Der neue MaxXimum Sound in den CinemaxX Kinos

Ich war heute im Sindelfinger CinemaxX, wo es eine kleine Pressekonferenz zum neuen 'MaxXimum Sound'-System gab, mit dem CinemaxX das Tonerlebnis im Kino revolutionieren möchte und das gerade auch stark beworben wird. Um das neue Tonsystem, das laut Pressesprecher Arne Schmidt pro Saal 100.000 EUR kostet, zu demonstrieren, zeigte man uns einige Trailer, die das Sounderlebnis voll entfalten sollten. Natürlich sind Trailer nicht die beste Methode, um großartigen Sound zu demonstrieren, aber ich muss dennoch sagen, dass es mich im wahrsten Sinne des Wortes weggeblasen hat.

Wenn es nach mir ginge, dann könnte der Ton im Kino eh nicht laut genug sein, aber diese Demonstration war ziemlich perfekt, was die Lautstärke anging. Gut, man muss zwar bedenken, dass der Sall im Prinzip leer war, aber das, was man hören konnte, hat dennoch beeindruckt, auch wenn es vor allem surroundtechnisch noch etwas präziser ginge (aber wie gesagt, da spielen ja dann auch wieder die Trailer mit rein).

Bisher hat CinemaxX das neue Soundsystem nur in einem einzigen Saal – in den meisten Kinos zumindest. Natürlich laufen in diesem Saal dann nur die Filme, die das neue Soundsystem auch ausreizen. Besonders in Verbindung mit 3D ist das ein Highlight, denn zwar kannte ich den Star Wars: Episode I – The Phantom Menace-Trailer schon aus dem Netz, aber ihn in 3D und mit MaxXimum Sound zu sehen, war noch mal ein völlig anderes Erlebnis. Dito der Titanic-3D-Trailer – der Film ist mir nach wie vor Latte, aber wenn das Schiff untergeht und Céline Dions Pathosbombe ertönt, dann ist das schon irgendwie gigantisch.

Ich freue mich jedenfalls schon auf die Blockbuster der Saison mit diesem neuen System, das vielleicht keine Revolution ist, aber eine eindrucksvolle Verbesserung. Jetzt bereue ich, dass ich New Kids Nitro nicht im CinemaxX gesehen habe, denn dieser Sound und dann noch Paul Elstaks Hardcore-Einlagen … Eine Übersicht (inklusive Auflistung aller Säle, die mit dem System ausgestattet sind) zu MaxXimum Sound gibt es auf der CinemaxX-Page zu MaxXimum Sound. Ich erwähne das hier nicht etwa, weil ich kostenlose PR für CinemaxX machen möchte, sondern weil ich solch eine Verbesserung wirklich sehr begrüße.


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Die Qual der Wahl: Alle Kinos in Berlin


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Das Kino ist ein sehr vielschichtiger Ort. Mal ist es Ort der Ruhe, mal Ort der Spannung und manchmal auch Ort des Horrors (nicht nur filmtechnisch, sondern auch wegen der Nebensitzer). Unzählige Menschen zieht es Jahr für Jahr in die Lichtspielhäuser, die zwar immer wieder klagen, wie schlecht es ihnen doch geht, wenn aber Blockbuster laufen volle Häuser haben. Dominant in der deutschen Kinolandschaft sind dabei vor allem die großen Multiplexe, die man mittlerweile in jeder Kleinstadt findet. Hier kommt einem nicht selten alles wie eine einzige Massenabfertigung vor. Viel interessanter sind da schon die kleinen Kinos, die sich noch mehr um das Medium zu kümmern scheinen und mit Service aufwarten. Schöne, einheitliche Westen beim Personal, Platzanweiser und frisches Popcorn können beispielsweise noch immer großen Eindruck schinden. Und irgendwie fühlt man sich auch wohler, weil die Atmosphäre meist familiärer ist und die Säle noch aussehen wie in den guten alten Zeiten.

Wie gesagt, in jeder Kleinstadt gibt es mittlerweile ein Multiplex, aber die kleineren Programmkinos sucht man meist vergebens. Hier dürfen sich vor allem die Hauptstädter freuen, denn in der Region Berlin-Brandenburg gibt es mehr Kinos als man sich vorstellen, geschweige denn wünschen kann. Allein in Berlin gibt es über 60 Kinos, die mit einer unglaublichen Vielfalt aufwarten. Mal ganz davon abgesehen, dass ein Normalsterblicher gar nicht so viel Urlaub hat, um in einem Jahr all diese Kinos zu besuchen. Tja, wer die Wahl hat, hat eben auch die Qual. Wenigstens können die Berliner und Brandenburger davon ausgehen, dass bei ihnen so gut wie jeder Neustart gezeigt werden dürfte – genügend Kinos stehen dafür ja zur Verfügung. Eine Auflistung aller Kinos in Berlin findet man beispielsweise unter http://www.in-berlin-brandenburg.com/Location/Kinos/ – mitsamt den Adressen und Telefonnummern. Jetzt braucht man eigentlich nur noch seine Freunde und frisches Popcorn, dann kann der Filmgenuss los gehen!


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Die Flop 10 des Kinojahres 2011


Und schon wieder ist das Jahr rum. Nun, nicht ganz, denn morgen ist ja auch noch ein Tag, der Tag. Bevor ich an Silvester meine Top 10 des Kinojahres 2011 präsentieren werde, will ich Euch heute als Einstimmung meine persönlichen Flop 10 zeigen – die 10 Filme, die mir in diesem Jahr am meisten Schmerzen bereitet haben. Knapp die Hälfte davon habe ich auf der Berlinale gesehen, weshalb ich meine erste Berlinale auch nicht unbedingt als eine allzu gute werten würde.

Hier zeigte er seine hässliche Fratze, der sozialkritische, ach so besserwisserische, dabei aber nur gängige Klischees ausbeutende Gutmenschen-Film (so nennen ich ihn jetzt einfach mal), der dabei so schrecklich nichtssagend ist und die Nerven eines jeden halbwegs denkenden Menschen auf die Probe stellt. Das ist genau jene Kategorie Film, die man Freitag Abend im ZDF unter dem Deckmantel aspekte pusht, denn immerhin sollte sich der Bildungsbürger hier ja angesprochen fühlen – das gilt mindestens für die ersten vier Platzierungen.

Die anderen Platzierungen fallen nicht unbedingt in diese Kategorie, sondern sind einfach nur schlecht. So werde ich auch in zehn Jahren noch nicht verstehen, was an Bridesmaids so lustig sein soll oder was an der Asi-Exploitation Winter's Bone so sehenswert sein soll. An Confessions stellte ich hohe Erwartungen, da er bereits Mitte des Jahres sehr viele positive Stimmen für sich gewinnen konnte, die ich beim besten Willen nicht nachvollziehen konnte.

Bei den beiden Runners-up bin ich mir zumindest bei Trash Humpers nicht ganz sicher, ob das nun Ultrakunst war (auch so ein Wort, das dieses Jahr die Runde unter den Filmleuten gemacht hat) oder einfach nur totale Scheiße. Sicher ist jedenfalls, dass ich nicht nur einmal die Vorspultaste gedrückt hielt, was nicht gerade für Ersteres spricht. Wer wenn nicht wir ist dabei in die vorhin genannte ZDF-aspekte-Kategorie einzuordnen.

Einerseits bin ich froh, dass ich The Green Lantern nicht gesehen habe, andererseits habe ich die Blu-ray hier liegen, konnte mich aber nicht dazu durchringen ihm den Vorrang vor X-Men: First Class zu geben. Dem Trailer nach wäre er aber mit ziemlicher Sicherheit auch auf der Liste gelandet; ziemlich weit vorne sogar. In jedem Falle aber bin ich froh, dass es in diesem Jahr dann doch meist mediokre statt schlechte Filme waren, die ich gesehen habe. Mal sehen, was das 2012 auf uns zukommt.

Hier also die Liste: (ausführliche Erläuterungen erspare ich mir, da die meisten ja wissen, wo man mehr darüber findet.)

10. Bad Teacher

09. Bridesmaids

08. London Boulevard

07. Winter's Bone

06. The Beaver

05. Confessions (Kokuhaku)

04. Yelling to the Sky

03. Almanya – Willkommen in Deutschland

02. Pina

01. The Future

Runners-up: Trash Humpers, Wer wenn nicht wir


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Mit Groupon bleibt im Kino auch noch Geld für Popcorn


Ärgert ihr euch auch immer über die hohen Preise für Kinokarten? Wenn man an einem Samstagabend ins Kino gehen möchte und womöglich noch auf die Idee kommt, Popcorn und ein Bier zu kaufen, dann ist man ja schnell 20 Euro los. Das ist zum einen ärgerlich und zum anderen hält es viele davon ab, noch viel öfter ins Kino zu gehen. Doch es gibt eine Lösung: denn immer mehr Gutscheinportale bieten im Internet tolle Coupons auch für günstige Kinokarten an. Ein solches Gutscheinportal ist Groupon. Dort gibt es immer wieder Kooperationen mit verschiedenen Kinoketten, wodurch dir tolle Gutscheine angeboten werden können. Mit diesen Coupons kannst Du beim Kauf von Kinokarten Rabatte von bis zu 70 Prozent bekommen. Und das Tolle ist – es ist dabei völlig egal, welchen Film Du schauen möchtest oder wann.

Die Gutscheine gelten in der Regel sogar für alle Kinos des jeweiligen Unternehmens. So könnt ihr in vielen verschiedenen Städten sparen. Diese Coupons könnt ihr übrigens auch super an eure kinobegeisterten Freunde verschenken, denn sie sind nicht an den Käufer gebunden. Ein Gutschein für günstige Kinokarten – das ist doch das perfekte Geschenk für Filmfreunde. Gönnt euch die besten Plätze im Kino zu den besten Zeiten und ärgert euch nie wieder über die hohen Preise für Kinokarten. Schaut einfach mal bei Groupon vorbei und seht euch die aktuellen Angebote im Bereich Kinokarten an. Sicher ist auch für Vorstellungen in eurer Stadt der ein oder andere interessante Gutschein dabei, wie zum Beispiel dieses Groupon Angebot in Berlin.


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Carlsbergs virales Marketing ist buchstäblich großes Kino

Man stelle sich vor man will mit seiner Freundin einen netten Abend im Kino verbringen und trifft im 150-Sitze-Saal dann auf 148 Biker. Ziemlich beschissen, wie die meisten Paare finden, denn nur wenige trauen sich die zwei einzig freien Sitze zu suchen und sich unter das Biker-Volk zu mischen. Jene, die den Mut aufbringen, werden dafür aber auch fürstlich entlohnt – mit einem eiskalten Carlsberg. Großes Kino, was Carlsberg da geschaffen hat. Virales Marketing at its best – das muss selbst ich als nicht-Bier-Trinker zugeben. Ich geh' jetzt erstmal ein Carlsberg trinken *zisch*


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kino.to ist endgültig down und es kümmert mich nicht


Das Szenario dürfte wohl jeder kennen: Du fragst deine Freunde ob sie mit dir in diesen und jenen Film kommen wollen – ja, das kommt vor, denn auch ich kann nicht immer zu jeder PV – und du bekommst als Antwort nur ein "Habe ich schon gesehen." Du fragst sie dann nicht unbedingt wo, denn du weißt genau, dass heute Donnerstag ist und der Film somit erst heute startet. Einige geben dann natürlich auch unverblümt zu, dass sie ihn bei kino.to gesehen haben. Und ich frage mich dann nur einmal mehr: Wer macht so was!? Mal im ernst: Wer schaut sich denn wirklich Filme auf diesem Portal an, das ich zwar nie genutzt habe, aber doch auch kenne, klar. Ich will jetzt nicht etwa wieder die alte Film-ist-Kunst-und-muss-entsprechend-gewürdigt-werden-Diskussion anstoßen, aber dass das alles nicht ganz koscher war, dürfte doch jedem bewusst gewesen sein, oder?

Heute wurde kino.to nämlich dicht gemacht. Auf der Homepage findet sich nun ein dezenter Hinweis der KriPo, dass Urheberrechtsverletzungen kein Kavaliersdelikt seien und so weiter. Jetzt ist die Internetwelt natürlich einmal mehr in Aufruhr, denn natürlich hat kino.to nie wirklich jemand genutzt. Was von Beginn an eigentlich nur eine Frage der Zeit war, ist nun eingetreten. Und schon fragen sich die Ersten: Ist das Ganze vielleicht doch nur ein PR-Stunt – oder wurde die Seite vielleicht gehackt? Couldn't care less, kann ich als jemand, der seine DVDs und Blu-rays noch anständig kauft (oder halt Rezi-Exemplare bekommt), dazu nur sagen. Sollte es wirklich bei einer Abschaltung und strafrechtlichen Verfolgung der Betreiber bleiben, freut mich das auch etwas für die Kinobetreiber (wobei wohl durchaus bezweifelt werden darf, ob jetzt wirklich wieder mehr Menschen ins Kino gehen). Keine Frage, diese tun genug selbst dafür, dass es ihnen schlecht geht, aber ins Kino zu gehen ist einfach etwas anderes als vor dem 21 Zoll großen Monitor zu sitzen.

Anyways, auch wenn Twitter schon wieder mit schlechten Witzen zum Thema zu explodieren scheint: Sind da heute nicht ein paar Reissäcke in China umgefallen …? Ach ja, Kollege SvenKietzke hat einige der wenigen klugen Gedanken zum Thema auf Twitter geäußert.


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Gewinnt zwei Freikarten für Terrence Malicks 'The Tree of Life'


Dieser Post wird an oberster Stelle gehalten, alle anderen neuen Posts finden sich darunter

Die ganze Filmwelt spricht aktuell über Terrence Malicks The Tree of Life, der erst kürzlich die Goldene Palme in Cannes gewonnen hat. In den deutschen Kinos wird er ab 16. Juni zu sehen sein. Aus diesem Anlass möchte ich in Zusammenarbeit mit Concorde Filmverleih 1×2 Tickets zum Film verlosen. Um teilzunehmen müsst Ihr hier lediglich einen Kommentar hinterlassen oder den Beitrag bei Equilibrium auf Facebook mit 'Gefällt mir' markieren. Zeit habt Ihr dafür bis Montag, 06. Juni, 23.59 Uhr. Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen. Ich wünsche allen Teilnehmern viel Glück!

Edit, 07. Juni: Random.org hat sich für Andreas G. entschieden, der sich über zwei Tickets für den Film freuen darf! Glückwunsch, Andreas! Allen anderen danke ich für Ihre Partizipation und vertröste Euch hiermit auf das nächste Gewinnspiel.


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Aktion 'Kino kann …' Was kann Kino für Blogger?


Warum gehen wir ins Kino? Was kann das Kino in unserem Leben verändern? Was ist es, das uns verzaubert? Um diese Frage zu beantworten, hat Christian die Aktion 'Kino kann …' ins Leben gerufen, die nicht nur Filmblogger, sondern alle Blogger dazu aufruft, diesen Satz zu vervöllständigen. 'Kino kann Verlangen erwecken', sage ich und schiele dabei besonders gen Kieślowski … Jetzt seid natürlich Ihr gefragt: Was kann das Kino für Euch? Drüben bei Christian gibt es alle Infos zur Aktion, sowie Banner und Trailer, die er extra für die Aktion angefertigt hat. Unter allen Teilnehmern verlost er zudem diverse DVDs.


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Trailer zur restaurierten Fassung von 'Metropolis'


Das US-amerikanische Label Kino hat einen Trailer (480p/720p/1080p) zur restaurierten Fassung von Fritz Langs Metropolis veröffentlicht, die ja vergangenen Februar auf der Berlinale uraufgeführt wurde. Kino bringt den Film in den Staaten nämlich in einigen ausgewählten Städten nochmal ins Kino (was hierzulande auch ein feiner Zug wäre). Ich habe die Liveaufführung, die arte damals im Rahmen der Berlinale übertrug, zwar aufgezeichnet, aber immer noch nicht gesehen.

(Via Filmforen)


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Das Kinojahr 2009: Die besten Filme des Jahres


Das Jahr 2009 hat in wenigen Tagen ein Ende, und damit liegt auch ein weiteres Jahr voller Filme hinter uns. Ein ziemlich gutes Jahr, möchte ich doch meinen. Zum einen, weil ich mir viel Müller gezielt erspart habe, zum anderen weil ich ganz besonders ein Genre für mich entdeckt habe: den Dokumentarfilm. Noch nie habe ich in einem Jahr so viele Dokus gesehen, noch nie war ich von diesen so fasziniert wie 2009. Für mich persönlich ganz klar das Jahr des Dokumentarfilms, auch, weil er gegenüber dem Spielfilm noch immer eine Art Schattendasein führt, leider (man schaue sich nur mal die Kopienanzahl an, mit der Dokus hierzulande starten). Doch nicht nur aktuellen Dokus fieberte ich entgegen, auch viele Klassiker gilt es nun nachzuholen.

Oft zeigen Dokus, dass das Leben selbst eben doch noch die besten Geschichten schreibt, wobei das Wort 'besten' hier sicherlich mehr als nur ambivalent ist. Sie zeigen auch, dass es keinem gigantischen Budget bedarf, um den Rezipienten für sich zu gewinnen und ihm etwas zu erzählen. Natürlich scheint der Trend des Dokumentarfilms dahingehend, immer mehr Elemente des Spielfilmes zu adaptieren, und seien es nur die szenischen Nachstellungen mit Schauspielern. Bei all diesen tollen Erlebnissen freut es natürlich umso mehr, wenn eine Film wie Anvil! The Story of Anvil nach einer halben Ewigkeit doch noch eine deutsche Kinoauswertung erfährt, weshalb er auf dieser Liste auch nicht vertreten ist.

Dass der Spielfilm bei alledem aber dennoch die führende Rolle einnimmt, ist selbstredend. So waren es in diesem Jahr vor allem die Comebacks, die mich begeistern konnten. Egal ob Mickey Rourkes Comeback oder Quentin Tarantinos lautstarke Rückkehr, auch die Rückkehr einer über 20 Jahre alten Graphic Novel, die nichts von ihrer Aktualität verloren hat, ist hierbei zu erwähnen. Natürlich hätte ich gerne noch viel mehr potentielle Kandidaten gesehen beziehungsweise nachgeholt, allen voran Love Exposure, aber das gehört ja irgendwie auch dazu, dass man das eine oder andere verpasst. Einen ganz besonderen Platz nimmt in diesem Jahr sicherlich Lars von Triers Antichrist ein. Selten war ich in meinem Urteil innerlich so zerrissen über einen Film wie hier. Die digitale Zweitsichtung hat mich in meiner Urteilsfindung schließlich gefestigt, und so markiert von Trier damit den interessantesten Film des Jahres.

Natürlich ist die Frage hier angebracht, was einen guten Film auszeichnet – ob es seine technische und narrative Finesse ist oder ob er seinen Rezipienten einfach so emotional einbindet, sei es dass er ihn frisst und etwas später wieder auskotzt, wie es bei Antichrist der Fall war, dass man sich danach irgendwie ’geschändet’ fühlt. Am besten eine Kombination aus allem natürlich. Ist Film nicht oftmals gerade deswegen auch eine Dichotomie? Ein Film, bei dem einfach alles stimmt, markierte in diesem Jahr den wohl schönsten Kinobesuch. Casablanca im OV-Kino zu sehen, mitten unter Amerikanern, Deutschen, Jungen, Alten, Tränen und Gelächter, werde ich so schnell nicht vergessen.

Bevor ich aber endgültig zur Liste komme, möchte ich noch einige besondere Momente aufzählen, die es nicht in die Liste geschafft haben, die ich aber ebenfalls nicht mehr so schnell vergessen werde. Als erstes ist hier sicherlich Clint Eastwood zu nennen, der mit Changeling und Gran Torino gleich zwei großartige Filme in diesem Jahr präsentierte. Der Abspann von Letzterem, unterlegt mit einem Song von Jamie Cullum und Eastwood selbst, geht nicht nur unter die Haut, sondern markiert auch den Abschied eines ganz Großen des Mediums. Erwähnen möchte ich auch When Borat Came to Town, der die Schattenseite der Industrie rund um Brüno und Borat eindringlich veranschaulicht.

Ferner bleiben die Erschießung Stauffenbergs und dessen Mitverschwörer in Valkyrie, die Schlussszenen aus Man on Wire und In the Shadow of the Moon, sowie Harvey Milks Tod in Milk in Erinnerung. Ebenfalls erwähnenswert: das Ganzkörpertourette aus Crank: High Voltage, die Texttafeln in Defiance, der Gartentanz aus Coraline, die Kraft der schwarz-weiß-Bilder in Das weiße Band, das Finale von Paranormal Activity, die ersten 20 Minuten aus Where the Wild Things Are und die Schießereien in Public Enemies. Ein schönes Kinojahr geht zu Ende, doch.

10. (500) Days of Summer

Die Frischzellenkur, die die RomCom dringend gebraucht hat. Tolle, sympathische Jungdarsteller, eine zeitlose Geschichte und ein wundervoller Soundtrack. Da will man sich glatt wieder verlieben. Oder auch nicht. // Meine Besprechung

09. Watchmen

Natürlich konnte Snyder nicht an die Brillanz der Vorlage anknüpfen, erst recht nicht was die Narratologie angeht, aber er hat es dennoch geschafft, die Graphic Novel auf die Leinwand zu zaubern. Abstriche oder besser gesagt eine Abstrahierung muss man fast immer in Kauf nehmen, was aber nicht zwangsweise etwas Negatives sein muss. // Meine Besprechung

08. Redemption

Drei junge US-Soldaten, die aus dem Irak desertiert sind, berichten in ihrem Zufluchtsort Kanada von ihren Erlebnissen und philosophieren über das Leben danach (und davor). Ein eindringliches Porträt über Krieg und Frieden, verpasste Chancen, und das Leben mit Krieg und Exil.

07. Capitalism: A Love Story

Dass Moore ganz ohne Polemik nicht kann, sehe ich ja ein, dadurch wären seine Filme wohl auch deutlich langweiliger. Hier verzichtet er aber weitestgehend auf allzu manipulative Bilder und setzt stattdessen auf harte Fakten, die so zwar nicht unbedingt neu sein mögen, in dieser gebündelten Quantität aber des Öfteren für lange Gesichter sorgen. Eine schöne Symbiose aus Humor, Fakten und Dramaturgie. // Meine Besprechung

06. Drag Me to Hell

Sam Raimi zitiert sich nicht nur fleißig selbst, sondern bereichert das Genre damit einmal mehr. Sein Film zeigt in bester Manier, wie effektiv Horror auch ohne literweise Blut sein kann, ohne an Ekel zu verlieren. Eine der größten Überraschungen des Kinojahres, das Sound Design ist schlichtweg fantastisch. // Meine Besprechung

05. Religulous

Mal mehr, mal weniger respektvoll fragt sich Bill Maher durch die großen Weltreligionen und enttarnt dabei den einen oder anderen Scharlatan – oder noch besser: lässt sich ihn selbst enttarnen, indem er sich um Kopf und Kragen redet. Dazwischen gibt es Michael-Moore-like Clips aus Nachrichten, Propagandavideos und Filmen. Gegen Ende hin zwar etwas moralisch überladen, aber so was von unterhaltsam. // Meine Besprechung

04. Antichrist

Die Vertreibung aus dem Paradies, Freud, Schuld und Sühne, Religion, Misogynie, prätentiöses Egogewichse, Kommerz – nur einige Stichworte, die mir zum Film einfallen und die deutlich machen, wie interessant und ergiebig von Triers Film doch ist. // Meine Besprechung

03. Inglourious Basterds

Tarantino kehrt nahezu alle Nazi-Topoi um und hält Goebbels und Hitler damit den Spiegel direkt vor die Visage, in die sie später kaltes Blei bekommen. Die Rechte hat getobt, der Rest feiert Tarantinos etwas anderes period piece nahezu einstimmig. // Meine Besprechung

02. The Wrestler

Eine ebenso zeitlose wie intensive Geschichte um die Ruhe nach dem Sturm und vor dem Sturm. Rourke spielt sich buchstäblich die Seele aus dem Leib und sorgt für die schönste Schlusseinstellung des Jahres. Manchmal muss man in den einen Moment eben alles stecken, was man hat. // Meine Besprechung

01. The English Surgeon

Ein englischer Chirurg hilft seinem ukrainischen Kollegen im medizinischen Dritte-Welt-Land Ukraine und legt ein trauriges Schicksal nach dem anderen offen. Ein zutiefst humanistischer Film um Freundschaft, Ethos und die kleinen Momente im Leben. // Meine Besprechung

(Dank an Tilo Hensel, der für die Collage verantwortlich zeichnet)


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