Die scharlachrote Verführerin: 'Easy A'


Dass das Leben eher selten wie in einem 80er Jahre Teen-Film aus der Feder John Hughes ist, das hat jeder festgestellt, der einmal jung war und zur Schule ging. Ein Leben wie in diesen Filmen wünscht sich auch Olive (Emma Stone), die es an ihrer High School alles andere als einfach hat. Nicht, dass sie ein Outsider wäre, nein, aber so richtig angesagt ist sie an ihrer Schule auch nicht – und jeder, der einige High-School-Filme gesehen hat, weiß, dass es meist darum geht den Alphatieren oder zumindest deren Gruppe anzugehören. Olive begeht einen Fehler, der eigentlich ein Gefallen ist, doch dieser soll scherwiegend Folgen nach sich ziehen, denn plötzlich ist ihr Name in aller Munde. Bereits in seiner Prämisse verkehrt Easy A damit herkömmliche Genretopoi und macht aus Olive nicht etwa einen Heldin, sondern eine Art Anti-Heldin – eine Schülerin, die zwar jeder kennt und über die jeder spricht, aber nicht etwa wegen ihrer awesomness, sondern ihrer skankyness. Olive ist ein Flittchen, ein leichtes Mädchen, das die anderen Mädchen hassen und die Jungs vergöttern. Olive, der Maneater.

Dabei hat Olive das alles gar nicht nötig. Sie hat ein lässiges Elternhaus, eine Mutter (Patricia Clarkson) und einen Vater (Stanley Tucci), mit denen sie über alles sprechen kann, und sowieso alle Freiheiten, die sie will. Genau hierin liegt aber auch die Krux: sie ist ein Gutmensch, der es jedem recht machen möchte und sich selbst als letztes sieht. So sieht es zumindest anfangs aus, denn schnell erkennt Olive, dass das Leben als vermeintliche Schlampe auch jede Menge Vorteile mit sich bringt, allen voran finanzielle. Es ist ihr dabei egal, was die anderen über sie denken, nur Eltern und Lehrer, Menschen, an denen sie hängt, will sie nicht verletzen, was ihr nur bedingt gelingt. Regisseur Will Gluck gelingt mit Easy A hingegen fast alles. Geschickt spielt sein Film mit allem, was rund um die High School passiert. Die Schule ist weniger Ort der Wissensvermittlung, als vielmehr Hort von Gerüchten, sozialen Hierarchien und allerlei sonstigen weirdos. Schule quasi als Sodom und Gomorrha. Auch Themen wie Andersartigkeit, in Form von religiösem Fanatismus oder Homosexualität, spricht Easy A subtil an und trifft dabei stets die richtigen Töne. Es ist schließlich egal, was die Anderen denken, Hauptsache man selbst ist glücklich und findet Gleichgesinnte, was sich vor allem in einer der letzten Szenen humorvoll und treffsicher manifestiert.

Dabei zieht Easy A immer wieder Parallelen zu John Hughes' Filmen, sowie zu The Scarlett Letter, dessen postmoderne High-School-Variante Easy A sein möchte. Das gelingt Gluck auch zu einem Großteil, denn neben all den Anspielungen und dem nicht nur namhaften, sondern auch herrlich-leicht aufspielenden Cast, weiß Easy A auch technisch zu gefallen. Nicht, dass man Glucks Ideen nicht schon gesehen hätte, aber wie er sie montiert weiß durchaus zu gefallen. Aber es gibt doch ohnehin High-School-Komödien wie Sand am Meer, mag der eine oder andere nun monieren. Das ist richtig, aber Easy A ist auch so etwas wie ein Abgesang auf diese, denn er deutet nicht nur viele Motive um, sondern spricht diese auch direkt an. Natürlich gibt es auch hier ein love interest für Olive, samt Happy End, nur der Weg bis dahin ist nicht etwa origineller, sondern ehrlicher. Hier gibt es kein Coming-Out des schwulen Schülers, sondern einen Abschiedsbrief samt Flucht und Lover. Hier gibt es die Trennung als Konsequenz eines Seitensprungs, nicht etwa den Mantel des Schweigens. Die Wahrheit ist eben oft unschön – genau wie die Frisuren in den 80ern. John Hughes wäre stolz auf diesen Film, ganz sicher. (7.5/10)


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Neuer Trailer zu Martin Scorseses 'Shutter Island'


Der zweite Trailer zu Martin Scorseses Shutter Island ist da (480p/720p/1080p), und ja, er überzeugt mich schon etwas mehr als noch der erster Trailer. Dennoch bleibt abzuwarten, ob mich das Ganze tatsächlich ins Kino locken kann, auch, weil ich von DiCaprio langsam aber sicher die Schnauze voll habe, gibt es auch noch irgendetwas ohne ihn!? Da ist die Sättigungsgrenze definitiv erreicht. Der Kinostart wurde übrigens nach hinten verschoben – sowohl in den Staaten, als auch hier – und startet nun am 25. Februar 2010.


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Lame, Lamer, Lamest, 'Shutter Island' Trailer


Entschuldigung, aber anders kann ich den ersten Trailer (480p/720p/1080p) zu Martin Scorseses Shutter Island leider nicht betiteln, denn das, was ich da sehe, ist einfach so unglaublich langweilig, unoriginell, belanglos etc. pp., so dass ich schon jetzt nur wenig bis gar keine Lust auf das Endprodukt habe. Wäre der Cast nicht so protzig und der Name Scorsese nicht auf dem Etikett, dann wäre das doch sogar ein DTV-Vehikel … Deutscher Kinostart ist der 08.10.


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Woody Allen wird zum Vielfilmer: 'Whatever Works' Trailer


Der gute Woody scheint derzeit eine echte Kreativitätsphase zu haben, denn sein nächster, Whatever Works, steht schon vor der Türe. Der druckfrische Trailer (480p/720p/1080p) sieht wieder mal nach leichtfüßigem Allen'schen Kino aus, das zudem mit Larry David (Curb Your Enthusiasm) hervorragend besetzt scheint. Besonders der Dialogwitz kann überzeugen und macht definitiv Lust auf mehr – und nach dem feinen, aber düsteren Cassandra's Dream und dem mauen Vicky Cristina Barcelona wird es auch mal wieder Zeit für eine Comedy für laue Sommernächte.


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Die Ehe ist eine Katharsis

Married Life
(Ira Sachs, USA/Kanada 2007)
Kino

Man nennt sie period piece, Filme, die in einer gewissen Epoche spielen und diese versuchen einzufangen oder nachzuzeichnen. Married Life ist ein solches period piece, spielt es doch im Amerika der 40er-Jahre. Das Äußere dominiert, die Moral, die Ehe, die Kleidung, das Haus und viele andere Dinge des gesellschaftlichen Lebens spielen dabei eine große Rolle. So genießt auch Harry Allen (Chris Cooper) ein Leben in Wohlstand und moralischer Integrität – so scheint es zumindest. Seine Frau (Patricia Clarkson) scheint er über alles zu lieben, auch wenn es ihr nicht immer gut geht. Andere Sorgen hat er nicht, denn er gehört zur Oberschicht, jene Schicht, die das Leben dieses Jahrzehnt für das Bild, das wir von ihm haben, so prägte. Doch wie man weiß, steckt hinter dem Schein meist etwas weniger schönes, etwas Dunkles, ein Geheimnis oder eine schlimme Tat. Und so kommt es, wie es kommen muss: Harry verliebt sich in die unzählige Jahre jüngere Kay (Rachel McAdams) und beginnt eine Affäre mit ihr.

Was folgt, sind anderthalb Stunden Hintergehen und biederes Katz- und Mausspiel, das man so – wenn auch nicht unbedingt in dieser Zeit – unzählige Male gesehen hat. Natürlich hat Married Life eine tolle Besetzung, allen voran das Team Cooper/Brosnan, doch was nützt deren Talent, wenn sie sich in einem solch überraschungs- und spannungsfreien Plot bewegen müssen? Das Leben im Amerika der 40er, indem solch eine Szenerie natürlich die Hölle auf Erden bedeutet, wurde auch schon besser eingefangen und 90 Minuten reichen für ein intensives Charakterdrama eben nicht aus. Doch das ist sowieso nicht der Fokus, auf den sich Sachs' Film konzentriert, denn dafür ist er einfach auch zu unausgegoren. Hier ein Hauch von Komödie, da ein Hauch von Krimi und das Drama, das alles zusammenhält, darf natürlich auch nicht fehlen. Sachs Intention wird zwar deutlich, und auch seine Bemühungen sieht man dem Film durchaus an, nur scheitert er einfach an zu vielen Hürden. Am Ende sieht man dem Ganzen dann nur noch total gleichgültig entgegen, denn Married Life ist einfach egal. (5/10)


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