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	<title>Equilibrium &#187; there will be blood</title>
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		<title>»I&#039;m a sinner!«</title>
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		<pubDate>Fri, 08 Feb 2008 16:22:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stefan</dc:creator>
				<category><![CDATA[Review]]></category>
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		<description><![CDATA[There Will Be Blood
(Paul Thomas Anderson, USA 2007)
Kino
Hype und sehr hohe Erwartungen bekommen einem Film nur selten gut, das habe ich heute erst wieder festgestellt. Dass es Filme gibt, die diesen aber gerecht werden, hat zuletzt Cloverfield eindringlich gezeigt, doch das ist angesichts bestimmter Faktoren sicherlich eine Ausnahme. Um nicht zu erschrecken, There Will Be [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://german.imdb.com/title/tt0469494/" target="_blank"><em>There Will Be Blood</em></a><br />
(Paul Thomas Anderson, USA 2007)<br />
Kino</p>
<p><img src="http://www.equilibriumblog.de/wordpress/wp-content/uploads/blood.jpg" alt="There Will Be Blood" align="left" hspace="11" vspace="5" />Hype und sehr hohe Erwartungen bekommen einem Film nur selten gut, das habe ich heute erst wieder festgestellt. Dass es Filme gibt, die diesen aber gerecht werden, hat zuletzt <a href="http://www.equilibriumblog.de/wordpress/2008/02/01/ground-zero/"><em>Cloverfield</em></a> eindringlich gezeigt, doch das ist angesichts bestimmter Faktoren sicherlich eine Ausnahme. Um nicht zu erschrecken, <em>There Will Be Blood</em> ist keine Entt&#228;uschung, ganz bestimmt nicht. P.T. Andersons Neuer ist ganz gro&#223;es Kino, keine Frage. Nur ist es nicht gerade der Film, den ich auf Platz Eins s&#228;mtlicher Jahresbestlisten sehen m&#246;chte, geschweige denn ein Film, der <a href="http://www.equilibriumblog.de/wordpress/2008/01/24/aktive-teilnahmslosigkeit/"><em>No Country for Old Men</em></a> seri&#246;se Konkurrenz bei den Oscars machen soll. Paradoxerweise ist Andersons Film jenem der Coens aber gar nicht so un&#228;hnlich. Die Weite beherrscht gr&#246;&#223;tenteils die Fl&#228;che der Leinwand, die Weite der Natur und die Weite seiner Figuren. Daniel Day-Lewis&#039; Performance ist Oscarw&#252;rdig, ja, spielt er sich doch seinen Hintern wund und begeistert mit einer schier ungreifbaren Pr&#228;senz.</p>
<p>Pr&#228;sent ist auch die Musik, die sich bei fast jedem Einsatz in den Vordergrund dr&#228;ngt, <em>straight into the face</em>, jedoch nicht im negativen Sinne &#8211; quasi Zimmer-m&#228;&#223;ig, wie es viele vor allem bei <em>The Rock</em> beklagen -, sondern durchaus im positiven. Sie ist kr&#228;ftig, tr&#228;gt die meisten Szenen von ganz allein. Selten habe ich einen Film erlebt, der so extrem stark von seinem Score lebt. W&#252;rde man dieses Meisterwerk Jonny Greenwoods auswechseln, es w&#228;re nicht nur ein anderer Film, sondern auch ein v&#246;llig anderes, deutlich weniger intensives Erlebnis. Die Musik ist St&#252;tzbalken f&#252;r den Film, &#228;hnlich der Holzt&#252;rme, die das &#214;l f&#246;rdern.</p>
<p><em>There Will Be Blood</em> ist Western, aber auch Familiendrama und <em>period piece</em>. Anderson spricht viele Themen an, angefangen bei Religion, Schuld und S&#252;hne, &#252;ber die Weltwirtschaftskrise, bis hin zur Familie. Er entlarvt die falschen Propheten, die durch wirtschaftlichen Erfolg korrumpiert und hingewaschen sind. Sie sind ein Narziss, der f&#252;r den Erfolg alles tun w&#252;rde beziehungsweise auch tats&#228;chlich tut. Andersons Film l&#228;sst sich hervorragend als Kapitalismuskritik lesen, welche in Zeiten von Nokia und dem Einzug der Linken in die Parlamente aktueller nicht sein k&#246;nnte. Da bedarf es keinem aktuellen <em>setting</em>, nein, der wilde Westen um die Jahrhundertwende reicht v&#246;llig aus. Ferner scheint auch der Irakkrieg omnipr&#228;sent, wenn &#214;lfelder brennen und angesichts der abwerfenden Profite dieser keine R&#252;cksicht auf Verluste genommen wird. Plainview (Daniel Day-Lewis) &#8211; schon der Name spricht f&#252;r sich &#8211; scheint um diese Opfer zu trauern, zumindest oberfl&#228;chlich. Sobald es aber wieder ums Gesch&#228;ft geht, scheint er den Knopf umzulegen und wieder auf kalt zu stellen.</p>
<p>Und genau diesem Aspekt geht Anderson in der zweiten H&#228;lft n&#228;her auf den Grund. Es passiert nicht viel im ganzen Film, er ist mehr um eine Charakterstudie als um eine spannungsvolle Geschichte bem&#252;ht (was aber nicht hei&#223;en soll, dass er das nicht w&#228;re), das macht diese zweite H&#228;lft deutlich. Wer ist Daniel Plainview wirklich, warum verr&#228;t er so viele seiner Freunde, warum will er Geld, das er angesichts seiner Flei&#223;igkeit sowieso nicht ausgeben kann? Die Jahre vergehen, sein &#214;lunternehmen wird immer gr&#246;&#223;er und profitabler. Am Ende hat er alles &#8211; zumindest in materieller Hinsicht. Was darunter jedoch leidet ist seine Menschlichkeit, die er &#252;ber die Jahre immer mehr zu verlieren scheint. Doch besa&#223; er diese &#252;berhaupt jemals? Angesichts seines Sohnes (auch toll: Dillon Freasier), der als einziges &#252;ber allem zu stehen <em>scheint</em>, muss man diese Frage mit ja beantworten. Diese Figur des &#214;ltycoons ist eine zutiefst undurchsichtige, und so verwundert es auch nicht, dass P.T. Anderson auch am Schluss keine Antwort parat hat. Es ist schizophren (wie Plainview eben), ganz klar.</p>
<p>Leider muss man aber auch sagen, dass <em>There Will Be Blood</em> in dieser zweiten H&#228;lft abbaut, nicht viel, aber doch einiges um sich daran zu st&#246;ren. Der Film nimmt pl&#246;tzlich eine andere Ausfahrt als erwartet, nur um am Ende zu dieser zur&#252;ckzukehren, leider aber recht unbefriedigend. Ein Nebenschauplatz wird er&#246;ffnet, der der Charakterisierung Plainviews selbstverst&#228;ndlich zutr&#228;glich ist, aber nicht unbedingt von N&#246;ten gewesen w&#228;re. Das bremst den Film etwas aus. Nicht dass der Film davor temporeich gewesen w&#228;re, im Gegenteil, da h&#228;lt er sich dann doch lieber in seiner Lethargie auf, aber es wird einfach etwas der Wind aus den Segeln genommen. Bis zum Schluss, der etwas unbefriedigend ist, aber f&#252;r sich genommen dennoch gewisse St&#228;rken besitzt, ist Paul Thomas Andersons Film aber eine herausragende Symbiose aus Western und Drama, deren Bilder und Musik zu jeder Sekunde f&#252;r sich selbst sprechen und begeistern. Leicht entt&#228;uscht war ich dann aber doch, das kann und will ich nicht abstreiten. <strong>(8-9/10)</strong></p>
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