Die Flop 10 des Kinojahres 2011


Und schon wieder ist das Jahr rum. Nun, nicht ganz, denn morgen ist ja auch noch ein Tag, der Tag. Bevor ich an Silvester meine Top 10 des Kinojahres 2011 präsentieren werde, will ich Euch heute als Einstimmung meine persönlichen Flop 10 zeigen – die 10 Filme, die mir in diesem Jahr am meisten Schmerzen bereitet haben. Knapp die Hälfte davon habe ich auf der Berlinale gesehen, weshalb ich meine erste Berlinale auch nicht unbedingt als eine allzu gute werten würde.

Hier zeigte er seine hässliche Fratze, der sozialkritische, ach so besserwisserische, dabei aber nur gängige Klischees ausbeutende Gutmenschen-Film (so nennen ich ihn jetzt einfach mal), der dabei so schrecklich nichtssagend ist und die Nerven eines jeden halbwegs denkenden Menschen auf die Probe stellt. Das ist genau jene Kategorie Film, die man Freitag Abend im ZDF unter dem Deckmantel aspekte pusht, denn immerhin sollte sich der Bildungsbürger hier ja angesprochen fühlen – das gilt mindestens für die ersten vier Platzierungen.

Die anderen Platzierungen fallen nicht unbedingt in diese Kategorie, sondern sind einfach nur schlecht. So werde ich auch in zehn Jahren noch nicht verstehen, was an Bridesmaids so lustig sein soll oder was an der Asi-Exploitation Winter's Bone so sehenswert sein soll. An Confessions stellte ich hohe Erwartungen, da er bereits Mitte des Jahres sehr viele positive Stimmen für sich gewinnen konnte, die ich beim besten Willen nicht nachvollziehen konnte.

Bei den beiden Runners-up bin ich mir zumindest bei Trash Humpers nicht ganz sicher, ob das nun Ultrakunst war (auch so ein Wort, das dieses Jahr die Runde unter den Filmleuten gemacht hat) oder einfach nur totale Scheiße. Sicher ist jedenfalls, dass ich nicht nur einmal die Vorspultaste gedrückt hielt, was nicht gerade für Ersteres spricht. Wer wenn nicht wir ist dabei in die vorhin genannte ZDF-aspekte-Kategorie einzuordnen.

Einerseits bin ich froh, dass ich The Green Lantern nicht gesehen habe, andererseits habe ich die Blu-ray hier liegen, konnte mich aber nicht dazu durchringen ihm den Vorrang vor X-Men: First Class zu geben. Dem Trailer nach wäre er aber mit ziemlicher Sicherheit auch auf der Liste gelandet; ziemlich weit vorne sogar. In jedem Falle aber bin ich froh, dass es in diesem Jahr dann doch meist mediokre statt schlechte Filme waren, die ich gesehen habe. Mal sehen, was das 2012 auf uns zukommt.

Hier also die Liste: (ausführliche Erläuterungen erspare ich mir, da die meisten ja wissen, wo man mehr darüber findet.)

10. Bad Teacher

09. Bridesmaids

08. London Boulevard

07. Winter's Bone

06. The Beaver

05. Confessions (Kokuhaku)

04. Yelling to the Sky

03. Almanya – Willkommen in Deutschland

02. Pina

01. The Future

Runners-up: Trash Humpers, Wer wenn nicht wir


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Auf schlimmer und ewig: 'The Beaver'


Ich kann und will nicht allzu viele Worte über Jodie Fosters The Beaver verlieren, denn ich würde mich sonst nur ärgern. Vielleicht formuliere ich es mit einigen Fragen, die ich mir während und vor allem nach dem Film gestellt habe. An erster Stelle steht hier sicherlich die Frage, was Foster mit diesem Film eigentlich sagen respektive erreichen will: Glaubt sie etwa tatsächlich, dass (potentiell) depressive Menschen neuen Lebensmut aus ihrem Film schöpfen? Oder dient das Ganze dazu Mel Gibson vor neuen Ausrastern zu schützen, in dem es ihm den Spiegel vorhält (Gibsons legendärer Telefon-Ausraster war allerdings nach der Produktion des Filmes)? Wie auch immer, The Beaver ist nicht nur ungemein langweilig, weil alles an ihm irgendwie halbgar wirkt – allen voran die Lovestory zwischen Anton Yelchin (der hier leider total unterfordert ist) und Jennifer Lawrence –, sondern erweckt auch immer wieder dein Eindruck, als wissen Foster gar nicht so recht, was sie tut. Ihre Figur ist beispielsweise Achterbahnkonstrukteurin und da darf man sich dann natürlich Fragen, wie sie überhaupt darauf kommt und warum sie bei diesem Job so viel Zeit hat. Von der lahmen Metaphorik der Achterbahn – schließlich erlebt nicht nur Gibson, sondern die ganze Familie eine Art Achterbahnfahrt – mal ganz zu schweigen.

Zugegeben, ein wenig mag meine Animosität auch daher rühren, weil ich dachte, dass es sich bei The Beaver eher um eine Komödie als um ein Drama handeln würde. Vielleicht habe ich mir auch einfach zu stark gewünscht, dass Fosters Film im Stile von Unhappily Ever After gehalten werden würde und der Biber eher eine Art Mr. Floppy und weniger Handpuppe wäre. Und dennoch: Der Film funktioniert auf keiner Ebene, denn auch das Pathos des winselnden Mel Gibson wirkt eher lächerlich als ernst gemeint. Das Finale bestätigt nicht nur diesen Eindruck, sondern zeigt auch noch einmal, wie uninspiriert und leer The Beaver doch ist. Schade, denn als Komödie – inklusive selbst sprechendem Biber, denn der Akzent, den Gibson bei Gebrauch auflegt ist ja ach so kreativ und selbstironisch – hätte der Film viel besser funktioniert. (4/10)


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Mel Gibsons linke Hand: 'The Beaver' Trailer


Oha, da bin ich jetzt aber überrascht, denn eigentlich dachte ich ja, dass es sich bei Jodie Fosters The Beaver um eine Comedy handeln würde. Der erste Trailer zum Film (480p/720p/1080p) sieht aber vielmehr nach schwermütigem Familiendrama aus …


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