Olympische Filmgeschichte für die Ewigkeit festgehalten


Ich weiß, dass ich eigentlich viel zu spät dran bin mit diesem Bericht, aber ich habe es mal wieder nicht früher geschafft. So einfach. Vor einigen Wochen lud mich das Olympische Museum nämlich nach Lausanne ein, um zwei Tage lang etwas darüber zu lernen, wie das Olympische Museum seine filmische Dokumentation für die Ewigkeit festhält und konserviert. Unter dem Titel The Olympic Games: Behind the Screen durften Blogger und Journalisten am 16. und 17. Februar spannenden Fachvorträgen von ausgewiesenen Experten lauschen, die nicht nur für Sportbegeisterte, sondern vor allem auch für Filmbegeisterte interessant waren.

Angefangen bei der Geschichte des Olympischen Films mit Leni Riefenstahl, deren Bedeutung größer kaum sein könnte, wie zahlreiche Experten betonten,, über die ersten Farb- und Tonfilme bis hin zum Sotchi-Film, aus dem wir exklusive Ausschnitt sehen durften – es sind Sport- und Filmmomente, die nicht nur für kommende Generationen, sondern für die Ewigkeit festgehalten werden müssen.

Jeder, der mich kennt, weiß, dass ich nicht gerade der größte Sportfan bin, aber was man in Lausanne sehen und hören konnte, macht einen zumindest zu einem Sportinteressierten, ist die Bedeutung der Olympischen Spiele und der damit verbundenen Filme und Aufnahmen doch von unschätzbarem Wert und von enormer Bedeutung nicht nur für den Sport, sondern auch für die Gesellschaft. Ich war beispielsweise sehr positiv überrascht, dass die Filme und auch die Referenten im Museum immer wieder auch auf politische und gesellscgaftliche Ereignisse eingingen – man denke nur an die Ereignisse in München …

Das Olympische Museum sorgt dank diverser Institute und Experten jedenfalls dafür, dass jedes Foto, jedes Kleidungsstück, jede Filmaufnahme und jedes Accessoire entsprechend aufbereitet wird, sodass es auch die nächsten Generationen noch überlebt. Gerade bei der Restaurierung alter Filmaufnahmen war das Ergebnis absolut beeindruckend! Es ist ja generell immer wieder erstaunlich, was man dank 4k alles aus Film rausholen kann, aber bei solchen 'unbearbeiteten' Non-Fiction-Aufnahmen ist es noch mal beeindruckender.

Auch das Olympische Museum selbst ist ein absolutes audiovisuelles Erlebnis. Es ist jedenfalls das interaktivste Museum, in dem ich bisher war – und das meiste sind etwa nicht nur Spielereien, wie man jetzt vielleicht denkt, sondern sinnvolle Ergänzungen zum Standardrepertoire vieler Museen. Man hat sich nicht lumpen lassen, im Gegenteil: Wir durften nicht nur zahlreichen Experten aus Sport un Film sowie Goldmedaillien-Gewinner lauschen, sondern auch der amtierende IOC-Präsident Thomas Bach sowie sein Vorgänger Jacques Rogge statteten uns einen Besuch ab, um die Arbeit aller Beteiligten zu würden und noch einmal die Bedeutung des Ganzen herauszustellen.

Ja, es waren zwei sehr informatiove und sehr schöne Tage in der Olympischen Hauptstadt, die viel zu schnell vergingen.


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Menschlicher Penis gesucht: 'The Final Member' Doku Trailer

Okay, ich habe hier schon viele Trailer zu 'komischen' Dokus gebracht, aber The Final Member ist doch noch mal eine Hausnummer. In Jonah Bekor und Zach Maths Film geht es nämlich darum, dass das einzige Penis-Museum der Welt, das so gut wie jeden Penis dieser Welt hat, den einzigen sucht, der ihm noch fehlt: den menschlichen Penis. Klingt komisch, ist es auch, wenn man(n) sich den Trailer mal zu Gemüte führt. Die kanadische Doku, die gerade mal 75 Minuten lang ist, tourt schon seit Jahren auf diversen Festivals. Hierzulande dann wohl irgendwann mal auf arte. Oder so.

(Via Film Junk)


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sibSTANCIJA_09: Tag 3 – Podiumsdiskussion und … Schnee!


Stefan Rybkowski & Gabriel Gonzáles, Foto: Maja Schelkownikowa

Es ist Samstag, genauer gesagt Samstag 9.15 Uhr und ich betrete zum letzten Mal den Saal mit dem wohl besten Frühstück, das mir seit langem untergekommen ist (Pancakes, Würstchen, Müsli, alle Säfte – nichts, was es nicht gibt). Es ist der dritte und zugleich auch schon letzte Tag des deutsch-russischen Bloggertreffens im Rahmen der sibSTANCIJA_09. Heute auf dem Programm: die lang ersehnte Podiumsdiskussion 'Ich blogge, also bin ich! Zwischen Selbstdarstellung und neuem Journalismus – Blogs als Phänomen der Informationsgesllschaft'. Doch davor ging es ersteinmal auf eine mehrstündige Rundfahrt, zusammen mit allen Journalisten.

Das wohl atemberaubendste an Nowosibirsk ist seine Landschaft. Als der Bus für wenige Minuten hielt und uns in der Nähe eines Sees absetzte, war der Schnee so hell und blendend, dass man den Horizont und die in der Ferne fischenden Eisfischer kaum erkennen konnte. Dazu eine sanfte Brise Wind und leichter Sonnenschein – traumhaft! Anschließend ging es in ein Museum, wo wir nicht nur seltene Mumien erblicken durften, sondern auch Einsicht ins Leben russischer Ureinwohner bekamen. Einige historische Informationen reicher ging es dann weiter nach Akademgorodok, einem Hochschulviertel, wo eine neue PASCH-Schule eröffnet wurde. Erneut mit vielen Reden und einem leckeren Buffet (und nicht zu vergessen einem deutschen Rap einiger Schüler des Gymnasiums Nr. 3).

Als nächstes sollten dann aber wieder wir Blogger im Fokus stehen, denn endlich ging sie los, die öffentliche Podiumsdiskussion. Den Anfang machte Gabriel Gonzáles von der Deutschen Welle (DW), Projektleiter der BOB-Awards, der über die internationale Bloggerszene referierte und dem Publikum einen Überblick darüber gab, was einen spanischen Blogger beispielsweise von einem deutschen unterscheidet. Nach diesem ersten, kompetenten Überblick führte Dr. Eugene Gorny fort, der einen, wie er selbst sagte, 'philosophischen' generellen Überblick über das Bloggen gab. Nach den beiden Vorträgen war dann erstmal Zeit für einige Fragen (und Zeit für den Dolmetscher – alles wurde simultan übersetzt – kurz zu verschnaufen) aus dem Publikum, die wir Blogger, die wir am runden Tisch saßen, versuchten zu beantworten.

Aus diesen Fragen des Publikums und anderen Anwesenden (so auch Ministerialdirektor Martin Kobler aus dem Auswärtigen Amt) entwickelte sich schließlich ein schöner Dialog um Gemeinsamkeiten, Unterschiede und sonstigen relevanten Web-2.0-Themen (ich ging bspw. kurz auf die Milblog-Szene ein, um zu zeigen, dass Blogger bisweilen dort agieren können, wo traditionelle Journalisten gar nicht erst hinkommen). Im Fokus stand natürlich einmal mehr Markus, der auch gleich noch um Interviews von DLF, DW & Co. gebeten wurde. Aber es sei ihm gegönnt, denn er versteht die Materie meiner Meinung nach auch wie kaum ein andere Blogger (und dennoch kann man mit ihm viel Spaß haben …).

Nach einem kurzen Abstecher in ein Steakhouse (?), wo es ewig dauerte, bis die russische Bedienung verstand, dass 'French Fries' Pommes Frites sind,  (jaja, die Sprachbarriere, und das trotz Englisch als Lingua franca) landete unsere Truppe in einer Kneipe, wo die bayerische Band LaBrassBanda dem Publikum so richtig einheizte – und auch wenn es absolut nicht mein Ding war, die haben den Laden richtig gerockt! Da hat das GI wirklich einmal mehr verstanden, was es heißt, deutsche Kultur treffsicher in andere Länder zu bringen. Viel interessanter als das Konzert selbt (zumindest für mich) war aber die Tatsache, dass ich kein Bargeld mehr (umgetauscht) hatte und ich aber unbedingt einen Gin & Tonic haben wollte. Also Kreditkarte raus und probiert …

Und siehe da, die Sprachbarriere wieder mal. Doch da der Laden gerammelt voll war, dauerte es natürlich nicht lange, bis sich ein Jugendlicher fand, der ausreichendes Englisch sprach und mir bei der Bestellung half (er lebte sogar erst drei Monate in Rostock). Zwar dauerte es schlussendlich bestimmt 20 Minuten, bis ich meinen G&T hatte, aber das zeigte mir wirklich, wie freundlich und hilfsbereit die Russen sind. Ich meine, 200 Rubel für einen G&T und ich will mit Kreditkarte zahlen, die hätten auch gut und gerne sagen können, dass das nicht drin ist und ich mich doch bitte um Bares kümmern sollte. Aber nein, auch als ich darauf hinwies, dass man bei Kreditkartenzahlung keinen Pin eingibt sondern nur unterschreibt, versuchten es die Bedienungen erneut – und dieses Mal sogar mit Erfolg. Da schmeckte der Drink natürlich gleich noch besser!

Dazwischen: alle (bis auf mich, wie gesagt, überhaupt nicht meine Musik) schwangen das Tanzbein – hallo, da konnte aber einer Tanzen, was Markus? – und hatten schier unendlich viel Spaß. Ehe man sich versah, war es dann auch schon gut ein Uhr morgens, und da unser Flieger (zumindest meiner und Gabriels) schon um sieben Uhr losging (wir dementsprechend natürlich um fünf Uhr aufstehen mussten), wollten wir natürlich gar nicht erst schlafen. Und so überredeten uns Anna, Kristina und die anderen Russen zu einem nächtlichen Spaziergang entlang des Ob, wo der Schnee mir zum Verhägnis werden sollte … Klingt dramatischer als es letztendlich war, aber mein Schuhwerk wollte mich einen kleinen Hügel einfach nicht hochbringen. Und so musste ich tatsächlich auf die Hilfe zweier Damen zurückgreifen, die mir hochhalfen (für einen Gentleman wie mich natürlich ein großer Fauxpas).

Zu meiner Verteidigung: man muss wissen, dass die Nowosibirsker durchaus wissen, wie man mit den Schneemassen umgeht. So kehren sie nämlich ständig die Wege und Straßen frei, wodurch sich überall abseits der Wege riesige Schneeklumpen bilden, die bisweilen auch Absperrband erfordern. Um an diesem Abend also eine Münze in die Ob zu werfen – das heißt, man kommt wieder in die Stadt – musste ich einige Schritte abseits des Gehwegs gehen, die mich, und ich übertreibe nich, knietief in den Schnee brachten! Ja, das war alles andere als angenehm, aber was tut man nicht alles für die Völkerverständigung. Und es war ja auch wirklich ein wunderschöner Abend. Ein Abend, der leider mit dem Abschied enden sollte …

Vor dem Hotel hieß es dann nämlich Abeschied nehmen – die Russen von uns, wir von den Russen. Schnell noch Karten und sonstige Hinweise ausgetauscht und versprochen, dass man sich auf jeden Fall wieder sehen wird (zwei Bloggerinnen besuchen mich nächsten Monat schon in Stuttgart), ging es auf zum letzten Gefecht, und zwar an die Hotelbar. Dort warteten nicht nur nette Gesprächspartner (alle Journalisten waren hier mal vereint), sondern auch interessante Themen – Gabriel und ich: "Die Frauen hier sind viel femininer als die deutschen und achten viel mehr auf ihr Äußeres …" Kurz vor fünf dann noch schnell den Koffer packen und auf ging es wieder gen Deutschland. Hach, Russland, Du und Deine Menschen haben es mir wirklich angetan. Bis hoffentlich bald, До свидания!

(es folgt auch noch ein abschließender Bericht und ein Fazit, bis dahin möchte ich auf meine ersten Bilder bei Flickr und die Einträge bei den anderen deutschen und russischen Bloggern aufmerksam machen)


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