X-Rated – Ausgabe 44

Achtung, Werbung! Am 29. Februar ist es endlich soweit, meine erste Magazinpublikation erscheint in Form eines Reviews zu Sweeney Todd: The Demon Barber of Fleet Street in der Ausgabe Nummer 44 der X-Rated. Letzteres ist ein Magazin speziell für den Horror- und Special-Interest-Film, welches ein Mal pro Quartal erscheint. Zu bekommen ist das gute Stück auf Börsen, am Bahnhof, über das Internet und bei speziellen Zeitschriftenhändlern.X-Rated #44

Hier der Inhalt der kommenden Ausgabe:

Titelthema: Diary of the Dead
Zombie Special: Der Zombiefilm im Wandel der Zeit // Die neue Zombie-Invasion
Horror on DVD 2008 – Vorschau auf die digitalen Horrorerlebnisse 2008
Horror beyond High Definition – Blu-Ray vs. HD-DVD
Saw IV – Jigsaw ist wieder unterwegs
Sweeney Todd – Ein Barbier im Blutrausch
P2 – Parkhaus Horror
Olaf Ittenbach hört auf
Interview mit Natassia Malthe – Im Gespräch mit BloodRayne
Interview mit Alan Rowe Kelly – Morgen werde ich Dich begraben…
Filmneuheiten – Cloverfield, Storm Warning, All the boys love Mandy lane, Stuck
DVD Reviews – u.a. mit Resident Evil: Extinction, Death Proof, Evil Dead, Next of Kin
uvm.

Also, am 29. schnell zum Kiosk rennen und das Ding besorgen – allein schon wegen meines Reviews…


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»At last! My arm is complete again!«

Sweeney Todd: The Demon Barber of Fleet Street
(Tim Burton, USA/UK 2007)
Kino

Sweeney Todd: The Demon Barber of Fleet StreetBurtons neuer Film ist wohl der Film der Golden Globes – und auch bei den Oscars wird es wohl nicht anders aussehen. Jeder Burton-Fan bekam schon nach dem Poster feuchte Hosen, vom Trailer und den unzähligen Ausschnitten der Musikeinlagen ganz zu schweigen. Nun, zu den Fans Burtons würde ich mich als letztes zählen, MARS ATTACKS! ist nett, SLEEPY HOLLOW ebenfalls, das Remake von PLANET OF THE APES bleibt am besten unerwähnt. Mehr seiner Filmografie kenne ich bisher nicht. Dennoch war die Vorfreude groß, nicht zuletzt auch wegen der Mischung aus Broadway-Musical und Spielfilm, welche sich nun als großartig herausstellte. Außer einigen Bollywoodstreifen würde mir jetzt ehrlich gesagt auch kein Film einfallen, der diese "Symbiose" so konsequent eingeht und noch erfolgreich dazu. SWEENEY TODD öffnet bereits mit gesungenen Dialogen, gibt die Richtung von Beginn an vor, sowohl in Hinsicht auf die dunkel angehauchte Story als auch auf die vielen Musikeinlagen.

Dabei ist Erstere gar nicht mal so komplex, vielmehr erinnert sie an eine klassische Tragödie: Ein Mann verliert durch die Machthaber sein Hab und Gut (inklusive Frau und Tochter), kehrt Jahre später zurück und rächt sich an seinen Peinigern… Klingt nicht unbedingt nach einem Stoff, der noch nie verfilmt wurde, richtig. Doch gab es das schon mal mit solch einer dunklen Grundstimmung, solch einer fantastischen Mischung aus Gesang und Dialog? Ich denke nicht. SWEENEY TODD wird in erster Linie von einem großartigen Johnny Depp getragen, keine Frage. Er ist mit Leib und Seele dabei, das merkt man jede einzelne Sekunde der knappen zwei Stunden, die der Film für sich beansprucht. Doch damit nicht genug, denn auch der restliche Cast, allen voran Helena Bonham Carter, liefert eine Performance ab, die den Kinobesuch allein schon deshalb rechtfertigt – und wie oft geht man ins Theater/die Oper, wegen des Schauspielers und nicht unbedingt wegen des Stückes? Wie gesagt, an Superlativen kann man in Hinsicht auf die Darsteller wirklich nicht genug anführen (okay, Rickman ist vielleicht der einzige, der – sagen wir nicht unbedingt – gut singen kann).

Burtons Neuer scheint schlichtweg perfekt zu sein – neben dem Genannten vor allem einmal mehr in der Farbgebung und den einzelnen Einstellungen -, wäre da nicht doch der ein oder andere kleine Schönheitsmakel. Zum einen gibt es einige kleine Längen, auf denen zu lange herumgetrampelt wird (die Liebe des Richters zu seiner Tochter, einige Gesangseinlagen). Der Fokus scheint einige Male dann doch nicht fokussiert genug und so eröffnet SWEENEY TODD dann doch auch mal den ein oder anderen kleinen Nebenkriegsschauplatz, wodurch dann auch die genannten Längen entstehen. Von dem Gesangseinsatz, der natürlich bisweilen redundant wirkt, mal abgesehen. Des Weiteren kommt das Ende weiß Gott zu abrupt und zu unausgegoren daher, lässt einige Charaktere sogar vollkommen auf der Strecke. Man sitzt in seinem Sessel und ist sich nicht sicher, ob das wirklich schon der Abspann ist, der da über die Leinwand flimmert. Aber sei es drum, denn angesichts der vorherigen 110 Minuten, in denen der Film einfach nur magisch erscheint, fällt das Genannte nicht groß ins Gewicht.

SWEENEY TODD ist nichts für Leute, die mit Musicals, Theater oder ähnlichem überhaupt nichts anfangen können. Vielmehr ist es noch immer ein Broadwaystück, ausgeschmückt und leicht gestrafft. Die Musik ist episch, kräftig sowohl in ihrer Prämisse, als auch in ihrer Performance. Das bezieht sich jedoch keinesfalls nur auf den Gesang der Darsteller, bei dem man sowieso kaum glauben kann, dass dieser tatsächlich von ihnen selbst stammen soll, sondern auch auf die Musik selbst, die in ihrer Größe kaum greifbar scheint. Noch lange nach dem Abspann wird die Musik in den Ohren klingen, wirken und dafür sorgen, dass man den dämonischen Barbier, der besonders in der zweiten Hälft extrem düster und diabolisch gerät, nicht so schnell aus dem Gedächtnis verliert. Mit SWEENEY TODD ist Burton einer der besten Filme des Jahres gelungen – und das sage ich schon jetzt, wo noch nicht einmal der erste Monate des Jahres zu Ende ist, ja! Groß, ganz groß! (9/10)

Erscheint bei X-RATED


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