Not Quite Hollywood: 'Electric Boogaloo' Blu-ray Review


Geschichte wird immer von den Siegern geschrieben, heißt es. Das gilt wohl auch für die Filmgeschichte, denn im allgemeinen Kanon der Klassiker tauchen wohl selten bis gar nicht Filme der beiden israelischen Produzenten Menahem Golan und Yoram Globus auf. Das ist natürlich alles auch Definitionssache, denn Golan/Globus haben durchaus Filmgeschichte in Hollywood geschrieben – zumindest was die Quantität angeht, weniger was die Qualität der Filme angeht. Egal ob Filmkritiker oder normaler Filmgucker, niemand ist bisher wohl komplett um einen Film der beiden Israelis herumgekommen. Gerade wenn man Filme aus den 80ern nimmt – ja, auch Blockbuster –, dann kommt man eigentlich nicht um eine Produktion aus dem Hause Cannon herum. Diesem ganz besonderen Filmstudio geht der australische Dokuspezialist Mark Hartley, der bereits mit Not Quite Hollywood und Machete Maidens Unleashed! zwei tolle Dokus, die einen Blick jenseits des Mainstreams riskieren, abgeliefert.

Diese führt er mit Electric Boogaloo: The Wild, Untold Stoy of Cannon Films nahtlos fort, denn die Doku ist vor allem eines: ein riesiges Sammelsurium aus völlig abgedrehten Versatzstücken aus Filmszenen, Interviews und Archivmaterial der beiden Protagonisten. Herausgekommen ist ein unglaublich unterhaltsamer Film, der nicht nur alle Seiten der Medaille beleuchtet, sondern auch unglaublich große Lust auf die porträtierten Filme und Regisseure macht – vor allem auf eine Tobe-Hooper-Retrospektive habe ich jetzt Lust! Will man das Haar in der Suppe suchen, dann könnte man Electric Boogaloo lediglich ankreiden, dass Golan/Globus selbst leider nicht zur Wort kommen. Das lag aber daran, dass sie es nicht wollten – weil sie ihre eigene Doku über sich produzieren wollten. Da kann man am Ende dann nur sagen: q.e.d. Die beiden werden für immer eine ganz besondere Stellung innerhalb Hollywoods einnehmen. Wir haben ihnen sehr viel zu verdanken! (9/10)

Die Blu-ray aus dem Hause Ascot Elite (Amazon-Partnerlink) liefert nicht nur ein fantastisches Bild und einen entsprechenden dts-Track, sondern kann vor allem deshalb überzeugen, dass es sie überhaupt gibt. Solche kleinen Dokus, die kein allzu großes Publikum ansprechen, sind nicht selbstverständlich. Umso toller ist es, dass sich ein kleines Label dieses Films annimmt. Auch bei den Extras hat man sich viel Mühe gegeben, denn nebst Trailern auch noch einige sehr fanlastige Easter Eggs. Eine rundum gelungene Veröffentlichung.


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Mark Hartley dreht Doku über Cannon Films


Mark Hartley, Regisseur von Not Quite Hollywood: The Wild, Untold Story of Ozploitation! und Machete Maidens Unleashed!, dreht derzeit eine Doku über ein nicht weniger interessantes Thema: Cannon Films. Richtig, jene Filmschmiede, die von den israelischen Cousins Menahem Golan und Yoram Globus für 500.000 Dollar übernommen wurde und die dadurch zu den mächtigsten unabhängigen Filmproduzenten weltweit zählten. Es war die gute alte Zeit der politischen Propagandafilme der Reagan-Ära, der Machofilme, der … nun … Cannon-Filme eben. Missing in Action, Delta Force, Over the Top, Invasion U.S.A., um nur mal einige wenige zu nennen.

Hartleys Doku trägt den Titel Electric Boogaloo: The Wild, Untold Story of Cannon Films! und scheint ein Projekt zu sein, das ihm schon lange sehr am Herzen lag. Mehr Infos gibt es zum Projekt leider noch nicht, lediglich ein Promo-Poster, das zumindest schon mal in die richtige Richtung zu gehen scheint. Bleibt nur zu hoffen, dass diesem Film nicht das gleiche Schicksal zuteil wird wie seinen vorherigen beiden Film-Dokus – die haben es hierzulande bis heute zu keiner Veröffentlichung geschafft. Not Quite Hollywood ist in UK auf DVD erhältlich, Machete Maidens Unleashed! nur in den Staaten und natürlich in Australien.

Nach dem Sprung noch mal der unvergessliche Cannes-Trailer für Cannon Films, der für pure Gänsehaut sorgt!

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Fuck, yeah! Stallones 'Over the Top' auf Blu-ray!!!111


Da höre ich heute Nachmittag im Halbschlaf den feinen Podcast von Filmspotting und was schnappen meine Ohren da auf? Heute erschien Menahem Golans wohl reaktionärstes 80er-Vehikel Over the Top in den Staaten auf Blu-ray. Keine Frage, nach dieser freudigen Botschaft war ich sofort wieder wach, denn das ist mit Abstand das Beste, was ich diese Woche gehört habe. Die Blu-ray kommt von Warner und dürfte deshalb wohl auch keinen Regioncode haben, was jedoch noch nicht zu 100% bestätigt worden ist, da man sowieso noch kein Review zur Scheibe im Netz findet (wenn doch, nur her damit). Jetzt heißt es erstmal abwarten, auch wenn ich mir die Scheibe definitiv zulegen werde – wobei, gerade Over the Top ist einer der wenigen Filme, die man auch in der Synchro haben sollte … Ich springe jedenfalls nochmal 'ne Runde im Dreieck!


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TV Tipp: Stallone wird zur 'Over the Top' Maschine


"Wenn ich die Mütze umdrehe ist das als würde ich eine Maschine einschalten …"

Es ist eine absolute Perle des reaktionären Kinos der 80er, Menahem Golans Over the Top. Sylvester Stallone armdrückt sich in das Herz seines Sohnes (David Mendenhall), den er einst im Stich ließ. Dabei braucht es nicht mehr als Muskeln, einen starken Willen, einen Truck und romantische Musik aus den 80ern. Man kann Cannon ja wirklich viel vorwerfen, aber mit diesem Machwerk ist ihnen ein wirkliches Meisterwerk gelungen. Stallones Spiel, der kleine Rotzlöffel von Sohn, den jedes Stück Holz an die Wand spielt und ein Kenny Loggins, der mit 'Meet Me Half Way' ein Stück für die Ewigkeit schuf – all diese Faktoren sorgen für eineinhalb Stunden großartige Unterhaltung, die auch in Sachen Humor die meisten Komödien in den Schatten stellt.

"Du kannst meine Schulter gern als Kopfkissen benutzen."

Da ist es auch egal, was die allgemeine Rezeption dem Film vorwirft, denn seine Naivität und sein politischer Reaktionismus wurden filmisch wohl nie wieder überboten/unterboten. Over the Top ist der Archetyp eines guilty pleasure und fasst das politische Kino der Achtziger quasi im Alleingang zusammen. Der Film tangiert so viele Themenkomplexe, dass man es bisweilen eigentlich kaum glauben möchte. Da findet nicht nur ein sozialer, ökonomischer und gesellschaftlicher Kampf statt, sondern das Ganze ist auch noch Coming-of-Age-Drama und eine Charakterstudie. Zudem zeigt Over the Top eindrucksvoll, dass es durchaus möglich ist, als 12-Jähriger einen Truck zu fahren, mit einer Baseballcap zur Maschine zu werden und allerlei andere tolle Dinge fürs Leben.

"Ich wollte immer ein Milchshake sein!"

Morgen um 20:15 Uhr also Kabel 1 einschalten und diesen pädagogisch äußerst wertvollen Film (warum der nicht in der Schule gezeigt wird, ist mir bis Heute ein Rätsel) geniessen – erst recht in der deutschen Synchronisation, die wohl zu den wenigen gehört, die einen Film noch ein klein wenig besser machen.

[Update, 23.09.] Hier übrigens mein Livegetwittere, falls von Interesse …


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»We're Cannon Films and we're dynamite!«

Wie hätten die 80er ausgesehen, wenn es Cannon Films nicht gegeben hätte, immerhin eines der größten unabhängigen Filmstudios? Hmm, ich will mir das ehrlich gesagt gar nicht vorstellen, denn was hätten wir nicht alles missen müssen – Cobra, Over the Top, nahezu alle Norris- und Dudikoff-Streifen (The Delta Force, American Ninja!), von den unzähligen Bronson-Vehikeln ganz zu schweigen! Ergo: Ein Hoch auf Cannon Films – allein dieses Logointro, das ist 80's pur! – und ihren Cannes Promospot, denn: "We're Cannon Films and we're dynamite!"

[youtube UAx24CHaSTw]


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