Ach du Scheiße! Red Band Trailer zu Spike Lees 'Oldboy' Remake

Vor ein paar Tagen wurde das erste Poster zu Spike Leeks Oldboy-Remake veröffentlicht, das zu den allerschlechtesten Postern zählt, die ich je gesehen habe. Nun ist der Trailer da. Der sieht zwar nicht so scheiße aus wie das Poster, aber auch nicht gut. Nein, nicht mal annährend. Das Ganze hat mir viel zu viel Humor und Samuel L. Jackson!? Are u kiddin' me!? Ich will mich nicht über den Sinn oder Unsinn von Remakes auslassen, nein, darüber sind wir schon weit hinaus, aber das sieht einfach nicht gut aus. Punkt. Deutscher Kinostart von Oldboy ist am 07. November.


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Popkultur aus dem Computer: 'The A-Team'


Dass in Zeiten von Remakes, Sequels und Reboots auch TV-Serien für die große Leinwand verwurstet werden, ist keine allzu große Neuigkeit mehr. Besonders nicht, wenn es sich um eine solch bekannte und beliebte Fernsehserie handelt wie The A-Team, deren Sprung ins Kino eigentlich nur eine Frage der Zeit war. Kaum eine Titelmelodie hat einen höheren Wiedererkennungswert als das Theme aus dem Vorspann zu The A-Team. Die Serie ist bis heute Kult, gar keine Frage, nur kann die Verfilmung diesem Kult gerecht werden? Kult ist ohnehin Segen wie Fluch, das merkt man spätestens daran, wenn in Foren und auf Blogs tagelang über den Van des A-Teams diskutiert wird und ob dieser dem Serienoriginal gerecht wird. Die Fans verzeihen es einem nie, zieht man ihr geliebtes Franchise in den Dreck. So ließ man sich dann auch in Sachen Cast viel Zeit um die richtigen zu finden, die zwar nicht unbedingt in große Fußstapfen treten mussten – denn in die ersten Reihen Hollywoods stieg keiner aus der einstigen Stammbesetztung auf –, aber mindestens so charismatisch sein sollten wie einst George Peppard, Dirk Benedict, Mr. T und Dwight Schultz. Herausgekommen ist eine Actionsause, die trotz vieler Schwächen durchaus Spaß macht.

Im Film gibt es eine Szene, in der der Kölner Dom mit einem prächtigen Blick aus der Vogelperspektive eingefangen wird. Zwar handelt es sich nur um wenige Sekunden, aber der mächtigen Physik des Objekts kann man sich kaum entziehen. Das Problem dabei ist nur: laut Film steht dieses Gebäude nicht etwa in Köln, sondern inmitten Frankfurts. Diese geografische Ungereimtheit ist fast schon typisch für den Film, denn es ist nicht nur die Geografie Deutschlands, mit der The A-Team immer wieder ein Problem hat, sondern seine ganze Konstruktion. Dass der Plot des Filmes auf Niveau einer Doppelfolge im TV bleibt, ist dabei noch das geringste Problem. Nein, The A-Team scheint überhaupt gar keinen Wert auf irgendetwas zu legen, außer auf seine Protagonisten. Am ärgerlichsten ist hierbei sicherlich, dass ein Gros der Action-Set-Pieces aus dem Computer kommt und auch dementsprechend aussieht. Dass so etwas im Jahre 2010 nicht sein muss, das haben genügend Actionfilme der letzten Jahre gezeigt. Zugegeben, die Action, die uns The A-Team präsentiert ist größtenteils so over the top und halsbrecherisch, dass man gar nicht anders kann, als auf CGI zurückzugreifen. In fast jeder Szene versucht der Film nämlich allem noch eines draufzusetzen und übersteigt dabei nicht nur die Imaginationskraft und Toleranz des Zuschauers, sondern auch die Grenze des Möglichen.

Es sind genau ebenjene Szenen, in denen The A-Team deutlich macht, dass es nur am Effekt und Spektakel interessiert ist, denn wer etwaigen Anspruch sucht oder eine spannende Geschichte, der ist hier schlichtweg falsch. Joe Carnahan macht daraus auch keine Hehl, denn dass es sich bei seinem Film um eine Geschichte handelt, die generischer kaum sein könnte, dabei aber über viel Spektakel verfügt, das wird bereits im Prolog deutlich, der die origin story schön überladen erzählt und dabei aufs Wesentliche setzt. Hannibal (Liam Neeson), Face (Bradley Cooper), B.A. (Quinton Jackson) und Murdock (Sharlto Copley), alle sind sie große Sympathieträger, die wie für ihre Rollen gemacht zu sein scheinen. Etwas, mit dem der Film ohnehin punkten kann, denn ergänzt werden die Vier zudem von Jessica Biel als militärischem Fahnder und Patrick Wilson als sarkastischem CIA-Agenten. Auch hier scheint die Verfilmung den Gesetzen der Serie zu folgen: statt teurem Produktionsdesign gibt es charismatische Darsteller, die sich und das Ganze nicht immer ernst nehmen und sichtbar Spaß an der Sache haben. Gerade deshalb sollte man nach dem Abspann auch unbedingt etwas geduldig sein und sitzen bleiben – vor allem die Fans dürften es kaum bereuen.

The A-Team wirkt wie ein übergroßer Abenteuerspielplatz, dessen signifikantem Charme man(n) sich nur schwer entziehen kann. Der Film versucht sich dabei zu keinem Zeitpunkt ernst zu nehmen oder gar so etwas wie eine interessante Geschichte vorzugaukeln – und so kommt es dann auch vor, dass sich das Team ein riesiges Schiff unter den Nagel reißt, um vom Bodensee nach Frankfurt zu fahren … Dass die Polizei dort dann mit amerikanischem Martinshorn anreist, erscheint deshalb nur konsequent. Etwas subtiler ist Carnahans Film dabei jedoch in seiner Aussage, die von Patriotismus und Heldentaten geprägt ist. Immer wieder fallen pathetische Sätze, die zwar von weiteren Humoreinlagen unterbrochen werden (Blackwater heißt im Irak nicht etwa Blackwater oder Xe Services, sondern Blackforest), zwischen diesen aber fast schon unterzugehen scheinen. Das ist wiederum recht subtil, denn die Treue und die Liebe zum Land, die sich die Männer gegenseitig bekunden, sind für sich selbst genommen doch eher plumper Natur – und auch wenn es fast noch plumper wirken mag, zumindest Jessica Biel in Uniform funktioniert hervorragend.

Es ist alles andere als ein Zufall, dass The A-Team gerade jetzt im Hochsommer in die Kinos kommt, mit all seinem Spektakel und einer Leichtheit, die für zwei Stunden solide Unterhaltung sorgt. Nach dem Kinobesuch ist das alles aber mindestens wieder so schnell vergessen wie der leichte Sommerregen in der Nacht zuvor. (6.5/10)

Erschienen bei Wicked-Vision


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Fanträume werden wahr: 'The A-Team' Trailer ist da!


Wie gesagt, 'Fanträume', denn ich war nie ein Fan des A-Teams. Und wie es aussieht, wird daran auch der Film nichts ändern, denn auch wenn ich Bradley Cooper äußerst schätze, so sieht mir das, was es im Trailer (720p) zu sehen gibt, doch viel zu sehr nach Kindergarten aus. Zudem sieht man von Jessica Biel nichts. Kinostart hierzulande ist am 22. Juli.


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Stolz und Vorurteil … und Katzenfutter im 'District 9'


Hype kann etwas sehr gefährliches sein. Natürlich nicht nur in Hinsicht auf Film, aber doch speziell auch hier. Hype beeinflusst unsere Rezeptionshaltungen, schafft hohe Erwartungen, die eigentlich nur enttäuscht, sprich nicht erfüllt, werden können. Natürlich stehen die Chancen gut, dass man mit dem Strom schwimmt, immerhin sagt man ja, dass Millionen von Zuschauern (in den USA) nicht irren können und solch ein kleines Independent-flick wie District 9 muss man doch einfach wertschätzen, oder? Was man auf jeden Fall wertschätzen kann, ist die Tatsache, dass Neill Blomkamp mit gerade mal 30 Millionen einen der erfolgreichsten Sommerblockbuster dieses Jahres auf die Beine gestellt hat. Das ist nicht nur ein Schlag in Michael Bays Gesicht, der für seinen Transformers: Revenge of the Fallen fast das Sechsfache verpulvert hat, sondern zeigt Hollywood auch, welch exorbitante, ja lächerliche, Summen sie für ihre "großen" Namen raushauen. Dass dies keine Notwendigkeit ist, das zeigt Blomkamp eindrucksvoll.

Blomkamp, der einst für die Verfilmung des Videospiels Halo vorgesehen war, zeigt, dass er zumindest aus ökonomischer Sicht durchaus in der Lage dazu gewesen wäre, dieses Projekt auf die Beine zu stellen. Ich will nicht wissen, wie viele der Verantwortlichen sich bereits zu Tode geärgert haben. Und in der Tat, Blomkamps Film hat einige durchaus sehenswerte Momente. So montiert er beispielsweise die Kamera in einigen Szenen direkt auf die Waffe, die uns dann in bester First-Person-Manier das Geschehen vor Augen führt und das Ganze dadurch nicht unwesentlich intensiviert. Die Enge des Raumes nimmt man plötzlich viel deutlicher wahr, das Adrenalin scheint nicht nur bei den Soldaten durch die Adern zu fließen und sowieso gewinnt alles an atmosphärischer Dichte. Auch, weil das alles immer wieder durch urplötzliche Gewaltausbrüche untermalt wird, die mal angemessen, mal weniger angemessen wirken. Und dennoch will der Eindruck nicht so recht verschwinden, als würde Blomkamps Film dies hin und wieder doch nur selbstzweckhaft verwenden. Das läuft der ganzen Prämisse des Filmes, nämlich dem Anprangern des Rassismus und der Angst vor dem Unbekannten, dann doch auch zuwider.

Um aus der Unterdrückung heraus zu finden ist Gewalt nötig, oftmals nur die rohe, eiskalte Gewalt. District 9 würde gerne ein Lehrstück auf genannten Rassismus, speziell in der Dritten Welt, die sich – und auch das macht der Film deutlich – selbst ja nicht helfen kann, sondern auf die Hilfe des Westens angewiesen ist, sein, nur liegt er dafür leider viel zu schwer im Magen. Nimmt man die Aliens als Stellvertreter für eine x-beliebige Menschliche Volksgruppe, so wird man auch den Eindruck nicht los, als sehe Blomkamp in ihr grundsätzlich eine zurückgebliebene Kultur, die sich gerne verführen lässt und selbst nicht wirklich den Willen besitzt, unabhängig zu werden oder sich gegen ihre Besatzer aufzulehnen. Eingehüllt in eine semi-dokumentarische Sci-Fi-Packung muss dem Drehbuch zuliebe natürlich auch einiges schönheitskorrigiert werden, aber eines bleibt dennoch offensichtlich: District 9 nimmt sich selbst zu ernst, ja zu schwer, nutzt seine Metaphern dabei viel zu häufig um die große Moralkeule zu schwingen und erkennt bei alledem noch nicht einmal, dass er es bisweilen selber nicht besser macht (Slumbewohner).

Sieht man davon aber einmal ab, dann reformiert Blomkamp das Sci-Fi-Genre aber durchaus in einigen Aspekten. Statt sich lange mit Erklärungen aufzuhalten genügen ihm einige wenige Erklärungszeilen, die in der dokumentarischen Einleitung sehr gut zusammengefasst werden und die man auch nicht weiter hinterfragen möchte (klar, wie kann das Mutterschiff ohne Treibstoff seit mehr als 20 Jahren schweben, aber das muss genau so wenige erklärt werden wie die Waffen, denn schließlich tut der Film bereits mit der Einführung der Wesen genug, denn auf dem Schiff befinden sich nur Arbeiter …). Ein Grund für den unglaublichen Erfolg speziell in den USA dürfte wohl auch das Unbekannte im doppelten Sinne sein. Während ein Großteil der Invasionsfilme den Boden der Vereinigten Staaten involviert und von Patriotismus und Pathos nur so untersetzt ist, wird hier alles ins ferne Afrika verlagert, wo sich keine Zeichen von heldenhaften amerikanischen Streitkräften fingen. Das ist neu, das ist anders, das ist interessant. Zumindest für das US-Publikum, möchte ich meinen. Regieneuling Blomkamp sei der Erfolg aber in jedem Fall gegönnt, denn gänzlich unverdient ist er keinesfalls. (7.5/10)


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Sie sind unter uns! 'District 9' Trailer


Bisher ging District 9 irgendwie komplett an mir vorbei. Gut, dass sich das nun geändert hat, denn der erste Trailer (480p/720p/1080p) zu Neill Blomkapms Film, den Peter Jackson präsentiert, sieht fantastisch aus. Zu Beginn erwartet man eine Doku, dann schlägt es etwas in eine semi-Doku um, nur um mit dem Verhör des Aliens die Katze aus dem Sack zu lassen – herrlich, auch die Sache mit dem zensierten Gesicht! Dass Peter Jackson seine Hände im Spiel hat, wird spätestens nach dieser Szene deutlich, und ich bin gespannt, was da noch auf uns zukommt. Ein deutscher Starttermin steht aber noch nicht fest.


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