Neuer Trailer zu Martin Scorseses 'The Wolf of Wall Street'

165 Minuten ist er lang geworden und startet doch noch in diesem Jahr (zumindest in den USA) – klar, die Oscar-Nom wollte man sich wohl nicht nehmen lassen. Aber das geht im Falle von The Wolf of Wall Street absolut in Ordnung, denn auch der zweite Trailer verspricht ein mal mehr einen großen Film. DiCaprio scheint diesen schmierigen Yuppie einfach so toll zu verkörpern – und ich sage nicht oft etwas Positives über DiCaprio. Bei uns läuft The Wolf of Wall Street am 16. Januar 2014 in den Kinos an.

(Via Die Academy)


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Wie sieht Oscar-würdige Kameraarbeit aus?

Die Oscars sind bereits seit einer Woche vergeben. Eine ziemlich sichere Nummer, dachte ich, sei der Oscar für Skyfall für die beste Kameraarbeit von Roger Deakins. Doch Pustekuchen, denn der Goldjunge ging schließlich an Claudio Miranda für Life of Pi. Fandor hat die fünf Nominierten in der Kategorie 'Cinematography' noch einmal unter die Lupe genommen und zeigt wie Oscar-würdige Kameraarbeit aussieht.

(Via I Heart Pluto)


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Das waren die 85th Annual Academy Awards


Irgendwie interessiert mich der Oscars von Jahr zu Jahr weniger, das schicke ich gleich voraus. Warum? Nun, ich habe es im PewCast zu den Oscar-Nominierungen bereits angesprochen, wenn mir ein Film gefällt, ist mit egal, wie viele Preise er gewinnt – oder eben nicht. Und sind wir mal ehrlich, die letzten Jahre waren nicht gerade das, was man eine fantastische Show nennen würde. Ich würde es zumindest nicht so nennen. Vor allem der immer größer werdende Musik-/Musical-Part missfällt mir nach wie vor. Und der war leider auch letzte Nacht wieder enorm groß – fast noch größer als in den letzten Jahren, zumindest gefühlt. Selbst Gastgeber Seth MacFarlane ließ es sich nicht nehmen ein Lied zu trällern.

Apropos Gastgeber: Auch wenn ich kein Fan seiner Serien bin, muss ich sagen, dass MacFarlane das hervorragend gemacht hat! Sein Opening, das bisweilen stark an die MTV Movie Awards erinnerte (was ich begrüße, und schließlich wollte man ja ein jüngeres Publikum für sich gewinnen) war ziemlich toll, wie auch der Rest seiner Moderation. Einzig und allein sein permanentes Geklatsche ging mir etwas auf die Nerven. Er darf den Job nächstes Jahr jedenfalls gerne wieder haben, wenn es nach mir ginge.

Ansonsten war es rein showtechnisch doch wie immer, oder? Viel Brimborium, viele Laudatoren, die immer noch unsicher sind, wenn sie einen Preis vergeben sollen und die üblichen Einspieler. Richtig gefreut hatte ich mich auf den zum 50. Bond-Jubiläum. Umso enttäuschter war ich vom tatsächlichen Ergebnis, denn der Zusammenschnitt war nicht gerade ein Highlight wie jener von Kees van Dijkhuizen. Dafür entschädigte aber Shirley Bassey mit 'Goldfinger', die eine tolle Performance ablieferte. Das tat wenig später auch Adele, nur war der Song dank katastrophaler musikalischer Begleitung der Horror – das war schon fast ein anderer Song!

Sonstige Gedanken zur Show selbst: Das The Avengers-Team war nur noch peinlich und der mit Abstand schlechteste Auftritt des Abends, Jennifer Lawrences Ausrutscher war super sympathisch, Les Misérables konnte oder wollte keiner auch nur annährend korrekt aussprechen und Reese Witherspoons Kleid war das schrecklichste des Abends. Dank Seth MacFarlane eine insgesamt recht solide Show, die wie immer viel zu lang geraten ist und die noch nie so viele Werbeunterbrechungen hatte.

Doch kommen wir zu den Gewinnern, das, worum es ja eigentlich gehen soll. Ich war bereits im Vorfeld von den Nominierten alles andere als begeistert. Klar, man hat seine Favoriten, nur, dass das in diesem Jahr so wenige wie noch nie für mich waren. Das mag zum einen daran liegen, dass ich nicht wirklich viele der Filme gesehen habe, zum anderen daran, dass ich es aber auch nicht wollte, weil mich bereits Trailer und Kritiken abschreckten. Auf den besten Film Argo habe ich nach wie vor große Lust, auf den Fim mit den meisten Preisen des Abends (4 Oscars), Ang Lees Life of Pi, absolut nicht – der interessiert mich nach wie vor nicht die Bohne.

Ansonsten machen sich fast nur Enttäuschungen breit: Tarantino das beste Originaldrehbuch für Django Unchained zu geben, wundert mich kein bisschen, auch wenn ich "Einkaufszettel gesehen habe, die besser geschrieben waren", um es mit den Worten eines Freundes zu sagen, der Regie studiert. Daniel Day-Lewis als bester Darsteller in Lincoln war ebenfalls klar, auch wenn ich mit ihm nach wie vor rein gar nichts anfangen kann – der ist selbst in seinem Sessel im Publikum noch komplett 'verschwurbelt', was mich von ihm total entfremdet. Ebenfalls ein glasklarer Gewinner und ein Film, den ich ASAP nachholen muss: Michael Hanekes Amour.

Größtes Ärgernis des Abends – und jetzt werde ich wieder mal viel Gegenwind spüren – war aber ganz klar Christoph Waltz, der erneut bester Nebendarsteller wurde. Klar, wirklich jeder in Film und TV hat ihn in den Himmel gelobt, aber dass er ihn schon wieder bekommen würde, hatte zumindest ich nicht wirklich geglaubt. Umso ärgerlicher, dass er für ein und dieselbe Rolle (was immerhin auf Twitter einige ähnlich gesehen haben wie ich) den Oscar gewonnen hat. Österreich ist natürlich wieder komplett aus dem Häuschen, dito Deutschland. Und ich hämmere meinen Kopf einmal mehr gegen die Wand ob dieser Entscheidung, weil ich Waltz nicht mag, er im Interview mit Gätjen extrem fakey rüberkam und ich sein 'bescheidenes Posen' einfach nicht mag. Und natürlich weil ich ihn nicht für einen großartigen Schauspieler halte.

Gefreut habe ich mich aber auch über den einen oder anderen Gewinner. Besonders gefreut, wenn auch keine Überraschung, hat mich der Preis für Adele, denn ihr Titelsong zu Skyfall hat es mehr als verdient. Auch der zweite Oscar für Sam Mendes' Skyfall hat mich sehr gefreut. Schade, dass Roger Deakins nicht auch noch einen dritten Oscar für seine grandiose Kameraarbeit gewinnen konnte. Ebenfalls große Freude bei Zero Dark Thirty, der den Goldjungen für das beste Sound Editing zusammen mit Skyfall bekam. Der Rest der Preise geht in Ordnung, keine großen Überraschungen (Doku an Searching for Sugar Man, Animated an Brave, Makeup an Les Misérables).

Ach ja, wer sich wundert, dass es nach der Red Carpet Show so ruhig bei mir auf Twitter geworden ist, dem sei gesagt, dass ich zum ersten Mal das Twitter-Limit erreichte, sprich ich habe über 100 Tweets in einer Stunde zu Steven Gätjen, den Stars und ihrem Styling versendet – zu viel für die Twitter-API. Aber vielleicht auch gar nicht schlecht, denn so hatte ich keinen 'sozialen Druck' und konnte die Show unbeschwert 'genießen'.


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50 Years of Bond: Kees van Dijkhuizens Retrospektive

James Bond ist letztes Jahr 50 geworden, was natürlich auch ordentlich gefeiert wurde. Heute Nacht – also gleich – wird auch bei den Oscars noch einmal gefeiert. Angeblich sollen alle Bond-Darsteller zusammen auftreten, was ziemlich geil wäre. Auf den Einspieler bin ich ebenfalls sehr gespannt. Bis dahin hat Cutter Kees van Dijkhuizen, dessen Videos ja immer ein Augenschmaus sind, eine eigene Retrospektive zusammengestellt, die schon ziemlich geil ist.

(Via PewPewPew)


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PewCast 002: 'Zero Dark Thirty'


Wir haben es wieder getan! Sascha und ich haben uns selbst beim Wort genommen und die zweite Episode unseres gemeinsamen Podcasts aufgezeichnet (nachdem die eigentlich zweite Episode zu Django Unchained wegen technischer Probleme leider unter den Tisch fallen musste). Für PewCast 002 haben wir und dieses Mal in Form von Alex Gajic von Real Virtuality tatkräftige Unterstützung geholt. In der zweiten Episode besprechen wir Kathryn Bigelows 'Kill-Bin-Laden-Film' Zero Dark Thirty. Außerdem gibt es unseren Senf zu aktuellen Film-News, unseren zuletzt gesehenen Filmen und unserem 'Cool Thing of the Week'. Und keine Angst, dieses Mal sind wir deutlich kompakter und gehen Euch nur 80 Minuten lang auf die Ohren. Viel Spaß also beim Hören! Über Feedback freuen wir uns wie immer in den Kommentaren. Ein großer Dank geht wie immer an unseren Produzenten.

Shownotes

00:00:00 – Intro

00:04:00 – News

00:11:51 – Watched

00:24:13 – Zero Dark Thirty Review

01:12:00 – 'Cool Thing of the Week'

01:16:49 – Outro

Hören & Download / iTunes


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PewCast 001: Oscar Nominierungen 2013


It's a podcast! Seit eigentlich Jahren sprechen Sascha von Pew Pew Pew und ich darüber, dass wir einen blogübergreifenden Podcast toll fänden (vor allem nachdem mein eigener ja seit Jahren auf Eis liegt) und vor etlichen Monaten konkretisierten sich diese Pläne. Aber dann kamen natürlich Fragen auf. Braucht man ein neues Mikrofon und, wenn ja, welches? Konzepte wurden gebrainstormt bis wir merkten, dass wir uns selbst im Weg standen. Es gibt keinen perfekten Anfang und ein Neujahrsvorsatz von uns beiden war, diese Sache endlich ins Rollen zu bringen.

Nun ist es soweit, der äußerst clever betitelte 'PewCast' nimmt sich die gestrigen Oscar-Nominierungen als aktuellen Anlass um endlich durchzustarten. Tatkräftige Unterstützung haben wir uns natürlich auch besorgt und Jenny von the-gaffer.de als unseren ersten Gast eingeladen. Ein großes Dankeschön an Daniel, der uns bei der Produktion geholfen hat. Wir hoffen sehr, dass Euch der Podcast gefällt.

Shownotes

00:00:00 – Intro, Vorstellung

00:01:33 – Best Documentary, Feature

00:03:45 – Best Achievement in Visual Effects

00:11:33 – Best Achievement in Sound Editing

00:12:03 – Best Achievement in Sound Mixing

00:14:23 – Best Achievement in Music Written for Motion Picture, Original Song

00:18:07 – Best Achievement in Music Written for Motion Pictures, Original Score

00:22:08 – Best Achievement in Makeup and Hairstyling

00:26:47 – Best Achievement in Costume Design

00:28:51 – Best Achievement in Production Design

00:33:40 – Best Achievement in Editing

00:37:06 – Best Achievement in Cinematography

00:47:35 – Best Foreign Language Film of the Year

00:53:13 – Best Animated Feature Film of the Year

00:57:29 – Best Writing, Screenplay Based on Material Previously Produced or Published

01:03:02 – Best Writing, Screenplay Written Directly for the Screen

01:18:44 – Best Achievement in Directing

01:25:45 – Best Supporting Actress

01:33:55 – Best Supporting Actor

01:47:15 – Best Actress

01:53:40 – Best Actor

02:02:45 – Best Film

02:32:07 – Outro

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Oscars 2012: Die Nominierungen sind da!


Nun sind es nur noch vier Wochen bis die Oscars erneut vergeben werden und die Stars sich selbst feiern. Besonders 2012 ist wieder mal so ein Jahr, in dem man wieder die üblichen Verdächtigen im Kodak Theatre sehen dürfte. Heute wurden die Oscar-Nominierungen bekannt gegeben, die diesen Eindruck mehr als bestätigen. Clooney, Pitt, Scorsese, Spielberg, Streep – nur wenige neue Namen lassen sich auf der Liste finden. Und so wird vor allem die 'Bester Film'-Kategorie von den Platzhirschen angeführt. The Artist wird mir seit gefühlten drölf Wochen ohnehin zu sehr gehyped, dito Hugo. Beide haben mein Interesse noch immer nicht geweckt, was sich wohl auch nicht mehr ändern wird. Gespannt bin ich da schon eher auf Moneyball und The Descendants, die sich ebenfalls beide auf der Liste finden. Dass Spielbergs War Horse auf der Liste findet, ist wohl nur seinem Namen und dem Umstand geschuldet, dass es mittlerweile ja bis zu 10 Filme sind, die zur Auswahl stehen (in diesem Jahr sind es 9).

Ich könnte jetzt auch gar nicht mal unbedingt sagen, wenn ich lieber auf der Liste sehen würde. Vielleicht Finchers The Girl with the Dragon Tattoo? Oder J. Edgar? Letzterer wurde ohnehin eiskalt umgangen, denn wenn schon nicht für Armie Hammer eine Nominierung als bester Nebendarsteller drin gewesen ist, dann doch bitte eine fürs Makeup. Wo ist eigentlich Michael Fassbender mit Shame? Immerhin ist Rooney Mara für ihre Lisbeth Salander nominiert – alles andere wäre ja aber auch ein Skandal gewesen. Jonah Hill auf der Darsteller-Liste zu finden, ist ebenfalls eine nette Überraschung, denn seine Performance in Moneyball soll in der Tat sehr gut sein. Ebenfalls große Freude herrscht bei der Nominierung für Margin Call, die absolut verdient ist. Dito Midnight in Paris. Dass so ein Rotz wie Bridesmaids in der Drehbuchkategorie nominiert ist, ist natürlich schlimm, aber wohl ein Zugeständnis, denn eine eigene Comedy-Kategorie will man ja immer noch nicht einführen.

Ansonsten freue ich mich noch über die Cinematography-Nominierung für The Tree of Life, die ein sicheres Ding sein dürfte. Bei den Technik-Nominierungen findet natürlich auch Transformers: Dark of the Moon viel Beachtung, was mich ebenfalls freudig stimmt. Beim Soundtrack hingegen bin ich doch sehr enttäuscht, dass Dario Marianelli mit seinem Score zu Jane Eyre nicht nominiert ist. Schlussendlich sieht es bei den Dokus dafür wieder richtig gut aus: Paradise Lost 3: Purgatory und Hell and Back Again sind nominiert. Wenders Pina hat da natürlich nichts zu suchen. Insgesamt wie gesagt wenig Überraschendes. Auf der offiziellen Seite findet sich die gesamte Liste aller Nominierten. Verliehen werden die Oscars am 26. Februar.


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Der komplette Machtverlust: 'The Ides of March'


Dass Politik nicht immer ein ganz sauberes Geschäft ist, weiß jeder, der die Tageszeitung liest oder im Fernsehprogramm auch mal zu den Nachrichten zappt. Weder Staaten noch Parteien schenken sich etwas, geht es um Intrigen, Korruption oder die Verbindung zwischen Politik und Wirtschaft. Die Welt ist schlecht und ungerecht, die Politik trägt dabei einen nicht gerade kleinen Teil dazu bei. Davon scheint zumindest George Clooney überzeugt zu sein, der sich immer wieder äußerst politisch gibt. Sei es nun in seiner Rolle als Darsteller oder wie in Good Night, and Good Luck. auch als Regisseur. Seinen neuen Film hätte er zeitlich nicht besser timen können, denn The Ides of March kommt zu einer Zeit, in der der amerikanische Vorwahlkampf auf Hochtouren läuft, auch wenn es dieses Mal nur die Republikaner sind, die einen geeigneten Kandidaten für das Amt des Präsidenten suchen. Das spielt für Clooneys Film aber ohnehin nur eine untergeordnete Rolle, bezieht sein Film doch erstaunlicherweise nicht eindeutig Stellung. In seinem Szenario schenken sich die beiden großen Parteien der Vereinigten Staaten nicht viel, auf beiden Seiten tobt sie Schlammschlacht. Und dann passiert es doch: In einem bedeutenden Moment des Filmes ist Clooneys Governor Morris der Meinung, dass die Demokraten endlich von den Republikanern lernen müssten. Unlautere Methoden meint er damit natürlich.

Clooney, der alte Demokrat, macht nicht einfach nur Zugeständnisse, sondern zeichnet ein äußerst dunkles Bild der politischen Landschaft, das weder schwarz und weiß, noch Gewinner und Verlierer kennt. Auch die Gewinner sind hier eigentlich nur Verlierer, denn sie haben nicht nur ihre eigenen Prinzipien verraten – das Fatalste, was ein Politiker tun kann -, sondern auch ihre Mitarbeiter, Freunde und Wähler verraten. Es ist durchaus ansehnlich wie es Clooney gelingt, sich selbst erst als Heiland mit stahlend-weißem Lächeln zu inszenieren (inklusive abgekupfertem Obama-Hope-Poster), nur um ihn später in eine äußerst ambivalente Figur zu verwandeln. Es verhält sich dabei wie in der echten Politik: Man lässt sich durch das Äußere und die Rhetorik täuschen, die berechnender kaum sein könnte und meist nicht einmal im Ansatz ernst gemeint ist. Man gibt dem (potentiellen) Wähler einfach das, was er hören möchte und lässt sich bei jedem von ihnen mal blicken. Die, die dennoch gegen ihn sind, bekommt er einfach, in dem er seine Positionen – oder besser gesagt seine Formulierungen – anpasst. Dieser Governor Mike Morris glaubt nicht an Gott, Allah oder gar einen anderen Gott – er glaubt an Amerika. Eine Aussage, die ihm gelinde gesagt gemischte Reaktionen einbringt.

Clooneys fiktiver Wahlkampf, der parallel zum echten Wahlkampf läuft, ist gerade am Anfang von vielen Analogien und Parallelen gezeichnet, die genau die richtige Richtung vorgeben, die der Film später aber nicht wirklich einschlägt. Es wird schnelles, verschachteltes Polit-Sprech gesprochen, das es des Öfteren erst einmal zu entziffern gilt, das gleichzeitig aber auch diese Authentizität aufbaut, die man dem Film so hoch anrechnet. Clooney ist zumindest anfangs nicht sehr darum bemüht, dem Zuschauer das alles verständlich und goutierbar zu machen, sondern er will ihn absichtlich herausfordern. Politik erfordert einen langen Atem, erst recht von jenem, der bei all den Rauchbomben, die von Politikern geworfen werden, dennoch durchblicken möchte. Man weiß lange nicht, wer nun eigentlich Freund und Feind ist, geschweige denn wen man selbst wählen würde. Es stellt sich dann aber recht schnell heraus, dass man sie alle nicht wählen wollte – und erst recht nicht für sie arbeiten. Stepehn Meyers (Ryan Gosling) tut es dennoch, wenn auch nicht ohne Hintergedanken. Während er lange Zeit die einzige Figur ist, mit der man sich zumindest ansatzweise identifizieren könnte, soll auch sein Fall kommen; auch wenn bei ihm die Fallhöhe bei weitem nicht so groß ist wie bei seinem 'Präsidenten' Morris.

The Ides of March macht lange Zeit vieles richtig, und man ist nicht nur ob des tollen Schauspielkinos angetan – bis das dunkle Geheimnis Morris' ans Licht kommt und Clooneys Film leider in gewöhnliche Bahnen abdriftet. Diese Richtung, die der Film dann einschlägt verschenkt zu viel von dem Potential, das er anfangs aufgebaut hat und kommt mit Wendungen um die Ecke, die weder spannend, noch überraschend sind. Den Anspruch, den Clooney für sich selbst erhebt, kann er leider nicht aufrecht erhalten. Das Politthrillerdrama, das nicht selten an ein Stück von Shakespeare erinnert (das ihm ja indirekt auch den Titel gegeben hat), bekommt nun eine Dramaturgie, die nur noch durchexerziert wird und nun nicht mehr an Shakespeare, sondern vielmehr an einen ZDF-Sonntagsfilm erinnert. Das ist angesichts dessen, was uns The Ides of March anfangs präsentiert natürlich umso bitterer. Dennoch bleibt ein hervorragend gespielter, politisch hochaktueller Film übrig, der bei den Oscars sicher nicht unbeachtet bleiben dürfte. (7/10)


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Red Band Trailer zu Steve McQueens NC-17 Drama 'Shame'

Shame wird sich sicherlich auf einem Großteil der Jahresbestenlisten finden – zumindest bei den US-Kritikern, denn hierzulande muss man noch bis zum 01. März warten, erst dann startet das Drama, das in den Staaten das gefürchtete NC-17-Rating bekam, in den deutschen Kinos. Mit Michael Fassbender, Carey Mulligan und James Badge Dale ist der Film, über den sich die gesamte US-Blogosphäre derzeit unterhält (weil er ja ach so schlimm sein soll und dann doch wieder nicht), auch top besetzt – Fassbender wird zudem als heißer Oscar-Kandidat gehandelt. Der Red Band Trailer zeigt abgesehen von etwas nackter Haut nicht allzu viel Neues und erweckt meiner Meinung nach den Eindruck eines ziemlich grimmigen Filmes.

(Via /Film)


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Oscar Shortlist: 'Under Fire: Journalists in Combat' Doku Trailer

Dass es nicht immer ungefährlich ist, Journalist zu sein, dürfte beim Leser/Zuschauer spätestens dann ankommen, wenn die Rede von Kriegsreportern ist. Jüngst wurde beispielsweise Tim Hetherington, der in Libyen als Kriegsfotograf arbeitete, im Dienst getötet. Man könnte die Liste ewig lang fortsetzen, denn es sind nicht nur die Reporter selbst, die sich in Gefahr begeben, sondern auch ihre Kameraleute und Fotografen. Die Doku Under Fire: Journalists in Combat widmet sich den Journalisten, die sich in Krisen- und Kriegsgebiete begeben, damit die Öffentlichkeit zu Hause möglichst viele Informationen erhält. Der Film befindet sich ebenfalls auf der Oscar-Doku-Shortlist und kam durch die Mithilfe von Reportern von BBC, CBC, Reuters, NY Times und Times of London zustande.


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