Regisseur David R. Ellis stirbt im Alter von 60 Jahren


Gerade berichtet Deadline, dass Regisseur David R. Ellis im Alter von 60 Jahren im südafrikanischen Johannesburg gestorben ist. Die Todesursache ist im Moment noch unklar. Ellis war in Johannesburg gerade dabei seinen neuen Film zu drehen, bei dem Samuel L. Jackson die Huaptrolle spielen sollte. Ellis ist hauptsächlich für seine Filme Final Destination 2 & 4, Snakes on a Plane, Cellular und jüngst seinen Shark Night 3D bekannt. Des Weiteren machte sich der einstige Stuntman als Second Unit Director bei Waterworld, The Matrix Reloaded und Harry Potter and the Sorcerer's Stone einen Namen. R.I.P.


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I'm Giving You a Night Call: 'Drive'


Nicolas Winding Refns Drive ist das passiert, was schon sehr vielen Filmen vor ihm widerfahren ist: Sie wurden im Vorfeld ins Unermessliche gehyped und können somit nur enttäuschen – wenn auch auf hohem Niveau. Vor allem bei den Fanboys und Nerds, die denken, dass sie Ahnung vom Medium hätten, war Drive das Must-See des vergangenen Jahres (meist schön aus dem Netzt gezogen, denn hierzulande startet er ja erst jetzt). Wenn man sie dann nach einer Begründung fragt, bekommt man meist nur die üblichen Adjektive und Phrasen entgegen geworfen, die im Prinzip nichts anderes als leere Worthülsen sind und eigentlich jeden zweiten Film beschreiben könnten. Ultracool, stylish, brutal, lässig, coole Dialoge, etc. pp. – Tarantino lässt grüßen. Nun würden an dieser Stelle viele sagen, dass er gerne ein Tarantino wäre. Da ich selbst aber kein allzu großer Fan des 'Meisters' bin, würde ich einen generellen Vergleich mit selbigem auch nicht unbedingt als Kompliment verstehen. Zumal das Tarantino-eske mittlerweile nur noch redundant und nervig daherkommt. Doch Drive befindet sich tatsächlich im Fahrwasser vieler Thriller, die man in den letzten Jahren so ähnlich bereits gesehen hat. Viel wirklich Neues gibt es nicht.

Dabei ist Drive aber bei Weitem kein schlechter Film. Nein, ganz bestimmt nicht. Sein Soundtrack ist in der Tat über allem erhaben, da muss man einfach in den Hype-Tenor mit einstimmen und ihn am besten gleich in der Dauerrotation hören. Durch ihn wird dem Film erst eine Atmosphäre zuteil, die ihn dann doch irgendwie aus der Masse heraushebt. Und doch trägt Refn leider viel dazu bei, dass sein Film letztlich über kurzweilige Unterhaltung kaum hinaus kommt. Dabei fängt alles so gut an. Die Exposition ist grandios atmosphärisch und spätestens wenn die Credits in pinken Retro-Lettern über die Leinwand flimmern, denkt man für einen kurzen Moment, dass man sich gerade in den 80ern befindet. Doch irgendwann kommt dann Carey Mulligan samt Balg ins Spiel und macht all ihre vorangegangenen Performances auf einen Schlag vergessen. Ihre Figur bleibt blass und gleichgültig; was Goslings Stuntman an ihr findet, bleibt ein einziges großes Geheimnis. Wenn er dann auch noch alles für sie riskiert, obwohl er sie gerade mal einige wenige Tage kennt, geht es mit dem Film schnell bergab.

Nicht so richtig bergab, aber er verschenkt so verdammt viel Potential, dass man sich einfach aufregen will. Da helfen dann auch die derben Gewalteinlagen, die quasi aus dem Nichts kommen und im Prinzip nur selbstzweckhaft sind, nichts mehr groß. Der Cast – allen voran natürlich Gosling – ist toll (bis auf Mulligan eben, aber das liegt auch zum Großteil am Drehbuch), aber auch hier wird wieder viel zu viel Potential verspielt, beispielsweise wenn 'Mad-Woman' Christina Hendricks nur wenige Minuten Screentime hat und Ron Perlman auf Autopilot agiert. Nach 100 Minuten ist dann auch alles vorbei und man fragt sich schließlich: really!? Das soll der Überfilm gewesen sein, für den Nicolas Winding Refn in Cannes prämiert wurde und der sich auf jeder Jahresbestenliste der US-Kritik befand? In einigen Jahren wird Drive wohl so ein Geheimtipp werden, der eigentlich gar keiner ist, den aber jeder Semi-Cineast jedem seiner Freunde empfiehlt, der mal was Cooles abseits des Mainstreams sehen will. Klappe zu, Affe tot. (7/10)


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