James Gandolfini stirbt im Alter von 51 Jahren


James Gandolfini ist gestern im Alter von 51 Jahren an den Folgen eines Herzinfarkts in Italien gestorben. Ich habe ihn zwar nie wirklich als Tony Soprano gesehen, da ich The Sopranos bis heute nicht gesehen habe, aber auch so vergisst man Gandolfini nicht so schnell, hat man ihn erst einmal gesehen. Ich glaube, ich habe ihn nie in einer Rolle gesehen, in der er der Sympathieträger war, aber das macht nichts, denn einer muss ihn ja ständig spielen, den Bösewicht. Zuletzt sah ich Gandolfini als CIA-Direktor Leon Panetta in Kathryn Bigelows Zero Dark Thirty. R.I.P., James!


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Tony Scott Retro: 'Crimson Tide'


Tony Scotts dritte Produktion mit Bruckheimer/Simpson und seine erste von insgesamt vier mit Denzel Washington ist auf den ersten Blick eigentlich kein typisches Scott-Gelände. Ein U-Boot-Thriller, das heißt enge Räume und kaum Bewegung – sowohl in den engen Gängen des Bootes als auch im Wasser selbst. Scott ist aber der Regisseur der schnellen Bewegungen, des Geschwindigkeitsrausches. Kampfjet, Rennwagen, um ihr Leben rennende Football-Spieler, sie alle eignen sich perfekt für Scotts schnelle Schnitte und rasante Kamerafahrten. Doch auch bei Crimson Tide gelingt es Scott – fast sogar noch besser als bei seinen anderen 'Bewegungs-Filmen' – ein Gefühl für die Gefahr des Ganzen zu vermitteln. Die U-Boot-Gänge sind äußerst eng, die U.S.S. Alabama gleitet in 900 Fuß Tiefe durch den Pazifik, und dennoch ist nicht nur die Gefahr, sondern auch die Angst immanent.

Scott beweist hier wie bei keinem seiner vorherigen Filme, welch ein inszenatorischer Meister er doch ist. Ein einfaches Stilmittel wie sein geliebter Dutch Angle wird hier zu einem Vermittler von Hektik, Hitze und schließlich Angespanntheit und Angst. Egal ob auf der Brücke oder im Maschinenraum, jedes Deck, jede Luke und jeder Raum wird zum 'War Room'. Scott schürt jedoch nicht erst im Boot die Gefahr und Angst, sondern bereits in der Exposition, wenn er ein erschreckend reales Szenario vermittelt, das nicht nur die Existenz seiner Protagonisten aufs Spiel stellt, sondern die der gesamten Menschheit. Zimmers Musik (eine seiner besten Arbeiten überhaupt) ist dabei so omnipräsent bedrohlich, dass es einem bisweilen kalt den Rücken hinunterläuft. Das Pathos des Filmes verkommt hier keinesfalls zum Kitsch wie in einigen seiner anderen Filme.

Crimson Tide ist auf jeglicher Ebene perfekt. Das Drehbuch, das von Tarantino und Sorkin aufgebessert wurde (was in vielen Szenen überdeutlich wird), funktioniert hervorragend und ist so viel mehr als das Männerduell zwischen Washington und Hackman, die sich beide den Arsch abspielen! Technisch holt Scott alles raus, was möglich ist und ist noch weit weg von seinen späteren visuellen Spielereien (die ich nichtsdestotrotz mag). Scotts bester Film. Ohne jeglichen Zweifel.


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Tony Scott Retro: 'True Romance'


Es dauert ziemlich lange bis man ansatzweise erkennt, dass es sich bei True Romance um einen Film von Tony Scott handelt. Nur im Ansatz, weil zirka 80% des Filmes Tarantinos Sprache sprechen. Die restlichen 20% gehen auf Scotts Kappe (haha!), was man vor allem gegen Ende bemerkt. Erst hier gibt es schnelle hektische Schnitte (Shootout) und den einen oder anderen Dutch Angle (die lauschenden Cops, der angeschossene Clarence). Und die letzte Einstellung ist dann auch eine untergehende Sonne – da bedarf es dann auch keinen End Credits, die sagen, dass es sich um 'A Film by Tony Scott' handelt. Dass es weniger Scotts und vielmehr Tarantinos Film ist, ist gar nicht weiter schlimm, denn bereits The Last Boy Scout war mehr Black als Scott. Und auch für sein nächstes Werk, Crimson Tide, nahm Tarantino wieder die Feder in die Hand.

Es sind vor allem kleinere Details, die Scotts Handschrift tragen: Dennis Hopper hat einen Hund (Scott liebt Haustiere!) und während er sich sein legendäres Wortgefecht mit Christopher Walken liefert, läuft im Hintergrund 'Sous le dôme épais'. Scott führt mit True Romance quasi weiter, was er mit The Last Boy Scout angefangen hat, nämlich den harten Actionthriller mit viel comic relief, der nicht unbedingt seinen Stempel trägt, dessen Einfluss aber durchaus wahrnehmbar ist (Scott hat einige Änderungen an Tarantinos Drehbuch vorgenommen). True Romance hat keinerlei Alterserscheinungen und funktioniert auch fast 20 Jahre später noch perfekt – auch, weil ich mich bei Tom Sizemore immer noch regelmäßig wegschmeiße! Er ist und bleibt für mich (zusammen mit Chris Penn) das heimliche Highlight des Films.


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Tony Scott und die Finanzkrise: 'The Taking of Pelham 1 2 3'


Manchmal hat man das Gefühl, dass sich Tony Scott und Michael Bay nichts schenken. Zumindest wenn es um die Optik geht. Wer da nun zu erst schnelle Schnittgewitter, 360-Grad-Schwenks und Helikopter zusammenführte sei dahingestellt. Tony Scotts Remake des gleichnamigen 70s-Thrillers beginnt dann auch mit dem erwarteten Schnittgewitter, gemäß der Tatsache, dass in der New Yorker U-Bahn niemals Stillstand herrscht und es hektisch zugeht, legt er gleich den Grundstein für den Plot. Und auch wenn es im Vergleich zu seinen letzten Filmen – allen voran Untertiteltechnisch – deutlich zahmer zur Sache geht, so lässt er doch keine optische Spielerei aus: von massiven Farbfilter bis hin zu Freeze Frames (und einer Google Earth ähnlichen Sequenz), und das alles in nur wenigen Minuten, so dass den ersten schon wieder schwindelig werden dürfte. Den Rest des Filmes bleibt es dann deutlich ruhiger, zumindest bis es an den Geldtransport geht, der eine unglaubliche Dynamik hat, auch wenn der Verlauf des Ganzen auch ohne Kenntnis des Originals schnell deutlich wird. Bevor dann auch die ersten Helis in der Luft sind, beschränkt sich Scott meist auf die Kameraschwenks um seine beiden Protagonisten. Kaum eine ruhige Einstellung bekommt man während des Kammerspieles – es beschränkt sich lange Zeit auf nur zwei Handlungsorte – spendiert, stets ist alles in Bewegung.

Ganz im Gegensatz zur Pelham 123. Dieses Duell zwischen Washington und Travolta funktioniert dann auch überraschend gut, entbehrt auch einer gewissen Spannung nicht, nur verkommt Travolta relativ schnell zur Witzfigur, wenn er Worte wie motherfucker inflationär häufig gebraucht, dazu mit einer Mimik 'glänzt', die an den Nic Cage der letzten Jahre erinnern. Auch die Sache mit der modernen Technik (wir erinnern uns, im Original gab es noch kein WLAN oder Mobilfunk) wird mehr schlecht als recht gelöst, so dass es nicht ganz passen will, wenn sich Scott an großen Monitoren und allerlei anderem Technikgedöns ergötzt. The Taking of Pelham 1 2 3 wäre gerne eine große Abrechnung mit den Profiteuren der Finanzkrise (die Sozialkritik gerät hier aber schnell an ihre Grenzen), unterscheidet sich gerade deswegen auch in großen Teilen vom Original (was nicht schlecht ist, im Gegenteil), stellt sich aber immer wieder selber ein Bein. Für einen spannenden Thriller mit schönem setting reicht das aber allemal. Und mindestens einen Pluspunkt für Maria Bartiromo (yummy!), die das Finanzgeschehen kommentieren darf. (7.5/10)


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'The Taking of Pelham 123': Zweiter Trailer zum Remake


Bereits der erste Trailer zu Tony Scotts Remake von The Taking of Pelham 123 hat mich alles andere als umgehauen. Leider verhält es sich mit dem zweiten, neuen Trailer (480p/720p/1080p) nicht groß anders, auch wenn der Trailer von einer typisch scott'schen Schnittorgie eingeleitet wird. Könnte der erste Scott werden, der mich wirklich enttäuscht – zumal das mittlerweile gesichtete Original ja wirklich ein charmantes 70s-Vehikel ist.


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'Where the Wild Things Are': Trailer zur Buchverfilmung


Gut, dann will ich den Trailer, nachdem ihn mittlerweile jeder in alle Himmel lobt, auch noch bringen. Dennoch muss ich, der das Buch nie gelesen beziehungsweise vorgelesen bekommen hat, sagen, dass es definitiv nicht my cup of tee ist. Bereits nach den ersten Bildern zu Spike Jonzes (Jackass, diverse bekannte Musikvideos) Where the Wild Things Are bekam ich vielmehr Fragezeichen über meinem Kopf als einen sabbernden Mund. Der Trailer (480p/720p/1080p), der jetzt draußen ist, bestätigt meinen 'Eindruck' und sieht zwar zugegeben nach einer äußerst schönen und vorallem bildgewaltigen Geschichte aus, aber nunmal nicht nach meiner.


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'The Taking of Pelham 123': Trailer zum Tony Scott Remake


Gestern habe ich aufgrund der vielen anderen Trailer ja ganz den zu Tony Scotts Remake von The Taking of Pelham 123 (480p/720p/1080p) vergessen. Aber im Nachhinein ist das nicht allzu schlimm, denn ich bin mir jedenfalls sicher, nichts verpasst zu haben. Travolta wirkt mehr als lächerlich, Washington scheint lediglich auf Autopilot zu stehen und seine Rollen aus Inside Man und Deja Vu zu wiederholen. Immerhin ist ja aber auch noch Gandolfini dabei – und eine Menge Helikopter … Dennoch: Ich bin alles andere als angetan, was mich angesichts der Tatsache, dass es sich um einen Scott handelt, selbst etwas wundert. Deutscher Kinostart ist der 10.09.


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