'Top Gun' bekommt ein Sequel und wir ein passendes Kostüm

Hierbei handelt es sich um ein außerredaktionellen Post

Er gehört zu den Klassikern nicht nur von Regisseur Tony Scott, sondern vor allem auch des Kinos der 1980er Jahre. Die Rede ist natürlich vom Tom-Cruise-Klassiker Top Gun, der einfach nicht alt werden kann, sondern immer noch so adrenalinfreudig ist wie eh und je. Ich für meinen Teil kann ihn zumindest auch in 10 Jahren noch sehen, denn hier ist nicht wirklich etwas dated, außer dem politischen Rahmen vielleicht. Ist ein Film erfolgreich gewesen, gibt es sofort Spekulationen um eine Fortsetzung. Die gibt es auch seit Jahren schon bei Top Gun, der endlich einen zweiten Teil erhalten soll. Natürlich mit Tom Cruise und auch Val Kilmer, wie er in einem Interview mit Larry King verrät. Sicher ist allerdings noch nichts, denn in der Gerüchteküche wird heiß gekocht – und es wird ja immer heißer gekocht als gegessen, wie wir wissen. Produzent Jerry Bruckheimer, der ja seit kurzem bei Paramount ist, wird die Fortsetzung wohl produzieren – immerhin hat er ja auch das Original zu verantworten.

Wann auch immer es genau zur Fortsetzung kommen wird, Top Gun ist längst ein Teil der Popkultur. Man denke nur an Quentin Tarantinos Monolog zum Film, dem er einen homoerotischen Subtext zuschreibt (den es ohne Frage ja auch gibt) oder jene Szene aus How I Met Your Mother, in der Barney auf einmal vor Teds Haustüre steht und sich das komplette Fliegeroutfit übergestreift hat. Vor allem in den nächsten Wochen wird man wohl wieder viele in diesem Outfit vorfinden, startet doch der Karneval wieder, bei dem das Top Gun-Kostüm sehr gerne und viel getragen wird. Ich bin zwar kein Faschingsfan, aber wenn es mich doch mal auf eine Faschingsparty verschlagen sollte, wüsste ich jedenfalls, welches Outfit ich mir besorgen würde. Ich sagte es ja bereits: Top Gun wird einfach nicht alt!


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Tony Scott Retro: 'Crimson Tide'


Tony Scotts dritte Produktion mit Bruckheimer/Simpson und seine erste von insgesamt vier mit Denzel Washington ist auf den ersten Blick eigentlich kein typisches Scott-Gelände. Ein U-Boot-Thriller, das heißt enge Räume und kaum Bewegung – sowohl in den engen Gängen des Bootes als auch im Wasser selbst. Scott ist aber der Regisseur der schnellen Bewegungen, des Geschwindigkeitsrausches. Kampfjet, Rennwagen, um ihr Leben rennende Football-Spieler, sie alle eignen sich perfekt für Scotts schnelle Schnitte und rasante Kamerafahrten. Doch auch bei Crimson Tide gelingt es Scott – fast sogar noch besser als bei seinen anderen 'Bewegungs-Filmen' – ein Gefühl für die Gefahr des Ganzen zu vermitteln. Die U-Boot-Gänge sind äußerst eng, die U.S.S. Alabama gleitet in 900 Fuß Tiefe durch den Pazifik, und dennoch ist nicht nur die Gefahr, sondern auch die Angst immanent.

Scott beweist hier wie bei keinem seiner vorherigen Filme, welch ein inszenatorischer Meister er doch ist. Ein einfaches Stilmittel wie sein geliebter Dutch Angle wird hier zu einem Vermittler von Hektik, Hitze und schließlich Angespanntheit und Angst. Egal ob auf der Brücke oder im Maschinenraum, jedes Deck, jede Luke und jeder Raum wird zum 'War Room'. Scott schürt jedoch nicht erst im Boot die Gefahr und Angst, sondern bereits in der Exposition, wenn er ein erschreckend reales Szenario vermittelt, das nicht nur die Existenz seiner Protagonisten aufs Spiel stellt, sondern die der gesamten Menschheit. Zimmers Musik (eine seiner besten Arbeiten überhaupt) ist dabei so omnipräsent bedrohlich, dass es einem bisweilen kalt den Rücken hinunterläuft. Das Pathos des Filmes verkommt hier keinesfalls zum Kitsch wie in einigen seiner anderen Filme.

Crimson Tide ist auf jeglicher Ebene perfekt. Das Drehbuch, das von Tarantino und Sorkin aufgebessert wurde (was in vielen Szenen überdeutlich wird), funktioniert hervorragend und ist so viel mehr als das Männerduell zwischen Washington und Hackman, die sich beide den Arsch abspielen! Technisch holt Scott alles raus, was möglich ist und ist noch weit weg von seinen späteren visuellen Spielereien (die ich nichtsdestotrotz mag). Scotts bester Film. Ohne jeglichen Zweifel.


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Tony Scott Retro: 'Days of Thunder'


Es hat den Anschein, als käme Maverick auf seiner Harley (?) direkt von seiner (ehrenhaften) Entlassung aus der Navy. Er hat den Tod von Goose noch immer nicht verkraftet und sucht sich nun ein neues Adrenalin-haltiges Hobby. Er landet schließlich bei Robert Duvall und Randy Quaids Team, bei dem er fortan als NASCAR-Fahrer den Kick sucht und findet. Es ist genau dieser Shot mit Cruise auf dem Motorrad vor der untergehenden Sonne, die das Scope-Bild orangener nicht färben könnte, das zu dieser Annahme verleitet und uns so bekannt vorkommt.

Und natürlich die Tatsache, dass Days of Thunder ein Quasi-Remake von Top Gun ist – nur mit Rennautos statt Kampffliegern. Der Werdegang Cruises vom Hotshot zum Gewinner ist dabei fast noch etwas platter als in Top Gun, die Konflikte nicht wirklich interessant oder von Bedeutung. Das Mädchen in Form seiner späteren Frau Nicole Kidman bekommt er ja ohnehin – egal, wie oft er den Karren (buchstäblich) gegen die Wand fährt. Es liegt vielleicht auch zu einem nicht unerheblichen Teil daran, dass mich Autorennen nicht das Geringste interessieren, aber bei meiner Erstsichtung von Days of Thunder wollte der Funke einfach nicht überspringen.


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Tony Scott Retro: 'Beverly Hills Cop II'


So richtig will man nicht glauben, dass es sich um einen Tony-Scott-Film handelt. Sicher, es gibt einige Anzeichen dafür, dass es doch so ist, am offensichtlichsten ist da der Wechsel vom 1.85:1-Bild zum 2.35:1-Bild (es ist der einzige in der Reihe, der das Scope-Format nutzt) oder die Rückkehr der Tauben im Lagerhaus, aber irgendetwas fehlt. Man merkt Beverly Hills Cop II jedenfalls deutlich an, dass Scott Simpson/Bruckheimer wohl nur einen Gefallen tat, die ihn nach Top Gun unbedingt als Regisseur für das Sequel haben wollten. Natürlich schlägt sich das vor allem im Look des Filmes nieder, der einmal mehr in knallige Orangetöne getaucht ist und jeden Sonnenuntergang voll ausreizt, aber vor allem auf Plotebene ist das einfach nur eine äußerst mediokre Fortführung der Geschichte und vor allem Figuren.

Taggart hat auf einmal Eheprobleme? Rosewood hat einen Pflanzen- und Waffen-Fetisch? Hinzu kommt, dass die Bösewichte, äußerst blass bleiben, obwohl oder gerade weil es so viele sind. Auch die Anspielungen auf First Blood, Cobra und Co. wirken etwas zu forciert und deplatziert. In den Actionszenen am Ende dringen sie dann wieder ein klein wenig durch, die Tony-Scott-ismen. Bis zum Finale muss man aber viel zu lange warten – und sich viel zu viele Dialoge anhören (die so heute teils nicht mehr möglich wären). Gott sei Dank ist Scott nie wieder zu diesem jobber geworden.


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