'The Texas Chainsaw Massacre' kommt in 4K wieder in die Kinos

So eine Nachricht kann einem den Feiertag aber ganz schön versüßen! Nicht nur, dass der Trailer zur restaurierten 4K-Version von Tobe Hoopers The Texas Chainsaw Massacre extrem gut aussieht, nein, die restaurierte Fassung wird ab 4. September auch in den deutschen Kinos als Wiederaufführung zu sehen sein (fragt sich natürlich nur wo überall), wie Drop-Out Cinema auf seiner Seite verkündet. Schon auf der bereits lange erschienenen Blu-ray von Turbine sieht der Film fantastisch aus, aber auf der großen Leinwand in 4K und mit 7.1-Sound muss ein unfassbar geiles Erlebnis sein! Schon im Trailer wird ziemlich deutlich, wie es sich anhört, wenn Leatherface die Kettensäge anschmeißt … Seit 2011 ist The Texas Chainsaw Massacre nicht mehr beschlagnahmt.

(Via Nerdcore)


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'The Texas Chainsaw Massacre' ist nicht mehr beschlagnahmt!


Das ist die wohl schönste Nachricht des Tages, wenn nicht sogar der Woche! Für Filmfans ist es ohnehin die Nachricht des Jahres. "Mit Wirkung zum 06. September hat die 31. große Strafkammer des Landgericht Frankfurt am Main die allgemeine Beschlagnahme von Texas Chainsaw Massacre aufgehoben." Ich wiederhole: Seit sechs Tagen ist Tobe Hoopers Horrorklassiker nicht mehr beschlagnahmt! Turbine Medien, die den Film letzten Herbst remastered auf DVD und Blu-ray veröffentlicht haben – und die Scheibe ist sehr schön geworden -, haben es nach drei Jahren endlich geschafft, den Film von der Liste der 131er (§131 StGB) gestichen zu bekommen. Ich habe die intensiven Diskussionen bei Cinefacts immer wieder verfolgt, bei denen Turbine sich immer wieder zu Wort meldete, und kann es daher immer noch nicht glauben.

Ich hoffe, dass dieser Fall Schule macht, denn Turbine haben damit gezeigt, dass die Kunst am Ende doch siegt: "Damit sprach man Texas Chainsaw Massacre nach 26 Jahren vom Vorwurf der Gewaltverherrlichung und der menschenunwürdigen Darstellung frei." (Schnittberichte.com) Wollen wir hoffen, dass Thomas Recht behält und es The Texas Chainsaw Massacre am Ende sogar noch mit einer adäquaten FSK-16 in die Kaufhäuser schafft.


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'The Texas Chain Saw Massacre' 35th Anniversary Blu-ray


Gibt es einen Gewaltausbruch in unserer Gesellschaft, sei es ein Amoklauf oder ein Schüler, der seine Lehrerin auf offener Straße ersticht – man fragt sich stets nach dem Warum. Dieses Warum ist aber oftmals nur schleierhaft auszumachen, findet kaum rationale Gründe oder bleibt schlichtweg im Dunkel. Es muss aber ein Schuldiger her, und sei es nur für die Medien, denn solch eine Tat geschieht niemals ohne einen Grund. Warum sind Menschen immer und immer wieder zu solchen Taten in der Lage? Warum konnten die Taten nicht im Vornherein erkannt oder gar verhindert werden? Eines ist sicher: die menschliche Seele steckt bisweilen voller Abgründe, die sich zwar nur selten offenbaren, wenn sie sich aber offenbaren, dann auf signifikante Art und Weise. Tobe Hoopers The Texas Chain Saw Massacre geht diesem Phänomen, einem Amoklauf eines vermeintlich Irren, aber nicht auf den Grund, sondern macht es erfahrbar. Sein Film beginnt mit kurzen Bildern von Leichenteilen, die sich mit komplett schwarzen Frames abwechseln. Etwas Schreckliches wird suggeriert, etwas Widerwärtiges, das jedoch zu keinem Zeitpunkt eine Erklärung findet. Hooper präsentiert im Verlauf des Filmes stattdessen nur noch mehr fragile Seelen, Rednecks, die im texanischen Hinterland ihr Unwesen treiben, teils degeneriert und mit einer unheimlichen Aura versehen.

Im Kontrast dazu stellt uns Hooper 'normale' Menschen zur Seite, Sally (Marilyn Burns) und ihren invaliden Bruder Frank (Paul A. Partain), die trotz ihres Hippieerscheinungsbildes eine jugendliche Unschuld ausstrahlen, die ihnen zum Verhängnis werden soll. Langsam geht Hooper sein Terrorkino an, liefert immer wieder einzelne Bilder, die die Unheimlichkeit des Ganzen heraufbeschwören, aber dennoch mehr suggestiv als explizit sind. Sei es das tote Gürteltier auf der Straße gleich zu Beginn oder der Knochenschmuck, der das Haus bereits von Außen morbide schmückt. Bei alledem zieht sich eine Statik durch Daniel Pearls Bilder, von der eine gewisse Schönheit ausgeht, kann die texanische Einöde doch zu Teilen durch ihre schöne Natur begeistern. Es gibt so gut wie keine schnellen Kameraschwenks oder hektischen Schnitte, es ist die Ruhe vor dem Sturm. Es dauert eine ganze Weile bis die mittlerweile zur Ikone gewordene Figur Leatherface (Gunnar Hansen) ihren ersten Auftritt hat und gleichzeitig ihr erstes Opfer auf den Metzgertisch legen darf. Den Hammer auf den Kopf oder das rohe Fleisch auf den Haken aufgespießt, schon ist der Spuck vorbei. Keine langen und blutigen Einstellungen von Qualen, wie sie heutzutage immer selbstzweckhafter Einzug ins Horrorkino finden. Vielleicht sind es ebenjene wenig explizite Bilder, die das wahre Grauen ausmachen, fordern sie doch buchstäblich unsere Imagination heraus. Selbst die Schreie von Pam (Teri McMinn) verhallen recht schnell, hat Leatherface sein Werk erst einmal vollendet.

Der menschliche Körper, reduziert auf das Fleisch, was sich allein in Pams Kleidung manifestiert, die nur spärlich vorhanden ist. Wenn sie sich in einer Szene dem Haus nähert, folgt Kameramann Pearl ihr langsam von hinten, so dass es den Anschein hat, als trage sie außer einer Hose keinerlei Kleidung. Es ist viel Fleisch zu sehen, Fleisch, das Erinnerungen an die Viehherde zu Beginn weckt, die auf engstem Raum im Verschlag ihr letztes Dasein fristet – wie die vier Jugendlichen, die im VW-Bus schwitzen und endlich raus wollen. Sobald sie einmal raus sind, bleibt ihnen jedoch nur noch der Weg ins Schlachthaus, ob sie wollen oder nicht. Sobald Sally und Leatherface jedoch auf den Beinen sind, so wechseln auch die statischen Bilder in schnelle Schwenks und schnellere Schnitte, eine Dynamik durchdringt den Film plötzlich, die so nicht abzusehen war und die in dieser Form einen großen Kontrast zum Bisherigen darstellt. War vorher die Totale eine beliebte Einstellung, so ist es jetzt das Close-Up, das beispielsweise auf Sallys weit aufgerissene Augen draufhält, die vor Angst fast schon zu platzen scheinen. Hooper macht den Horror und den Terror erfahrbar, knallt dem Zuschauer die ganze Angst dieser jungen Frau vor den Latz und wird dennoch selten physisch. Es ist die Nähe aber auch gleichzeitig die Distanz, diese Dichotomie, die diese unglaubliche Terrorwirkung entfaltet. Es sind diese Fratzen, keine Gesichter, die sich in die Augäpfel nicht nur Sallys brennen. Auch auf der tonalen Ebene ist dies bemerkbar. Egal ob das nahezu undefinierbare Geräusch zu Beginn oder das lautstarke Gelächter der Fratzen, Sallys Schreie übertrumpfen alles, so dass man sich irgendwann nur noch wünscht, dass doch bitte endlich alles vorbei ist und man diesen schlimmen Schreien nicht mehr ausgesetzt ist.

Doch Hooper kommt dieser Aufforderung nicht nach, im Gegenteil, es zieht keine Ruhe im Film ein, nicht einmal wenn Sally ihrem Angreifer in letzter Sekunde entkommen kann. Ihre Schreie werden lediglich vom Motor der Kettensäge übertrumpft, die noch einige Sekunden lang brummt, bevor ein harter Schnitt der gruselig-schönen Szenerie im Abendrot ein Ende setzt. Der Terror ist damit aber noch lange nicht vorbei. Besonders auf der Blu-ray kommt dies natürlich zur Geltung, die vor kräftigen Farben nur so strotzt und keinerlei Schmutz oder sonstiges Grain aufweist. Lediglich ein dezentes Hintergrundrauschen, das wohl der Digital Noise Reduction (DNR) zuzuschreiben ist, ist vernehmbar, aber wenn man bedenkt, dass es sich hier im Original um 16mm-Material handelt, dann bleibt einem fast schon die Spucke weg. Auch die Extras können restlos begeistern, denn erstmals ist alles deutsch untertitelt. Besonders empfehlenswert ist hierbei der Audiokommentar von Tobe Hooper, Gunnar Hansen und Daniel Pearl, denn er ist nicht nur äußerst informativ, sondern zeigt auch, welchen Spaß die Beteiligten beim Dreh hatten und wie gut sie noch heute miteinander können.

Tobe Hoopers The Texas Chain Saw Massacre ist endlich die Veröffentlichung zuteil geworden, die der Film verdient hat. Ein Meisterwerk und Meilenstein des Horrorkinos auf einer meisterlichen DVD- und Blu-ray-Veröffentlichung, auf gerade einmal 5.000 Exemplare limitiert und nummeriert. Die DVD wird übrigens ausschließlich in Österreich von MPI veröffentlich (in Deutschland wird der Titel nicht erscheinen).


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Träume, die hoffentlich nie wahr werden …


Träume sind meist eine sehr persönliche Sache, was auch der Grund ist, weshalb ich solch ein Traumerlebnis niemals in einem Blog breittreten würde. Anders aber letzte Nacht: ich habe keinen blassen Schimmer, weshalb ich gerade davon geträumt habe, aber es handelt sich um etwas, das ich nur zu gerne teile, ist das Thema doch vor allem unter Filmfreunden ein stets aktuelles und vor allem auch wichtiges. Irgendwie fand ich mich also in einer Art Klassenzimmer, ein ziemlich großes wohlgemerkt. Ich saß wie ein Schüler an einem Tisch, eine Reihe vor mir, auf einer Erhebung, einige ältere Herren, bebrillt und nicht gerade mit freundlichen Gesichtsausdrücken versehen. Irgendwann meint einer der Herren, nach einer längeren Rede, dass die Zensur – er benutzte ein anderes Wort, das ähnlich klang, aber eindeutig als 'Zensur' auszumachen war; wohl ein Fantasiewort oder ein Neologismus – doch das beste sei (!), dass dieses Land je gesehen habe.

Nach Sekunden der Schockstarre springe ich auf und erhebe quasi Einspruch. Ich erkläre mich irgendwie, in dem ich klassische Musik benenne (ich erinnere mich an Händel), die niemand zensieren würde, da sie ein signifikantes Kulturgut darstelle. Wenig später kommen wir, also ich und der 'Vorsitzende' dieses was-auch-immer-Ausschusses, zum Medium Film. Er nennt Jaws und brüskiert sich darüber, wie hier Gewalt gegen Menschen gefeiert würde (ich weiß, das klingt abstrus, aber es handelte sich definitiv um diesen Film). Ich verweise auf die Freiheit der Kunst, versuche ihn davon zu überzeugen, dass auch das Medium Film die gleichen künstlerischen Rechte wie die (klassische) Musik genießen sollen dürfte. Während der ganzen Zeit stehe ich auf verlorenem Posten, denn obwohl der Raum voll mit Menschen ist, so versucht mich doch keiner von ihnen zu unterstützen.

Die ganze Diskussion findet übrigens auf Englisch statt, die Männer, die da erhöht vor mir und den anderen sitzen, tragen lediglich Anzug, keinerlei Uniform oder sonstige besondere Merkmale. Als nächstes kommt The Texas Chain Saw Massacre ins Spiel (dessen Blu-ray ich vorgestern erhalten habe und die ich rezensieren werde – deshalb eventuelle dieser Traum?), nun scheint der ältere Herr sein Stück Fleisch gefunden zu haben, auf das er sich wie ein hungriger Bluthund zu stürzen scheint. Ich komme kaum noch zu Wort, er redet von Menschenverachtung, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und anderen hohlen Phrasen. Ich hingegen versuche auf die politischen und gesellschaftlichen Allegorien und Metaphern des Filmes aufmerksam zu machen, zu veranschaulichen, dass besonders dieser Film zu unrecht massiver Zensur zum Opfer fiel. Natürlich wird dies sofort als Nonsens abgestempelt, auch von den anderen Herren, die da oben so beharrlich sitzen, feist und graumeliert.

Da springt plötzlich jemand aus dem Publikum auf, endlich, es ist, da bin ich mir sicher, warum auch immer es er ist, aber er ist es, tumulder auf und kommentiert das Ganze mit nur drei Worten: "Realitätsfern ist das!" und setzt sich wieder. Ich bin froh, dass ich nicht der Einzige bleibe, der hier versucht die Freiheit zu verteidigen – gegen diesen Haufen von ignoranten alten Säcken. Wenig später wird eine Szene aus TCM gezeigt, doch sobald Leatherface die Säge schwingt, setzt eine Art Dinosaurier-Zeichentrickfilm ein, der natürlich familienfreundlich daherkommt und nicht nur mir, sondern auch den anderen im Publikum die Sprache verschlägt, wurde doch jede Kopie des Filmes auf diese Art und Weise zensiert. Es dauert nicht lange, da werfe ich den Terminus 'Faschismus' in den Raum und entgegen der älteren Herren. Wenig später wache ich auf und bin doch leicht verstört … so realitätsfern scheint das ganze Szenario dann ja leider doch nicht.


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