Ich trink' 'nen Sekt vielleicht: 'Bachelorette' Blu-ray Review


Mit The Hangover hat es angefangen, mit Bridesmaids gab es die weibliche Version und zugleich den vorzeitigen 'Höhepunkt'. Beide waren sie extrem erfolgreich an den Kinokassen und so verwundert es wohl kaum, dass es noch einige Nachzügler gab und in Zukunft auch noch geben wird (auch wenn das Bridesmaids-Sequel erst mal vom Tisch ist). Auch Leslye Headlands Bachelorette fällt in diese Kategorie: im Fahrwasser der beiden genannten Filme schwimmend ohne eigene Ideen oder gar komödiantische Highlights. Schon den vielerorts gelobten Bridesmaids empfand ich mehr als Folter denn Vergnügen (einzig und allein Jon Hamm rettet ihn vor der Totalkatastrophe), doch Bachelorette hat keine großen Probleme damit, diesen nochmals zu unterbieten. 87 Minuten Folter beschreiben den Film dann doch am treffendsten, wie ich finde. Und das trotz des Casts, der mit Kirsten Dunst, Lizzy Caplan und Isla Fisher doch ziemlich gut besetzt ist.

Zu keiner Sekunde scheint auch nur eine der drei Damen Spaß an dem ganzen Unterfangen zu haben. Ich habe Kirsten Dunst jedenfalls noch nie zuvor so lustlos und gleichgültig spielen sehen wie hier. Das macht dann aber auch nichts weiter, denn retten hätte sie den Film auch mit einer Oscar-reifen Leistung nicht mehr können. Es ist vor allem das Drehbuch von Directrice Leslye Headland, das lediglich Ideen aus anderen Filmen klaut und die zu einem inkohärenten Ganzen zusammensetzt, das im Gegensatz zum durchaus interessanten Trailer nicht ein mal zum Lachen oder gar Schmunzeln anregt. Der Humor ist meist unterste Schublade und auf pubertärem Niveau, denn wenn es nicht gerade um die Rundungen der dicksten Freundin (Rebel Wilson) geht, dann geht es Spermaflecken auf ihrem zerrissenen Hochzeitskleid oder um das hässliche Entlein aus der High School, das nun zum vermeintlich schönen Schwan geworden ist. Im Westen nichts Neues quasi.

Ich hoffe, dass mit The Hangover Part III, dessen Trailer auch nicht gerade das Gelbe vom Ei verspricht, endlich Schluss ist mit diesen gehypten, unlustigen Trittbrettfahrern ist, die die amerikanische Komödie in eine Richtung lenken, die sie nicht verdient hat. Bevor ich mir diese 'Ladies-Night-mit-Sekt-Filme' noch mal anschaue, gebe ich mir lieber den dreihundertsten Adam-Sandler-Film! Bachelorette ist jedenfalls die generischste, unlustigste, schlecht gespielteste, nervigste Scheiße, die ich seit langem gesehen habe! Noch deutlich schlechter als der ohnehin schon unsägliche Bridesmaids. Der dämliche deutsche Titel, der noch stärker versucht auf diesen Zug aufzuspringen, unterstreicht das Ganze nur noch mehr. (2/10)

Die Blu-ray von Studiocanal erscheint heute (Amazon-Partnerlink) und kann technisch leider auch nicht überzeugen. Das Bild ist höchstens Mittelmaß, der Schwarzwert ist bisweilen eine Katastrophe. Besser ist da schon der Ton, der in DTS-HD jeweils in Deutsch und Englisch an Bord ist. An Extras gibt es lediglich den Trailer, was angesichts einer neuen Veröffentlichung mehr als schwach ist.


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Spoiled Single Girls! 'Bachelorette' Red Band Trailer

Es war ja abzusehen, dass nach dem relativ zahmen Trailer zur Girlie-Comedy Bachelorette auch ein Red Band Trailer erscheinen muss, der auf die Kacke haut (der Film ist ja schließlich R-Rated!). Nun ist er da und … nunja … manche Frauen sind eben keinen Deut besser als wir Männer! Doch, eine Chance würde ich ihm geben, denn er kann ja eigentlich nur besser sein als Bridesmaids.


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Girls Just Want to Have Fun: 'Bachelorette' Trailer

Kennt Ihr das, liebe Männer? Ihr macht Euch Freitag- oder Samstagabend auf ins Nachtleben und werdet schon nach wenigen Metern von einer Gruppe wilder, uniformierter Frauen belästigt, die Euch irgendetwas überteuert verkaufen möchten, weil eine von ihnen den Hafen der Ehe ansteuert? Und wenn Ihr ausweichen wollt, lassen sie Euch keine Wahl und verfolgen Euch sogar? Sie wissen genau, welcher Mittel sie sich bedienen müssen, um Euch an den Haken zu kriegen. Ja, auch Frauen feiern schon länger ihren Abschied aus dem Singledasein, manchmal vielleicht sogar etwas härter als wir Männer. Sie haben mit Bridesmaids ja auch ihren eigenen The Hangover bekommen – und da dieser einschlug wie ein Bombe, verwundert es nun auch nicht weiter, dass Nachschub im Anmarsch ist.

Bachelorette heißt die neueste Produktion, die in diesem Fahrwasser schwimmt (d.h. natürlich auch R-Rated) und mit Kirsten Dunst, Isla Fisher und Lizzy Caplan sogar recht gut besetzt ist. Für das weibliche Publikum wohl aber viel interessanter sind Adam Scott und James Marsden. Regie führt – natürlich – eine Frau, Leslye Headland, die mit Bachelorette ihr Debüt feiert. Deutscher Kinostart ist am 25. Oktober. 'Ladies Night' im Multiplex, ick hör dir trapsen …


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Alle guten Dinge sind drei

Definitely, Maybe
(Adam Brooks, UK/USA/Frankreich 2008)
Kino

‘Definitely, Maybe’Eigentlich bin ich ja der vollen Überzeugung, dass die Amerikaner so etwas wie RomComs einfach nicht machen können. Man schaue sich nur mal diverse Vehikel mit Julia Roberts in der Hauptrolle an… Meister dieser Klasse sind da sicherlich die Asiaten, allen voran die Koreaner, die mit unvergesslichen Klassikern wie My Sassy Girl (엽기적인 그녀) oder dem m.M. noch besseren Please Teach Me English (영어완전정복) eindrucksvoll gezeigt haben, wie so etwas auszusehen hat – Pathos hin oder her. Dass man hin und wieder aber überrascht werden kann, zeigt Definitely, Maybe, der in gewisser Weise zwar Hollywoodtypischer nicht sein könnte, andererseits aber definitiv auch Stärken vorweisen kann. So ist jedes Element im Film im Prinzip äußerst ambivalent. Da wäre zum einen die kleine, äußerst vorlaute Tochter (Abigail Breslin), die neunmalklug ihren Vater zurechtweist und dabei so weit von der Realität entfernt zu sein scheint, dass es eigentlich wehtun sollte. Wäre da nicht diese grandiose Leistung, die dieses kleine Mädchen aus Little Miss Sunshine abliefert, wofür man sie einfach lieben muss – egal ob es diese Art von Töchtern nun gibt oder nicht.

Nicht anders verhält es sich mit ihren älteren Kolleginnen, die als Typ zwar jede Klischeekiste bedienen, ob ihrer optischen Reize – allen voran Rachel Weisz, die mit ihrer natürlichen Schönheit die anderen beiden locker in den Schatten stellt – aber bisweilen einfach nur faszinieren – und schönen Frauen schaut man dann auch gerne mal zu, was auch immer sie tun… Meistens bringen sie Ryan Reynolds um den Verstand, bei dem es sich nicht anders verhält: Ist er in einigen Szenen sehr stark, könnte er in anderen wiederum hölzerner nicht wirken – aber dennoch würde ich sagen, dass solche Rollen genau sein Ding sind, da bin ich mir sicher. Und so fair muss man ja auch sein: Er ist für das weibliche Publikum zuständig, das in Sachen love interest dann aber doch 3:1 unterlegen ist, da kann man auch mal ertragen, dass er im Minutentakt zu hören bekommt, wie wunderschön er doch sei. Ich könnte so fortfahren, denn auch der Plot selbst strotzt nur so vor Klischees, ist gerade wegen seiner politischen Komponente und der zahlreichen durchaus humorvollen Anspielungen aber irgendwie doch recht erfrischend.

Viel auszusetzen habe ich letzten Endes wirklich nicht, denn dafür war die Geschichte einfach zu schön und warm erzählt. Natürlich ist sie ab einem gewissen Punkt vorhersehbar, aber das weiß man geschickt zu umgehen. Das einzig wirkliche Problem des Filmes ist jedoch das Ende, dem ich den so genannten Return of the King-Komplex unterstellen möchte: Immer wenn man denkt, das Ganze sei nun zu Ende, geht es doch noch weiter, und so zerstört Definitely, Maybe dann auch einige Momente, die am besten gar nicht hätten enthalten sein sollen. Es gibt wirklich schöne Szenen, die sich für einen tollen Abspann mehr als geeignet hätten, und so verwundert es nicht, dass das tatsächliche Ende dann eher enttäuschend, weil viel zu sehr auf Friede-Freude-Eierkuchen und Hollywood getrimmt. Alles in allem aber ein durchaus warmherziges Unterfangen, das. (7/10)


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