Sponsored Video: Tom Cruise ist Anti-Held 'Jack Reacher'

Tom Cruise gönnt sich aktuell wirklich keinerlei Pause. Seine Präsenz auf der Kinoleinwand scheint seine Fans zu freuen. In einem Interview verriet Tom Cruise neulich erst, dass er es liebe, so viel zu arbeiten. Es gebe für ihn aktuell nichts Tolleres als Filme zu drehen und seine Fans damit glücklich zu machen. Und so ist er auch im neuen Jahr gleich wieder im Kino zu sehen – in einer Actionrolle, was auch sonst. Jack Reacher startet am 03. Januar in den deutschen Kinos und basiert auf den Romanen des britisch-amerikanischen Thrillerautors Lee Child, der mit seinen insgesamt 17 Werken bereits auf der Bestseller-Liste der New York Times vertreten war.

In Jack Reacher spielt Tom Cruise den titelgebenden Protagonisten Jack Reacher, der sich selbst nicht als Held bezeichnet. Er ist Ex-Militärermittler und nicht nur zynisch, sondern auch ein unberechenbarer Loner. Er ist der klassische Anti-Held, wie wir ihn aus zahlreichen anderen Filmen kennen: Er lässt sich nicht gerade oft blicken und macht Jagd auf all jene, die sich dem Gesetzt entziehen wollen und Verbrechen begehen. Als in einer amerikanischen Kleinstadt fünf Menschen getötet werden, gerät Reacher unter Verdacht. Ein gefährliches Katz- und Mausspiel hat begonnen … mit niemand geringerem als Werner Herzog als Bad Guy.

Regie führte Christopher McQuarrie, der bisher hauptsächlich als Drehbuchautor von sich reden machte. So zeichnete er beispielsweise für die Drehbücher zu Valkyrie, The Tourist und The Usual Suspects verantwortlich. Jack Reacher ist seine zweite Arbeit als Regisseur – aktuell ist er im Gespräch auch bei Mission: Impossible 5 auf dem Regiestuhl Platz zu nehmen. Fest steht also, dass er die Arbeit mit Tom Cruise zu mögen scheint. Die ersten Kritiken versprechen einen deutlich dunkleren Tom Cruise, der sein Lächeln dieses Mal zu Hause gelassen hat und so richtig auf den Putz (und Werner Herzog auf die Glocke?) haut. Mehr zum Film gibt's auf der Jack Reacher-Website und auf der Facebook Page.

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Tony Scott Retro: 'Days of Thunder'


Es hat den Anschein, als käme Maverick auf seiner Harley (?) direkt von seiner (ehrenhaften) Entlassung aus der Navy. Er hat den Tod von Goose noch immer nicht verkraftet und sucht sich nun ein neues Adrenalin-haltiges Hobby. Er landet schließlich bei Robert Duvall und Randy Quaids Team, bei dem er fortan als NASCAR-Fahrer den Kick sucht und findet. Es ist genau dieser Shot mit Cruise auf dem Motorrad vor der untergehenden Sonne, die das Scope-Bild orangener nicht färben könnte, das zu dieser Annahme verleitet und uns so bekannt vorkommt.

Und natürlich die Tatsache, dass Days of Thunder ein Quasi-Remake von Top Gun ist – nur mit Rennautos statt Kampffliegern. Der Werdegang Cruises vom Hotshot zum Gewinner ist dabei fast noch etwas platter als in Top Gun, die Konflikte nicht wirklich interessant oder von Bedeutung. Das Mädchen in Form seiner späteren Frau Nicole Kidman bekommt er ja ohnehin – egal, wie oft er den Karren (buchstäblich) gegen die Wand fährt. Es liegt vielleicht auch zu einem nicht unerheblichen Teil daran, dass mich Autorennen nicht das Geringste interessieren, aber bei meiner Erstsichtung von Days of Thunder wollte der Funke einfach nicht überspringen.


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Whiskey und Country, unser täglich Brot: 'Crazy Heart'


Es kommt wie jedes Jahr pünktlich zur Award-Season, das typische Oscarmaterial. Im letzten Jahr war es David Finchers Obergurke The Curious Case of Benjamin Button, 2010 gibt es gleich eine ganze Reihe von diesen Filmen, denen man zu jeder Sekunde ansieht, dass sie für die Augen der Oscarjury gemacht wurden. Natürlich wäre hier The Blind Side (Besprechung folgt) zu nennen, konservativ-reaktionäres Kino der selbstgefälligsten Sorte. Nicht minder kalkuliert scheint aber auch Crazy Heart, eine Art diesjähriger The Wrestler, nur geht es eben statt um einen Wrestler um einen Countrysänger. Jeff Bridges darf hier einen ebenso erfolglosen alten Hasen wie Mickey Rourke mimen und wird damit nicht minder über den Klee gelobt wie im letzten Jahr Rourke. Crazy Heart verfügt dabei über die üblichen Muster und Sequenzen, die solch eine Art Oscardrama benötigt.

Bad Blake (Jeff Bridges) spielt sich mit seinen alten Countrysongs die Seele aus dem Leib, den Rest erledigt der Alkohol, dem er noch deutlich mehr zugewandt ist als seiner Karriere, die ihn seit Jahren ohnehin nur noch in die schäbigsten Bars des Landes führt. Dabei ist es aber durchaus erstaunlich, wie gut Bridges den abhalfterten Musiker gibt, allen voran auch deshalb, weil seine Stimme sicherlich nicht gerade die schlechteste ist, im Gegenteil.

Keine Frage, Bridges war schon immer ein toller Schauspieler, das hat er unter anderem in Arlington Road bewiesen, einer seiner besten Rollen. Es ist vielmehr das 'was', das Bridges hier spielen muss. Es wirkt dabei schon fast so, als hätte man eine Merkliste abzuarbeiten, denn wenn Bridges mal gerade nicht am Frauen anbaggern ist, dann trinkt er sich bis in den Schlaf. Alles ist seinem Bad Blake egal, erst recht sein Manager, den er immer wieder wüst beschimpft. Natürlich gibt es einen Grund für all diesen Zorn, den er mal mehr, mal weniger in sich hineinfrisst: Tommy Sweet (Colin Farrell), ein deutlich jüngerer Countrysänger, der Blake nicht mehr allzu viel Ruhm in der Branche übrig lässt. Ja, das Alter eben. So muss sich Blake dann auch jeden Tag aufs Neue aufraffen, erst recht mit all dem Alkohol im Blut. Eines Tages findet er in Jungjournalistin Jean (Maggie Gyllenhaal), die ebenfalls deutlich jünger ist als er, eine neue, wenn auch ungleiche, Liebe. Besitzt dieser Mensch, der ein Schatten seiner selbst ist, wirklich so viel Charme und Charisma, dass er Frauen, die seine Tochter sein könnten, rumkriegt? Hollywood as Hollywood can.

Doch damit ist die Merkliste jedoch noch lange nicht abgehakt, denn diese Harmonie muss naturgemäß aus dem Gleichgewicht gebracht werden, nur um am Ende wieder ins Gleichgewicht zu kommen, zumindest grob. So sieht Blake erst deutlich zu spät ein, welch große Probleme er eigentlich hat, zu spät, denn er hat bereits einen fatalen Fehler begangen, der das Idyll erst einmal zerstört. Maggie Gyllenhaal ist bei alledem zwar gut und wie immer äußerst nett anzuschauen, nur ist auch hier das Problem, dass ihre Figur über ihren Schablonencharakter nicht hinauskommt. Sie hat die Schnauze voll von den Männern, wurde zu oft enttäuscht, sie ist allein erziehend und will natürlich nur das Beste für ihren kleinen Sohn, dennoch geht sie die Amour fou ein. Sie kann nur enttäuscht werden, das weiß sie und das weiß auch der Zuschauer. Es folgt das große Klimax, es kommt das, was nach all den Merklisten und Drehbuch-101-Kursen nur konsequent erscheint. Und schließlich durfte Bridges bis zu diesem Zeitpunkt auch oft genug zur Flasche greifen und auch dem Unaufmerksamsten deutlich gemacht haben, dass er ob seiner Karriere frustriert ist und deshalb das Heil im Whiskey sucht.

Natürlich ist die Geschichte an sich eine rührende, das war auch Finchers Film im letzten Jahr schon. Es sind einfach diese gewissen Tasten – allen voran die Mischung aus Kitsch und Pathos -, die man drücken muss, um den Zuschauer vereinnahmen zu können. Das ist mal mehr sichtbar, mal weniger. Nur, wer will schon offen gelegt bekommen, dass er gerade manipuliert wird? Da kann Maggie Gyllenhaal noch so oft die Augen schmerzhaft aufreißen oder Jeff Bridges noch so oft aus dem Bett plumpsen wie ein nasser Sack Kartoffeln, das Drehbuch kann dies einfach nicht ordentlich stemmen (wirft man einen Blick auf die Drehbuchentwürfe, dann wird einem noch übler ob einiger Sequenzen, die bei Verwirklichung dieser Entwürfe nahezu absurd gewirkt hätten). Was bleibt sind zwei tolle Protagonisten, die den Kampf gegen ein käsiges Drehbuch leider recht schnell verlieren. (6/10)


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Die Apokalypse droht mal wieder: 'The Road' Trailer


Wie Endzeitfilme nicht aussehen sollten, das haben Doomsday und Babylon A.D. erst eindrucksvoll bewiesen. Es ist aber auch nicht gerade leicht, einen guten Film mit solch einem Sujet zu machen, wie auch zahlreiche andere Flops der letzten Jahre (und noch weiter hinaus) zeigten – erst recht, wenn man sich an Klassikern wie Mad Max messen lassen muss. Nun versucht sich also John Hillcoat, der immerhin für den tollen The Proposition verantwortlich zeichnet, an ebenjenem Sujet. The Road basiert auf dem gleichnamigen Roman von Cormac McCarthy (No Country for Old Men) und hinterlässt zumindest mit seinem Trailer (480p/720p/1080p) einen eher zwiespältigen Eindruck. Die Mischung aus Neo-Western, Actionfilm und Endzeitthriller scheint mir etwas zu überladen und daher auch etwas unausgegoren. Doch ich lasse mich sehr gerne eines Besseren belehren.


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Heart of Glass

We Own the Night
(James Gray, USA 2007)
Kino

We Own the NightDie Ähnlichkeit ist nicht von der Hand zu weißen. Die Ähnlichkeit, die James Grays Film in Hinsicht auf den besten Film des vorletzten Jahres – zumindest laut der Academy -, THE DEPARTED, besitzt. Das ist ja nicht weiter schlimm, aber es zeigt sehr deutlich, dass es in WE OWN THE NIGHT nichts, absolut gar nichts Neues zu sehen gibt (was es bei Scorseses Film streng genommen ja auch nicht gab). Auf der einen Seite befinden sich die Drogenbosse, einmal mehr Russen, auf der anderen die Guten, Cops wie Mark Wahlberg – um die dritte Brücke zu Scorseses Film zu schlagen – und Robert Duvall. Dass das natürlich nicht gut gehen kann, ist so offensichtlich wie Nicolas Cages schwindendes Haar. Umso erstaunlicher also, dass es Gray dennoch gelingt, den Karren nicht gegen die Wand zu fahren, sondern einen recht spannenden Thriller aus dem Stoff zu stricken. Diese Tatsache hat er aber auch dem Cast zu verdanken, keine Frage. Mark Wahlberg, Robert Duvall und Joaquin Phoenix, diese drei Namen tragen den Film, heben ihn aus all dem Thrillereinheitsbrei heraus. Natürlich schöpft keiner sein Potential voll aus, doch das müssen sie auch gar nicht.

Ganz anders verhält es sich mit Eva Mendes. WE OWN THE NIGHT verweist sie einmal mehr auf die zweite Bank, ja verschenkt die Frau, die hier nicht einmal als eye candy einen guten Job macht. Vielmehr ist sie nervender Ballast, der die Flüssigkeit des Filmes nur aufhält und unnötige Nebenschauplätze eröffnet. Vom farblosen Bösewicht und dessen Klischeebeladenem Anhang ganz zu schweigen. Doch genug geschimpft, denn damit wären auch schon alle Schwächen von WE OWN THE NIGHT angeführt. Reden wir lieber über das Positive, wie beispielsweise den tollen Soundtrack, der die 80er authentisch wieder belebt und mit Blondie genau meinen Geschmack trifft. Ferner muss man ihm auch eine gewisse Emotionalität anrechnen, die zwar nie so tief geht, wie beispielsweise ein INFERNAL AFFAIRS (無間道), aber dennoch einige tolle Szenen vorzuweisen hat (auch wenn die Beerdigungsszene, die zu ebendiesen zu zählen ist, fast 1:1 aus THE DEPARTED – ein weiterer Cent in die Erwähnungskasse – übernommen zu sein scheint). Salopp könnte man aber auch sagen, dass der Film sich durch Pathos und Gewalt rettet. Das Pathos ist hier groß, weiß aber vor allem gegen Ende hin zu gefallen. Und auch in Sachen Gewalt geht man im Vergleich mit anderen recht weit.

WE OWNT THE NIGHT wird niemals so weit kommen wie es THE DEPARTED oder AMERICAN GANGSTER (wenn auch zu Unrecht) taten, doch das ist auch nicht weiter schlimm. Er will nichts besonderes sein, versucht nicht zwanghaft episch oder tiefgehend zu wirken. Er erzählt ganz einfach eine konventionelle Geschichte, ist dabei leicht überdurchschnittlich und sorgt für knappe zwei Stunden kurzweilige Krimiunterhaltung. Ein weiterer massenkompatibler, netter Thriller Marke Hollywood eben. (7/10)


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