'Showgirls 2': Interview mit Regisseur Marc Vorlander


Regisseur Marc Vorlander und Soundtrack-Producer David May

Letzt Woche ist der erste Trailer zu Showgirls: The Return erschienen, der ersten großen Hollywoodproduktion des Deutschen Marc Vorlander, und sorgte gleich für reichlich Gesprächsstoff. Die einen sehen in den ersten Bewegtbildern nichts weiter als wichtigtuerischen Amateurtrash, andere warten bereits sehnsüchtig auf das vermeintliche Sequel zu Paul Verhoevens Kultfilm aus dem Jahre 1995. Eines ist jedoch sicher: das Interesse am Film wird nicht so schnell schwinden, im Gegenteil. Kurz nachdem der Trailer auf der offiziellen Seite veröffentlicht wurde, gab es einen Besucheransturm, von dem die meisten anderen Filmseiten nur träumen können. Der Server brach kurzzeitig zusammen, mittlerweile handelt es sich bei www.showgirls2.com um die meistgeklickteste Filmseite der Welt. Ich habe Regisseur Marc Vorlander zu diesem ersten Erfolg und was uns in Showgirls: The Return erwarten wird befragt.

Equilibrium (EQ) Beschreiben Sie bitte in einem Satz, wie man sich den Filmemacher Marc Vorlander vorstellen muss?

Marc Vorlander (MV) Muss man gar nicht.

Im Augenblick sitze ich aber vorm Laptop und lese, was so in den Blogs geschrieben wird. Toll finde ich die vielen Spekulationen, warum das Mädchen so merkwürdig über den Boden kriecht … "ist sie behindert oder betäubt …?"

Sowas macht mir Spaß und wenn ich nicht der Regisseur wäre, würde ich mich das eben genau so fragen. Um das zu erfahren, wird man den Film sehen müssen.

Besonders lustig fand ich, dass einige einen groben Continuity-Fehler entdeckt haben wollten, weil sich auf dem Boden bereits eine Wasser-Spur befindet, bevor das Mädchen dort entlang kriecht … doch kann ich diesbezüglich schonmal verraten, dass im Film schon mehr nackte Mädchen unmittelbar vorher aus dem Wasser gestiegen sind … Es wäre also im Gegenteil ein Continuity-Fehler gewesen, wenn der Boden trocken gewischt worden wäre.

Jedes Detail in diesem Film ist künstlerische Intention und nichts Zufall, da bin ich geradezu besessen. Ich glaube nicht an die Existenz von Zufällen im Leben; und im Film, einer kontrollierten Welt, lasse ich keine zu.

EQ Wie kommt ein Offenbacher dazu ein Drehbuch zu Showgirls 2 zu schreiben und dieses dann erfolgreich nach Hollywood zu verkaufen?

MV Ich bin Frankfurter und wohne in Offenbach.

Ich habe kein Drehbuch verkauft, sondern ein ganzes Konzept vorgestellt (Es gibt auch kein 300 Seiten-Drehbuch, wie das mal geschrieben wurde).

Ich experimentierte viel mit Nachzieh-Effekten durch Filmen mit offener Blende, Flimmereffekten, Farbverschiebungen und Laufzeitverlangsamungen. Ich behaupte mal, das hat in dieser Art noch keiner vor mir gemacht. Dann hatte ich also etwas Test-Footage – und es stellte sich sehr schnell heraus, dass professionelle Kameraleute die ich in Deutschland kannte, das Zeug toll fanden. Also schickte ich das Material zu den besten Machern nach Hollywood.

Geoff Schaaf, der Kameramann von Seaquest DSV, Charmed – Zauberhafte Hexen, und Regisseur von Shelter Island; sah sich mein Material an und rief mich aus LA an und in jener Nacht wurde aus einer Vision ein Projekt geboren … Schaaf hat sich erstmalig in seiner 30-jährigen Hollywood-Laufbahn entschieden, jemanden zu unterstützen.

Von da an ging es deutlich schneller, ich holte die Musik-Produzenten David May, Mow Marchionna, Hassan Annouri und Richard Moore ins Projekt, die schon mit Laura Branigan, Taylor Dayne, Dr. Dre, Sido und Cassandra Steen gearbeitet haben. Ich verstehe meinen Film ja auch als eine Art düsteres Erotik-Pop-Musical.

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Grundgütiger! 'Showgirls: The Return' Trailer


Gerade surfe ich nichtsahnend durchs Web, da haut mich Kollege Flo an und schickt mir ganz unbekümmert den Link zur offiziellen Homepage zu Showgirls: The Return, auf der es den ersten Trailer (FLV, mäßige Qualität und absolut NSFW) zum 'Sequel' zu begutachten gibt. Stolze fünf Minuten ist er lang und man muss es schon sehen, um es zu glauben. Was man im letzten Jahr noch für einen schlechten Witz hielt, scheint nun also real geworden zu sein. Der Offenbacher Marc Vorlander hat doch tatsächlich sein Drehbuch nach Hollywood verkauft und scheint es nun wirklich ernst zu meinen – oder auch nicht … Bereits 95% sollen abgedreht sein, im Sommer soll es also eine Veröffentlichung geben, sagt zumindest Bild.de.


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'Kick-Ass', 'Clash of the Titans' & 'Puppet Master' Teasers


Da gibt es Tage und sogar Wochen, in denen nicht ein einziger sehenswerter Teaser oder Trailer erscheint – und dann gibt es da noch so Tage wie heute, wo sie gleich reihenweise veröffentlicht werden. Namentlich sind dies die ersten Teaser Trailer zur Comic Live Action Kick-Ass, dem Remake von Clash of the Titans und einem weiteren Teil zu Puppetmaster, Puppet Master: Axis of Evil. Leider haut mich keiner der Trailer vom Hocker, aber first things first.

Kick-Ass (480p/720p/1080p) scheint mir weniger Comicsatire als vielmehr ein weiterer humoristischer Versuch, sich dem Comicgenre zu nähern. Vielleicht sollte ich aber auch erstmal das Comic lesen (wobei sich die Frage, ob der Trailer Gutes oder Schlechtes erhoffen lässt, danach noch stärker aufdrängen dürfte). Gut, McLovin' ist dabei, aber diese picklige-Teens-werden-zu-Helden-Nummer habe ich auch langsam satt. Deutscher Start ist wohl irgendwann im April 2010.

Clash of the Titans (480p/720p/1080p) sieht nach üblichem Blockbusterkino Marke neues Jahrtausend aus, als habe Zack Snyder Regie geführt. Klar, Sam Worthington ist 'ne coole Sau, aber das hier muss nicht unbedingt sein. Deutscher Kinostart ist am 01. April 2010.

Puppet Master: Axis of Evil (FLV, gute Qaulität) sieht interessant aus, zumal ich keinen Film aus der Reihe gesehen habe. Keine Frage, sieht nach DTV-Ware aus, aber einen Blick würde ich hier beispielsweise eher riskieren als bei Clash of the Titans. Aber, kommt Zeit, kommt Rat. Auch hier ist der deutsche Start wohl irgendwann 2010.


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Finaler Trailer zu '[Rec] 2' mit Untertiteln


Erst letzte Woche feierte er beim TIFF seine Premiere, das Sequel zum spanischen Horrorschlager [Rec], [Rec] 2. Und darf man meinen Kanadiern Glauben schenken – und ich tue das zumindest in 90% der Fälle -, dann wird auch das Sequel alles andere als enttäuschen. Einen weiteren Einblick gestattet der finale Trailer (FLV, gute Qualität), der zudem über englische Untertitel verfügt, wobei man natürlich auch ohne diese weiß, was da vor sich geht. Deutscher Kinostart ist der 29. Oktober, wie jetzt feststeht.

(Via DVDnarr.com)


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At Last! 'Boondock Saints II: All Saints Day' Trailer


Vor gut eineinhalb Jahren war es noch immer nicht ganz sicher, ob er kommen würde, schließlich gab es schon seit Jahren Gerüchte um ein Sequel zu The Boondock Saints. Nun ist es jedoch sicher, dass Troy Duffy Boondock Saints II: All Saints Day gedreht hat, denn der Trailer ist endlich da (FLV, mäßige Qualität). Genau das, was zu erwarten war: im Prinzip das selbe Konzept wie im Vorgänger, nur eben mit weiblichem Zuwachs in Form der attraktiven Julie Benz. Kann den Männerabend zum feierlichen Zelebrieren kaum erwarten.


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Michael Bay, Fetische, Weltsichten und das Militär


Einer der interessantesten Aspekte, wenn es um Michael Bays filmisches Å’uvre geht, ist sicherlich sein Hang zur Technik und deren Hochglanzinszenierung. Viele sprechen in dieser Hinsicht von einem Fetisch, was angesichts seines jüngsten Filmes, Transformers: Revenge of the Fallen, sogar durchaus zutreffen mag. Den interessantesten Aspekt, abseits von der Sexualisierung des Plots samt seiner Infantilität (die m.E. sowieso Spielberg zuzuschreiben ist), bildet Bays Zusammenarbeit mit den Streitkräften und deren engsten Verbündeten, den Rüstungsfirmen. Es verwundet nicht, wenn man im Abspann eine ellenlange Liste von beteiligten Rüstungsfirmen liest, die natürlich die tüchtigsten und größten in diesem Bereich aufführt. Neben dem obligatorischen Dank an das beteiligte Militärpersonal (in Form von Beratern, Waffenexperten, etc.), gibt es auch einen speziellen Dank an 'All Men and Women of the U.S. Armed Forces'.

Das ist nicht etwa nur ein feiner Schachzug Bays an seine Helfer, sondern auch ein deutliches Zeichen seiner Ideologie, die nicht nur hier, sondern in allen seinen Filmen immer wieder zum Vorschein kommt. Ähnlich wie im ersten Teil manifestiert sich dies nicht nur in der heroischen Darstellung der Streitkräfteangehörigen, sondern auch in Form des karikierten Politikers. Die rechte Hand von Präsident Obama (der einige Male wörtlich genannt wird) ist es hier, die – wie bereits der Präsident aus dem Ersten (eine Karikatur George W. Bushs) selbst – nicht nur lächerlich daherkommt, sondern die auch verspottet wird. Dies zeigt sich nicht nur in seiner Ausdrucksweise ("You are paid to fight, not to talk, soldier!"), sondern auch in Bays Darstellung selbiger. Da wird von langer Hand geplant, dass die Politik buchstäblich über Bord geworfen wird, denn am Ende weiß ja doch der Soldat am besten, was im Krieg zu tun ist.

Ein bekanntes Muster, schaut man sich einmal beispielsweise The Rock an, der ein ähnliches Szenario spinnt. Auch wenn die Gefahr vom Soldaten selbst ausgeht – einem äußerst ehrenvollen zudem -, sind Zivilisten dennoch völlig hilflos ohne das Militär (ohne zu weit abschweifen zu wollen, ist es das Militär, welches das Wissen und die Technik zur 'Lösung' des Problems hat; ferner sind es die Militärs, die sich selbst in der Krise noch ehrenvoll begrüßen und ansprechen – schließlich schweißt der gemeinsame Dienst [hier: Panama, Desert Storm] zusammen; der Höhepunkt ist dabei sicherlich der Dialog zwischen Michael Biehns Commander Anderson und Ed Harris' General Hummel [vom Drehbuchschnitzer des Steines mal ganz abgesehen]). Das verblüffende ist dabei sicherlich, dass der Politiker mit dem, was er da von sich gab, gar nicht unbedingt so falsch lag. Doch wenn Kameraden in Gefahr sind, dann ist jedweder Auftrag (hier: der Rückzug) egal, es gilt der Kamerad, der in Gefahr ist und der Unterstützung braucht.

Da ist es auch egal, wenn man dafür ausländisches Hoheitsgebiet penetriert und jegliche kulturelle Errungenschaft außer Acht lässt (sowieso ist dieser ein ebenfalls interessanter Aspekt, denn Bay zerstört nicht nur Pyramiden, sondern auch Bibliotheken und andere Kulturgüter). Schließlich geht es aber auch um das Fortbestehen der Menschheit und ihrem Planeten. Bei Bay heiligt der Zweck stets die Mittel, er fragt auch gar nicht erst, wie einst Robert McNamara "How much evil must we do in order to good?", sondern lässt die Militärmaschinerie heißlaufen. Diese fährt dann auch alles auf, was gut und teuer ist. Durfte Lockheed Martin im Ersten noch stolz die F-22 präsentieren, steht ihr die gute alte F-16 im Zweiten zur Seite. Diese fliegen natürlich stets in Formation und von der Sonne buchstäblich lackiert. Erstmals darf sogar die B-1 (Stückpreis 200 Millionen Dollar) mitspielen, denn schließlich sind die Decepticons zahlreicher geworden.

Auch die Streitkräfte sind zahlreicher geworden, zumindest ihre Kampfkraft. Konnten sie im ersten Teil noch kaum etwas anrichten, kämpfen sie hier Seite an Seite mit den Autobots (die wiederum auch stets betonten, dass sie Soldaten seien) und können deutlich mehr Schaden anrichten als noch zwei Jahre zuvor. Bay fährt in der letzten halben Stunde also fast alles auf, was die (Teil-)Streitkräfte zu bieten haben: Flugzeuträgerverbände, Kreuzer, Panzer, Predatordrohnen und natürlich auch Helikopter, die meist jedoch dran glauben müssen (dekonstruiert Bay hier etwa seinen eigenen Mythos?). Diese Zurschaustellung von militärischer Überlegenheit – sowohl in der Filmwelt, als auch im realen Leben – befriedigt nicht nur Bays Technikfetisch und veranschaulicht dem Rezipienten zudem seine Weltsicht, sondern hat ganz klar auch ökonomische Vorteile.

Wohingegen viele Filmproduktionen teures Gerät leihen müssen, stellen es Bay die Streitkräfte zur Verfügung, dass er sie laut Aussagen stets in einem äußerst positiven Licht hat erscheinen lassen. Des Weiteren dürfte es natürlich auch die Rekrutierungszahlen ansteigen lassen, ist die Zielgruppe des Ganzen doch schließlich männlich und in wenigen Jahren im wehrfähigen Alter. Mehr Fliegen kann man also nicht mit einer Klappe schlagen. Auch das Pathos, dessen sich Bay immer wieder gerne bedient, verlangt nach dem Militär. Seine enge Verzahnung mit dem Patriotismus, der wiederum mit dem inszenatorischen Pathos einher geht, ist omnipräsent. Bay liebt es seine Figuren in Zeitlupe laut schreien zu lassen, um Kameraden – ja, auch Sam ist einer, man denke nur an Major Lennox' Worte "You're a soldier now!" – zu trauern und dabei den Krieg stets im Hintergrund laufen zu lassen.

Krieg, das ist in Bays Kosmos ein einziges großes Indianer-und-Cowboy-Spiel, das einer gewissen Romantik nicht entsagt und in der Mise-en-scène auch genau so eingefangen wird – in Zeitlupe, meist ohne Dialoge, aber mit lauter orchestraler Musik, die das Ganze zusätzlich verklärt und romantisiert. Sowieso zeigt sich Bays Sicht auf die Welt buchstäblich an der Oberfläche – da sitzen in der Vorlesung nur Models, Megan Fox schraubt am Motorrad rum und beschmutzt sich dabei mit Öl und Eltern sind gefangen zwischen Fortschritt und Reaktion. Das macht Michael Bay sicherlich zu einer der interessantesten Personen Hollywoods, egal, wie man das alles nun werten mag.


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Neuer Trailer zu Rob Zombies 'Halloween II'


Zwar viel neues Material im neuen Trailer (480p/720p/1080p), aber immer noch so uninteressant wie der erste Trailer zu Zombies Sequel H2, der jetzt offiziell Halloween II heißt. Ich lasse mich aber – wie immer – gerne eines Besseren belehren.


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Live Action Egoshooter: Neuer '[Rec] 2' Teaser Trailer


Während der erste Teaser Trailer zu [Rec] 2 nicht gerade viel zeigte, fährt der neue Teaser (FLV, mäßige Qualität) die komplett andere Schiene und wirft uns mitten ins Geschehen. Wir folgen in bester Egoshooter-Manier einer Spezialeinheit, die versucht die Location aus [Rec] unter Kontrolle zu bringen – wie man sieht mal mit mehr und mal mit weniger Erfolg. Toll sieht das Ganze jedoch nach wie vor aus. Und das Beste: es gibt auch schon einen deutschen Kinostart, nämlich den 29.10., wenn er nicht sogar schon davor beim Fantasy Filmfest zu sehen sein wird.

(Via F5)


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Actionpathos ohne Seele: 'Terminator Salvation'


Es tut schon etwas weh mit ansehen zu müssen, wie man mit einem der besten Action-Sci-Fi-Franchises umgeht. Zuerst wird Regiestümper McG verpflichtet, dann hat Arnie doch kein richtiges Cameo und die Drehbuchautoren haben in jüngster Zeit auch noch so etwas wie Catwoman verbrochen. Der vierte Teil der Reihe stand wahrlich unter keinem guten Stern, zumindest bis der erste Trailer veröffentlicht wurde. Plötzlich vollzog sich eine 180-Grad-Wendung, der Trailer sah richtig lecker aus, mit Action satt und gegen Ende sogar mit Brad Fiedels Main Theme aus dem zweiten Teil garniert (da kommt wenigstens Atmosphäre auf). Vielleicht würde das nach dem eher mäßigen Dritten vielleicht doch ein richtiger Kracher? Nunja, es kommt wohl darauf an, wie man 'Kracher' definiert.

Terminator Salvation ist leicht schizophren, um es mal so drastisch auszudrücken. Als Actionfilm, wie er im Sommer, der Hochzeit des Blockbusterkinos, gerne gesehen wird, funktioniert er doch ziemlich gut. Die Action set pieces sehen hervorragend aus, allein die erste Szene nach dem Vorspann hat mich schier vom Hocker gerissen (Helis, Slow-Mo, Explosionen). Vor allem auf der technischen Seite ist McGs Film ein Brett, denn so gut wie hier sahen die SFX aus der Schmiede ILMs schon sehr lange nicht mehr aus. Statt auf CGI setzt man hier nämlich – allen voran bei den Terminatoren – auf handmade, was nach wie vor um ein Vielfaches besser aussieht (nur verstehen das leider viele Verantwortliche nicht, aber klar, es ist ja auch eine Kostenfrage). Sogar Arnies (digitales) Cameo sieht handwerklich gar nicht mal so übel aus, auch wenn die Szene für sich genommen etwas deplaziert, ja sogar selbstzweckhaft, wirkt.

Der kurze Auftritt Schwarzeneggers – oder besser gesagt Roland Kickingers (der seinen Body quasi zur Verfügung stellte) – ist dann auch eines der wenigen Elemente, die den Vierten überhaupt irgendwie mit der Ursprungsgeschichte verbindet, denn hin und wieder fragt man sich doch, ob da eigentlich jemand das Ganze auch zu Ende gedacht hat (woher weiß der Widerstand eigentlich, dass John Connor (Christian Bale) der Eine ist?, Connor, der ja bereits erfahren hat, dass Terminatoren auch gut sein können, misstraut Marcus (Sam Worthington) dennoch ohne Einschränkungen?, usw.). Und dennoch bringt Terminator Salvation interessante Aspekte hervor, wie beispielsweise die Figur des Marcus Wright, der den Konflikt Mensch-Maschine – Menschmaschine durchaus bereichert.

Es sind also vielmehr die Schauwerte, die hier begeistern können, weniger das inhaltliche Konstrukt, das uns hier vorgesetzt wird. Auch die vielen Zitate, mit denen der Film alles andere als geizt, erschließen sich in erster Linie auf optischer Ebene, denn woher kennt man beispielsweise die Menschensammler oder an was erinnern bloß die vielen flüchtenden Menschenmassen? Terminator Salvation zitiert quer durchs Genre, und dabei sind zitierte Filme bisweilen selbst noch nicht besonders alt. Doch was spielt das Alter schon für eine Rolle? Terminator 2: Judgment Day gehört bis heute zu den Blaupausen des Actionfilmes und auch in Hinsicht auf die Effekte kann er vielen heutigen Produktionen noch immer das Wasser reichen. Leider geht die Magie, die von Camerons Actionbrett ausgeht, hier komplett flöten, nicht ein Magic Moment oder ähnliches, das groß in Erinnerung bleiben würde.

Dafür tummelt sich Terminator Salvation dann doch wieder zu sehr in gewöhnlichen, modernen Actiongefilden (Optik und Actionstil erinnern beispielsweise stark an Michael Bay). Auch in Sachen Pathos und Dialogen sind sich McGs Film und Bays Å’uvre nicht unähnlich. Durchhalteparolen, Opferbekundungen und dergleichen dürften einigen sicherlich sauer aufstoßen, denn bisweilen ist es doch äußerst cheesy, das Ganze, keine Frage. Das messianische Ende – der Titel verrät es ja bereits – ist da sicherlich das Sahnehäubchen. Sowieso sticht gerade mal Anton 'Chekov' Yelchin als Einziger aus der Besetzung heraus (immerhin: Ironside!, wenn auch auf Autopilot), die zwar hochkarätig, aber deutlich unter ihren Möglichkeiten agiert (und ich zähle Bale immerhin zu meinen Lieblingen). Vielleicht liegt es aber auch am Fokus, der sich nie für eine Figur oder eine Situation entscheiden kann, sondern ständig zwischen Connor und Wright pendelt, was Terminator Salvation schließlich schlichtweg unausgegoren zurück lässt. (6/10)


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Warum ich bei Abrams' 'Star Trek' zwiegespalten bin …


Jeder, der hier regelmäßig vorbeischaut, weiß, dass ich J.J. Abrams' Reboot zu Star Trek von Anfang an skeptisch gegenüberstand. Die Darsteller schienen viel zu jung und mehr nach Daily Soap als nach einer Raumschiffcrew auszusehen (von ihrem Queernessfaktor ganz zu schweigen), zudem schien das Ganze – zumindest laut Trailer – mehr auf Effektraumschlachten ausgelegt zu sein als auf eine ordentliche Sci-Fi-Story. Nichtsdestotrotz habe ich mir den Film natürlich dennoch angesehen, ich wollte mich ja schließlich eines Besseren belehren lassen. Und siehe da, Abrams' Star Trek ist in der Tat deutlich besser als von mir erwartet. Doch von einem richtigen Film im Franchise des Universusm – egal ob nun Reboot, Remake oder wasauchimmer – ist er dennoch Lichtjahre entfernt, so viel will ich gleich voraus schicken. Abrams, der mit Cloverfield und Mission: Impossible III ja durchaus Erfahrung mit dem Blockbusterkino und seinen Spielereien hat, gelingen auch hier wieder großartige Effekte, denn selten zuvor sahen Raumschlachten so gut aus.

Doch Pustekuchen, denn anders als vermutet machen diese einen eher kleinen Teil des Filmes auch, was an und für sich ja nicht schlimm wäre, würde Abrams wenigstens mit einer ordentlichen Geschichte aufwarten. Doch das tut sein Star Trek absolut nicht, denn statt den wirklichen Ursprüngen des Franchise auf die Spur zu kommen, verheddert er das Ganze einmal mehr in einer Zeitreisestory, die uninispirierter und belangloser kaum sein könnte. Und genau hier liegt auch schon das erste große Problem, das von der breiten Masse jedoch so gut wie gar nicht angesprochen wurde. Denn sind wir doch mal ehrlich: hätte man das exakt selbe Handlungsgerüst mit der Crew aus den vorherigen Filmen um Picard und Riker genutzt, wäre der Film bis in alle Ewigkeit verdammt worden. Ein abtrünniger Romulaner, der sich rächen will – klingt für mich irgendwie stark nach Star Trek: Nemesis (und sieht auch so aus). Ganz zu schweigen von der Tatsache, dass dieses lahme Zeitreisekonstrukt in dutzenden Serienepisoden deutlich besser abgehandelt wurde und es sowieso nur dazu dient, Leonard Nimoy in den Film zu bekommen.

Nur Abrams' Eigenwerbung für sein Softdrink Slusho und sein Kleefeldmonster waren da noch lahmer. Zugegeben, das alles klingt eigentlich ziemlich vernichtend; warum hat mir der Film aber dennoch zugesagt? Nun, zum einen ist es klar das Gefühl, das mit einem solchen Film verbunden ist. Ich würde mich durchaus als Trekkie bezeichnen, gab es doch eine Zeit, in der Star Trek für mich das Größte war (eine Uniform hatte ich jedoch nie, leider). Natürlich freut man sich da ziemlich, wenn das Franchise wiederbelebt wird und in aller Munde ist (und ferner auch ein breite(re)s Publikum anspricht). Des Weiteren schafft es Abrams des Öfteren auch so etwas wie Atmosphäre aufkommen zu lassen, ja, beispielsweise gleich im Vorspann oder in diversen Szenen auf der Brücke. Sobald das Signal des Roten Alarms ertönt und alle ihre Stationen bemannen, ist man einfach wieder 'drin', drin im Fieber. Da tendiert man dann auch dazu, solch eine blasse Figur wie Eric Banas Nero (ein Witz war das, aber was für einer) zu vergessen – zumindest bis zu seinem nächsten (kurzen) Auftritt.

Vielleicht gibt es doch so etwas wie Filme, bei denen man nicht zu viel nachdenken sollte und sich einfach dem Geschehen auf der Leinwand hingeben sollte. Wenn ja, dann ist Star Trek ein astreiner Vertreter dafür, denn je länger ich über den Film nachdenke, desto weniger gefällt er mir eigentlich. So schlug die Zufriedenheit direkt nach dem Besuch schnell in Wehmut um, denn nach kurzer Reflektion des Gesehenen, kamen sofort einige negative Aspekte auf. Was sollte beispielsweise die Szene mit dem jungen Kirk, der mit Oldtimer und Beastie-Boys-Musik nur knapp seinem Tode entkommt. Toll, jetzt wissen wir, was für ein harter Kerl James Tiberius Kirk (Chris Pine) doch ist. Halt, nein, erst noch ein Barkampf und ein Apfel während des Kobayashi-Maru-Test, dann ist er endlich der hartgesottene Mann, den der Kommandosessel der Enterprise braucht. Sowieso ist diese Wandlung, die sich bei Kirk vollzieht ein Witz und wird zudem noch viel zu schnell abgespult.

Eines muss ich dem Film aber dennoch lassen, nämlich seine Jungdarsteller (auch wenn keiner von ihnen an den charismatischen Bruce Greenwood herankommt). Diese agieren deutlich besser als erwartet und es würde mich nicht wundern, wenn der ein oder andere von ihnen in Zukunft öfter auf der Leinwand zu sehen wäre (so etwas macht sie nur noch sympathischer). Insgesamt ist J.J. Abrams Star Trek der erwartete Blockbuster für die breite Masse, die mit dem Franchise bisher vielleicht überhaupt nichts am Hut hatten. Und immerhin hat solch ein Film ja auch den Vorteil, dass er auf das 'richtige' Franchise aufmerksam macht, das, so zeigt Abrams' Film ebenfalls, wohl unerreicht bleibt. Ach ja, vielleicht sei noch gesagt, dass mich die überall angeführten lense flares so gut wie nicht störten, da ich sie als nicht gerade sehr penetrant ansah. (6.5/10)


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