Die Oscar 2010 Predictions von Equilibrium


Gutschein Codes hat uns Filmblogger dazu aufgefordert, die Gewinner der 82. Annual Academy Awards zu tippen. Da diese ja ohnehin vor der Türe stehen und es zudem auch noch etwas zu gewinnen gibt, will auch ich hiermit meine Einschätzung abgeben. Die von mir Genannten stellen dabei jedoch nicht den von mir gewünschten Gewinner dar, sondern jenen, von dem ich ausgehe, dass er gewinnen wird. Ich habe zudem absichtlich nicht alle Kategorien getippt. Hier also nun meine Einschätzung:

# Bester Film The Hurt Locker
# Bester Hauptdarsteller Jeff Bridges
# Beste Hauptdarstellerin Sandra Bullock
# Bester Nebendarsteller Christoph Waltz
# Beste Nebendarstellerin Mo'Nique
# Beste Regie Kathryn Bigelow
# Bester animierter Spielfilm Up
# Bester fremdsprachiger Film Das weiße Band
# Bester Dokumentarfilm The Cove
# Bestes Szenenbild Avatar
# Bestes Kostümdesign Nine
# Beste Kamera Inglourious Basterds
# Beste Filmmusik Up
# Bester Filmsong 'The Weary Kid' – Crazy Heart
# Bester Schnitt The Hurt Locker
# Bestes Originaldrehbuch Inglourious Basterds
# Bestes adaptiertes Drehbuch Up in the Air
# Bester Tonschnitt Avatar
# Bester Ton Avatar
# Bestes Make-up The Young Victoria
# Bester animierter Kurzfilm A Matter of Loaf and Death
# Beste visuelle Effekte Avatar

In der Nacht vom 07. auf den 08. März wissen wir dann mehr. Die Verleihung inkl. der Show vom Roten Teppich ist wie immer live auf ProSieben zu sehen.


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Whiskey und Country, unser täglich Brot: 'Crazy Heart'


Es kommt wie jedes Jahr pünktlich zur Award-Season, das typische Oscarmaterial. Im letzten Jahr war es David Finchers Obergurke The Curious Case of Benjamin Button, 2010 gibt es gleich eine ganze Reihe von diesen Filmen, denen man zu jeder Sekunde ansieht, dass sie für die Augen der Oscarjury gemacht wurden. Natürlich wäre hier The Blind Side (Besprechung folgt) zu nennen, konservativ-reaktionäres Kino der selbstgefälligsten Sorte. Nicht minder kalkuliert scheint aber auch Crazy Heart, eine Art diesjähriger The Wrestler, nur geht es eben statt um einen Wrestler um einen Countrysänger. Jeff Bridges darf hier einen ebenso erfolglosen alten Hasen wie Mickey Rourke mimen und wird damit nicht minder über den Klee gelobt wie im letzten Jahr Rourke. Crazy Heart verfügt dabei über die üblichen Muster und Sequenzen, die solch eine Art Oscardrama benötigt.

Bad Blake (Jeff Bridges) spielt sich mit seinen alten Countrysongs die Seele aus dem Leib, den Rest erledigt der Alkohol, dem er noch deutlich mehr zugewandt ist als seiner Karriere, die ihn seit Jahren ohnehin nur noch in die schäbigsten Bars des Landes führt. Dabei ist es aber durchaus erstaunlich, wie gut Bridges den abhalfterten Musiker gibt, allen voran auch deshalb, weil seine Stimme sicherlich nicht gerade die schlechteste ist, im Gegenteil.

Keine Frage, Bridges war schon immer ein toller Schauspieler, das hat er unter anderem in Arlington Road bewiesen, einer seiner besten Rollen. Es ist vielmehr das 'was', das Bridges hier spielen muss. Es wirkt dabei schon fast so, als hätte man eine Merkliste abzuarbeiten, denn wenn Bridges mal gerade nicht am Frauen anbaggern ist, dann trinkt er sich bis in den Schlaf. Alles ist seinem Bad Blake egal, erst recht sein Manager, den er immer wieder wüst beschimpft. Natürlich gibt es einen Grund für all diesen Zorn, den er mal mehr, mal weniger in sich hineinfrisst: Tommy Sweet (Colin Farrell), ein deutlich jüngerer Countrysänger, der Blake nicht mehr allzu viel Ruhm in der Branche übrig lässt. Ja, das Alter eben. So muss sich Blake dann auch jeden Tag aufs Neue aufraffen, erst recht mit all dem Alkohol im Blut. Eines Tages findet er in Jungjournalistin Jean (Maggie Gyllenhaal), die ebenfalls deutlich jünger ist als er, eine neue, wenn auch ungleiche, Liebe. Besitzt dieser Mensch, der ein Schatten seiner selbst ist, wirklich so viel Charme und Charisma, dass er Frauen, die seine Tochter sein könnten, rumkriegt? Hollywood as Hollywood can.

Doch damit ist die Merkliste jedoch noch lange nicht abgehakt, denn diese Harmonie muss naturgemäß aus dem Gleichgewicht gebracht werden, nur um am Ende wieder ins Gleichgewicht zu kommen, zumindest grob. So sieht Blake erst deutlich zu spät ein, welch große Probleme er eigentlich hat, zu spät, denn er hat bereits einen fatalen Fehler begangen, der das Idyll erst einmal zerstört. Maggie Gyllenhaal ist bei alledem zwar gut und wie immer äußerst nett anzuschauen, nur ist auch hier das Problem, dass ihre Figur über ihren Schablonencharakter nicht hinauskommt. Sie hat die Schnauze voll von den Männern, wurde zu oft enttäuscht, sie ist allein erziehend und will natürlich nur das Beste für ihren kleinen Sohn, dennoch geht sie die Amour fou ein. Sie kann nur enttäuscht werden, das weiß sie und das weiß auch der Zuschauer. Es folgt das große Klimax, es kommt das, was nach all den Merklisten und Drehbuch-101-Kursen nur konsequent erscheint. Und schließlich durfte Bridges bis zu diesem Zeitpunkt auch oft genug zur Flasche greifen und auch dem Unaufmerksamsten deutlich gemacht haben, dass er ob seiner Karriere frustriert ist und deshalb das Heil im Whiskey sucht.

Natürlich ist die Geschichte an sich eine rührende, das war auch Finchers Film im letzten Jahr schon. Es sind einfach diese gewissen Tasten – allen voran die Mischung aus Kitsch und Pathos -, die man drücken muss, um den Zuschauer vereinnahmen zu können. Das ist mal mehr sichtbar, mal weniger. Nur, wer will schon offen gelegt bekommen, dass er gerade manipuliert wird? Da kann Maggie Gyllenhaal noch so oft die Augen schmerzhaft aufreißen oder Jeff Bridges noch so oft aus dem Bett plumpsen wie ein nasser Sack Kartoffeln, das Drehbuch kann dies einfach nicht ordentlich stemmen (wirft man einen Blick auf die Drehbuchentwürfe, dann wird einem noch übler ob einiger Sequenzen, die bei Verwirklichung dieser Entwürfe nahezu absurd gewirkt hätten). Was bleibt sind zwei tolle Protagonisten, die den Kampf gegen ein käsiges Drehbuch leider recht schnell verlieren. (6/10)


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It's Only in Your Mind: 'The Men Who Stare at Goats' Trailer


Und schon wieder sind unsere Jungs im Irak – dieses Mal aber weder in Form eines Thrillers, noch eines Actioners, sondern in Form einer Komödie, die auf dem gleichnamigen Roman von Jon Ronson basiert, The Men Who Stare at Goats. Richtig, der Titel klingt schon genau so bescheuert wie der Trailer zur Verfilmung selbst (480p/720p/1080p), aber das durchaus im positiven Sinne. So lange das Ganze keine Buffalo Soldiers-Gefilde betritt ist auch alles in Ordnung. Deutscher Kinostart ist am 4. März 2010.


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'Iron Man' in Deutschland nur gekürzt zu sehen

Da erwähnt man gerade noch, dass man nach dem Abspann von Iron Man unbedingt sitzen bleiben sollte, da man sonst etwas Erfreuliches verpasst, da kommt auch schon eine weitere Nachricht zum Film – dieses Mal aber eine alles andere als erfreuliche. Iron Man ist laut ersten Kinogängern und der OFDb nämlich an fünf Stellen gekürzt:

* Beim Überfall auf den Konvoi gleich zu Beginn fehlte die Erschießung des jungen Soldaten, der neben Stark auf der Rückbank sitzt. Dabei wurden die Einschüsse durch die Autotür entfernt (in manchen Trailern enthalten).
* Als Stark im Iron Man-Prototyp eine Rakete auf Raza abfeuert, stürzt über diesem ein Stück Höhle ein und begräbt ihn.
* Bei der Zerstörung des Terroristencamps gehen eigentlich mehr Mensch und Material in Flammen auf.
* Die Erschießung gleich mehrerer Terroristen auf einen Streich, die sich hinter menschlichen Schutzschildern verstecken wurde beschnitten.
* Nachdem Iron Man Abu in bester RoboCop-Manier durch die Wand im überfallenen Dorf gezogen hat, wirft er ihn der geschundenen Bevölkerung vor und verkündet, sie sollen mit ihm machen, was sie wollen.

Da der Film selbst in den USA PG-13 ist, fragt man sich zu Recht, was das eigentlich soll. Ich kann jedenfalls bestätigen, dass genannte Szenen in den Pressevorführungen definitiv enthalten waren (dafür ja aber nicht das Cameo Samuel L. Jacksons – so was nennt man wohl Gerechtigkeit… ;-)). Mal schauen, ob in Kürze ein offizielles Statment des Verleihers oder der FSK zu erwarten ist.


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»Yeah. I can fly.«

Iron Man
(Jon Favreau, USA 2008)
Kino

Irgendwann im Film ist Tony Stark (Robert Downey Jr.) so weit, er hat seinen bewaffneten Metallpanzer fertig, durchbricht erst die Eisentür, schlägt ein Paar Taliban an die Höhlenwand und findet schließlich den Weg hinaus aus der Höhle. Vor ihm: zwei Dutzend Taliban, bis an die Zähne bewaffnet, aber dennoch sichtlich nervös. Kein Wunder, denn es ist ein schräges, kaum vorstellbares Etwas, das ihnen da gegenübersteht und sie in Kürze mit Flammenwerfern grillen wird. Es ist eine der Szenen, die klarmacht, um was es sich bei Iron Man handelt, nämlich um eine Comicverfilmung, die zu nichts weiter als eine Comicverfilmung sein will. Jon Favreaus Film heuchelt keinerlei Tiefe, versucht die Klischees gar nicht erst zu umgehen, sondern das Beste aus ihnen zu machen. Egal ob love interest Gwyneth Paltrow, Superplayboy Tony Stark oder der undurchsichtige, kaum wieder zu erkennende Jeff Bridges – Iron Man weiß, dass das alles nötig ist, um einem Comic gerecht zu werden. So ist das Geschehen dann auch stets mit einem zwinkernden Auge zu sehen oder anders gesagt: es geht gar nicht ohne dieses, denn wie sind Stark respektive die Taliban bitteschön an all das Material zum Bau des Panzers gekommen?

Keinesfalls soll das jedoch nun implizieren, dass hier nichts funktioniert und ein Klischee nach dem anderen 0815-mäßig abgehandelt wird. Vielmehr ist das Ganze einfach eine der wenigen wirklichen Comics in bewegten Bildern: bunt, schnell, laut. Iron Man legt dabei auch keinesfalls nur Wert auf Action, sondern auch auf den Mythos seiner Figur selbst. Beginnt der Film ziemlich unvermittelt mit einigen Actioneinlagen, so besinnt er sich im Mittelteil zunehmend auf die Figur und den Charakter Tony Starks. Ein Mann wird vom scheinbar gewissenlosen Waffenhändler – man nennt ihn "Merchant of Death", was ihm auch gut gefällt – zum wahrhaftigen Superhelden, der einmal mehr gegen das Böse kämpft. Dabei ist Iron Man weitaus weniger pathetisch als beispielsweise ein Spider-Man, verzichtet zudem auch weitestgehend auf den moralischen Zeigefinger (selbst die Taliban gleichen hier mehr dem 0815 Schurken als fundamentalen Terroristen). Und selbst wenn er ihn einmal erhebt, so sind die Fronten dennoch stets klar gezeichnet: Unsere Jungs in Afghanistan/Irak brauchen moderne Waffen (und sei es eben das Iron-Man-Skelett, das schließlich auch bewaffnet ist), dementsprechend 'stylish' und laut wird das Militär dann auch inszeniert.

Sowieso beweist Favreau ein ordentliches Geschick für die Inszenierung seines Superhelden. Selbst als Stark sein 'Kostüm' perfektioniert hat – wofür sich der Film rund ein Drittel der Laufzeit Zeit nimmt -, bricht nicht etwa gleich die Action los, sondern die Zeit wird sinnvoll investiert, um es am Ende dann richtig krachen zu lassen. Die Besetzung des Oberbösewichts fällt, zugegeben, recht öde aus, und auch der eigentliche Kampf wirkt artifizieller als in nahezu jeder anderen Comicverfilmung. Doch genau hier hat Iron Man den Kollegen auch einen großen Vorteil: er besitzt nämlich eine große Portion Humor. Das ist zum größten Teil Robert Downey Jr. zu verdanken, der für die Rolle des Tony Stark wie gemacht zu sein scheint – nicht vergessen: Heroes aren't born. They're built. – und der Figur mit seinem charmanten Spiel ein unglaubliches Charisma verleiht. So ist Iron Man einer der wenigen Comichelden, der keinerlei Bedenken wegen seines Handelns hat, keine inneren Konflikte auszutragen hat. Und genau das macht ihn auch so sympathisch, denn während viele genau hier in die Pathos-Moral-Epik-Kiste greifen, bleibt Iron Man stets ein Unterhaltungsvehikel.

Auch wenn Iron Man sicherlich nicht der bekannteste Held aus dem Universum Marvels ist, so ist er dennoch eine der besten Verfilmungen – nicht nur aus dem Hause Marvel, sondern überhaupt. Auch wenn die Trailer fast schon alle Highlights vorwegnehmen (gut, wann trifft das bei einem Film mal nicht zu?), so dürften Fans des Genres definitiv auf ihre Kosten kommen. Natürlich wird der Kampf an den Kinokassen entschieden, aber ich bin mir sicher, dass von der diesjährigen Konkurrenz nur noch The Dark Knight zur Konkurrenz aufsteigen dürfte. Bei The Incredible Hulk frage ich mich nämlich noch immer, was eine erneute Verfilmung überhaupt soll, trotz Cameos von Tony Stark alias Iron Man. Der Film Iron Man ist jedenfalls ein unglaublich charmantes, buntes und lautes Knallbonbon von Comicfilm, das von seinem Hauptdarsteller getragen, eine der schönsten Formen des Popcornkinos darstellt. (8/10)


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