Kurz mal abgehakt # 25

Masters of Horror: Valerie on the Stairs – habe ja bisher nur Argentos Pelts aus der Masters of Horror-Reihe gesehen, den ich nicht sonderlich gut fand. Glücklicherweise konnte mich aber Mick Garris', ausführender Produzent der Reihe, Beitrag da reichlich mehr begeistern. Dass in den etwas mehr als 50 Minuten kein Platz für große Charakterstudien und anderes bleibt, ist hinlänglich bekannt, und dennoch empfand ich Valerie on the Stairs als einen recht ausführlichen Beitrag mit Ansätzen von Subtext. Was ist die Realität? Was durchleben (erfolglose) Autoren, die nach Inspiration suchen? Valerie on the Stairs ist eine Geschichte in der Geschichte, denn genau das, was Protagonist Rob (Tyron Leitso) da schreiben will, durchlebt er auch (was am Ende in einer schönen Einstellung dann pointiert auf den Punkt gebracht wird). Natürlich bleiben dabei aber auch Sex und Gore nicht auf der Strecke, wobei das die Geschichte ob ihres Ansatzes von Subtilität gar nicht unbedingt nötig gehabt hätte. (7.5/10)

Dekalog, jeden – was habe ich mich auf dieses Mammutwerk Kieslowskis doch gefreut. Stanley Kubrick nannte den Dekalog das einzige Meisterwerk, das er benennen könne, und ich denke respektive hoffe, dass er sich da alles andere als getäuscht haben dürfte. Den Anfang, 'Du sollst keine anderen Götter neben mir haben', macht eine Geschichte, die die Technologie in Frage stellt. Können wir uns immer blind auf die Technik verlassen oder kann man sich nur auf Gott verlassen? Die Antwort am Ende ist eindeutig. Kieslowski lässt kalte Farben sprechen, nichts, aber auch gar nichts wirkt hier warm oder dergleichen, nicht einmal Zbigniew Preisners gewohnt tolle Musik. Ein ganz großer Auftakt. (9/10)

‘Masters of Horror: Valerie on the Stairs’

Dekalog, trzy – den zweiten habe ich noch nicht gesehen (arte wiederholt ihn aber morgen), deshalb gleich mit Gebot Nummer Drei, 'Du sollst den Sabbat heilig halten', weiter, den ich bis jetzt für den absoluten Höhepunkt der Serie halte. Kieslowski versteht es, das wird mir immer mehr bewusst, wie kein anderer, Frauen und deren Gesichter einzufangen – hoch emotional sind sie meist, wunderschön dazu. Kieslowski lässt hier das Rot dominieren, nicht die einzige Parallele zu Trois couleurs: Rouge. Es ist Heilig Abend, zwei Menschen treffen sich, die sich drei Jahre nicht gesehen haben und sich eigentlich auch nie wieder hätten sehen sollen. Doch es kommt anders, obwohl beide wissen, dass das nie etwas werden kann. Am Ende kehrt Janusz (Daniel Olbrychski) zu seiner Frau zurück. Trzy hat eine unglaubliche emotionale Kraft, die nicht nur von den beiden Darstellern ausgeht, sondern auch von den poetischen Bildern. Es wird schwer, das zu toppen. (10/10)

Dekalog, cztery – einige sehr heiße Eisen, die Kieslowski hier anpackt. 'Du sollst Vater und Mutter ehren', so das vierte Gebot. Einmal mehr lebt die Episode von seiner Lethargie, den ruhigen, aber äußerst aussagekräftigen Bildern, und auch hier dominieren eher kalte Farbtöne. Auffällig, dass Kieslowski hier ebenfalls nur – mehr oder weniger – zwei Personen agieren lässt und diese einen Konflikt untereinander austragen müssen. Nicht ganz meine Thematik, das Ganze, vielleicht auch deswegen die bisher schwächste Folge (was angesichts der extrem starken Konkurrenz aber nichts heißen soll). (8/10)


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Kurz mal abgehakt # 19

BEERFEST – die ersten 20 Minuten sind genial, allen voran Donald Sutherlands Cameo als bayerischer Wirtsherr. Danach baut der Film aber stark ab und verläuft sich in gewohnten Bahnen aus Fäkalhumor, unlustigen Witzen und latentem Rassismus. Mit seinen knapp zwei Stunden Laufzeit zudem deutlich zu lang. Unschlagbar jedoch das deutsche Team, bestehend aus Jürgen Prochnow und Ralf Möller. Das bleibt im Gedächtnis, ansonsten aber nichts – wie nach einem feucht-fröhlichen Abend eben. (5/10)

MASTERS OF HORROR: PELTS – hier zitiere ich doch einfach mal Kollege soilworker: "Ganz so arg ist Pelts dann doch nicht, wenn auch beileibe kein Highlight. Bezeichnend ist es wohl, wenn ich eine Stripszene für das Beste an der Folge halte. Hervorstechend sind außerdem die ziemlich deftigen Splattereffekte und Meat Loaf als lüsterner, alter Sack. Worum es geht? Um magische Waschbär-Pelze, die den Besitzer in den Wahnsinn und letztendlich in einen blutig-fantasievollen Selbstmord treiben!" Bedenkt man jedoch, dass niemand geringeres als Dario Argento für diese Folge verantwortlich zeichnet, dann muss man sich wirklich fragen, ob das wirklich der Mann ist, der solche unsterblichen Klassiker wie PROFONDO ROSSO (aus dem er hier immerhin der Fahrstuhlszene huldigt) oder SUSPIRIA gezaubert hat… (5/10) In the Valley of Elah

IN THE VALLEY OF ELAH – hierzu wird es noch ein ausfürhliches Review geben, dass ich aber erst am Starttag veröffentlichen darf. Bis dahin sei nur so viel gesagt: Wer mit Haggis nichts anfangen kann, für den wird sein Neuer auch nur wieder ein riesiger Haufen pathetisch-konstruierter Scheiße sein (der diesjährige CRASH eben). Alle anderen dürften sich aber an einem tollen Irak-Drama-Thriller erfreuen, der einen superben Tommy Lee Jones zeigt und sehr ambitioniert ist, das Thema Irak-our boys-country aufzuarbeiten.


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