Green Band Trailer zur Horror Anthology 'The ABCs of Death'

Ein neuer Trailer zur Horror Anthology The ABCs of Death ist da. Und obwohl es sich dieses Mal um einen deutlich weniger blutrünstigen Green Band Trailer handelt, geht von der der ziemlich düsteren Atmosphöre (die vom Red Band Trailer ausging) kaum etwas verloren. Das sieht nach wie vor alles ziemlich geil aus und ich kann es kaum erwarten! In den Staaten erscheint The ABCs of Death am 31. Januar 2013 als Video on Demand. Für Deutschland gibt es nach wie vor keinen Starttermin.


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Red Band Trailer zur Horror Anthology 'The ABCs of Death'

26 Buchstaben hat das Alphabet. Mindestens genau so viele Wege zu Sterben präsentiert die Horror Anthology The ABCs of Death, bei der 26 verschiedene Regisseure (u.a. Ti West, Xavier Gens, Srdjan Spasojevic und Ben Wheatley) einen kurzen Beitrag zum ABC des Todes abliefern. Der Red Band Trailer gibt die Richtung dabei klar vor: Das ist nichts für Zartbesaitete und eher etwas für die Gorehounds. Ich habe aus Toronto, wo der Film im September Premiere feierte, jedenfalls viel Gutes gehört, und auch wenn das im Trailer noch alles ziemlich gory aussieht, kann man auch die eine oder andere schöne Idee im Trailer erkennen. Ich bin jedenfalls sehr gespannt. Einen deutschen Starttermin gibt es natürlich noch nicht. Fantasy Filmfest Nights, anyone?

(Via The Playlist)


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Porno, Krieg und Traumata: 'A Serbian Film'


Ich möchte vorausschicken, dass es sich hierbei weniger um eine Kritik als vielmehr um eine Gedankensammlung handelt. Das liegt zum einen daran, dass ich keine Besprechung zum Film geplant hatte, er mich nun aber doch so für sich vereinnahmt hat, dass ich etwas mehr dazu schreiben wollte. Zum anderen ist es schwer den politischen Subtext in wirklich richtig geordnete Gedanken zu bringen – so, dass es sich auch noch gut liest.

Es ist ja immer so eine Sache an "den härtesten Film ever" (kein Zitat, eher eine Eindrucks-Zusammenfassung aus Foren, Kritiken und Blogs) heranzugehen. A Serbian Film (Srpski film) ist auf den zweiten Blick jedenfalls interessanter als die Gore- und Snuff-Oberfläche, für die ihm sein Ruf allerdings vorauseilt, ihn erscheinen lässt. Die (subtileren) Analogien zum Bosnienkrieg finden sich eher auf der Tonspur, beispielsweise wenn ständig von "Kriegshelden", "Kriegern" und dem Verlust der Nation gesprochen wird. Vukmir – dessen Name klingt als sei er einer der Kriegsverbrecher, die sich vor dem Tribunal in Den Haag verantworten müssen, wie Milos' Frau anmerkt – beharrt darauf, dass das Land nur noch von der Pornoindustrie getragen werde. Schaut man sich die tristen Straßen Belgrads (?) an (was durch die kühlen Grautöne unterstrichen wird), dann würde man ihm fast zustimmen wollen. Obwohl Milos' Haus eine glänzende Ausnahme darstellt, aber gut, er war ja auch mal gut im Geschäft.

Und genau hier ist A Serbian Film (also was die Gewalt und die gross-out-Momente angeht) dann auch weniger Fiktion, als vielmehr eine kathartische Vergangenheitsbewältigung, denn was man aus dem Krieg auch im Westen mitbekommen hat, stellt vieles, was der Film zeigt sogar noch in den Schatten. Ich will nicht unbedingt wissen, wie es in den Lagern wirklich zugegangen ist. Die Rolle als stiller Beobachter, ja Voyeur, ist dem Westen ja ohnehin bekannt … Genau das nehmen uns viele 'Kriegskinder' heute noch übel, wie ich auch schon in Erfahrung gebracht habe. Sowieso spielen Kinder hier eine große Rolle. Sie sind schließlich diejenigen, die den Krieg nicht mehr erlebt haben – oder besonders unter ihm gelitten haben. So zeigt der Film dann auch, dass auch vor Kindern kein Halt gemacht wurde – und diese heute noch traumatisiert sind. Milos' Junge gehört zu den wenigen, die behutsam, sprich mit Pornos und Schmetterlingen im Bauch aufgewachsen sind. Doch auch er soll schließlich ein Trauma erleben. Jenes, das vielen anderen wohl auch widerfahren ist. Porno ist pure Exploitation, dito Krieg und Kriegsverbrechen.

Interessant auch, dass alle außer Milos eine enge Verbindung zum Staat haben, er aber eher ein Weltbürger zu sein scheint (Englisch zu Beginn, Pornoindustrie ist ja ohnehin ein globales Business, er hat einen Uniabschluss – ist vielleicht sogar der einzige Darsteller, der einen hat, wie seine Frau meint, die selbst Übersetzerin ist und mehrere Sprachen spricht). Sein Bruder ist Polizist, auch wenn wir ihn nie in Uniform sehen und er auch nie den Eindruck erweckt, als mache er den Job gern oder sei gar ein Patriot. Stattdessen ist er ein abgehalfterter, impotenter, frustrierter Co, der seinen Bruder beneidet. Es ist etwas wie Kain und Abel, nur umgekehrt. Sowieso ist die Brüder-Analogie ja etwas, das hier ins Schwarze betrifft – die Jugoslawienkriege waren ja nichts anderes als ein Krieg zwischen Brüdern und Schwestern (diese wiegen dann auch am schwersten, siehe Korea, oder die jüngsten Entwicklungen auf dem Balkan).

Produktionstechnisch ist A Serbian Film auf sehr hohem Niveau, kein Vergleich zu asiatischen Sickos, mit denen man den Film vergleichen würde, wäre man allzu kurzsichtig. Des Öfteren hat er mich übrigens an das jüngere französische Horrorkino erinnert, allen voran an Martyrs. Lange, schlecht beleuchtete Gänge, die viele Türen aufweisen, hinter jeder von ihnen könnte das pure Grauen lauern. Und dann natürlich auch wegen der äußerst brutalen Gewalt gegen Frauen, die in A Serbian Film aber noch mehr Sinn macht (Frauen und Kinder, die ersten und schwerwiegendsten Opfer des Krieges). Natürlich liegt dazwischen ganz viel Overacting, das in solch einem Kontext natürlich gleich doppelt so schlimm, sprich albern, anmutet. Aber das ist vielleicht gar nicht so verkehrt, hin und wieder ein comic relief zu haben. Wobei: in Kriegszeiten hat man das auch nicht. Vielleicht ist es aber auch ein Zeichen an den Rezipienten, dass es sich doch nur um Schauspieler handelt und den typischen Slogan 'It's only a movie'.

Er ist jedenfalls durchaus der ultraharte Tobak, als der er gehandelt wird. Ich frage mich nur, ob es wirklich positiv zu verstehen ist, dass sich Spasojevics Debüt nun zu all den Filmen zählen darf, deren Ruf ihnen vorauseilt (sprich Pasolini, Noé & Co.). Der Kosovo gehört auf dem Poster fest zu Serbien, aber genau hier fließt am meisten Blut. 'Not all films have a happy ending', stellt die tagline richtig fest und gibt erneut einen politischen Kommentar ab. Definitiv einer der interessantesten Filme, die ich in diesem Jahr gesehen habe.


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Kino und seine Grenzen: 'A Serbian Film' Trailer, NSFW!


In den letzten Wochen habe ich immer wieder von einem Film gehört, der den simplen Namen A Serbian Film (Srpski film) trägt. In der Tat ist es nun schon etwas Besonderes, wenn man hierzulande von einem serbischen Film spricht, wenn es sich jedoch um einen Film wie jenen von Srdjan Spasojevic handelt, dann nur umso mehr. Zu allererst bin ich bei Cinefacts fündig geworden, wo der Film über dutzende von Seiten heiß diskutiert wird wurde, da er Gewalt- und Sexdarstellungen auf ein ganz neues Level heben soll … Da wird man natürlich hellhörig, auch wenn – wie jeder weiß – stets heißer gekocht als gegessen wird. Schnell werden dabei auch Erinnerungen an Martyrs wach, der ebenfalls hohe Wellen in Sachen torture porn schlug.

Der Trailer sieht jedenfalls schon mal interessant aus, wobei ich auf das Gerede der vielen Trolle, die sich in solchen Foren (und ganz besonders bei Cinefacts) bisweilen auch herumtreiben, nicht allzu viel gebe. Die ersten Kritiken zu A Serbian Film lesen sich jedenfalls wie zu erwarten, erste Preise durfte der Serbenexploiter auch schon einsammeln. Da bleibt mir also nichts mehr anderes übrig als mit Kollege schwanenmeister zu trauern, dass der Film es nicht ins Programm des diesjährigen Fantasy Filmfests geschafft hat – denn eines steht jetzt schon fest: so einfach wird man A Serbian Film nicht zu sehen bekommen.


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