Zum Weinen schön: 'Wish I Was Here'


Wish I Was Here ist das Kickstarter-Projekt von Kult-Seriendarsteller Zach Braff (Scrubs), der schon mit seinem Vorgängerfilm Garden State Erfolge feierte. Aiden (Zach Braff) arbeitet als Schauspieler in Los Angeles, hat aber schon seit Jahren keinen größeren Erfolg mehr vorweisen können. Gemeinsam mit seiner Frau Sarah (Kate Hudson) und seinen zwei Kindern kommt er nur knapp über die Runden. Die Rechnung für die teure Privatschule zahlt sein Vater Saul (Mandy Patinkin). Als ihn eines Tages die Nachricht vom bevorstehenden Krebs-Tod seines Vaters erreicht, versucht er sein Leben zu ordnen und neue Prioritäten zu setzen. Kurzerhand beschließt er seine Kinder selbst zu unterrichten und ihnen einige Lebensweisheiten aus seinem eigenen Leben zu vermitteln …

Zach Braff spielt die Rolle des verzweifelten Familienvaters so gekonnt, dass er so manchem Zuschauer Pipi in die Augen lockt. Und auch Kate Hudson (How to Lose a Guy in 10 Days) hat ihre Hausaufgaben gemacht. Charmant wie eh und je spielt sie die süße und starke Frau an Braffs Seite- ein tolles Duo auf der Leinwand! Verzweiflung, Geldsorgen und Trauer sind eine super Ausgangslage für jegliche Dramen. Allerdings gelingt es Braff eine Geschichte zu erzählen, die viele Momente zum Schmunzeln, Besinnen und Mitfühlen bietet. Und auch der Realitätsbezug ist hierbei gut gelungen. Kein Kitsch und keine Überdramatisierung. Ein toller Film, zum Weinen als auch Lachen! (9/10)

- Kritik von Julia


Tags , , , , , , , ,

Neuer Trailer zu Winterbottoms 'The Killer Inside Me'


Auch wenn es auf der diesjährigen Berlinale so einige Filme gab, die für Aufsehen gesorgt haben, so bleibt mir vor allem Michael Winterbottoms The Killer Inside Me im Gedächtnis, der nicht nur wegen seiner Gewalt in den Feuilletons für Aufregung sorgte. IFC Films hat nicht nur einen neuen Trailer zum Film veröffentlicht, sondern auch ein neues Poster. Beide sehen dabei wie erwartet großartig aus, auch wenn die vielen Zitate im Trailer einmal mehr stören – dass Casey Affleck ein unterschätzter Darsteller ist, weiß man spätestens seit seiner Performance in The Assassinaton of Jesse James by the Coward Robert Ford. Trotz der hohen Wellen in Berlin, Sundance und Tribeca, scheint Winterbottoms Neuer noch keinen Verleih hierzulande gefunden zu haben. Bleibt zu hoffen, dass sich dies schnell ändert.

(Via The Playlist)


Tags , , , , , , , , , , , ,

Kein Schatz zum Verlieben

Fool's Gold
(Andy Tennant, USA 2008)
Kino

‘Fool’s Gold’Bei Definitely, Maybe hatte ich es ja erst erwähnt, dass die Amerikaner einfach keine RomComs machen können, und was zeigt Fool's Gold? Richtig, er ist wieder mal ein herrlicher Beleg für ebendiese Tatsache. Matthew McConaughey – den ich bisher wohl nicht im O-Ton gesehen habe, denn sonst wäre ich wohl nicht so überrascht gewesen, dass er bisweilen spricht, als sei er behindert – lockt die Frauen, Kate Hudson sorgt dafür, dass auch das männliche Publikum den Weg in den Kinosaal findet. Dazu gesellt sich ein Donald Sutherland, dem man sein Alter immer mehr ansieht, und ihm deshalb auch vergeben mag, dass er sich für solch einen Schund hergibt. Seine Rolle ist unfassbar grauenvoll, ist aber nur das i-Tüpfelchen einer vermeintlich humorvollen Katastrophe. Andy Tennant, der zuletzt für das Will-Smith-Vehikel Hitch verantwortlich zeichnete, den ich bis heute nicht gesehen habe, schafft es einfach nicht, auch nur eine einzige ordentliche Figur auf die Leinwand zu bringen. Vielmehr wirkt hier jeder wie ein Klischee des Klischees.

Tennant bedient sich nahezu aller Randgruppen. Da wäre zum einen McConaugheys Figur, hübsch, aber dumm wie ein Stück Brot. Kate Hudson ist die schöne Blonde, selbstbewusst und smart, die ihrem vermeintlichen Lover auch gerne mal Paroli bietet. Zu den beiden gesellen sich dann noch ein Schwulenpaar, das ob seiner Stereotypie schmerzvoller nicht sein könnte (mark my words: Die Schwulen werden diesen Film hassen!), ein ausländischer Sidekick, schwarze (!) Gangster und eine Tochter (Sutherlands), die zwar gewollt schmerzt, deshalb aber auch nicht erträglicher ist. Tennant begeht hierbei auch schon einen fatalen Fehler, indem er nicht nur einen Sidekick präsentiert, sondern gleich – nein, nicht zwei, nicht drei – vier Stück! Dass das nicht gut gehen kann, erst recht wenn keiner davon auch nur ansatzweise Humor besitzt, dürfte klar sein. Lieder beschränkt sich dieses Prinzip aber nicht nur auf die Figuren, sondern auch auf den Handlungsverlauf, der repetitiver und unspannender nicht sein könnte.

Was in Fool's Gold am ehesten noch funktioniert, sind seine Formalia. Welche Bilderflut einen hier bisweilen förmlich erschlägt, ist wirklich toll, auch wenn es im Endeffekt nichts anderes als ein großes Werbevideo für die Tourismusbranche der Karibik ist (aber wer findet die Karibik bitteschön nicht toll respektive träumt von einem Trip dorthin?). Das ändert aber auch nichts and der Tatsache, dass der Film einfach viel zu überkandidelt und überfrachtet ist – alles soll irgendwie niedlich und lustig sein, zudem noch spannend, doch ist es in Wirklichkeit nichts anderes als nervtötend und vor Klischees triefend. Ein mindestens so großes Wrack von Film wie das anfangs gesunkene Boot. (3.5/10)


Tags , , , ,