»We're the police. We can do whatever the hell we want.«

Street Kings
(David Ayer, USA 2008)
Kino

‘Street Kings’Der Mann hat Mut, das muss man ihm lassen. Im Prinzip ein und dieselbe Geschichte mehrere Male zu erzählen, das hat David Ayer geschafft, was jedoch alles andere als eine Meisterleistung ist. Irgendwie scheinen es ihm Cops (Keanu Reeves) angetan zu haben, erst recht korrupte Cops, die sich in den schlimmsten Stadtvierteln mit dem Abschaum herumschlagen. Die Fronten sind dabei klar: Auf der einen Seite steht Tom (Reeves), auf der anderen Schwarze & Latinos – kurz alle Klischeerandgruppen eines solchen Filmes. Lauter Hip Hop und glänzender Schmuck gehören dabei ebenso zu ihnen wie ein Hang zu Gewalt. Es ist wirklich erstaunlich, welche Mischung Ayer in seinem Street Kings alias Training Day 2 – Forest Whitaker ist Denzel Washington und hat dabei auch einen mindestens so großen Hang zum Overacting wie dieser – dem Zuschauer präsentiert. Die Geschichte ist nicht nur von ihm selbst schon drei Mal da gewesen, sondern wirkt wie eine Blaupause für das Cop-Gangster-Genre.

Cop, der nicht zimperlich ist? Check. Ein Chef, der hinter seinem Schützling aufräumt? Check. Kollegen, die so undurchschaubar wie Butterbrotpapier sind? Check. Ein Finale, das niemanden von den Socken haut, sondern vorhersehbarer nicht hätte sein können? Check. Mission accomplished, so hat es den Anschein, zumindest für Ayer. Würde Ayer wenigstens geschickt kopieren, wäre das ja gar nicht mal so schlimm. Doch dafür fehlt ihm dann einfach der richtige Riecher, allen voran für die Darsteller. Da wird ein Chris Evans besetzt, der als Milchbubi unter harte Kerle geworfen wird, ein Cedric the Entertainer, der ob seiner Komödienvergangenheit fehlbesetzter nicht hätte sein können und ein Keanu Reeves, der die ganze Zeit zu schreien scheint, wann ihn denn bitteschön jemand von diesem Übel befreit. Alles ist in dieselben kalten Farben und Bilder reingestopft, die bei einem Harsh Times noch funktionierten, hier aber lediglich gewollt schmutzig (und cool) erscheinen. Dazu gesellen sich dann noch einige Pokulturanspielungen, die zwar die amerikanische Jugend ins Kino locken dürften, gerade deshalb aber auch so bedenklich sind.

Eines muss man Street Kings dann aber doch zugute halten, nämlich sein Tempo. Von Beginn an nimmt der Film nämlich ein Tempo an, das er größtenteils zu halten im Stande ist, auch wenn das angesichts des käsigen Drehbuchs nicht mehr wirklich viel reißt. Wer mit dem durchschnittlichen (und absolut Oscarunwürdigen) Training Day etwas anfangen konnte, der wird auch an Street Kings etwas finden können. Alle anderen dürfen gerne einen großen Bogen um dieses Vehikel machen. (4/10)


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