Bärtiger Bond: Neues Bild von Daniel Craig in 'Skyfall'


Das neue Bild von Daniel Craig als James Bond in Skyfall kommt schon eher an das klassische Bond-Bild heran, denn er trägt immerhin eine Walther in der Hand. Nichtsdestotrotz gibt es auch hier einen kleinen 'Schönheitsfehler', denn Bond ist komplett unrasiert. Ich hoffe nur, dass jetzt endlich auch mal Bilder kommen, die etwas mehr zeigen als nur Daniel Craig (im Pool). Wobei das hier ja schon eine Richtung andeutet, die mir gefällt – Bond ist weniger Gentleman als vielmehr Agent mit ganz eigener Agenda …

(Via Twitch)


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Erstes Bild von Daniel Craig als James Bond in 'Skyfall'


Das erste offizielle Bild aus Skyfall, Bond 23, wurde veröffentlicht und dürfte eher das weibliche Publikum ansprechen, während die Männer angesichts Daniel Craigs Body erneut neidisch werden dürften: Bond nur in Badeshorts, muskulös wie eh und je und mit einer dicken Omega am Handgelenk. So oder so ein ziemlich nichtssagendes Bild, das man hier gewählt hat, aber immerhin kommt die Promotion langsam auf Touren.

(Via Twitch)


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'Skyfall': Behind the Scenes Video zum Website Relaunch

Die offizielle James-Bond-Website 007.com wurde neu gestaltet und begrüßt den Besucher nun mit einem Countdown bis zum nächsten Bond Skyfall – aktuell sind es noch 297 Tage – und einem Behind the Scenes-Video, das erste Einblicke in den Film gibt (anscheinend zeigt es die Dreharbeiten zum Vorpann). Zusätzlich dazu gab Ralph Fiennes in einem Interview mit der Sunday Mail über seine Rolle bekannt, dass er ein Regierungsbeamte sei. Nicht allzu viele neue Infos, aber immerhin. Deutscher Kinostart ist am 01. November.

(Via /Film)


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'Bond 23' wird offiziell 'Skyfall' heißen


Seit Monaten brodelte die Gerüchteküche um Bond 23, nun wurde zumindest der Titel des Filmes offiziell vorgestellt: Skyfall. Der Titel soll einen emotionalen Bezug haben, der im Film offenbart wird – so gaben es heute die Produzenten Michael G. Wilson und Barbara Broccoli bekannt. Der Film wird auf keinem Ian-Fleming-Roman basieren und soll auch keinen Bezug auf die vorherigen beiden Filme nehmen. Hier die offizielle Synopsis: "Bond’s loyalty to M is tested as her past comes back to haunt her. As MI6 comes under attack, 007 must track down and destroy the threat, no matter how personal the cost." (@007) Vorherige Artikel enthüllten, dass Javier Bardem den Bösewicht in Skyfall spielen wird und Bérénice Marlohe das Bondgirl sein wird. US-Start ist am 26. Oktober 2012, UK-Start am 09. November 2012.

(Via /Film)


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Clash of Technology: 'Clash of the Titans'


3D hier, 3D dort. Es gibt wohl kaum einen anderen Begriff, der in letzter Zeit häufiger im Medium verwendet wird, als jener der Stereoskopie – oder kurz: 3D. Immer mehr Filme werden mit dieser neuen alten Technik veröffentlicht, immer größer wird ihr Publikum, immer größer der Druck auf die Filmemacher, ihre Produktionen doch bitteschön in 3D zu produzieren. Warner geht sogar noch einen Schritt weiter und plant seine Blockbuster nur noch in 3D zu produzieren. Angesichts der neuesten 3D-Produktion aus dem Hause Warner sollte man das Ganze aber noch einmal bedenken, denn der Schuss kann auch nach hinten losgehen, wie Clash of the Titans eindrucksvoll zeigt. Das Problem hierbei liegt aber vor allem darin, dass der Film ursprünglich nicht als eine 3D-Produktion geplant war, sondern erst in der Postproduktion um die dritte Dimension erweitert wurde. Das sieht man Clash of the Titans dann auch deutlich an, denn so gut wie keine einzige Szene wirkt hier so konzipiert, als habe man sich um die Räumlichkeit Gedanken gemacht. Die Credits, die da zu Beginn und am Ende die Leinwand einnehmen, sind dabei noch das Räumlichste, was es zu sehen gibt. Der Rest wirkt extrem kontrastarm – ein generelles Problem der 3D-Filme, aber hier in wirklich signifikantem Ausmaß – und vor allem eines: flach.

Die meiste Zeit über nimmt das Auge die zusätzliche Dimension überhaupt nicht wahr, so dass man sich doch fragt, warum man überhaupt diese gigantische Brille auf der Nase sitzen hat. Der Mehrwert der Technik ist hier also gleich Null, und man kann daher sogar so weit gehen und sagen, dass es sich hierbei um die wohl schlechteste technische Umsetzung handelt, die man bisher im Kino sehen konnte. Natürlich liegt das weniger am Regisseur und der Umsetzung während der Postproduktion, als vielmehr am Studio, aber es ist nun mal eine Tatsache, die einfach existent ist und auch der Hauptgrund, warum man sich Clash of the Titans – wenn überhaupt – ruhigen Gewissens auch in 2D ansehen kann. Ob das den Film besser macht ist jedoch eine andere Frage. Diese muss leider mit nein beantwortet werden, denn auch das restliche Spektakel ist lediglich ein äußerst spärliches. Bereits das Original aus dem Jahre 1981 war ein B-Movie, weshalb sich auch Leterriers Remake an diese Linie hält. Das ist mal mehr freiwillig, mal weniger, denn auch wenn nach wenigen Minuten bereits deutlich wird, dass Clash of the Titans auf das reine optische Spektakel zugeschnitten ist, so sind es vor allem Liam Neeson und Ralph Fiennes, die für unfreiwilligen Humor sorgen, denn ihr Schauspiel ist zwar zu großen Teilen sicherlich der Rolle zuzuschreiben, aber trotz dieser intendierten campiness ist es einfach wahnwitzig, was die beiden hier abliefern.

Es gelingt Clash of the Titans hin und wieder aber auch, das Spektakel in wirkliches Spektakel, in die reinen Schauwerte, zu verwandeln (beziehungsweise zu reduzieren). Perseus' (Sam Worthington) Kampf gegen riesige Skorpione, die urplötzlich aus dem Boden schlüpfen und angreifen, kann beispielsweise überzeugen. Und auch der finale Kampf gegen den Kraken scheut sich nicht vor einem gewissen Größenwahn – und das in vielerlei Hinsicht. Das alles reicht aber nicht wirklich, um knappe zwei Stunden zu füllen, zumal die Schwächen den doch deutlich größeren Teil des Filmes ausmachen. Da nutzt es auch nichts, dass einige bekannte Gesichter mit von der Partie sind und Gemma Arterton heißer aussieht als je zuvor. In Leterriers Filmografie mag sich der Film dann aber dennoch nahtlos einfügen, hat er doch mit all seinen bisherigen Filmen bewiesen, dass er stets einen Fokus auf das (vermeintliche) Spektakel legt. Pubertäre Jungs, die mit ihrem Testosteron nicht wirklich etwas anzufangen wissen, für die ist Clash of the Titans ein effektgeladenes Spektakel, das bis auf nackte Haut auch jedes Verlangen befriedigen dürfte. Wer nicht in diese Zielgruppe fällt, der kann aber getrost einen Bogen um Leterriers Film machen, auch wenn es gerade hier hervorragend zutrifft, denn Clash of the Titans sieht schlechter aus, als er ist. (4/10)


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'Kick-Ass', 'Clash of the Titans' & 'Puppet Master' Teasers


Da gibt es Tage und sogar Wochen, in denen nicht ein einziger sehenswerter Teaser oder Trailer erscheint – und dann gibt es da noch so Tage wie heute, wo sie gleich reihenweise veröffentlicht werden. Namentlich sind dies die ersten Teaser Trailer zur Comic Live Action Kick-Ass, dem Remake von Clash of the Titans und einem weiteren Teil zu Puppetmaster, Puppet Master: Axis of Evil. Leider haut mich keiner der Trailer vom Hocker, aber first things first.

Kick-Ass (480p/720p/1080p) scheint mir weniger Comicsatire als vielmehr ein weiterer humoristischer Versuch, sich dem Comicgenre zu nähern. Vielleicht sollte ich aber auch erstmal das Comic lesen (wobei sich die Frage, ob der Trailer Gutes oder Schlechtes erhoffen lässt, danach noch stärker aufdrängen dürfte). Gut, McLovin' ist dabei, aber diese picklige-Teens-werden-zu-Helden-Nummer habe ich auch langsam satt. Deutscher Start ist wohl irgendwann im April 2010.

Clash of the Titans (480p/720p/1080p) sieht nach üblichem Blockbusterkino Marke neues Jahrtausend aus, als habe Zack Snyder Regie geführt. Klar, Sam Worthington ist 'ne coole Sau, aber das hier muss nicht unbedingt sein. Deutscher Kinostart ist am 01. April 2010.

Puppet Master: Axis of Evil (FLV, gute Qaulität) sieht interessant aus, zumal ich keinen Film aus der Reihe gesehen habe. Keine Frage, sieht nach DTV-Ware aus, aber einen Blick würde ich hier beispielsweise eher riskieren als bei Clash of the Titans. Aber, kommt Zeit, kommt Rat. Auch hier ist der deutsche Start wohl irgendwann 2010.


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Die Gewinner der 'The Duchess' Verlosung!


Und schon wieder geht ein Gewinnspiel zu Ende. Dieses Mal gab es drei DVDs zum period piece The Duchess mit Keira Knightley zu gewinnen. Random.org hat die Gewinner ermittelt, die da wären: Toba, Saint und Kaiser_Soze. Herzlichen Glückwunsch an Euch alle! Und vielen Dank auch an alle anderen, die teilgenommen haben. Viel Glück für das nächste Mal – dieses lässt auch nicht allzu lange auf sich warten, so viel kann ich schon verraten … Danke nochmals an achtung! für diese Gewinnspielkooperation.


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Verlosung: Gewinnt drei DVDs zu 'The Duchess'


Sie gehört zu den Frauen, die ich immer wieder anführe, geht es um meine Traumfrau, Keira Knightley. Und wenn ich ein Blick auf das obige Bild mit ihrer Haarpracht werfe (gut, ja, das ist eine Perücke, ich weiß), dann ist es auch fast schon wieder um mich geschehen. Auch wenn böse Stimmen immer wieder behaupten, dass sie viel zu dünn sei, so nehme ich sie doch immer und immer wieder in Schutz (denn diese Bahauptung teile ich überhaupt nicht). Doch ich merke gerade, dass ich vor lauter pubertärem Geschmachte vom Thema abweiche, denn …

… wie versprochen habe ich schon wieder ein Gewinnspiel für Euch, denn Zeit zum Verschnaufen möchte ich Euch nicht lassen. Zum Start der DVD zu The Duchess (Die Herzogin) verlost Equilibrium in Zusammenarbeit mit achtung! 3 DVDs zum Film. Die DVD bietet neben dem Film in der ungeschnittenen Fassung (ja, in den USA wurden einige Nacktszenen Keira Knightleys geschnitten) ein Making-Of, Geschnittene Szenen, TV-Spots und natürlich auch ein Wendecover (in your face, Zensursula!). Was Ihr tun müsst, um eine Scheibe abzustauben? Hinterlasst bis zum 27.09. einfach einen Kommentar unter diesem Beitrag oder Re-Tweetet das Gewinnspiel auf Twitter (und postet den Tweet dann hier). Ganz einfach, oder? Ich wünsche allen Teilnehmern viel Glück und der Rechtsweg ist natürlich wieder mal ausgeschlossen.


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'The Hurt Locker' und sein einsamer Besitzer


Es ist nichts Besonderes, dass politische Ereignisse, speziell Kriege, das Kino beeinflussen. Während seit 2003 der Krieg der Koalitionstruppen unter Führung der Amerikaner im Irak tobt, sprossen Filme über diese sowohl militärische, als auch kulturelle und religiöse Auseinandersetzung wie Pilze aus dem Boden. Meist waren es die jungen Soldaten, um die sich alles drehte, ihre Emotionen, Verluste und ihren Alltag. Ein Actionfilm wurde selten daraus, das Drama mit den obligatorischen Kriegsszenen dominierte und dominiert bis heute. Kathryn Bigelow nimmt sich das setting im Irak um einen Actionfilm zu drehen. Zumindest primär. Statt einer ganzen Kompanie zu folgen beschränkt sie sich auf gerade mal drei dramatis personae, die einem Bombenräumkommando angehören und für dessen Spezi Staff Sergeant James (Jeremy Renner) das alles nur ein einziges großes Machoabenteuer darstellt. Egal wie groß die Bombe, wie kurz der Timer, wie groß der Druck, er hat stets noch einen coolen Spruch auf den Lippen, der Tod kümmert ihn scheinbar kaum.

Bigelows The Hurt Locker ist im Kern vielleicht ein Actionfilm, insgesamt kann aber auch er sich den theatralischen, von Pathos durchtränkten, Sequenzen nicht ganz entziehen. Dies wird vor allem gegen Ende deutlich, wenn wir uns kurzzeitig nicht mehr im Irak, sondern in den Staaten befinden, wo das Leben James völlig überfordert. So männlich-machohaft und großspurig Bigelow Renners Charakter in den ersten 100 Minuten auch auslegen mag, so klein wirkt er doch in diesen Szenen. Da steht er vor dem Supermarktregal und soll für seine Familie Cornflakes kaufen. Nur welche? Im Irak hatte er eine geregelte Aufgabe: die Bombe zerstören, bevor sie ihn und zahlreiche Andere zerstört. Hier wird ihm die Masse, repräsentiert durch ein riesiges Regal voller Cerealien, aber erstmals bewusst, die Übermacht, der er gegenübersteht. Alles scheint irgendwie vertauscht worden zu sein, schnell merkt er, dass das zivile Leben nichts für ihn ist, da es ihn schlichtweg überfordert.

Seine Profession ist das Bombenentschärfen. Nichts anderes. Er ist vielleicht sogar auch ein schlechter Familienvater, lässt er seine Frau (Evangeline Lilly) und sein Kind doch irgendwie auch im Stich. Und doch nicht. Genau hier wird The Hurt Locker nämlich politisch, auch wenn es ihm fast zwei Stunden lang gelang, dies zu umgehen beziehungsweise zu vermeiden. Natürlich ließe sich darüber streiten, ob die einseitige Darstellung der Iraker und der Terroristen nicht doch auch politisch ist, aber irgendwie wohnt sie dem amerikanischen Kriegsfilm auch inne, oder (man braucht ja auch schließlich ein klar definiertes Feindbild, das hier aber in Ansätzen relativiert wird)? Sergeant James erkennt schließlich, dass es ihm hier in den Staaten, bei seiner Familie, zwar blenden geht, er aber nicht nur Probleme mit diesem Leben hat, sondern auch anderen ein solches Leben ermöglichen möchte, was sich wiederum in den beiden Kindern zeigt – seinem eigenen und dem irakischen, zu dem er eine Verbindung aufbaut, die ihn zusätzliche Kraft kostet. Vielleicht aber auch nicht, ist es gerade das Fußballspielen mit dem Jungen, das Sergeant James vom Alltag (etwas) ablenkt.

Dennoch bleibt der Eindruck eines altruistischen Motivs, das Bigelow natürlich sehr gerne präsentiert, zeigt es doch einmal mehr den (einsamen) guten Amerikaner, der sein letztes Hemd für die Anderen opfert. Und dennoch wird das wohl den wenigsten, die von der Welle von thematisch gleichen Irakkriegsfilmen erschlagen sind, sauer aufstoßen, ist es doch fast schon wieder nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Auch, weil Bigelow durchaus auch kritische Töne anzuschlagen weiß. So macht ihr Film auch etwas Anderes ganz deutlich – nämlich die Tatsache, dass der Krieg und der damit verbundene Tod keine Dienstgrade oder soziale Schichten kennt, angedeutet in einer der emotionalsten Szenen des ganzen Filmes. Auch sind es die großen Namen des Casts, die hier mehr ein Cameo als eine echte Rolle haben. Das mag ökonomische Gründe haben, spielt aber angesichts der tollen Leistung eines Jeremy Renner, neben dem alle anderen, größeren Namen sowieso nur als blasse Schachfiguren auftreten, keine Rolle.

The Hurt Locker ist politisch – er ist aber auch hochspannend und bereichert das 'Subgenre' um einen weiteren, äußerst interessanten Aspekt. Es ist die ewige Geschichte des einsamen loners, der nichts als seine Berufung kennt (man beachte hierbei auch das massive Rauchen im Film), transportiert ins 21. Jahrhundert; in eine Zeit, die alles andere als berauschend ist, aber gerade deshalb solche Menschen wie Staff Sergeant James braucht – ein Westernheld im wilden Osten. (8/10)


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Brügge die Hölle und Tottenham das Fegefeuer?

In Bruges
(Martin McDonagh, UK/Belgien 2008)
Kino

‘In Bruges’Ich selbst war noch nie in Belgien, leider. Ein Freund von mir macht gerade ein Praktikum in der belgischen und europäischen Hauptstadt bei der EU und ist vom Land durchaus angetan. Nun spielt In Bruges ja nicht in Brüssel, sondern in Brügge, der am besten erhaltenen mittelalterlichen Stadt Belgiens – und das sieht man auch. Es ist fast schon gefährlich, wie mich die wunderschönen Aufnahmen dieser wunderschönen Stadt begeistert haben, sodass es fast schon an ein Wunder grenzt, dass ich nicht sofort einen Flug dorthin gebucht habe (ohne auf das Finanzielle zu achten). Ja, Colin Farrells Figur hasst diese reinrassige Kulturstadt, doch da habe ich es wohl eher wie dessen Kollege, Brendan Gleeson, der weise feststellt, dass man so etwas nicht alle Tage zu sehen bekommt. Kein Wunder also, dass es zwischen den beiden bald schon raucht, da der eine kein Museum auslassen will, der andere aber keinen Pub. Doch sie sollen noch mehr Zeit miteinander verbringen, mehr, als beiden vielleicht lieb ist.

Was in den ersten 45 Minuten als Komödie mit dramatischem Tiefgang daherkommt, entwickelt sich in der zweiten Hälfte zu einem intelligenten Gangsterkrimi, der auch nicht davor zurückscheut, die Gewalt richtig ausbrechen zu lassen – Tarantino und Ritchie lassen grüßen. In Bruges ist primär aber sowieso ein Drama mit knochentrockenem Humor, perfekt getimt und niemals überzogen oder in Klamauk abdriftend. Das macht dann auch sichtlich Spaß, wenn Ray (Farrell) in reinrassigem Irisch Sprüche von sich gibt, die pointierter und auf die Situation passender nicht sein könnten: "If I'd grown up on a farm and was retarded, Bruges might impress me, but I didn't, so it doesn't." Sowieso ist der Humor eine der größten Stärken, auf die der Film baut. Er dient nicht nur als unterhaltsames Element, des Humor wegen, sondern wird auch geschickt als comic relief genutzt. Diesen hat der Film bisweilen auch bitter nötig, denn die eine oder andere Szene setzt einem emotional dann doch ziemlich zu, jedoch ohne auch nur ansatzweise pathetisch zu sein. Und das ist nicht zu letzt auch einem grandiosen Colin Farrell zu verdanken ist.

McDonaghs Film lässt sich nicht so einfach in eine Schublade stecken, das habe ich nach dem Film gemerkt. Vermutete ich nach dem Trailer eine neue Gangsterkomödie im Stile von Snatch. oder Layer Cake, so musste ich danach jedoch feststellen, dass die genannten Filme mit In Bruges bis auf einige gemeinsame Schnittpunkte nicht viel gemeinsam haben. Die Art von Humor, ja, die schrägen Charaktere, ja, aber das war es dann auch schon. In Bruges stellt zu keiner Zeit den Anspruch, cool zu sein, denn das ist er ganz bestimmt nicht. Der Film ist vielmehr eine Symbiose, die perfekt zusammenarbeitet und eine positive Stimmung schafft, obwohl sie selbst meist alles andere als positiv ist. Ja, ich war doch ziemlich angetan, erst recht von einigen Szenen, die wirklich ganz groß sind und am Ende des Jahres wohl definitiv auf der Liste der schönsten magic moments landen dürften. Wirklich erstaunlich, dass solch ein depressiver Film dennoch solch einen großen Spaß macht, auch wenn ich diesen Spaß nicht mit dem geläufigen Unterhaltungsspaß gleichsetzen würde, nein. In Bruges ist etwas besonderes, ein Film, den es in dieser Form nicht oft gibt.

War es in There Will Be Blood die Musik, die sich primär nicht im Hintergrund abspielte, sondern meist in den Vordergrund drängte, so ist es auch hier einmal mehr die Musik, die einen bedeutsamen Teil zum Gesamten beiträgt. Bewegt sich das Ganze zwischen melancholischen Tönen und alteingesessenem Pop, so trifft sie stets den Nagel auf den Kopf und hilft der traurig-schönen Atmosphäre des Filmes. In Bruges ist all das, was das Kino sein sollte: Emotional – mal lustig, mal traurig; inspirierend, atmosphärisch, narrativ und mit einer ziemlich langen Halbwertszeit versehen. Aber eines gilt es zu beachten, will man in diesen Genuss kommen: Unbedingt, und dieses Mal meine ich es wirklich so ernst, wie noch nie zuvor, im Original schauen. (8-9/10)


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