Magnum 5 Kisses: Wim Wenders’ Kurzfilm mit Liv Tyler

Wim Wenders gehört wohl zu den recht wenigen deutschen Regisseuren, die auch im Ausland bekannt sind. Der Mann mit der grauen Mähne und der schwarzen Brille ist aber auch niemand, den man als großer Fan von Blockbustern kennen dürfte. Obwohl er in der letzten Zeit durchaus auch etwas kommerzieller unterwegs ist. Erst kürzlich hat er für einen Elektronikkonzern Kurzfilme über Berlin gedreht. Nun folgt er diesem Pfad, ohne dabei aber seine Arthouse-Wurzeln zu verraten, denn in seinem neuesten Kurzfilm, den er für Magnum gedreht hat, wird überdeutlich, wo die Talente des Mannes liegen.


Wer würde besser in einen Kurzfilm passen, der sich um das Küssen und die Magnum 5 Kisses dreht als Liv Tyler. Jene Dame, die sogar schon eine Elfe verkörpert hat und die noch immer unzählige Männerherzen wie Eis zum Schmelzen bringen dürfte. Der knapp zweieinhalb Minuten lange Film fokussiert sich dabei vollkommen auf Tyler und ihren inneren Gedankenfluss zum Thema erster Kuss. Die limitierten Eisversionen von Langneses Magnum kommen dabei einem Kuss nahe. Schon die Produktnamen inspirieren zum Kopfkino und wecken Assoziationen: First, Loving, Passionate, Flirty und Stolen Kiss. Jeder hat bei diesen Namen sofort eine persönliche Geschichte und besondere Erinnerungen vor Augen.


Zwei der fünf Eisvariationen sind seit Januar erhältlich – First und Loving Kiss. Im Juni gibt es die beiden anderen Variationen Passionate und Flirty Kiss. Im August erscheint dann schließlich das fünfte Magnum, der Stolen Kiss. A Short Film About Kissing, so der offizielle Titel von Wim Wenders Film, ist dabei als eine Hommage an den Kuss an sich gedacht. Und wer will schon einen einzigen Kuss haben, wenn er auch gleich fünf verschiedene haben kann? Fünf, die süßer und abwechslungsreicher kaum sein könnten.

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Trailer zur Superheldensatire 'Super'


Wurde ja auch endlich mal Zeit, dass ein vernünftiger Trailer zu James Gunns Super erscheint (480p/720p/1080p), nach dem es seit Monaten nur einen ewig langen Promoclip gab. Der Film lief bereits auf dem TIFF und wurde zumindest von den Jungs von Film Junk sehr gut besprochen – einige meinen sogar, dass es der bessere Kick-Ass sei, was ich doch hoffen will, denn dieser war ja eine absolute Lachnummer (im negativen Sinne)! Auch der Cast ist mir deutlich sympathischer als jener aus Vaughns Film. Start in den USA ist am 01. April – bei uns hoffentlich auch bald zu sehen (wovon ich ob der Thematik und dem Kick-Ass-Vergleich ausgehe).


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'The Incredible Hulk': Liste aller Kinos mit FSK16 Kopie


Mittlerweile dürfte es ja keinem entgangen sein, dass The Incredible Hulk hierzulande in zwei Versionen in die Kinos kommt. Wer davon jetzt zum ersten Mal hört, dem sei folgendes gesagt: Concorde hat derzeit wohl einen Hang zur Schere, denn bereits Iron Man brachten sie nur gekürzt in die deutschen Kinos. Auch Ang Lees Hulk schaffte es nur gekürzt in die Kinos, und auch Louis Leterriers Quasisequel wird dieses Schicksal nun zuteil – zumindest für einige Kinogänger. Concorde hat neben der um zirka zwei Minuten gekürzten Fassung nämlich auch die ungekürzte FSK16 an die Kinos verteilt. Wer also nicht extra bei seinem Kino nachfragen will, für den hat Concorde nun eine Liste aller Kinos veröffentlicht, die mit der FSK16-Fassung 'gesegnet' wurden.

Wer aber auf Nummer sicher gehen will, der sollte seinem Kino aber wohl dennoch eine Mail schreiben, denn laut Erfahrungsberichten bei Cinefacts gibt es zusätzliche Kinos, die über eine FSK16-Kopie verfügen (oder einfach nur falsch informieren bzw. informiert sind).


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»That man's whole body is property of the U.S. Army.«

The Incredible Hulk
(Louis Leterrier, USA 2008)
Kino

Schaut man sich heutzutage einen Actionfilm an, so muss man die Action meist erst suchen. Die Aktion findet schon lange nicht mehr auf der Leinwand statt, und leider auch nicht in unseren Köpfen. Viel zu schnell passiert alles, viel zu schnell für das menschliche Auge – wenn es überhaupt auf der Leinwand geschieht. Ja, der Trend geht zum Schnittgewitter, denn wie heißt es so schön: höher, schneller, weiter. Und etwas Gutes hat es ja auch: Man muss nicht so viel für die CGI ausgeben. Dass es jedoch auch anders geht, das zeigt Louis Leterrier, der, schaut man sich seine Filmographie mal an, Erfahrung im Aktionskino zu haben scheint. Sein The Incredible Hulk ist physisch spürbar, er bringt den Saal zum beben, und das nicht nur wegen des THX-Zertifikats. Auch wenn die CGI nicht vollkommen sind, eines versteht der Film jedoch wie kaum eine andere Comicverfilmung der letzten Jahre: Die Inszenierung des Geschehens.

Leterrier bevorzugt nicht etwa das Close-Up oder die Halbtotale, er versteckt die Action auch nicht hinter blitzschnellen Schnitten, nein, seine bevorzugte Einstellung, die Bewegung, den Kampf, den Krawall einzufangen, ist die Totale. So bleibt das Ganze zwar dennoch eine Illusion, der man hier beiwohnt, aber eine Illusion, der man gerne folgt, weil man es kann. So werden dann auch Humvees zermatscht, Soldaten durch die Luft geworfen und überhaupt bleibt nicht viel an seinem ursprünglichen Platz, ist Dr. Banner (Edward Norton) einmal zu 'Mr. Green' mutiert. Dass die Effekte dabei meist als solche zu enttarnen sind – wäre ein echter Helikopter im Finale denn so viel teurer gewesen? -, spielt dabei dann auch eine leicht untergeordnete Rolle, denn bedenkt man die Produktionsgeschichte von The Incredible Hulk, dann wundert es nicht weiter, dass hier so einiges inkohärent wirkt. Leterriers Interpretation des Stoffes ist nämlich nicht nur narrativ unausgegoren, sondern auch dem Plot selbst merkt man ebendiese Tatsache deutlich an.

So bleiben nicht nur einige Figuren komplett auf der Strecke, sondern auch die Motive der Protagonisten sind so ersichtlich wie das Wetter in einem Jahr. So nett das Cameo eines Lou Ferrignos beispielsweise auch ist, so unnötig ist das des Stan Lees. Sowieso finden sich für treue Fans der Serie und des Comics so einige Anspielung, doch auch ohne diese macht The Incredible Hulk ordentlich etwas her. Das Tempo, das der Film vorlegt, ist enorm. Noch schöner ist allerdings, dass er dieses auch fast über die volle Laufzeit von zwei Stunden aufrecht erhalten kann. Egal ob Dr. Banner in Brasilien oder an der heimischen Universität gejagt wird, die Kamera weiß dies stets temporeich in Szene zu setzen. Doch etwas Unmut macht sich bei alledem auch breit, denn warum kann das amerikanische Militär beispielsweise unbehelligt auf brasilianischem Hoheitsgebiet agieren. Und warum kümmert es eigentlich niemanden, wenn schwer bewaffnete Humvees den Campus stürmen?

Genau hier wirkt Leterriers (The Incredible) Hulk ungemein platt. Das rücksichtslose Militär, das keinen Wert auf die Wissenschaft legt, kann sie sie nicht für sich und seine (kriegerischen) Zecke nutzen. Soldaten, die die Bibliothek stürmen, an unzähligen Büchern vorbeirennen, ohne, dass sie auch nur eine Sekunde daran denken, was sie hier eigentlich zerstören. Selbst dem gebildeten Soldaten, dem Offizier, ist das alles egal – Hauptsache ist, General Ross (William Hurt) und Austauschoffizier Blonsky (Tim Roth) bekommen das, was sie wollen, nämlich den Supersoldaten (was zugleich auch eine Anspielung auf den kommenden Captain America ist). Ja, das Militär ist schon böse, da verdient es auch, dass nicht nur sein Material zu Brei geschlagen wird, sondern auch der ein oder andere Kamerad – der natürlich nichts dafür kann und nur seine Pflicht tut. Am Ende wirft Hulk dann schließlich dem Militär das zurück, was es erschaffen hat – und dennoch scheinen die Augen des Generals nicht geöffnet worden zu sein.

Leterrier räumt diesem Diskurs glücklicherweise aber nicht allzu viel Zeit ein. Zudem gelingt es ihm aber auch nicht, den ethischen Diskurs, um den sich der ganze Stoff dreht, ordentlich einzubauen. Wissenschaft in den falschen Händen ist gefährlich, denn Wissenschaft sollte stets für friedliche Zwecke genutzt werden, nicht für schlechte respektive militärische. Dass die Faszination am Gottkomplex aber jeden korrumpieren kann, zeigt die Figur des hilfsbereiten Wissenschaftlers, einer Art mad scientist light. The Incredible Hulk schneidet so vieles an, ohne eines jedoch ordentlich zu Ende zu bringen. Selbst das Ende des Filmes selbst wirkt etwas unbeholfen. Schade, denn hier kommt einmal mehr die production history ins Spiel. Andererseits sind die Weichen, die Leterrier für das Sequel stellt, aber unübersehbar und somit erklärt sich dann auch das ein oder andere plötzliche Verschwinden der Figuren. Höhepunkt ist dabei sicherlich der Auftritt Tony Starks alias Iron Man (Robert Downey Jr.), der das Universum Marvels um eine Schiene näher zusammenbringt.

Bei all den kleinen Macken, die The Incredible Hulk aufweist, freut man sich letzten Endes nur umso mehr auf den Originalcut, der angeblich noch eine Stunde mehr an Material bieten soll. Formal ist Leterriers reboot jedoch größtenteils jetzt schon klasse – Highlight: zwei Soldaten jagen The Abomination in einer Cloverfield'schen Kamerafahrt -, denn auch der Score weiß auf ganzer Linie zu überzeugen. In einigen Aspekten ist Leterriers Hulk eine der besten Comicverfilmungen der letzten Jahre, und auch sonst versteht es der Film, das Blockbuster-/Comicfilmgenre eindrucksvoll für sich zu nutzen. (7.5/10)

Erscheint bei Wicked-Vision


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