'Silent Night': Trailer zum 'Silent Night, Deadly Night' Remake

Und noch einer dieser '80s-Horror-Filme, die ein Remake erfahren. Dieses Mal hat es Silent Night, Deadly Night von 1984 'getroffen', den ich hier zusammen mit dem Sequel im Regal, aber bis heute nicht gesehen habe (meine Version hat ein komisches Wasserzeichen, das mich nach wenigen Minuten zum Abschalten forcierte). Das Remake nennt sich nur Silent Night und hat immerhin Malcolm McDowell an Bord, der dann aber auch schon der einzige 'große' Name ist. Der Trailer sieht jedenfalls recht ordentlich aus, viele Dutch Angles und der eine oder andere Farbenrausch, das gefällt schonmal. US-Start ist am 30. November, ab 04. Dezember dann auch schon auf Blu-ray und DVD zu haben. Hierzulande dann wohl nächstes Jahr DTV (siehe A Very Harold & Kumar 3D Christmas).


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Fantasy Filmfest Nights: Product Placement im Mittelalter

Doomsday
(Neil Marshall, UK/USA/Südafrika 2008)
Kino

Neil Marshalls neuer Film wird ja gehypt wie sonst nichts. Nach seinem letzten Film, The Descent, der von vielen als einer der besten Horrorfilme seit Jahren angesehen wird, waren die Erwartungen natürlich dementsprechend hoch, zumal es sich bei Doomsday nicht um einen reinen Horrorfilm handelt, sondern vielmehr um einen… …ja, was denn eigentlich nun? Zum einen ist Doomsday sicherlich ein Endzeitfilm, der bei ebendiesen Klassikern des Genres kräftig klaut. Egal ob John Carpenter, George Miller oder jüngst Juan Carlos Fresnadillos 28 Weeks Later – sie alle müssen dabei zusehen, wie Marshall ihre Filme, die bisweilen absolute Klassiker sind, ausschlachtet, und zwar ohne Sinn und Verstand. Besonders in den letzten Jahren nimmt dieses Prinzip, dass man sich bei Genregrößen bedient, ja immer weiter zu, besonders im Horrorgenre. Bestehen diese aber meist aus einer geschickt eingesponnenen Hommage, so ist es bei Marshalls Film nichts anderes als das wahllose Aneinanderreihen von verschiedenen Elementen, die weder als Hommage zu verstehen sind, noch als handlungsrelevant.

Die Handlung ist hier sowieso so eine Sache, denn man bekommt sie nicht nur auf einen Stecknadelkopf geschrieben, sondern sie ergibt auch überhaupt keinen Sinn. Schön und gut, werden die meisten jetzt meinen, aber macht der Film gerade nicht deshalb auch so viel Spaß – man denke nur an den Terminus 'No-Brainer', der heutzutage ja immer inflationärer gebraucht wird -, zumal das ja schon vorherzusehen war? Die Antwort darauf ist recht simpel denn nein, er tut es absolut nicht, vielmehr schmerzt er zusätzlich noch. Das Ausgangsszenario ist ja noch recht solide gestaltete: Ein tödliches Virus rafft die Menschheit (einmal mehr) dahin. Um diesem zu entgegnen, lässt die britische Regierung einen riesige Mauer bauen, die England vom böse infizierten Schottland trennt. So weit, so gut. Was dann jedoch folgt, ist eine Achterbahnfahrt durch genannte Filme, die sich zwar äußerst temporeich gestaltet, einen am Ende aber am liebsten Erbrechen lassen möchte. Marshall scheint wirklich mit einer To-Do-Liste in der Hand ein Segment nach dem anderen abzuhaken. Nach der kurzen Einführung werden wir nämlich gute 30 Jahre in die Zukunft katapultiert, die ein Schottland zeigt, das mittlerweile von Punks bewohnt ist, die nichts anderes im Sinne haben, als Zerstörung und Chaos anzurichten.

Einmal von diesen widerwärtigen Bewohnern geflohen, verschlägt es unsere Protagonisten quasi ins Mittelalter, und bereits hier kratzt man sich zum ersten Mal richtig am Kopf. Nicht, dass es ja total konträr zur Zukunftsvision ist, die gerade erst gezeigt wurde, nein, daran liegt es nun wirklich nicht. Vielmehr ist es die Tatsache, dass dieser Einschub weder handlungstragend, noch sonst irgendwie relevant ist – er ergibt ganz einfach keinen Sinn. Da kann dann auch ein Malcolm McDowell nichts mehr retten, dessen kurzer Auftritt eines der wohl größten Fragezeichen des Filmes darstellt (er ist aber auch sichtlich gelangweilt). Nach dem kurzen Ausflug ins Dunkle Zeitalter – vielleicht war es ja diese Umschreibung des Mittelalters, die Marshall dazu bewegte, diesen Einschub vorzunehmen – folgt dann aber die Spitze des Eisberges, nämlich ein Werbespot für Bentley, der werbetechnisch raffinierter und einmal mehr unnötiger nicht sein könnte. Natürlich ist das ein toller Wagen und für eine Verfolgungsjagd ist er auch gut geeignet, nur scheitert Marshall hier an der Inszenierung. Was den Sportwagenfan vielleicht noch vom Sessel hauen kann, ist für alle anderen einfach nur dämlich.

Da das im Prinzip auf alles am Film zutrifft, sei vielleicht nut noch kurz das Ende erwähnt, das seelen- und ideenloser kaum daherkommen könnte. Nicht nur, dass es urplötzlich eintritt, sondern es soll auch sichtbar cool wirken, um den nerdigen Kinogänger dann endgültig vor Freude und Irrwitz vom Sessel aufspringen zu lassen. Nein, ich bin mir sicher, dass es nicht an mir liegt, denn ich kann auch an dummen oder naiven Filmen durchaus meine Freude haben, nur nicht, wenn sie dermaßen auf Hochglanz poliert sind, dann aber nichts weiter zu bieten haben als dieses dünne Gerüst aus Storyelementen anderer Genregrößen. Somit taugt Doomsday nicht einmal wirklich als guilty pleasure, als solches ihn man auf den ersten Blick nämlich durchaus sehen könnte. Ich weiß nicht, ob es am Mittelaltereinschub gelegen hat, aber ich fühlte mich nicht nur hier an einen Film Uwe Bolls erinnert – und das zeugt nicht gerade von Qualität, im Gegenteil. Mit Doomsday hat Neil Marshall die Meßlatte, die er mit The Descent von wenigen Jahren selbst so hoch legte, mühelos wieder nach unten befördert – und zwar bis auf den Boden. (3/10)

Erscheint bei X-RATED


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