Welcome to Australia: 'Wolf Creek 2' Trailer

Auf den Fantasy Filmfest Nights habe ich ihn leider verpasst (dafür gibt es aber bald eine Besprechung zu Eli Roths The Green Inferno), die Vorfreude ist aber immer noch recht groß. Ich rede natürlich von Wolf Creek 2, das Sequel zum australischen Erfolg von 2005. Es ist wohl noch nicht abzusehen, wann Wolf Creek 2 zu uns in die Kinos kommz, zumal der australische Start auch erst am 20. Februar war. Der Trailer sieht jedenfalls sehr nett aus und macht definitiv Lust auf Mehr.

(Via /Film)


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Der Jäger wird zum Gejagten: 'The Hunter' Blu-ray Review


Das australische Hinterland fernab der Zivilisation ist eine der faszinierendsten Filmkulissen überhaupt. Vor allem australische Produktionen setzen auf den Outback, der von einer unglaublichen Schönheit, aber gleichzeitig auch von einer permanenten Gefahr durchzogen ist. Wolf Creek, Storm Warning, Long Weekend, nur einige Beispiele für diese Juxtaposition von Schönheit und Gefahr, an der man sich kaum satt sehen kann. Daniel Nettheim, der bisher größtenteils für TV-Produktionen gearbeitet hat, geht in seinem zweiten Spielfilm The Hunter noch einen Schritt weiter und präsentiert uns die tasmanische Wildnis. Diese gestaltet sich zwar etwas anders als der gemeine Outback, ist in ihrer Wirkung aber identisch mit ich, sprich gefährlich und schön zugleich. Wie der Name bereits vermuten lässt, soll sich hier der letzte lebende Tasmanische Tiger befinden, der als ausgerottet gilt. Söldner Martin (Willem Dafoe) soll ihn im Auftrag für ein Biotech-Unternehmen finden und reist daher von Europa nach Australien, wo er bei einer Familie untergebracht ist, deren Vater ebenfalls auf die Jagd ging und bis heute nicht heimkehrte …

Wir wissen nicht wirklich über den Protagonisten Martin bescheid. Es wird schnell deutlich, dass die Rolle für Willem Dafoe maßgeschneidert ist, aber über seine Motive, ja, ob er überhaupt Söldner oder nur ein einfacher Jäger ist, verrät uns The Hunter selbst nach 96 Minuten nichts. Und dennoch hat es den Anschein, als würde man diesen Martin, der gerne ein Bad nimmt und dabei Opernklängen lauscht, genau kennen. Er ist ein personifizierter Outback: Er ist einerseits gebildet, kultiviert und Menschenfreund, andererseits ist er aber auch äußerst effizient und gefährlich, wenn es die Umwelt von ihm verlangt – schließlich ist er Jäger (auf welche Art und Weise auch immer). The Hunter doppelt dieses Hauptmotiv in der Figur Martins und lässt zusammenkommen, was zusammengehört. Martin kann sich seiner Natur anpassen – wenn er in der tasmanischen Wildnis auf Jagd geht, scheint er eins zu werden mit der Natur. Ist er in der Zivilisation, wirkt er zumindest unter australischen Hinterwäldlern wie ein Fremdkörper.

Es kommt einer One-Man-Show gleich, was Nettheim uns in The Hunter zeigt, denn auch wenn man Dafoe mit Sam Neill einen hochkarätigen Darsteller an die Seite gesetzt hat, bleibt es Dafoes Film. Als er sich zum ersten Mal in den Wald begibt, fühlt man sich für einen ganz kurzen Moment sogar in Antichrist zurückversetzt, dessen Natur ebenfalls äußerst ambivalent dahergekommen ist. Dafoes Spiel ist großartig, jede Szene wird von ihm dominiert, auch wenn er in einigen Szenen fast schon autistisch wirkt. In gerade mal etwas mehr als 90 Minuten gelingt es dem Film, Dafoes Figur so tief zu zeichnen, dass man denkt, man kenne ihn bereits seit Jahren. Und das liegt nicht etwa daran, dass er im Laufe des Filmes eine Wandlung durchmacht, derer wir Zeuge werden, sondern daran, dass er zutiefst menschlich zu handeln scheint. Man empfindet nicht unbedingt Mitleid mit ihm, aber zumindest Empathie. Diese durchzieht den ganzen Film, denn irgendwie scheint man die Hintergründe und Motive aller Beteiligten nachvollziehen zu können.

Gebrochen wird dies nur in kurzen Momenten, in denen The Hunter fast schon in Exploitation-Gefilde umschwenkt, wenn beispielsweise das Briefpapier der mysteriösen Biotech-Firma zu sehen ist und sich darauf die Anschrift einer deutschen GmbH befindet. Das wirkt in diesem Moment so odd und fast schon deplatziert, dass ein Bruch stattfindet, der dem Film allerdings gut tut, stoppt er die Lethargie und Empathie doch für einen kurzen Moment. Selbiges gilt für die kurze Actioneinlage, die perfekt getimet ist. The Hunter ist ruhiges, tolles Schauspielkino, das am Ende vielleicht etwas zu dick aufträgt, das Herz aber am richtigen Fleck trägt. Es ist sehr schade, dass solche Perlen nicht den Weg auf die Leinwand finden und hier DTV ein Schattendasein führen, denn The Hunter ist großes kleines Kino. (8/10)

Die Blu-ray von Ascot Elite ist seit 24. Juli im Handel erhältlich (Amazon-Partnerlink) und besticht vor allem in den zahlreichen Naturaufnahmen durch eine sehr gute Bildqualität und kräftige Farben. In den wenigen dunklen Szenen ist etwas Grain zu erkennen, aber da der Film die meiste Zeit über im Hellen spielt, ist das Bild insgesamt knackig scharf. Der Ton ist wie der Film selbst herrlich unaufgeregt und setzt vor allem auf klar verständliche Dialoge. Der Score ist dezent im Hintergrund wahrzunehmen. Neben einer B-Roll und Soundbites finden sich auch noch der Originaltrailer und die obligatorische Ascot Elite Trailershow als Extra auf der Scheibe.


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