Leaked 'Mission: Impossible – Ghost Protocol' Trailer

Der erste Trailer zum vierten Teil der Serie, Mission: Impossible – Ghost Protocol, wurde in Frankreich geleaket (und wird ersetzt, sobald er in HD erschienen ist, was dieses Wochenende zum Start von Transformers: Dark of the Moon sein soll) 480p/720p/1080p. Fällt mir eigentlich nicht allzu viel ein, außer: sieht irgendwie aus wie immer. US-Start ist am 16. Dezember.

(Via /Film)


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FFF: Augen zu vor der Realität

Mirrors
(Alexandre Aja, USA/Rumänien 2008)
Kino

Jeder von uns verfolgt sich jeden Tag dutzende Mal selbst. Egal ob vor dem Spiegel oder sonstigen spiegelnden Oberflächen, unser eigenes Antlitz ist allgegenwärtig. Doch für einige kommt es sogar noch dicker, denn einmal in einem Rollenmodell, kommt man so schnell nicht wieder hinaus. So auch Kiefer Sutherland, der bereits im achten Jahr die Rolle des Terroristenjägers Jack Bauer mimt und der seither nur noch selten in Filmrollen zu sehen ist. Es ist wohl sein Schicksal, ähnlich dessen eines Elijah Woods, der seine Rolle in der Filmgeschichte ebenfalls gefunden haben dürfte. Spiegelbilder sind Abbilder, und so ist auch Kiefer Sutherland ein Abbild Jack Bauers und vice versa. Alexandre Aja, der im Gegensatz zu Sutherland keinerlei Neuland in Sachen Horror betritt, ist sich dieser Tatsache bewusst und lässt Sutherland hier keinesfalls einen Ben Carson – so der Name seiner Figur – spielen, sondern lässt ihn einmal mehr in die Rolle des Anti-Terror-Kämpfers schlüpfen. Bauer/Sutherland hat auch dieses Mal wieder nur wenig Zeit, seine Familie vor dem Terror, dem Unbekannten, das größtenteils nur schwer zu fassen ist, zu schützen und mit eigenen privaten Problemen aufzuräumen.

Carson ist ehemaliger Alkoholiker, hat seinen Job wegen ungünstiger Umstände verloren und heuert nun überqualifiziert und untermotiviert bei den Nachtwächtern eines alten Gebäudes an. Dabei reflektieren nicht nur die Spiegel Carson, sondern auch das Haus selbst. Es ist heruntergekommen, unaufgeräumt und dunkel, aber von einer gewissen Schönheit durchzogen, die mit etwas Arbeit wieder heraufbeschworen werden kann. Es braucht aber erst eine Initialzündung um diesen Prozess in Gang zu bringen, und so agieren die Spiegel nicht nur als Doppler, sondern vielmehr als doppelter Doppler. Doch es ist nicht nur die Seelenverwandtschaft, die Carson zu Bauer werden lässt, es sind vielmehr auch ganze Phrasen und Handlungsmuster, die die beiden Figuren zu einer verschmelzen lassen. Carson ist launisch, reagiert bisweilen zu aggressiv, liebt seine Frau und Kinder aber über alles und kämpft deshalb auch mit allen Mitteln für deren Überleben. Von der Mimik, die inzwischen zu einer Art Markenzeichen für Sutherland geworden ist, ganz zu schweigen. Carson ist Bauer, das wird in einem halben Dutzend Szenen nur allzu deutlich.

Doch die Figur des Protagonisten ist nicht das Einzige, mit dem Aja gezielt spielt. Es sind vielmehr auch Raum und Formalia, die der Franzose geschickt zu einem Ganzen zu verschmelzen vermag. Die Familie als fragiler Lebensraum, der von außen penetriert wird und an dessen Spitze ein Mann gehört, der alles für den Erhalt dieses Lebensraumes tut. Es ist ein Spiel mit Wahrheiten und Unwahrheiten, die es oftmals schwer machen, einen Blick in den Spiegel zu werfen, da dieser unser wahres Ich zeigt – in all seiner Hässlichkeit und Grobheit. Mirrors funktioniert auf dieser Metaebene deutlich intelligenter als in Hinsicht auf seine sonstigen Schauwerte. Auch wenn es bisweilen schwer zu glauben sein mag, dass es sich hier um den gleichen Regisseur wie jener von Haute tension handelt, so zeigt er gerade auf den angesprochenen Ebenen, dass sich Aja weitaus mehr Gedanken macht als viele andere 08/15-Horrorstreifen – auch wenn Mirrors in vielerlei Hinsicht nie über ebendiese hinauskommt. Denn mal ehrlich: Wie viele Genrefilme muss man noch ertragen, die mit dämonischen Kindern hantieren? Leider weiß vor allem auch das Klimax in dieser Hinsicht nicht viel zu reißen, im Gegenteil.

Nichtsdestotrotz ist Mirrors unterm Strich ordentliches Genrekino vom Routinier, das keinesfalls spannungsarm daherkommt und mit einigen deftigen Effekteinlagen auch das Zielpublikum auf seine Seite ziehen dürfte. Für alle Fans von 24 und dem auf der Kinoleinwand raren Kiefer Sutherland natürlich ohnehin Pflicht. (6.5/10)


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