lange Dankesreden, die nur aus Namen bestehen und vor allem keine Musicaleinlagen! Gut, die eine Nummer von Hathaway, aber die habe sogar ich verkraftet.

Überrascht war ich über die vielen Insider und selbstkritischen Witzchen, die immer wieder zum Besten gegeben wurden (allen voran Jude Law und Robert Downey Jr., aber auch Bale hat subtil an seinen Hit angespielt) – da hat man von den letzten Globes und Gervais wohl einiges abgeguckt. Bevor ich zu den Gewinnern übergehe, will ich aber noch kurz bei den Formalien bleiben, denn so richtig entzückt hat mich gestern Abend eigentlich keine Dame wirklich. Mila Kunis‘ Kleid war da noch das Beste, alle anderen waren ja eine mittelschwere bis schwere Katastrophe! Was sollte denn an dem Kleid von Jennifer Hudson beispielsweise so toll sein, außer dass Hanni und Nanni deutlich zu sehen waren und es sicher nicht allzu bequem hatten!? Sandra Bullocks Kleid war auch okay, aber rot? Ehrlich? Die Farbe ist doch mindestens so langweilig und übersättigt wie der schwarze Anzug bei den Herren (ich habe Downey Jr.s Anzug vom letzten Jahr vermisst, der sah klasse aus). Lob auch an Steven Gätjen, der wieder mal hervorragende Arbeit geleistet hat und dessen Garderobe stilistisch sowieso immer erste Sahne ist (ach ja: ProSieben, falls Steven in den nächsten Jahren zu alt werden sollte oder wegen was auch immer nicht mehr moderieren kann, würde ich seinen Job sehr, sehr gerne übernehmen!).

Vor allem war Gätjen auch mal wieder eine schöne Abwechslung zu den US-Kollegen, die in diesem Jahr fast einen neuen Tiefpunkt erreicht haben – so oberflächlich und langweilig kann dich keiner Fragen stellen und moderieren, oder? Der Herr Modeexperte mit dem weißen Vollbart brachte das Fass schließlich zum überlaufen! Zum Glück hielt sich Annemarie Warnkross' Zeit in Grenzen, denn die Frau ist nicht nur ein absolutes No-Go, ihre Moderation war gestern auch so hölzern und aufgesetzt wie selten zuvor. Bleiben wir bei Ärgernissen und gehen zu den Preisträgern über, von denen nicht nur viele eine sichere Bank waren (die ganzen Technikoscars an Inception, klar), sondern von denen viele auch enttäuschten. Allen voran der Regieoscar an Tom Hooper, der eigentlich an David Fincher hätte gehen müssen! Dass The King's Speech dann auch noch bester Film wird, ist eine Frechheit. Immerhin hat Aaron Sorkin den Preis fürs Drehbuch absahnen können – alles andere wäre aber auch ein Skandal gewesen. Den Soundtrackoscar hingegen hätte ich Alexandre Desplat viel mehr gegönnt als Trent Reznor und Atticus Ross, deren OST auch sehr gut war, keine Frage.

Alles in allem eine Show, die zum Glück nicht so zäh war wie die letzten Jahre. Ich glaube, die Frischzellenkur hat nicht nur dem Publikum, sondern auch der Show selbst gut getan, denn auch kleine Dinge, wie beispielsweise die Nutzung der Bühne(neffekte) waren in diesem Jahr schön. Und meine Güte, was für eine Show hat denn bitteschön Kirk Douglas abgezogen!? Zu erst dachte ich noch, dass er gar nicht Herr seiner selbst sei, nur um dann festzustellen, dass Douglas den größten Humor von allen besitzt. Ein schönes Beispiel dafür, dass die Alten der Show nicht im Publikum sitzen, sondern hinter der Kamera. Franco und Hathaway dürfen im nächsten Jahr gerne wieder kommen – am besten mit Baldwin zusammen.


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Die Tops & Flops des Kinojahres 2010


Und schon wieder ist das Jahr zu Ende. Ein eher durchwachsenens für den Film, möchte ich mal meinen. Wie auch bereits im vergangenen Jahr konnten Dokus viel Raum einnehmen und machen fast die Hälfte meiner Top 10 Liste dieses Jahres aus. Vielleicht ist es in Zeiten von Comicverfilmungen und Remakes ja genau diese Suche nach Authentizität, auf die man sich nur allzu gern begibt. Wie auch im letzten Jahr habe ich leider viel zu viel verpasst, weil es entweder keine Pressevorführungen gab oder ich schlichtweg keine Zeit (und Muse) fand regulär ins Kino zu gehen. Allen voran wäre hier Jackass 3D zu nennen, der wohl sicher auf der Liste gelandet wäre … ja hätte ich ihn denn gesehen. Andererseits bin ich mit meiner Liste aber auch sehr zufrieden – die Nummer 1 stand nach der ersten Sichtung bereits fest, die zweite war dann nur noch affirmativ (zumal es sich um eine digitale Projektion handelte). Ich will nicht lange um den heißen Brei reden, hier meine Top 10 des Jahres 2010 – dieses Mal ganz ohne Kommentar, eine reine Auflistung, denn die Kritiken (oder Kurzkommentare) dazu finden sich ja recht schnell:

10. Not Quite Hollywood: The Wild, Untold Story of Ozploitation!

09. The Young Victoria

08. Harry Brown

07. The Expendables

06. An Education

05. Anvil! The Story of Anvil

04. Restrepo

03. Brothers at War

02. Monsters

01. The Social Network

Runners Up: The Messenger, Crazy Heart, Enter the Void, The American, The Blind Side, The Last Exorcism, The Bad Lieutenant: Port of Call – New Orleans

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Eine generelle Entdeckung des Jahres waren vor allem die Mad Men, deren dritter Season ich nun entgegen fiebere und die in Zeiten von 3D und sonstigem Technikwahn so herrlich old fashioned daherkommt, dass ich sie 2010 so genießen konnte, wie es 2007 wohl nicht möglich gewesen wäre. Ebenfalls zu erwähnen ist die kleine Retrospektive zu Errol Morris' drei ersten Dokumentationen, von denen The Thin Blue Line gleichzeitig auch den besten Film markiert, den ich in diesem Jahr gesehen habe. Ebenfalls ein Film, der in diesem Jahr erst entdeckt wurde und wohl noch lange nachwirken wird, ist die australische Perle Long Weekend, die mich ziemlich beeindruckt hat (Not Quite Hollywood sei Dank). Auch Dominik Grafs Im Angesicht des Verbrechens muss an dieser Stelle natürlich genannt werden – selten hat mich etwas im TV so gefesselt wie diese deutsche Ausnahmeproduktion.

Es gab allerdings nicht nur viel zu sehen in diesem Jahr, sondern auch zu hören. Ilan Eshkeris wundervoll-melancholischer Score zu The Young Victoria beispielsweise, der zusammen mit Hans Zimmers Score zu The Pacific den diesjährigen Höhepunkt in Sachen Ohrenschmaus markiert. In Sachen Magic Moments sind dieses Jahr primär zwei Momente zu nennen: zum einen die Clubszene aus The Social Network, die nicht nur unglaublich authentisch daherkommt, sondern einen selbst so dermaßen in Partystimmung bringt, dass man am liebsten gleich aus dem Saal raus und in den Club reinrennen würde. Auch der andere Moment 2010 hat mit Musik zu tun – nämlich jene Szene aus Restrepo, in der die Soldaten für einen kurzen Moment alles um sich herum vergessen und zu Eurodance-Mucke ihre Kameraden antanzen.

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Kommen wir also zu den etwas schlechteren Filmen dieses Jahres – wobei das noch recht mild ausgedrückt ist, denn einige von ihnen waren wirklich zum Foltern geeignet, so weh taten sie. Bei der Nummer 1 musste ich auch hier nicht lange grübeln und man fragt sich einmal mehr, was bei den Japanern eigentlich anders läuft, dass sie solche Stinker wie Shock Labyrinth 3D raushauen, der zu allem Übel auch noch auf einem Themenpark basiert (wait, what …?). Hier also die Flop 10 des Jahres – inklusive Blockbusterrepräsentanten:

10. Jud Süß – Film ohne Gewissen

09. Exit Through the Gift Shop

08. Inception

07. Predators

06. Kick-Ass

05. Survival of the Dead

04. Machete

03. Legion

02. Amer

01. Shock Labyrinth 3D (Senritsu meikyû 3D)

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Auf ein gutes Filmjahr 2011! Und erneut ein herzliches Dankeschön an Tilo Hensel, der auch in diesem Jahr wieder für die tolle Collage verantwortlich zeichnet. Viele der genannten Filme sind übrigens auch via Videoload online verfügbar.


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Neuer Trailer zu Christopher Nolans 'Inception'


Der Hype ist groß, die Erwartungen noch größer. Meine Wenigkeit kann der neue Trailer zu Christopher Nolans Inception (FLV, mäßge Qualität, aber sicherlich bald auch in HD 480p/720p/1080p) nicht gerade umhauen. Keine Frage, auf der großen Leinwand und in digitaler Projektion mag das Visuelle vielleicht erst richtig wirken, aber im Trailer geht zumindest für mich keinerlei Wirkung vom 'stylischen' Ganzen aus. Deutscher Kinostart ist am 29. Juli.

(Via filmabend.info)


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