Texanische Blendgranate: 'Texas Killing Fields' Blu-ray Review


Amerikanische Thriller spielen gerne im Süden des Landes. Da, wo die Natur noch dominiert und die Menschen angeblich nicht ganz so zivilisiert sind wie im Rest des Landes. Dort, wo Menschen große Verandas haben mit Ventilatoren haben, wenn sie nicht gerade im Trailer hausen. Die schwüle Hitze, die sich durch den Süden zieht, setzt vielen dabei schwer zu, so auch den beiden Cops Mike (Sam Worthington) und Brian (Jeffrey Dean Morgan). Letzterer wurde erst vor kurzem von New York nach Texas versetzt und geht dort, im tiefsten Süden, nun einer mysteriösen Mordserie auf den Grund, der junge, hübsche Frauen zum Opfer fallen. Die Morde geschehen nicht irgendwo, sondern im Sumpfland, das es den beiden Cops dank Nebel und Feuchtigkeit nur noch schwerer macht, die Morde aufzuklären und den Killer zu stoppen. Ami Canaan Mann, die Tochter von Thrillerspezi Michael Mann, setzt mit ihrem zweiten Spielfilm Texas Killing Fields besonders zu Beginn auf ein starkes Setting, das durchaus Schauwerte bietet und den Staat Texas als ziemlich siffig und hoffnungslos darstellt. Es braucht hier schon eine gehörige Portion Gottesglauben, wie ihn Brian zelebriert, um hier nicht den Verstand zu verlieren oder selbst Amok zu laufen.

Brian ist ohnehin der ruhigere, routiniertere der beiden Cops. Mike hingegen ist zwar aus der Gegend und kennt die örtlichen Zustände deshalb nur zu gut, hat seine Emotionen aber nicht immer ganz im Griff, was auch daran liegen mag, dass seine Ehe mit einer Kollegin (Jessica Chastain) gescheitert ist, er sie aber dennoch jeden Tag sehen muss. Auf der anderen Seite führt Brian ein Familienleben, wie es im Buche steht: Frau, Kinder, Haus und sein Glaube. Ami Canaan Mann versucht die beiden Männer immer wieder zu psychologisieren, was aber nur bedingt funktioniert, denn der Plot wird aufgrund dessen immer wieder vernachlässigt. Dass die beiden Männer eher eine Hassliebe als ein gemeinsames Ziel verbindet, wird schnell deutlich. Dafür wird nie richtig deutlich, welchen Zweck die Geschichte um die mysteriösen Morde im Dunkel der Nacht und der dreckigen Sümpfe verfolgt. Wird werden nie Zeuge davon, wie ein Mord geschieht, sondern werden nur mit dem Ergebnis konfrontiert, was eigentlich eine tolle, weil unorthodoxe Idee ist. Das Problem ist dabei nur, dass sich der Film für die Morde nicht wirklich interessiert, sondern einen Nebenschauplatz nach dem anderen eröffnet.

So taucht plötzlich die kleine Ann (Chloë Grace Moretz) samt White-Trash-Familie auf und präsentiert uns einen soziopathischen Bruder (Stephen Graham), den man sofort unter Verdacht hat – das ist Type-Casting, wie es im Buche steht … Ann hat es natürlich nicht einfach mit solch einer Familie und hat deshalb einen Stein im Brett der beiden Detectives. Als sie auch noch entführt wird, verstehen die beiden endgültig keinen Spaß mehr und regeln die Angelegenheit auf ihre Art und Weise. So vermeintlich spannend das auch klingen mag, so nüchtern ist es tatsächlich. Selten will etwas passen, und wenn dann mal etwas ins Fahrt kommt, verläuft es in den üblichen Genrebahnen. Große Twists gibt es nicht, im Gegenteil. Gegen Ende bleiben einige der Figuren, die erst massenweise eingeführt werden, sogar ganz auf der Strecke. Man fragt sich, ob sie einfach vom Nebel verschluckt worden sind oder doch nur vom äußerst schwachen Drehbuch. Auch die Besetzung kann nicht mehr viel vom sinkenden Schiff retten: Sam Worthington setzt ständig seinen Hundeblick auf, Jeffrey Dean Morgan steckt zu sehr in einem Korsett und die kleine Moretz hätte durch jeden anderen Teen ersetzt werden können. Einziger Lichtblick ist das Jessica Chastain, die nach ihrer Rolle als liebende Mutter in The Tree of Life die toughe Powerfrau gibt.

Texas Killing Fields, der auf wahren Begebenheiten basieren soll, verliert sich in seiner eigenen Geschichte, die künstlich verkopft ist und außer den tollen Naturaufnahmen keinerlei Schauwerte bietet. Das Ende grenzt dann fast schon an einer Unverschämtheit, was letztlich aber egal ist, denn man hat schon viel früher mit dem Film abgeschlossen. (4/10)

Die Blu-ray aus dem Hause Ascot Elite erscheint am 17. Juli (Amazon-Partnerlink) und kann auch technisch nur bedingt überzeugen. Die Schwarzwerte könnten besser sein, zumal der Film die meiste Zeit über nachts oder in der Dämmerung spielt. Naturaufnahmen des Sumpfes bei Tageslicht sehen hingegen sehr schön und knackig scharf aus. Der Ton, der in Deutsch und Englisch in DTS-HD vorliegt, ist ordentlich. Wenn es beim ansonsten eher dialoglastigen Film kracht, dann bekommen auch der Subwoofer oder die Rears mal etwas zu tun. Als Extras finden sich auf der Blu-ray eine Trailershow, Interviews mit dem Cast und eine B-Roll. Auch ein Wendecover ist selbstverständlich dabei.


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Errol Morris lässt grüßen: 'The Imposter' Doku Trailer

Jay vom Documentary Blog hat mal wieder einen Geheimtipp in Sachen Doku, nämlich The Imposter. Geheimtipp vielleicht nicht mehr wirklich, denn die Doku lief bereits auf zahlreichen Festivals – u.a. auf dem Hot Docs Festival -, und das ziemlich erfolgreich. Die Synopsis klingt aber auch ziemlich spannend: "A documentary centered on a young Frenchman who convinces a grieving Texas family that he is their 16-year-old son who went missing for 3 years." Der Trailer macht das Ganze noch spannender – und weckt nicht von ungefähr Reminiszenen an Errol Morris. Jay bezeichnet ihn bereits als einen der besten Filme des Jahres. Natürlich gibt es weder einen Termin für die US-DVD/BD noch eine deutschen Kinostart.


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Trailer zu William Friedkins NC-17 Thriller 'Killer Joe'

Sechs Jahre ist es schon wieder her, dass William Friedkin mit Bug einen Film in die Kinos brachte. Nun meldet er sich mit einem recht großen Knall zurück. Nicht etwa, weil er nach all den Jahren endlich wieder einen Film gemacht hat, sondern weil Killer Joe auch nach einem Einspruch bei der MPAA mit einem NC-17-Rating 'bedacht' wurde. Doch auch der Film selbst scheint recht interessant zu werden, die der Trailer eindrucksvoll zeigt. In Venedig bekam Friedkin im letzten Jahr dafür die 'Golden Mouse'. Emile Hirsch heuert Detective Matthew McConaughey an, seine Mutter zu töten, so dass er ihre Lebensversicherung kassieren kann. Natürlich läuft dieses Vorhaben alles andere als nach Plan … Mit Texas-Boy McConaughey scheint Friedkin bei der Besetzung ein glückliches Händchen gehabt zu haben, zumal man ihn nicht gerade oft in der Rolle des bad guy zu sehen bekommt. US-Start ist am 27. Juli.

(Via The Playlist)


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Trailer zu Werner Herzogs neuer Doku 'Into the Abyss'

Werner Herzog hat in diesem Jahr mit Cave of Forgotten Dreams nicht nur eine der besten Dokus zu verantworten, sondern schon wieder eine neue gedreht. Into the Abyss heißt der Film und handelt von einem zum Tode verurteilten Häftling, der in einem Gefägnis in Texas auf seine Hinrichtung wartet – die just acht Tage nach Herzogs Interview vollzogen werden sollte … Der Trailer sieht fantastisch aus – nach einer Mischung aus Errol Morris' The Thin Blue Line und, wie im Trailer zu lesen, Capotes In Cold Blood. Mal schauen, wann es der Film, der bisher nur auf Festivals zu sehen war, zu uns schafft.

(Via Cinematze)


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Blutiger Süden: 'Texas Killing Fields' Trailer

Dass Texas zumindest im US-amerikanischen Film nicht gerade ein sicheres Pflaster ist, dürfte hinlänglich bekannt sein. Texas Killing Fields basiert angeblich auf wahren Begebenheiten, die zwei Sheriffs zusammengetragen haben – so ist es zumindest im Trailer zu lesen, der mich erstaunlich kalt lässt. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass ich Sam Worthington solch eine Rolle nicht abnehme und Jeffrey dean Morgan immer irgendwie der Comedian bleiben wird. Und dann noch das nervige Balg aus Kick-Ass … Bei der Regisseurin handelt es sich übrigens um Michael Manns Tochter. Start in den Staaten ist am 07. Oktober.


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