The Tracks of My Tears

Tropic Thunder
(Ben Stiller, USA/Deutschland 2008)
Kino

Dass das System Hollywood hin und wieder auf den Arm genommen wird, liegt in der Natur der Sache. Neu ist aber, wenn man den Schauspielern, die einen Schauspieler verkörpern, virale Seiten und eine virale Filmografie verpasst. Willkommen im Web 2.0. Und für alle, die denken, sie seien im falschen Film: Ja, auch Fake Trailer, auf die man sich später auch im Film bezieht, gehören fest zu Tropic Thunder, der bereits im Vornherein für großes Aufregen sorgte. Irgendwie muss aber etwas falsch laufen, wenn diese drei bis vier Trailer zu Filmen, die es wohl nie geben wird, besser sind als der eigentliche Hauptfilm. Da versprach und Ben Stiller etwas komödientechnisch ganz Großes, und was bekommen wir? Eine Kriegsfilmparodie, die sich so viel vornimmt, aber nur so wenig erreicht. Wer hier erwartet, dass Stiller richtig leidenschaftlich in der Wunde Hollywood herumbohrt, der wird enttäuscht werden, denn Tropic Thunder bohrt – wenn überhaupt – nur an der Oberfläche, was ja eigentlich schon wieder der Kern Hollywoods ist. Jedenfalls reicht es noch lange nicht aus, wenn sich ein Haufen großer Stars, der sowieso schon im Komödienfach verankert sind, selbst auf den Arm nimmt.

Stiller spielt mit dem Genre des Vietnamfilms und dessen Topoi. Da ertönen bekannte Musiknoten, bekannte Szenen werden fast Eins zu Eins nachgemimt und gleichzeitig persifliert, was anfangs auch noch durchaus seinen Reiz hat und Spaß macht. Hollywood hat das Trauma Vietnam ja auch schon nahezu tot geritten, da kommt solch ein frisches Windchen durchaus gerade richtig. Das Problem ist nur, dass sobald der Plot von Tropic Thunder in Fahrt kommt (oder auch nicht), genau diese Linie verlassen wird und stattdessen ein konventioneller Kriegsplot eingeschlagen wird, der zwar bisweilen klischeeisiert, aber das so zahnlos, dass er selbst schon wieder Opfer seiner Klischees wird. Genau das gleiche greift auch bei Tom Cruise, der in den letzten Monaten ja genug Anlass zum Lachen gab, wenn auch meist unfreiwillig. Auf den ersten Blick ist es also mehr als erfreulich, dass er sich für solch eine Rolle wie jene in Tropic Thunder zur Verfügung stellte und gleich mal selbst durch den Kakao zieht. Nur bleibt es leider nicht bei einem kleinen Cameo, sondern wird auf seiner Rolle irgendwann so explizit herumgetreten, dass es spätestens nach wenigen Minuten mehr nervt als amüsiert.

Und mal ehrlich: Nur weil Cruise mal nicht der Sunnyboy mit strahlend weißem Lächeln und Waschbrettbauch ist, sondern ein schmieriger, geldgeiler Fettsack mit Haarausfall, der am liebsten lautstark flucht (was am Ende auf die Spitze getrieben wird), erlöst ihn auch nicht gerade von seinen vielen Sünden beziehungsweise Ausrutschern der Vergangenheit. Ungemein lustig hingegen ist Matthew McConaughey, der hier zwar lediglich eine kleine Nebenrolle besetzt, den Film durch ebendiese aber ungemein bereichert und mit seinem Spiel mit zum Lustigsten in diesem eher verkrampften Film gehört. Tropic Thunder ist im Großen und Ganzen nichts anderes als lauwarme Luft, die sich zu einem großen Etwas aufbläst, das genau getimt wieder ebendiese Luft hinauslässt. Ach ja, und was an der von Robert Downey Jr. verkörperten Rolle des Michael Jackson'esken method actors so grandios (lustig) sein soll, entzieht sich auch absolut meinem Verständnis. Aber egal, Step Brothers dürfte in diesem Jahr sowieso niemand mehr den Komödien-Rang ablaufen. (5.5/10)


Tags , , , , , ,

'Tropic Thunder': International Trailer


Für viele ist es bereits die Komödie des Jahres, ich hingegen bin noch etwas skeptisch. Der neue, internationale Trailer zu Tropic Thunder (Direktlink, allerdings keine berauschende Qualität) hilft mir dabei auch nicht groß, auch wenn er einige nette neue Szenen beinhaltet.


Tags , , , ,

Kung Fu (Panda) Fighting in Shawscope

Kung Fu Panda
(Mark Osborne, John Stevenson, USA 2008)
Kino

Das Wichtigste vielleicht zu erst: Die deutsche Synchronisation des knuffigen Helden, die Hape Kerkeling zuzuschreiben ist, ist eine dermaßen große Katastrophe, dass einem eigentlich schon nach den ersten Worten, die der gefräßige Panda spricht, jedwede Lust auf den Film vergeht. Kung Fu Panda beginnt mit einer furiosen Anfangssequenz, eine Traumsequenz wie sich kurze Zeit später herausstellt, wunderschön in 2D in Szene gesetzt und so temporeich, dass man sich danach erstmal nach einer Verschnaufpause sehnt. Die bekommt man auch, nur leider ist diese so lang geraten, dass man das Interesse schnell wieder verliert. Der Plot spielt schön mit Kung-Fu-Klischees, dürfte das Herz eines jeden Bruce-Lee-Fans aufgehen lassen und zeigt auch bei der Figurenzeichnung Feingefühl. Leider macht sich aber wie gesagt die Langeweile breit, zum einen wegen Kerkeling, zum anderen wegen dem schnellen Runtergespule der Geschichte (die zudem alles andere als neu ist).

Die Animationen sind dabei noch der größte Blickfang, denn auch wenn DreamWorks bei Weitem nicht an Genreriese Pixar herankommt, so ist auch hier ein deutlicher Qualitätssprung zu beobachten. Dieser beschränkt sich jedoch auf das Audiovisuelle, denn ansonsten hat Kung Fu Panda nicht viel zu bieten – außer einen angenehmen Zimmer-Score, der aber wiederum zu letzterem gehört. Inwiefern die deutsche Synchronisation – man hätte ja auch die Synchronsprecher der Originalstimmen verpflichten könne (also Jack Black, Angelina Jolie etc.) – meine negative Einstellung gegenüber Kung Fu Panda beeinträchtigt möchte ich nicht abschätzen, aber sie spielt eine Rolle, keine Frage. Kung Fu Panda bietet jedenfalls auch fernab seiner Charaktere und deren Stimmen nicht viele große oder gar lustige Momente. Vielmehr scheint man ein setting gesucht zu haben, um eine der häufigsten Kinogeschichten zu erzählen. Dann lieber noch mal Madagascar. (4/10)


Tags , , , ,

'Tropic Thunder': Neuer Red Band Trailer

Nach dem ersten Trailer zu Ben Stiller 'Kriegscomedy' Tropic Thunder, hat man nun einen neuen Trailer von der Leine gelassen – richtig, schon wieder einen Red Band Trailer… Teilweise sieht das nach richtig guter Comedy aus (die Anfangsszene), die bisweilen sogar Zucker/Abrams/Zucker-Gefilde betritt (das kleine Kind), dann aber auch wieder furchtbar platt wirkt (Jack Black am Essenstisch). Ich bin mir noch nicht ganz sicher, was da auf uns zukommen wird.


Tags , , , , ,

1 Video, 1 Day, 1 Dollar, Everyday

Be Kind Rewind
(Michel Gondry, USA 2008)
Kino

‘Be Kind Rewind’Trailer sind nichts anderes als Appetizer, mal können sie Interesse wecken, mal erreichen sie eher das Gegenteil. Der Trailer zu Be Kind Rewind gehört da zu Ersteren, denn seit dem Trailer zu Star Wars: Episode II – Attack of the Clones habe ich mich nicht mehr so auf einen Film gefreut respektive hohe Erwartungen gehegt. Die Idee – man fragt sich sowieso, warum bisher niemand auf diese geniale Idee kam -, die Musik, die Liebe zum Detail, die man da schon im Trailer wahrnehmen konnte, all das ist es, was so unglaublich 'putzig' aussieht. Michel Gondry, dessen Musikvideo Fell in Love with a Girl von den White Stripes ich wohl nie wieder vergessen werde, auch wenn ich den Song alles andere als mag, scheint mir ein regelrechter Querdenker zu sein, dessen Ideenreichtum wohl lange noch nicht erschöpft sein dürfte. Dass hohe Erwartungen jedoch oftmals auch zu Enttäuschungen führen, durfte ich schon oft genug erfahren, glücklicherweise aber nicht im Falle von Be Kind Rewind.

Die größte Überraschung – hat man nur den Trailer gesehen – dürfte zu allererst wohl die Tatsache sein, dass es hier nicht nur um das 'Schweden' (sweding) der Filme geht, sonder auch um die Liebe zu einem Musiker, zu Fats Waller, die gleichzeitig auch eine sozialdramatische Komponente in den Film bringt. Doch bis es dazu kommt zeigt uns Gondry erst einmal, wie es Jack Black schafft, alle Kassetten zu löschen. Er plant einen Anschlag auf ein Kraftwerk, das, so meint er, die Anwohner steuere und beeinflusse, und wird dabei magnetisiert (sieht man sich seine Figur an, wird das aber nicht das Einzige gewesen sein, so verrückt ist sie). Und schon hier zeigt Gondry, wie groß seine Liebe zum Detail, zum Absurden doch ist. Black und Def tragen Tarnanzüge, an und für sich nichts besonderes, aber wenn dieses dann buchstäblich so aussehen wie der Zaun, vor dem sie sich verstecken, inklusive 'Keep Out'-Schild, dann wird einem schnell bewusst, dass man es hier noch mit so einigen schrägen Typen und Situationen zu tun bekommen wird.

Und so kommt es dann auch, denn was macht eine Videothek ohne ihren Vorrat an Filmen? Was macht überhaupt eine Videothek, also eine Verleihstube mit VHS-Kassetten, im 21. Jahrhundert? Genau hier mag man ja durchaus denken, dass die VHS nur gewählt wurde, weil sie mit einfachsten Mitteln bearbeitet, also überspult werden kann. Doch weit gefehlt, denn Gondry nutzt sie nicht nur als Mittel zum Zweck, sondern veranschaulicht mit diesem alten, aber durchaus liebenswürdigem Medium eine ganze soziale Schicht und deren way of life. Die Videothek Fletchers (Danny Glover) ist nämlich keine gewöhnliche Videothek, wie die großen Ketten, die immer wieder als Kontrast herbeigezogen werden, sondern vielmehr Treffpunkt für die Nachbarschaft und Familie. Sie ist Zeichen für die Liebe zu etwas, die so einiges überlebt, auch wenn alles irgendwann der Modernisierung, des Überwindens, ausgesetzt ist. Es ist ein Kampf zwischen Jung und Alt, das zeigt die Unkenntnis Fletchers selbst nach einigen Recherchen.

Die VHS ist tot, die VHS lebt. VHS, das ist nicht nur ein Wort, sondern ein Synonym für eine Zeit, in der filmtechnisch fast alles möglich war und in der sich einiges änderte. Es gab viel Ramsch auf dem Markt, aber aus heutiger Sicht besitzen sie, vor allem die Cover, einen unglaublichen Nostalgiefaktor, wie sonst ist zu erklären, dass einige Label mittlerweile sogar DVDs veröffentlichen, die sich am Cover der VHS entweder orientieren oder dieses sogar gleich ganz übernehmen. Sie besitzt unglaublichen Charme, keine Frage (und den Videothekaren mehr eingebracht haben dürfte sie auch, denn wer vergaß nicht mal, die Kassette zurückzuspulen?). So sind die sweded films am Ende Mittel zum Zweck, was jedoch alles andere als negativ zu verstehen ist. Gondry baut eine Liebe zum Film auf, zu seinen Machern, zu seinen Ideengebern & Akteuren, die nicht einmal durch Sigourney Weavers launiges Cameo gestoppt werden kann. Die besten Geschichten schreibt das Leben, so heißt es, das erkennen dann schlussendlich auch Jerry und Mike.

Be Kind Rewind ist trotz dieser Liebeserklärung ans Kino zwar kein Film für Filmnerds – dazu sind die geschwedeten Filme viel zu mainstreamig -, zeigt aber, dass es auch Filme abseits großer Budgets, Effekte und Werbekampagnen gibt. Von letzterer ist Gondrys Film dann zwar auch stark geprägt – er schwedete den Trailer zum Film und sorgte für eine ganze Flut an geschwedeten Filmen -, aber ist das im Prinzip nichts anderes als ein Verstärker für die Prämisse von Be Kind Rewind? Gondrys Film ist genau das, was ich als süß, schrullig und gerade deshalb als absolut liebenswürdig bezeichnen würde. Lediglich am Schluss dreht der Film etwas an der Kitschschraube, was angesichts der Aussagen des Filmes zwar etwas heuchlerisch wirkt, andererseits ob des Handlungsverlaufes aber nur konsequent ist. Ein großer kleiner Film, der ob seinem Stein, den er ins Rollen gebracht hat, hoffentlich noch lange in Erinnerung bleiben wird. Ich bin gespannt, was man sich für die DVD ausdenken wird (wie wäre es denn mit einem Cover ähnlich der Criterion von Videodrome?). (8.5/10)


Tags , , , ,

'Tropic Thunder' Trailer: Soldiers, Brothers, Heroes

Nach dem Teaser zu Tropic Thunder war ich ja sehr skeptisch, dachte ich doch, dass der Film sich über all die Vietnamfilme lustig mache und damit die Veteranen auf den Arm nehme. Jetzt, nachdem der erste volle Trailer draußen ist (480p/720p/1080p), bin ich aber sehr angetan von Tropic Thunder, dürfte sich das Ganze doch eher auf der Film-im-Film-Ebene bewegen, was ich sehr begrüße. Und ich bin mir deshalb sicher: das wird ganz großes Kino!

‘Tropic Thunder’


Tags , , , ,

Französisches Poster zu BE KIND REWIND

Es will einfach nicht aufhören, das geniale Marketing zu Michel Gondrys BE KIND REWIND. Heute neu in der Videothek: Das französische Poster, das liebenswerter und passender kaum sein könnte. Weniger erfreulich ist jedoch der deutsche Titel, der jetzt nämlich feststeht – ABGEDREHT. Im Verleih ist das Ganze hier bei Senator, Kinostart ist der 03.04.

Be Kind Rewind French Poster

[Quelle: filmz.ru]


Tags , , , ,

Michel Gondry 'sweded' seinen eigenen Trailer

Also eines muss man ihm ja lassen: Die Ideen scheinen diesem Mann nie auszugehen. Erst 'sweded' er die großen Filme, macht darüber einen Film und jetzt muss sogar noch der Trailer ebendieses Filmes dran glauben. Gondry hat den Trailer zu BE KIND REWIND komplett allein gemacht und das Ergebnis kann sich nicht nur seiner Aberwitzigkeit wegen sehen lassen. Ich kann den 20.03. kaum erwarten…

Sweded Be Kind Rewind Trailer


Tags , , , ,