sibSTANCIJA_09: Abschließende Gedanken

Morgen ist es schon zwei Wochen her, dass ich mich auf die Reise nach Russland, genauer gesagt Nowosibirsk, begab. Im Prinzip waren es ja nur drei Tage, jetzt, im Nachhinein, eine natürlich viel, viel zu kurze Zeit. Eine zu kurze Zeit, um die Teilnehmer richtig kennen zu lernen (sowohl die deutschen als auch die russischen), die Stadt zu erkunden und über all das zu diskutieren, was während unserer 'Sitzungen' an Fragen aufkam. Und dennoch denke ich, dass die drei Tage ökonomischer nicht besser hätten genutzt werden können. Doch natürlich bleibt bei alledem, bei all den großen und kleinen Erlebnissen, etwas Wehmut zurück, keine Frage.
Natürlich gab es auch negative Erscheinungen wärhend dieser drei Tage (z.B. der Flug, der viel zu lang und unbequem war, das lange warten am Moskauer Flughafen), aber ich würde jederzeit wieder diese 'Qualen' auf mich nehmen, um die sibirische Hauptstadt und seine Menschen zu besuchen. Doch auch wenn die Kopeke bereits im Ob liegt, so ist es nun erst einmal der Zug der russischen BloggerInnen. Zwei von ihnen – Anna und Ira – werden mich schon in 2 Wochen in Stuttgart besuchen kommen, was mich angesichts des doch sehr kurzen Zeitabstandes besonders freut. Man sieht also, es ging um weit mehr als nur das Fachsimpeln über russische und deutsche, das eigenen und das Blog von anderen.
Apropos Fachsimpeln. Welch große Bedeutung die Eröffnung des neuen Goethe-Instituts und die sibSTANCIJA_09 an sich hatten, zeigt sich in der Präsenz der Journalisten: BR, 3sat – die bereits berichteten -, DW, Deutschlandfunk und FAZ, alle waren sie gekommen, um vom Kulturfestival zu berichten. Letztere hat in der heutigen Printausgabe einen kleinen Artikel zu unserem Bloggertreffen – blöd nur, dass im Artikel (der nachgereicht wird, da noch nicht online) aus Markus Stefan gemacht wurde und in meinem Nachnamen ein 'k' fehlt. Da fällt es mir natürlich schwer, mir einen Seitenhieb auf das große Leitmedium, das ja stets den Qualitätsjournalismus hochhebt, zu verkneifen. Aber es ist nunmal auch irgendwie unsere Aufgabe, also haben sie bitte etwas Nachsicht, Frau Holm.
Dennoch ist es natürlich schön zu sehen, dass bisweilen auch kooperiert wird, sich die beiden Medien ergänzen und man stets ernst von ihnen genommen wird. So hatte ich in der Nacht vor dem Abflug – schlafen kann ja jeder – beispielsweise ein äußerst nettes Gespräch mit Stefan Voss, Korrespondent der dpa in Moskau, indem wir uns gegenseitig über Twitter austauschten. Und da meine Kreditkarte an der Hotelbar irgendwie nicht fuktionieren wollte, setzte er mein Getränk gleich noch auf seine Rechnung. Das nenne ich doch mal gute Zusammenarbeit – da soll noch einer sagen, dass Journalisten und Blogger sich hassen … Sowieso war es eine sehr schöne letzte Nacht, denn zu keinem anderen Zeitpunkt saßen Journalisten, Blogger, Organisatoren und LaBrassBanda zusammen.
Natürlich fiel der Abschied schwer, aber eigentlich war es kein Abschied, sondern ein graziöser Neubeginn in Sachen deutsch-russischer (Blogger-)Freundschaft. Und es war mir wirklich eine große Ehre, an diesem Projekt teilnehmen zu dürfen. Auch an dieser Stelle möchte ich mich nochmals bei allen bedanken, die hinter diesem großartigen und hoffentlich fortzusetzenden Projekt stehen. большое спасибо!
(um die mediale Berichterstattung weiter zu dokumentieren: es gibt jetzt auch einen Bericht des russischen Fernsehens zum Bloggertreffen, neue Bilder bei Flickr und auch Neues im Sibirskij-Blog)
Tags bloggertreffen, equilibrium, faz, festival, goethe institut, kerstin holm, labrassbanda, nowosibirsk, russland, sibstancija, twitter
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