Teaser Trailer zu Luc Bessons Biopic 'The Lady'

Ganz schön lange her, dass Luc Besson einen Live-Action-Film gemacht hat. Sechs Jahre, um genau zu sein. Nach diesen sechs Jahren meldet er sich nun mit The Lady, einem Biopic über Aung San Suu Kyi, einer Demokratin im kriegsgebeutelten Burma, zurück. Michelle Yeoh verkörpert die starke Frau, die zusammen mit ihrem Ehemann Michael Aris Frieden nach Burma bringen will. Könnte durchaus interessant werden, zumal es sich ja um Besson handelt, der endlich mal wieder Regie führt und nicht nur produziert. Deutscher Start ist am 15. Februar 2012.

(Via The Playlist)


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Wenn die Zukunft ganz düster aussieht

Babylon A.D.
(Mathieu Kassovitz, USA/Frankreich 2008)
Kino

Es ist kein gutes Zeichen, wenn Studio und Regisseur irgendwann nicht mehr hinter ihrem Film stehen. So geschehen bei Babylon A.D., einer weiteren Dystopie, die sich seit einigen Jahren immer größerer Beliebtheit erfreuen. Seit 9/11 eigentlich erstaunlich, aber vielleicht ist es ja gerade der schmerzende Realismus, dem viele ins Auge sehen wollen. Dass dabei mitunter sogar die Realität eingeholt zu werden scheint, bewies bereits Children of Men, zu dem Kassovitz' Film nicht nur kleine Parallelen zieht. Babylon A.D. ist nämlich genau das, was Cuaróns Dystopie erfreulicherweise nicht war: unintelligent, unausgegoren, Klischee beladen und mit unzähligen Zugeständnissen ans jüngere Publikum. Kurz: Babylon A.D. ist eine Schmalspurversion, die zwar Fans von Vin Diesel in die Kinos locken dürfte, mit Arthouse aber so viel gemein hat wie Diesel mit billigem Literpreis. Dabei startet Kassovitz' Action-Sci-Fi-Vehikel gar nicht mal schlecht. Europa, respektive der Osten – der Film nennt es New Serbia -, ist ein einziges Schlachtfeld, gezeichnet von Krieg und Zerstörung – und Armut. Angesichts der politischen Lage der letzten Monate geradezu visionär.

Ohnehin verfügt Babylon A.D. über einige gute Ansätze, keine Frage, nur verlieren sich diese recht schnell im Sand (oder besser gesagt Schnee). Was als tristes, mit feiner Action portioniertes Abenteuer beginnt, verliert sich spätestens dann in New-Age-Esoterik, wenn Toorop (Diesel) seine beiden Schutzbefohlenen an seine Seite holt, die die Weißheit förmlich mit dem Löffel gefressen zu haben scheinen. Man sieht es dem Film jedoch an, dass es Kassovitz gut mit der ganzen Thematik meint, nur scheitert er leider kläglich an deren Umsetzung und ihrem Einbezug in die Geschichte. Erreicht der Film seinen vorzeitigen Höhepunkt, dominiert lediglich die Action, die zu allem Überfluss auch noch so schlecht geschnitten und inszeniert ist, dass man Kassovitz' Ärger über Fox uns deren Forderungen nur teilen kann. Aber auch ohne die fehlende Gewalt, die das Ganze auch nicht gerettet hätte, ist die Action deutlich ans junge Publikum gerichtet, die Diesel genau in solchen Posen und Rollen kennt und ihn wohl auch nur in ebendiesen sehen möchte. Irgendwann denkt man sogar nur noch an ein weiteres, noch schlechteres Sequel von The Matrix.

Je länger man sich mit dem Film beschäftigt, desto mehr Falten treibt er einem eigentlich auf die Stirn, und das nicht im positiven Sinne. All das, was Children of Men mit einem düsteren, weil sehr realitätsnahen Szenario erzählte, will auch Babylon A.D., nur, dass er sich eben nicht an die bewährten Zutaten hält, sondern viel 'hipper' sein will. Und wer den Vergleich mit Children of Men unangebracht findet, der hat den Film entweder noch nicht gesehen oder ihn ganz einfach nicht richtig gesehen. Nur wer solch deutliche Parallelen zieht, der muss sich dann natürlich auch an diesem Werk messen lassen. Als Trash im Stile eines guilty pleasure funktioniert Babylon A.D. hingegen schon etwas besser. Zu verdanken ist das nicht nur einem aberwitzigen Gérard Depardieu, sondern primär einer Charlotte Rampling, die so hölzern und monoton agiert, dass man es einfach lieben muss. Sowieso scheitert der Film am meisten an diesen beiden Figuren, geht er doch keineswegs auf sie selbst oder ihre Motivation ein, sondern führt sie einfach als Bösewichte ein, nur um solche zu haben. Vielleicht aber auch nur weitere Opfer des Fox-Kassovitz-Dilemmas.

Babylon A.D., das ist Children of Men für Arme, völlig uninspiriertes Actionkino, das lediglich in ein Arthousegewand gehüllt wurde, um etwas vorzugeben, das es schlicht nicht ist. Kassovitz' Film scheitert in fast jeder Hinsicht und taugt selbst ansatzweise nur als Spaßvehikel. Selbst die Vin-Diesel-Haudrauf-Zielgruppe wird nicht viel damit anfangen können, denn dafür dürfte es doch den einen oder anderen Dialog und die eine oder andere 'philosophische' Einstellung zu viel geben. Ganz sicher, das ist ein ziemlich schwarzer Fleck auf Fox' und Kassovitz' ohnehin nicht ganz weißer Weste. (5/10)


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