Verfasst von Stefan am 16th Mai 2008 in
Review
Drillbit Taylor
(Steven Brill, USA 2008)
Kino
Am schönsten ist es doch, wenn man ins Kino geht, einen Film sieht, von dem man nicht viel erwartet und dann positiv überrascht wird. So geschehen bei Drillbit Taylor, der von der Kritik zwar größtenteils niedergemacht wurde, dessen Trailer ich aber einfach zu lustig fand, als dass mich die Kritik vom Kinobesuch hätte abhalten können. Kleine Highschoolracker, die posen und Mädchen abschleppen wollen, dabei aber von zwei bullies permanent genervt werden? Zugegeben, das klingt nicht gerade nach einem Film für meine Zielgruppe. Das Ganze klingt aber auch ganz deutlich nach Judd Apatow, der hier zusammen mit Seth Rogen produzierte (Rogen schrieb zudem noch das Drehbuch mit). Und genau diesen Einschlag/Einfluss der beiden merkt man dem Film auch an, was ihn letzten Endes dann wohl auch aus dem Einheitsbrei heraushebt. Trotz PG-13-Rating und dem damit verbunden Fehlen von sämtlichen Kraftausdrücken (gut, "Bitch" wurde geradezu inflationär gebraucht, aber das gehört ja heute so zur Sprache wie das tägliche Brot zum Leben) ist jedoch alles vorhanden, was so eine Komödie aus der 'Feder' Judd Apatows ausmacht: Der Film ist äußerst lustig, hat charismatische Darsteller, derben Humor und auch eine gute Portion Herzenswärme, die natürlich nicht fehlen darf.
So dürfen die 'Kleinen' dann auch ordentlich auf den Putz hauen, wobei die Newcomer dem Altgedienten Owen Wilson bisweilen sogar die Show stehlen. Es gibt Rap-Kämpfe, jede Menge dummes, aber gerade deshalb so amüsantes Geschwätz (Wilson zitiert beispielsweise aus Blade Runner), einen schönen, wenn auch poppigen Soundtrack und letzten Endes sogar auf die Fresse. Ist Gewalt eine Lösung? Hmm, manchmal scheint wirklich nichts anderes zu helfen, so suggeriert es Brills Film zumindest. Am allerwichtigsten und heilendsten ist dann aber doch die Freundschaft, das zeichnen wohl alle Komödien Apatows aus. Um's kurz zu machen: Drillbit Taylor ist keinesfalls nur für die jüngeren Zuschauer, trotz fehlenden R-Ratings (es ist eben alles einfach ein wenig gesitteter). Wer Apatows Komödien mag – weniger wohl Brills, denn Without a Paddle hasste ich -, der wird auch hier ganz klar auf seine Kosten kommen. Und wer, wie ich, feststellt, dass er es irgendwie mag, wenn es in einem Film Filmausschnitte aus anderen Filmen gibt, quasi eine Mise-en-abyme, der kommt an Drillbit Taylor sowieso nicht vorbei. Ein liebenswertes kleines Filmchen. (6.5/10)
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