Trailer zu Guy Ritchies 'Sherlock Holmes: A Game of Shadows'


Habe noch nicht einmal die erste Sherlock-Holmes-Interpretation von Guy Ritchie gesehen, da steht auch schon das Sequel in den Startlöchern. Der erste Trailer zu Sherlock Holmes: A Game of Shadows (480p/720p/1080p) macht eigentlich nur deshalb einen recht positiven Eindruck, weil Noomi Rapace und Jared Harris (Mad Men) mit von der Partie sind. Die vielen Slow-Mo-Shots hingegen, sind dem Ganzen alles andere als zuträglich. Deutscher Start ist am 22. Dezember.


Tags , , , , , , , , , ,

Two and a Half Men: 'Due Date'


Während es um Judd Apatow immer ruhiger wird, lässt es Todd Phillips so richtig krachen. Nach seinem letztjährigen Erfolg The Hangover, bringt Phillips vor dem Sequel, das im kommenden Jahr in die Kinos kommt und schon jetzt für Schlagzeilen sorgt, mal noch schnell ein weiteres Starvehikel unter. Due Date setzt dabei ganz und gar auf seine beiden Protagonisten, die unterschiedlicher kaum sein könnten – sowohl Downey Jr. und Galifianakis selbst, als auch ihre Figuren. Da ist zum einen Peter Highman (Robert Downey Jr.), erfolgreicher Architekt und Familienmensch, der gerade sein erstes Kind erwartet. Auf der anderen Seite findet sich der etwas stehengebliebene Möchtegern-Schauspieler Ethan Tremblay (Zach Galifianakis), der sein Glück in Hollywood versuchen will. Dieses Setting verspricht dann natürlich auch jede Menge Raum für Zoten, Witze und sonstige Widerlichkeiten, an die man sich in den letzten Jahren ja irgendwie auch schon gewöhnt hat. Phillips hat dieser Art von Humor mit seinen Filmen ohnehin auch selbst den Weg geebnet, wenn nicht sogar geöffnet. Neben allerlei Wortwitz und Situationskomik, die größtenteils auf Downey Jr.s Kappe gehen, ist Galifianakis natürlich der Mann fürs Grobe, im wahrsten Sinne des Wortes. Da kommt es dann auch schon mal vor, dass wir ganz im Geiste der Teeniekomödie onanierende Hunde sehen, die lediglich das nachahmen, was ihr Herrchen ihnen vormacht.

Diese Art von Brachialhumor hält sich in Due Date allerdings in Grenzen, denn Phillips hat sich seit seinen Teeniekomödien-Tagen durchaus weiterentwickelt und führt das fort, mit dem sein Bruder im Geiste, nämlich Apatow, angefangen hat. Due Date zitiert sich fleißig durch die Popkultur und hantiert bei einigen Kalauern schon mal mit Facebook ("I've got 90 friends on Facebook!") oder Craigslist ("I found her on Craigslist."). Eine Art Humorbasis, die derzeit vermehrt in der jüngeren Komödie Verwendung findet. Natürlich dürfen dabei auch die Cameos nicht fehlen, die hier zwar nicht wirklich welche sind, aber das war ja auch schon bei The Hangover nicht der Fall, sah man Mike Tyson doch schon im Trailer (ich glaube ja, dass der Mel-Gibsons-Gossip über sein Cameo im Sequel eine geschickte Marketingstrategie ist). Im Falle von Due Date macht es aber gleich doppelt so viel Spaß, denn selbst für kleinste Rollen sind sich Darsteller wie RZA, Juliette Lewis, Jamie Foxx oder der fantastische Danny McBride – hier wieder mal in einer saukomischen Rolle – nicht zu schade. All dies sind Elemente, die durchaus darüber hinwegtrösten, dass Phillips jüngste Comedy doch auch etwas redundant daherkommt. Die verkorkste und ungleiche Beziehung zwischen den beiden Männern wird bis zuletzt ausgeschlachtet, obwohl die Prämisse der beiden 'Freunde', die wie Wasser und Feuer sind, ab einem gewissen Zeitpunkt längst gesättigt ist.

Das Problem nicht nur von Due Date, ist die Tatsache, dass man die Regeln der Komödie mittlerweile auswendig aufsagen kann. Von Beginn an ist es dem Zuschauer daher bewusst, dass das ungleiche Paar am Ende zusammenfinden wird – bis dahin gilt es aber noch einige Hindernisse und Zwischenfälle zu überwinden, die den Bogen immer weiter spannen müssen. Leider setzt Phillips dabei nicht immer auf Qualität, sondern vielmehr auf Quantität. Downey Jr. und Galifianakis geraten dabei von einer prekären Situation in die nächste, leider ist dabei eine unglaubwürdiger als die andere, was an sich nicht das Problem ist, wäre da nicht diese forcierte over-the-topness. Sicherlich, bei Galifianakis, der sich jüngst in Bill Mahers Talkshow einen Joint anzündete, weiß man nie, was kommt. Es dürfte aber auch bei dieser, Phillips' Muse, nur eine Frage der Zeit sein, bis sie das gleiche Schicksal erfährt wie Apatows Muse Seth Rogen – sie hat ihren Zenit überschritten … Da ist Galifianakis in Due Date glücklicherweise zwar noch nicht angekommen – allein das Ende des Filmes macht so einiges wieder wett, nein, mehr als das -, aber wenn er immer der stereotype Nerd und Zurückgebliebene bleibt, dann wird es sich irgendwann rächen. Umso gespannter darf man wohl auf The Hangover 2 sein.

Due Date hat seine Schwächen, allen voran darin, dass er gewohnten Genremustern folgt und die Spritzigkeit eines Old School oder Road Trip vermissen lässt (natürlich dürfen auch die ernsteren Töne nicht fehlen). Andererseits wartet der Film aber auch mit einigen Überraschungen auf, die man nach dem sehr belanglosen Trailer nicht erwartet hätte. Das Duo Downey Jr. und Galifianakis harmoniert dabei überraschend gut und versprüht zudem einen gewissen Charme. Nach den 100 Minuten ist der kurzweilige Spaß dann aber auch schon wieder vorbei. Denn außer dem Ende und der sarkastischen Breitseite gegen Hollywood bietet Due Date nichts, was einem wirklich in Erinnerung bliebe. (6/10)


Tags , , , , , , , ,

'Iron Man 2': Chinesischer TV Spot


Es ist ein chinesischer TV Spot zu Iron Man 2 aufgetaucht (480p/720p/1080p), der neues Bildmaterial parat hält und unter anderem auch Samuel L. Jackson als Nick Fury zeigt. Ich muss ja sagen, dass mich das alles noch immer relativ kalt lässt. Klar, der erste war feines Comickino, aber weder Scarlett, noch Don Cheadle können mich überzeugen, im Gegenteil. Ich mochte Terrence Howard sehr, was ich von Cheadle nicht gerade behaupten kann. Sei's drum, Kinostart ist am 06. Mai.


Tags , , , , , , , , , , , , , , ,

Die 67. Golden Globe Awards und ihre Gewinner


Nein, ich bereue es wirklich nicht, dass ich die 67. Golden Globes verschlafen habe, auch wenn ich sie die letzten Jahre eigentlich immer live verfolgt habe. Camerons Avatar wird bester Film, Up in the Air gewinnt das beste Drehbuch und Robert Downey Jr. wird bester Darsteller in der Comedy & Musical-Kategorie. Oh Mann, das tut doch irgendwie weh, oder etwa nicht? Natürlich sind Awards selten nach dem perönlichen Geschmack, aber etwas mehr Objektivität darf man doch noch verlangen. Avatar, der technisch zwar perfekte, aber sonst lahmarschige Sci-Fi-Esokitsch vor Kathryn Bigelows The Hurt Locker geht einfach nicht, nein. Jeder in der Kategorie hätte es mehr verdient als Camerons Film, jeder. Ja, sogar Up in the Air, der zwar durchaus zu gefallen weiß, bei näherer Betrachtung jedoch so egal wie sonst was ist. Der Globe für Regie? Wegen mir.

Dass der Preis für das beste Drehbuch an Jason Reitman und Sheldon Turner geht, regt mich nach wie vor auf, denn auch wenn der Film gefallen konnte, dann lag das sicherlich nicht am Drehbuch, nein. Hier hätte der Gewinner eindeutig Inglourious Basterds beziehungsweise Quentin Tarantino heißen müssen. Dass The Hangover die beste Komödie würde, war ja irgendwie abzusehen, auch wenn ich auf (500) Days of Summer gehofft hatte, der der Kategorie deutlich mehr gerecht wird als Phillips Film. Doch es gibt auch erfreuliche Entscheidungen, allen voran der Globe für Christoph Waltz, auch wenn der ja so sicher war wie das Amen in der Kirche, der Oscar hoffentlich auch. Unentschlossen bin ich hingegen beim besten fremdsprachigen Film, den Das weiße Band gewinnen konnte. Auch hier ist der Oscar so gut wie sicher, denn ich glaube mittlerweile, dass man den Amerikanern alles an deutscher Geschichte vorwerfen könnte, sie würden es lieben, wenn es nur einige 'Vorgaben' erfüllte.

Der Preis fürs Lebenswerk an Martin Scorsese war irgendwie ja an der Zeit. Die ganzen Serien sind mir ja eigentlich immer ziemlich Schnuppe, aber Mad Men und vor allem Dexter sollte ich langsam aber sicher auch endlich mal angehen. Aber vielleicht doch erst einmal die finale Season von The Shield beenden, dann sehen wir weiter. Auch bei der Show selbst soll es ja keine großen Highlights gegeben haben, die es wert gewesen wären, sich die Nacht um die Ohren zu schlagen, denn ich bin mir sicher, dass ich, wäre dies doch der Fall gewesen, etwas mitbekommen hätte. Habe ich aber nicht, ergo hat Ricky Gervais wohl einen ordentlichen, wenn auch keinen outstanding Job gemacht. Wenn die Oscars jedenfalls in etwa auch so enden werden, dann überlege ich mir das mit dem Aufbleiben doch auch noch ein zweites Mal. Die komplette Liste der Gewinner findet sich hier.

Foto: Joe Shlabotnik


Tags , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Ritchie und Englands Mastermind: 'Sherlock Holmes' Trailer


Puh, kann mich gar nicht so richtig für eine Seite entscheiden. Einerseits sieht der Trailer zu Guy Ritchies Sherlock Holmes (480p/720p/1080p) nämlich nach Comickino in seiner mäßigsten Form aus (inklusive den Comedyelementen). Andererseits zauberte mir der Trailer jedoch ein permanentes Grinsen aufs Gesicht, was ich natürlich sehr begrüße und was für den Film spricht. Und der Cast – Rachel McAdams (!) – spricht natürlich auch für sich. Zudem zeichnet Zimmer für den Score verantwortlich. Doch, ich freu mir.


Tags , , , , , , , , , ,

The Tracks of My Tears

Tropic Thunder
(Ben Stiller, USA/Deutschland 2008)
Kino

Dass das System Hollywood hin und wieder auf den Arm genommen wird, liegt in der Natur der Sache. Neu ist aber, wenn man den Schauspielern, die einen Schauspieler verkörpern, virale Seiten und eine virale Filmografie verpasst. Willkommen im Web 2.0. Und für alle, die denken, sie seien im falschen Film: Ja, auch Fake Trailer, auf die man sich später auch im Film bezieht, gehören fest zu Tropic Thunder, der bereits im Vornherein für großes Aufregen sorgte. Irgendwie muss aber etwas falsch laufen, wenn diese drei bis vier Trailer zu Filmen, die es wohl nie geben wird, besser sind als der eigentliche Hauptfilm. Da versprach und Ben Stiller etwas komödientechnisch ganz Großes, und was bekommen wir? Eine Kriegsfilmparodie, die sich so viel vornimmt, aber nur so wenig erreicht. Wer hier erwartet, dass Stiller richtig leidenschaftlich in der Wunde Hollywood herumbohrt, der wird enttäuscht werden, denn Tropic Thunder bohrt – wenn überhaupt – nur an der Oberfläche, was ja eigentlich schon wieder der Kern Hollywoods ist. Jedenfalls reicht es noch lange nicht aus, wenn sich ein Haufen großer Stars, der sowieso schon im Komödienfach verankert sind, selbst auf den Arm nimmt.

Stiller spielt mit dem Genre des Vietnamfilms und dessen Topoi. Da ertönen bekannte Musiknoten, bekannte Szenen werden fast Eins zu Eins nachgemimt und gleichzeitig persifliert, was anfangs auch noch durchaus seinen Reiz hat und Spaß macht. Hollywood hat das Trauma Vietnam ja auch schon nahezu tot geritten, da kommt solch ein frisches Windchen durchaus gerade richtig. Das Problem ist nur, dass sobald der Plot von Tropic Thunder in Fahrt kommt (oder auch nicht), genau diese Linie verlassen wird und stattdessen ein konventioneller Kriegsplot eingeschlagen wird, der zwar bisweilen klischeeisiert, aber das so zahnlos, dass er selbst schon wieder Opfer seiner Klischees wird. Genau das gleiche greift auch bei Tom Cruise, der in den letzten Monaten ja genug Anlass zum Lachen gab, wenn auch meist unfreiwillig. Auf den ersten Blick ist es also mehr als erfreulich, dass er sich für solch eine Rolle wie jene in Tropic Thunder zur Verfügung stellte und gleich mal selbst durch den Kakao zieht. Nur bleibt es leider nicht bei einem kleinen Cameo, sondern wird auf seiner Rolle irgendwann so explizit herumgetreten, dass es spätestens nach wenigen Minuten mehr nervt als amüsiert.

Und mal ehrlich: Nur weil Cruise mal nicht der Sunnyboy mit strahlend weißem Lächeln und Waschbrettbauch ist, sondern ein schmieriger, geldgeiler Fettsack mit Haarausfall, der am liebsten lautstark flucht (was am Ende auf die Spitze getrieben wird), erlöst ihn auch nicht gerade von seinen vielen Sünden beziehungsweise Ausrutschern der Vergangenheit. Ungemein lustig hingegen ist Matthew McConaughey, der hier zwar lediglich eine kleine Nebenrolle besetzt, den Film durch ebendiese aber ungemein bereichert und mit seinem Spiel mit zum Lustigsten in diesem eher verkrampften Film gehört. Tropic Thunder ist im Großen und Ganzen nichts anderes als lauwarme Luft, die sich zu einem großen Etwas aufbläst, das genau getimt wieder ebendiese Luft hinauslässt. Ach ja, und was an der von Robert Downey Jr. verkörperten Rolle des Michael Jackson'esken method actors so grandios (lustig) sein soll, entzieht sich auch absolut meinem Verständnis. Aber egal, Step Brothers dürfte in diesem Jahr sowieso niemand mehr den Komödien-Rang ablaufen. (5.5/10)


Tags , , , , , ,

'The Incredible Hulk': Liste aller Kinos mit FSK16 Kopie


Mittlerweile dürfte es ja keinem entgangen sein, dass The Incredible Hulk hierzulande in zwei Versionen in die Kinos kommt. Wer davon jetzt zum ersten Mal hört, dem sei folgendes gesagt: Concorde hat derzeit wohl einen Hang zur Schere, denn bereits Iron Man brachten sie nur gekürzt in die deutschen Kinos. Auch Ang Lees Hulk schaffte es nur gekürzt in die Kinos, und auch Louis Leterriers Quasisequel wird dieses Schicksal nun zuteil – zumindest für einige Kinogänger. Concorde hat neben der um zirka zwei Minuten gekürzten Fassung nämlich auch die ungekürzte FSK16 an die Kinos verteilt. Wer also nicht extra bei seinem Kino nachfragen will, für den hat Concorde nun eine Liste aller Kinos veröffentlicht, die mit der FSK16-Fassung 'gesegnet' wurden.

Wer aber auf Nummer sicher gehen will, der sollte seinem Kino aber wohl dennoch eine Mail schreiben, denn laut Erfahrungsberichten bei Cinefacts gibt es zusätzliche Kinos, die über eine FSK16-Kopie verfügen (oder einfach nur falsch informieren bzw. informiert sind).


Tags , , , , , , , ,

'Tropic Thunder': International Trailer


Für viele ist es bereits die Komödie des Jahres, ich hingegen bin noch etwas skeptisch. Der neue, internationale Trailer zu Tropic Thunder (Direktlink, allerdings keine berauschende Qualität) hilft mir dabei auch nicht groß, auch wenn er einige nette neue Szenen beinhaltet.


Tags , , , ,

»That man's whole body is property of the U.S. Army.«

The Incredible Hulk
(Louis Leterrier, USA 2008)
Kino

Schaut man sich heutzutage einen Actionfilm an, so muss man die Action meist erst suchen. Die Aktion findet schon lange nicht mehr auf der Leinwand statt, und leider auch nicht in unseren Köpfen. Viel zu schnell passiert alles, viel zu schnell für das menschliche Auge – wenn es überhaupt auf der Leinwand geschieht. Ja, der Trend geht zum Schnittgewitter, denn wie heißt es so schön: höher, schneller, weiter. Und etwas Gutes hat es ja auch: Man muss nicht so viel für die CGI ausgeben. Dass es jedoch auch anders geht, das zeigt Louis Leterrier, der, schaut man sich seine Filmographie mal an, Erfahrung im Aktionskino zu haben scheint. Sein The Incredible Hulk ist physisch spürbar, er bringt den Saal zum beben, und das nicht nur wegen des THX-Zertifikats. Auch wenn die CGI nicht vollkommen sind, eines versteht der Film jedoch wie kaum eine andere Comicverfilmung der letzten Jahre: Die Inszenierung des Geschehens.

Leterrier bevorzugt nicht etwa das Close-Up oder die Halbtotale, er versteckt die Action auch nicht hinter blitzschnellen Schnitten, nein, seine bevorzugte Einstellung, die Bewegung, den Kampf, den Krawall einzufangen, ist die Totale. So bleibt das Ganze zwar dennoch eine Illusion, der man hier beiwohnt, aber eine Illusion, der man gerne folgt, weil man es kann. So werden dann auch Humvees zermatscht, Soldaten durch die Luft geworfen und überhaupt bleibt nicht viel an seinem ursprünglichen Platz, ist Dr. Banner (Edward Norton) einmal zu 'Mr. Green' mutiert. Dass die Effekte dabei meist als solche zu enttarnen sind – wäre ein echter Helikopter im Finale denn so viel teurer gewesen? -, spielt dabei dann auch eine leicht untergeordnete Rolle, denn bedenkt man die Produktionsgeschichte von The Incredible Hulk, dann wundert es nicht weiter, dass hier so einiges inkohärent wirkt. Leterriers Interpretation des Stoffes ist nämlich nicht nur narrativ unausgegoren, sondern auch dem Plot selbst merkt man ebendiese Tatsache deutlich an.

So bleiben nicht nur einige Figuren komplett auf der Strecke, sondern auch die Motive der Protagonisten sind so ersichtlich wie das Wetter in einem Jahr. So nett das Cameo eines Lou Ferrignos beispielsweise auch ist, so unnötig ist das des Stan Lees. Sowieso finden sich für treue Fans der Serie und des Comics so einige Anspielung, doch auch ohne diese macht The Incredible Hulk ordentlich etwas her. Das Tempo, das der Film vorlegt, ist enorm. Noch schöner ist allerdings, dass er dieses auch fast über die volle Laufzeit von zwei Stunden aufrecht erhalten kann. Egal ob Dr. Banner in Brasilien oder an der heimischen Universität gejagt wird, die Kamera weiß dies stets temporeich in Szene zu setzen. Doch etwas Unmut macht sich bei alledem auch breit, denn warum kann das amerikanische Militär beispielsweise unbehelligt auf brasilianischem Hoheitsgebiet agieren. Und warum kümmert es eigentlich niemanden, wenn schwer bewaffnete Humvees den Campus stürmen?

Genau hier wirkt Leterriers (The Incredible) Hulk ungemein platt. Das rücksichtslose Militär, das keinen Wert auf die Wissenschaft legt, kann sie sie nicht für sich und seine (kriegerischen) Zecke nutzen. Soldaten, die die Bibliothek stürmen, an unzähligen Büchern vorbeirennen, ohne, dass sie auch nur eine Sekunde daran denken, was sie hier eigentlich zerstören. Selbst dem gebildeten Soldaten, dem Offizier, ist das alles egal – Hauptsache ist, General Ross (William Hurt) und Austauschoffizier Blonsky (Tim Roth) bekommen das, was sie wollen, nämlich den Supersoldaten (was zugleich auch eine Anspielung auf den kommenden Captain America ist). Ja, das Militär ist schon böse, da verdient es auch, dass nicht nur sein Material zu Brei geschlagen wird, sondern auch der ein oder andere Kamerad – der natürlich nichts dafür kann und nur seine Pflicht tut. Am Ende wirft Hulk dann schließlich dem Militär das zurück, was es erschaffen hat – und dennoch scheinen die Augen des Generals nicht geöffnet worden zu sein.

Leterrier räumt diesem Diskurs glücklicherweise aber nicht allzu viel Zeit ein. Zudem gelingt es ihm aber auch nicht, den ethischen Diskurs, um den sich der ganze Stoff dreht, ordentlich einzubauen. Wissenschaft in den falschen Händen ist gefährlich, denn Wissenschaft sollte stets für friedliche Zwecke genutzt werden, nicht für schlechte respektive militärische. Dass die Faszination am Gottkomplex aber jeden korrumpieren kann, zeigt die Figur des hilfsbereiten Wissenschaftlers, einer Art mad scientist light. The Incredible Hulk schneidet so vieles an, ohne eines jedoch ordentlich zu Ende zu bringen. Selbst das Ende des Filmes selbst wirkt etwas unbeholfen. Schade, denn hier kommt einmal mehr die production history ins Spiel. Andererseits sind die Weichen, die Leterrier für das Sequel stellt, aber unübersehbar und somit erklärt sich dann auch das ein oder andere plötzliche Verschwinden der Figuren. Höhepunkt ist dabei sicherlich der Auftritt Tony Starks alias Iron Man (Robert Downey Jr.), der das Universum Marvels um eine Schiene näher zusammenbringt.

Bei all den kleinen Macken, die The Incredible Hulk aufweist, freut man sich letzten Endes nur umso mehr auf den Originalcut, der angeblich noch eine Stunde mehr an Material bieten soll. Formal ist Leterriers reboot jedoch größtenteils jetzt schon klasse – Highlight: zwei Soldaten jagen The Abomination in einer Cloverfield'schen Kamerafahrt -, denn auch der Score weiß auf ganzer Linie zu überzeugen. In einigen Aspekten ist Leterriers Hulk eine der besten Comicverfilmungen der letzten Jahre, und auch sonst versteht es der Film, das Blockbuster-/Comicfilmgenre eindrucksvoll für sich zu nutzen. (7.5/10)

Erscheint bei Wicked-Vision


Tags , , , , , , ,

'Tropic Thunder': Neuer Red Band Trailer

Nach dem ersten Trailer zu Ben Stiller 'Kriegscomedy' Tropic Thunder, hat man nun einen neuen Trailer von der Leine gelassen – richtig, schon wieder einen Red Band Trailer… Teilweise sieht das nach richtig guter Comedy aus (die Anfangsszene), die bisweilen sogar Zucker/Abrams/Zucker-Gefilde betritt (das kleine Kind), dann aber auch wieder furchtbar platt wirkt (Jack Black am Essenstisch). Ich bin mir noch nicht ganz sicher, was da auf uns zukommen wird.


Tags , , , , ,