David Hess stirbt im Alter von 69 Jahren


Letzte Nacht ist Exploitation-Legende David Hess im Alter von nur 69 Jahren gestorben. Vielen wird der Name vielleicht nichts sagen, aber wer einmal Wes Cravens The Last House on the Left gesehen hat, der kennt den Mann, der in seinen Filmen meist Vergewaltiger, Mörder und Psychopathen gespielt hat – und wird ihn seit dem nicht mehr vergessen haben. Eine ziemlich traurige Woche für das Kino, denn nur drei Tage vor Hess ist Charles Napier im Alter von 75 Jahren gestorben. Die meisten dürften ihn wohl aus Rambo: First Blood Part II kennen. R.I.P. ihr beiden!


Tags , , , , , ,

X-Rated: Ausgabe 49 ab 29.05. am Kiosk!


Ein neues Quartal steht bevor, das heißt auch eine neue Ausgabe der X-Rated. Dieses Mal gibt es außer einer Besprechung zwecks DVD-Erscheinung von Let the Right One In leider nichts von mir, was das Ganze jedoch nicht schmälern soll, im Gegenteil. Ausgabe 49 – die letzte vor dem großen Jubiläumsheft, das so einige Überraschungen parat halten wird – wartet unter anderem mit dem Titelthema zum Remake von The Last House on the Left auf, einem Special zu Troma und massig DVD- und Blu-ray-Reviews. Ab 29.05. dann an jedem gut sortierten Bahnhofskiosk, online und auf Börsen erhältlich.


Tags , , , , , , , , , ,

Bevor das Remake kommt … 'The Last House on the Left'


Fast genau drei Jahre ist es her, dass ich Wes Cravens The Last House on the Left gesehen habe. Da das Remake unmittelbar bevor steht, dachte ich, ich frische das Ganze mal wieder auf. Ich hatte nicht mehr allzu viel in Erinnerung, am ehesten wohl die, wie ich damals noch dachte, äußerst unpassende Musik. Da wird fröhliche Volksfestmusik gespielt, während zwei junge Frauen den Alptraum ihres Lebens erfahren. Ein Gegensatz, wie er größer kaum sein könnte. Zieht man jedoch die Werbezeile des Filmes mit in Betracht (To avoid fainting, keep repeating "It's only a movie…It's only a movie…"), scheint die Musik nur ein konsequentes Mittel zu sein, ebenjene Tatsache, nämlich dass es sich hier 'nur' um einen Film handelt, zu untermauern. Betrachtet man die Musik nämlich genauer, so merkt man schnell, dass es die Art von Musik ist, die man hörte, als das Medium Film noch ziemlich jung war.

Es gab noch keinen Ton, über die Musik funktionierte viel mehr als heute. Und so kommt es nicht von ungefähr, dass der Score von David Hess an ebenjene Filme, das Medium selbt, erinnert. Wie gesagt, es ist ja nur ein Film, also keine Angst vor all den Gräueltaten, die auf der Leinwand stattfinden. Doch die Musik zielt noch auf etwas anderes ab, eine weitere Funktion der 'Verharmlosung' wird ihr zuteil, nämlich das comic relief. Im Kontrast zur ganzen Brutalität lässt sie Gedanken an die Späße eines Dick und Doof aufkommen, eines, wie gesagt, Stummfilmes, der für gute Laune sorgen soll. Das funktioniert so weit auch ganz hervorragend, erst recht natürlich in Verbindung mit den beiden Polizisten, die nichts auf die Reihe bekommen und das comic relief in Reinform darstellen. Da wird Kuchen gemampft, während die Eltern über ihre vermisste Tochter klagen, da wird Schach gespielt, während man eigentlich der Freund und Helfer sein sollte und schließlich vergisst die Staatsmacht dann auch noch zu tanken.

In der Tat, die Polizei in Form der beiden tolpatschigen Cops bringt nichts auf die Reihe, versagt im entscheidenden Moment (der Wagen der Truppe steht vor ihrer Nase, aber sie müssen sich angeblich um Wichtigeres kümmern) und kommt am Ende zu spät, um das Schlimmste zu verhindern. Kurzum: die Polizei versagt auf ganzer Linie und es ist kein Verlass auf sie. Da wundert es natürlich nicht, dass der Bürger – hier: nicht der einfache, aber einfach lebende – das Gesetz schließlich in die eigene Hand nehmen muss, egal wie. Und wenn die im Haushalt obligatorische Waffe eben nicht will, dann nutzt man alles zur Verfügung stehende, und sei es eine Motorsäge. Was auf den ersten Blick aussieht wie ein simples Pamphlet für die Selbstjustiz, erweist sich auf den zweiten Blick jedoch vielmehr als Spirale der Gewalt. Gewalt erzeugt Gegengewalt, das war schon immer so und wird auch immer so bleiben. Der Traum Weasels (Fred J. Lincoln, heute erfolgreicher Pornoregisseur, wie das Making-Of verrät), in dem ihn Dr. Collingwood (Richard Towers) und dessen Frau (Cynthia Carr) foltern, ist dabei das wohl interessanteste Indiz.

Doch auch die vorgetäuschte Verführung Weasels durch Mrs. Collingwood und ihre anschließende 'unkonventionelle' Rache deuten vielmehr auf perfide Rache/Folter – sprich Gleiches mit Gleichem – hin als auf eine reine 'Konfliktlösung'. Auch sie genießen den Ausbruch der Gewalt, wenn auch nur kurz. "Don't do it!", heißt es im finalen Moment, doch statt der Aufforderung der beiden Cops nachzukommen, penetriert die Motorsäge den Torso – ein Körperteil, dem im Laufe des Filmes sowieso eine große Bedeutung zuteil wird (das-in-die-Brust-Ritzen, das Ventil um Luft abzulassen, die gewachsene Brust).  Ganz zu schweigen natürlich vom Umwandeln des Wohnhauses in eine einzige Stolperfalle durch den Vater. Ein mögliches Motiv für all diese Taten ist sexueller Natur. Die beiden jungen Frauen führen eine innige Beziehung, die mich bisweilen an jene aus Haute tension erinnerte. Und auch das Böse in Form der Flüchtigen scheint permanent unter sexuellem Druck zu stehen. Nicht zuletzt wird auch auf die Eltern als Paar immer wieder eingegangen, Craven schenkt ihnen und ihrer Zweisamkeit viele Momente.

Manchmal habe ich sogar das Gefühl, dass sich Craven selbst nicht so ganz sicher war, was er nun eigentlich mit The Last House on the Left erreichen wollte. Sicher, er meditiert über Gewalt und wie sie zum Alltag selbst des abseits lebenden Bürgers gehört, der sich fernab jeglicher Großstadtkriminalität in vermeintlicher Sicherheit wägt. Doch werde ich bei alledem, was eigentlich dagegen spricht, den Gedanken nicht los, dass Craven hier aber auch für Selbstjustiz/Vigilantentum oder zumindest das häusliche Aufrüsten plädiert, denn die Staatsmacht, das ist sicher, hat nicht das nötige Durchsetzungsvermögen. Es wird sich zeigen, was das Remake davon noch übrig lässt – oder sogar weiterspinnt? (8/10)


Tags , , , , , , , , , , ,

'The Last House on the Left': Trailer zum Teen Remake


Und nun hat es auch noch den Wes-Craven-Klassiker The Last House on the Left erwischt. Die Rede ist natürlich vom Remake, das zwar schon länger feststand, aber zu dem es erst seit heute die ersten bewegten Bilder in Form des Trailer gibt (480p/720p/1080p). Trotz der gerade mal zweieinhalb Minuten des Trailers, habe ich mich ziemlich gelangweilt, was nicht gerade für das Remake und dessen Qualitäten steht. Teens? Check. Regen? Check. 0815-Horror-Atmosphäre? Check. Ja, gut, sieht so aus, als habe The Last House on the Left alles, was ein modernes Horrorremake ausmacht. Nunja, ein schlechtes zumindest. Nicht, dass ich das Ganze schon abgeschrieben hätte, aber irgendwann kann man es einfach nicht mehr ausstehen, Pizza auf den Tisch zu bekommen …

Und sind wir doch mal ehrlich: An das Original und dessen Echo/Terror/Rezeption wird das Remake sowieso nicht anknüpfen können – nicht mal, wenn die FSK oder die SPIO damit Probleme machen (das hat ein weiteres (!) Remake Sequel zu The Texas Chainsaw Massacre ja schließlich auch nicht besser gemacht)


Tags , , , , , , , ,