Johnnie Tos 'Blind Detective' Trailer: Andy Lau als blinder Cop

Man könnte sich durchaus fragen, ob Johnnie To eigentlich noch etwas anderes als Filme macht. Die Antwort müsste wohl ein klares 'nein' sein, wenn man einen Blick auf seine Filmografie wirft (wenn er nicht gerade als Regisseur tätig ist, dann produziert er). Mit Drug War (Du zhan), dessen Trailer ziemlich vielversprechend daherkommt und der am 18. April in den Hong Konger Kinos anläuft, scheint er aber noch nicht genug zu haben, denn ebenfalls 2013 kommt auch sein anderes Crime-Drama Blind Detective (Man Tam) in die Kinos. Andy Lau spielt darin die Hauptrolle des nach einem Unfall sehbehinderten Cops, der sich deshalb aber noch lange nicht aus der Verbrechensbekämpfung zurück ziehen will … Der kurze Teaser sieht ebenfalls recht vielversprechend aus, auch wenn ich mich auf Drug War doch etwas mehr freue.

(Via the-gaffer.de)


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Das blutige Geschäft mit den Drogen: Neuer 'Drug War' Trailer

Vier Monate ist es schon wieder her, dass der Trailer zu Johnnie Tos Drug War (Du zhan) erschienen ist. Damals hatte ich noch auf ein eventuelles Screening auf der Berlinale spekuliert, aber Pustekuchen. In Hong Kong startet Tos Film am 18. April; es dürfte also wohl noch etwas dauern bis Drug War auch bei uns zu sehen sein wird. Bis dahin kann man sich die Zeit allerdings mit dem neuen Trailer versüßen, der erneut ziemlich geil aussieht und auch recht blutig daherkommt.

(Via Twitch)


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Trailer zu Johnnie Tos neuem Actionthriller 'Drug War'

Johnnie To hat einen neuen Film. Ja, das hat der Gute sogar mehrmals pro Jahr, aber der frische Trailer zu seinem neuesten Actionthriller Drug War (Du zhan) rockt ziemlich fett! Er wird in den nächsten Tagen in Rom zu sehen sein und im Dezember nach China in die Kinos kommen. Anfang nächstes Jahr darf dann wohl mit einer DVD gerechnet werden – oder vielleicht bereits mit einem Screening auf der Berlinale?

(Via Twitch)


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The Final Destination: 'Accident' DVD Review


Es ist ein wenig ruhig geworden um den Hong-Kong-Thriller. Stand vor wenigen Jahren noch der großartige Infernal Affairs für den mehrfach Oscar-prämierten The Departed Modell, gab es in letzter Zeit zwar weiterhin gute, aber nur noch selten Beiträge, die aus der Masse herausstachen und eine wirkliche Chance hatten, auch im Westen bekannt zu werden. Wenn doch einmal ein Film auffällt, besteht eine nicht geringe Chance, dass der Name Johnny To mit ihm in Verbindung steht. To beweist mit seiner Produktionsfirma Milkyway immer wieder ein ausgezeichnetes Gespür für hervorragende Thriller, sei es nun als Regisseur (Running out of Time, Election, Exiled) oder, wie in diesem Fall, als Produzent.

Kwok-fai Ho (Louis Koo) ist der Kopf einer erfolgreichen Gruppe von Auftragskillern. Kopf im Sinne des Anführers, aber auch im Sinne des großen, detailversessenen Planers. Denn die Gruppe ist besonders deswegen erfolgreich, da die von ihnen ausgeübten Morde nicht als solche erkennbar sind. Stattdessen konstruiert Ho komplizierte Kettenreaktionen, die zu Unfällen führen, welche die Zielperson ohne direktes Zutun eines Killers zu Tode kommen lassen. Die Behörden schöpfen somit auch keinen Verdacht und kommen erst gar nicht auf die Idee, jemanden wegen des Mordes zu verfolgen. Bei einem dieser Einsätze verläuft das Geschehen alles andere als nach Plan.

Es kommt zu einem tragischen Unfall, der den Tod eines Team-Mitgliedes zur Folge hat. Ho, der selbst seine Frau bei einem Autounfall verloren hat, weiß, dass es sich tatsächlich nur um einen Unfall gehandelt haben könnte. Doch aufgrund seiner Tätigkeit weiß er ebenso, dass es auch durchaus eben kein unglücklicher Zufall gewesen sein könnte, der den Tod seines Kollegen verursacht hat, sondern ein gezieltes Attentat. Spätestens als er einen Einbruch in seine Wohnung am selben Tag feststellen muss, lässt ihn dieser Gedanke nicht los und er widmet fortan jede wache Minute der Aufklärung dieser möglichen Verschwörung.

Vor allem in Anbetracht der Tatsache dass asiatische Filmemacher gerne Thriller jenseits der zwei Stunden produzieren, ist Accident (Yi ngoi) mit 87 Minuten Laufzeit verhältnismäßig kurz geraten. Das ist in diesem Fall jedoch keinesfalls ein Nachteil. In seiner Kürze ist der Film dafür umso dichter gestaltet. Accident präsentiert sich mit einem hervorragend ausgearbeitetem Plot, der in der ersten Hälfte einen spannenden, urbanen Thriller darstellt, sich in der zweiten Hälfte aber in eine ganz andere Richtung entwickelt und fast schon zu einem Charakterstück mutiert. Dabei lockt er immer wieder auf falsche Fährten und entpuppt sich als deutlich vielschichtiger und weniger vorhersehbar, als es der erfahrene Zuschauer womöglich meint. Einzig einige wenige narrative Schwächen, Plausibilitätsprobleme und logische Unstimmigkeiten fallen negativ ins Gewicht. Spätestens jedoch mit dem Finale, das perfekter nicht hätte sein können, sind diese aber verzeihlich.

Besonders die zweite, sehr charakterbezogene Hälfte des Filmes verlangt einem Schauspieler viel ab. Louis Koo, einer der zurecht meistgefragtesten Darsteller Hong Kongs, liefert in seiner Darbietung des Kwok-fai Ho eine der besten, wenn nicht sogar die beste Leistung seiner bisherigen Karriere ab. Er beweist erneut seine gewaltige Vielseitigkeit und meistert den Spagat zwischen dem kalten, emotionslosen und analytisch vorgehenden Killer und einem zunehmend in Paranoia versinkenden Mann, mit dem der Zuschauer schließlich mitfühlen können sollte, ausgezeichnet. Für den Erfolg des Films ist das essenziell, denn letztlich ist Accident eine One-Man-Show. Louis Koo ist alleiniger Hauptdarsteller, der in nahezu jeder Szene zu sehen ist und so ist es, neben dem bis auf wenige Schwächen hervorragenden Skript, vor allem ihm zu verdanken, dass Accident dermaßen gut funktioniert.

Für Regisseur Soi Cheang (Love Battlefield, Dog Bite Dog) dürfte Accident der endgültige Durchbruch sein. Bereits die ausgezeichnete Eröffnungssequenz packt den Zuschauer und zieht in sogleich mitten in das Geschehen hinein. Die Detailversessenheit seiner Hauptfigur setzt Cheang auch in seiner Inszenierung um und überlässt nichts dem Zufall. Jedes Bild ist präzise gestaltet und glücklicherweise verzichtet er auf überstilisierte Hochglanz-Actionsequenzen, sondern inszeniert Accident mit zurückhaltendem Realismus.

Accident ist eine ausgewogene Mischung aus hervorragendem Thriller und tiefgründiger Charakterstudie und nach wenigen Höhepunkten des Hong-Kong-Thrillers der letzten Jahre ein dringend nötiger und zugleich erfrischender Beweis für die Leistungsfähigkeit des Filmstandorts. Hollywood darf sich hier ein Beispiel nehmen, denn Accident beweist, dass die guten, neuen Ideen noch lange nicht erschöpft sind. Accident ist in seiner nahezu perfekten Ausführung sicherlich kein Unfall, sondern ein seltener Glücksfall. (8.5/10)

Die DVD ist seit dem 21. Oktober im Handel (Amazon-Partnerlink) und kann hier technisch nicht beurteilt werden, da ein Presseexemplar vorlag.

- Kritik von Christoph Gumpert


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Nutshell 13.02.08

Nach ewig langer Zeit mal wieder ein Nutshell, da heute ja doch recht viel passiert ist.

24 wird vor 2009 wohl nicht ausgestrahlt werden – nein!‘Sparrow’

Neue Bilder zu Indiana Jones IV

Das erste Videomaterial zu Aronofskys The Wrestler

Posterkünstler John Alvin stirbt im Alter von erst 59 Jahren

Fox plant eine Monsterbox zu AVP

Thomas Groh über Johnnie Tos Wettbewerbsbeitrag Sparrow (Man jeuk)

Michael Bay scheint das 'Drehbuch' zu Transformers 2 fertig gestellt zu haben


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Wettbewerbsprogramm der 58. Berlinale

Logo der BerlinaleEs ist bald wieder soweit, Deutschland darf eines der bedeutendsten Filmfestivals der Welt austragen, nämlich die Berlinale. Diese findet in diesem Jahr vom 07.02. bis zum 17.02. statt und wartet neben einer Retrospektive zu Luis Buñuel und zahlreichen anderen Programmpunkten (Talent Campus, Panorama) natürlich auch wieder mit 21 Filmen, die im offiziellen Wettbewerb laufen, auf. Dieses Jahr gehen die folgenden Filme an den Start:

Kirschblüten – Hanami von Doris Dörrie (Deutschland)
There Will Be Blood von Paul Thomas Anderson (Vereinigte Staaten)
S.O.P. Standard Operating Procedure von Errol Morris (Vereinigte Staaten)
Happy-Go-Lucky von Mike Leigh (Großbritannien)
Gardens of the Night von Damian Harris (Großbritannien)
Elegy von Isabel Coixet (Spanien)
Julia von Erick Zonca (Frankreich)
Lady Jane von Robert Guédiguian (Frankreich)
Feuerherz von Luigi Falorni (Italien)
Caos calmo von Antonello Grimaldi (Italien) Berline Wettbewerbsposter
Restless von Amos Kollek (Israel)
Zou You (In Love We Trust) von Wang Xiaoshuai (China)
Sparrow von Johnny To (Hongkong/China)
Kabei (Kabei – Our Mother) von Yoji Yamada (Japan)
Lake Tahoe von Fernando Eimbcke (Mexiko)
Tropa de Elite (Die Elite-Einheit) von José Padilha (Brasilien)
Ballast von Lance Hammer (Vereinigte Staaten)
Bam gua Nat (Night and Day) von Hong Sangsoo (Südkorea)
Il y a longtemps que je taime (I've Loved You So Long) von Philippe Claudel (Frankreich)
Musta Jaä (Black Ice) von Petri Kotwica (Finnland)
Avaze Gonjeshk-ha (The Song Of Sparrows) von Majid Majidi (Iran)

Außer Konkurrenz laufen zudem:

Shine a Light von Martin Scorsese (Vereinigte Staaten)
Katyn von Andrzej Wajda (Polen)
Fireflies in the Garden von Dennis Lee (Vereinigte Staaten)
The Other Boleyn Girl von Justin Chadwick (Großbritannien)
Be Kind Rewind von Michel Gondry (Frankreich) (FAZ)

Besonders gespannt bin ich auf Johnnie Tos Neuen, SPARROW, THERE WILL BE BLOOD (wobei der ja kurze Zeit später regulär anläuft), und natürlich auf Michel Gondrys BE KIND REWIND. Blöd nur, dass ich zirka 600 Kilometer von Berlin entfernt wohne und deshalb keinen der Filme zu sehen bekomme. Naja, wenn das ZDF es wie letztes Jahr hält, dann wird es zumindest als kleinen Trost täglich ein Journal live von der Berlinale geben (hoffentlich wieder mit Kathrin Bauerfeind). Wie sieht es denn mit meinen Lesern aus – wird von Euch jemand anwesend sein?


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Nutshell 11.01.08

Da ich heute nahezu den ganzen Tag in Stuttgart bei diversen Verlagen verbracht habe (okay, Schleichwerbung: Diesterweg, Cornelesen & Klett) und unzählige Bücher mit nach Hause schleppen durfte, der heutige Tag aber auch filmtechnisch recht ereignisreich war, leider nur ein Nutshell.

Trailer zu Romeros DIARY OF THE DEADDiary of the Dead Poster

6 Clips zu RAMBO

Trailer zu Johnnie Tos Neuem, LINGER

CNN interviewt Jet Li

Universal & HD DVD – semper fi

Trailer zum deutschen "Experiment" DIE WELLE


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Woo meets To

Exiled (無極)
(Johnnie To, Hong Kong 2006)
DVD

ExiledFreundschat, für eine Sache sein Leben geben, für einen Freund, einen seiner besten. Schon John Woo kannte vor 20 Jahren kein anderes Thema. Es scheint ein wichtiges für die Asiaten zu sein, ein Thema, das alle betrifft. Würde ich mein Leben für einen Freund geben, denn ich seit meiner Kindheit kenne. Würde ich in den heroic bloodshed eingreifen? Für die Protagonisten aus Tos EXILED sind die Antworten dieser Fragen offensichtlich: ja, ja und ja. Trotz anfänglicher Bedenken, der Zusammenhalt, die gemeinsame Geschichte soll sie letzten Endes stärken und zu einem Band zusammenschweißen. Sie fünf sind Verstoßene, ungebildete Männer, die nichts weiter haben als ihre Erfahrung, ihre Waffen und sich selbst. Und trotz – oder gerade aufgrund – ihrer kriminellen Machenschaften (wobei, wirklich Unschuldige kommen durch sie direkt zumindest nicht ums Leben) sind sie uns so sympathisch. Sie sind einfach, kennen die Härte des Lebens und das Gesetz der Straße.

Mit EXILED hat To ein weiteres Highlight seines Schaffens (es sei jedoch angemerkt, dass mir PTU nicht viel geben konnte) auf die Beine gestellt, das sich vor Woo und Co. nicht im Geringsten zu verstecken braucht. Es ist genau diese Art von Film, die man die letzten Jahre nur noch aus Hong Kong zu sehen bekommt, wenn überhaupt. Es ist ein Actionfilm in Reinform, ohne unnötigen Schnickschnack, ohne Zeitlupen, entfremdende Bildfilter oder sonstigem Gedöns – einfach ein schönes Kugelballet, das zu jeder Sekunde nostalgische Gedanken weckt. Es ist aber auch tiefgehendes Drama mit einigen Anfällen von Humor, die nüchterner aber gleichzeitig auch lustiger nicht sein könnten (allen voran Simon Yam als schmieriger und herrlich fieser Gangsterboss). Den Charakteren und der Action wird gleichermaßen viel Zeit zugeschrieben, ohne dass eines von beidem auf der Strecke bleibt. Das benötigt Fingerspitzengefühl und Timing, zwei Dinge, die To sehr gut zu beherrschen scheint. Und trotz aller Parallelen zu Woo stellt er eine eigne Geschichte auf die Beine, eine, die trotz ihrer unzähligen Verwertungen nie langweilig wird.

Die Prämisse ist zutiefst menschlich und lobenswert, und gerade deshalb so intensiv. Ich weiß, dass diese Besetzung bereits in Tos THE MISSION (鎗火) zusammentraf, aber man kann sie nicht oft genug loben, die Harmonie und das Charisma, das von ihnen ausgeht. Es gibt den alten Hasen (Anthony Wong), den Anführer. Es gibt die Jungspunde (Francis Ng, Nick Cheung) und den, der nicht so recht hineinpassen will (Suet Lam), aber dessen Qualitäten dennoch keiner missen will. Sie wollen sich alle nicht missen, nicht einmal im Tod. (8/10)


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