Viennale 2012: Von Kannibalen und dänischen Jägern


Heute war es endlich soweit, mein erster Tag als Viennale-Blogger von Silhouette. Um 7.00 Uhr bin ich in Stuttgart losgeflogen, um 8.15 Uhr hatte ich österreichischen Boden unter den Füßen. In der Festivalzentrale im Hilton Vienna angekommen, wurde ich vom Viennale-Team herzlich empfangen und in die Abläufe eingeführt. Viele fleißige und nette Menschen, die hier arbeiten, auch ein paar Deutsche. Ich bin jetzt jedenfalls mit reichlich Merchandising eingedeckt und einer nagelneuen Sonnenbrille von Silhouette, die außer mir sonst nur an die Filmschaffenden ging (und die wirklich sehr gut 'ausschaut'). Ach ja, die Verpflegung für Journalisten und Co. ist hier ebenfalls gigantisch – Schokolade, Kuchen, Saft, Wasser, Whiskey, Wein und massig Corona aus der Kühlbox! Da kann sich die Berlinale wirklich 'ne Scheibe abschneiden. Doch genug mit den Vergleichen, denn eines wird sofort klar – die Viennale ist nicht die Berlinale, nein. Das hört man von jedem und merkt es auch recht schnell. Die Viennale ist ein Publikumsfest, nicht eines für die Industrie und Kritiker wie jeden Februar in Berlin.

Berlin, tss, wer will schon nach Berlin, wenn er auch nach Wien kann? An wirklich jeder Ecke hört man Wienerisch, sogar an der Rezeption des Hilton! Den Karlsplatz und den Stephansdom habe ich bereits gesehen, dito den Stadtpark, durch den ich morgen wohl etwas ausführlicher spazieren werde (Bilder gibt's bei Instagram). Es sind aber auch die kleinen Unterschiede, die Wien so schön machen (oder Österreich im Allgemeinen), denn so gibt es hier bei McDonald's beispielsweise auch Eistee von Lipton! Wie angekündigt hat es mich heute in Cannibal Holocaust, der im Special Program läuft und in Thomas Vinterbergs Jagten verschlagen. Ersterer lief im wunderschönen Metrokino, das früher ein Theater war und dementsprechend hübsch ist. Hübsch war auch die grandiose 35mm-Kopie, die dem Film natürlich abs0lut gerecht wird und ihm deutlich mehr Kraft verleiht als eine DCP oder Blu-ray. Ich war nur sehr erstaunt, dass wirklich keiner den Saal frühzeitig verlassen hat … Entweder kannte ihn alle schon oder sie wussten, was auf sie zukommen würde.

Um 20.30 Uhr gab es dann Jagten, der restlos ausverkauft war. Das heißt fast 750 Karten, denn so viele Besucher passen in das Wiener Flaggschiff-Kino Gartenbau, das ebenfalls ein Besuch wert ist, auch wenn das Anstehen davor eine … nunja … Erfahrung ist. Geplant war eigentlich, dass es nach dem Film ein Gespräch mit Regisseur Vinterberg geben sollte. Leider musste dieses aber abgesagt werden, da Vinterberg frühzeitig abreisen musste. Sehr, sehr schade, denn mit Jagten ist ihm nicht nur einer der besten Filme des Jahres gelungen, der den vielen Lobgesängen absolut gerecht wird und einen sich einmal mehr übertreffenden Mads Mikkelsen zeigt, sondern auch ein erneuter, intensiver Blick in menschliche Abgründe. Selten habe ich einen Kinosaal (mit über 700 Menschen!) so still erlebt!

Morgen geht es dann mit Kenneth Lonergans 150-Minuten-Ungetüm Margaret weiter, bevor am Abend dann mit Leonardo di Costanzos L'intervallo die große Abschlussgala inklusive Party stattfindet. Jetzt werde ich aber erstmal in mein Bett gehen und gespannt die US-Wahl verfolgen.

Bild: © Viennale


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Off to Vienna! Man sieht sich auf der Viennale


Wie ich bereits berichtete, bin ich in diesem Jahr Viennale-Blogger von Silhouette. Morgen geht es dann auch schon los – besser gesagt heute Nacht, denn mein Flug nach Wien geht bereits um 07.00 Uhr, so dass ich auch den Dienstag voll und ganz nutzen kann. Um 13.30 Uhr wird es dann auch den ersten Film geben (zusammen mit @Pokernatic), nämlich Cannibal Holocaust, dessen 35mm-Kopie hervorragend aussehen soll. Abends freue ich mich dann auf Thomas Vinterbergs Jagten mit Mads Mikkelsen, auf den ich schon seit Monaten heiß bin (und der ja in der Tat fantastisch sein soll). In der Nacht werde ich dann gespannt die US-Wahl auf dem Hotelzimmer verfolgen. Dazwischen? Twittern, Instagramen, Fotografieren und Impressionen sammeln. Ich werde Euch – soweit es mir möglich ist – jeden Tag eine kleine Zusammenfassung geben, so dass alle, die nicht auf der Viennale sein können, zumindest einen Eindruck davon bekommen, was sich in Wien während des Festivals tut. Vienna calling!

Bild: © Viennale


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Vienna Calling! Equilibrium ist Silhouette Viennale Blogger


Heute startet in der österreichischen Hauptstadt die Viennale, die in diesem Jahr ihr 50. Jubiläum feiert. Bis zum 07. November dauert das Festival, auf dem neben einem Spiel- und Kurzfilmprogramm natürlich auch Dokumentarfilme zu sehen sind. Das Ganze wird mit einem Special Program und einer Fritz-Lang-Retro abgerundet. Ich war bisher weder auf der Viennale noch in Wien selbst, weshalb ich mich besonders freue in diesem Jahr als Viennale-Blogger von Silhouette dabei zu sein. Vom 06. bis 08. November werde ich vor Ort sein und täglich über das Geschehen in Wien berichten. Besonders freue ich mich dabei auf das Special Program, das in diesem Jahr unter dem Motto 'Something Different Saw Them First' steht und Horrorklassiker zeigt, die von Genrespezi Jörg Buttgereit ausgewählt wurden. Unter anderem werden Ridley Scotts Alien und Ruggero Deaodatos Cannibal Holocaust zu sehen sein. Ich hoffe insbesondere, dass ich es zu Letzterem schaffen werde und ihn endlich auf großer Leinwand sehen kann.

Dabei kann sich aber das gesamte Programm der Viennale sehen lassen. Eröffnet wird sie von Ben Afflecks Argo, den Abschluss macht Leonardo di Costanzos L'intervallo. Und dazwischen gibt es jede Menge weiteres zu entdecken wie beispielsweise Thomas Vinterbergs viel gefeiertes Drama Jagten mit Mads Mikkelsen oder Werner Herzogs dreistündiges Dokumonster On Death Row. Wien ist also für die nächsten zwei Wochen vor allem Filmhauptstadt, denn auch die Gäste sind ziemlich hochkarätig. Leider hat Werner Herzog kurzfristig abgesagt, aber dafür wird Michael Caine, dem die Viennale ein großes Tribute widmet, Wien beehren. Ebenfalls unter den Gästen: Punk-Legende Patti Smith und zahlreiche Newcomer.

Persönlich freue ich mich natürlich auch auf Wien selbst – ich kann es kaum erwarten den meiner Meinung nach schönsten Dialekt Europas vor Ort zu hören, mich mit einigen Wiener Twitterern auf die eine oder andere Wiener Melange zu treffen und die Stadt, die ja auch für zahlreiche Filme große Bedeutung hatte, zu erkunden. Ich hoffe jedenfalls, dass ich in diesen drei Tagen so viel wie möglich erlebe und mitnehmen kann, und Euch einen spannenden Einblick in die Viennale und Wien selbst geben kann. Am besten folgt Ihr mir dazu – wenn Ihr es nicht ohnehin schon tut – auch auf Twitter, denn hier wird es wohl die häufigsten Updates geben. Selbiges gilt natürlich auch für die anderen sozialen Netzwerke wie Instagram (stefan_r), Foursquare oder bei Equilibrium auf Facebook. Alle weiteren Infos zum Programm und zur Viennale findet man auf Viennale.at.

Ein großer Dank geht an dieser Stelle an Silhouette, die das alles möglich machen und in diesem Jahr zum ersten Mal Partner der Viennale sind. Der Linzer Brillenhersteller, 1964 gegründet, ist heute die weltweit führende Marke bei leichten Brillen. Und Silhouette wäre nicht Viennale-Partner, wenn sie sich nicht etwas ganz Besonderes zum Wiener Filmfest ausgedacht hätten. Am 02. November veranstaltet der Brillenfabrikant den 'Silhouette Instawalk 360', bei dem es einen Walk zu den Drehorten von Fernando Meirelles' 360 geben wird. Von 15 bis 18 Uhr können Interessierte Instagramer die Filmschauplätze von 360 genauer unter die Lupe nehmen und eine Runde um den Ring in der Tram wie Sergej und Anna im Film drehen. Wer teilnehmen möchte – das Ganze ist auf 30 Plätze begrenzt – findet weitere Infos auf der Eventseite bei Facebook. Außerdem verlost Silhouette als Viennale-Partner 5×2 Viennale-Filmtickets und 10 der begehrten Taschen.

Ich hoffe, dass ich vielleicht den einen oder anderen von Euch in Wien treffen werde und drei schöne Tage voller Filme und Erlebnisse habe. Aber jetzt wünsche ich uns erst einmal eine schöne Viennale-Eröffnung.

Bild: © Viennale


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Trailer zu Thomas Vinterbergs Cannes Drama 'Jagten'

Gestern lief in Cannes Thomas Vinterbergs neuer Film Jagten aka The Hunt, der von der Kritik recht gut angenommen wurde und dessen Trailer ebenfalls einen sehr guten Eindruck macht. Ich mag Vinterberg ja spätestens seit seinem Meisterwerk Festen, an das Jagten ziemlich stark erinnern soll. Sogar seinem amerikanischen Ausflug Dear Wendy konnte ich trotzt plattem Subtext etwas abgewinnen. Mit Hauptdarsteller Mads Mikkelsen hat Jagten aber auch ein starkes Zugpferd. Leider dürfte es noch sehr lange dauern, bis auch der gemeine Kinogänger den Film zu sehen bekommt, denn selbst in seiner Heimat Dänemark startet The Hunt erst im Januar 2013.


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Die Gewinner der 60. Internationalen Filmfestspiele Berlin


Und schon ist wieder alles vorbei. Nacht fast zwei Wochen Berlinale wurden gestern abend die Gewinner der 60. Internationalen Filmfestspiele Berlin gekürt. Der Goldene Bär geht in diesem Jahr somit an Semih Kaplanoglus Bal, womit sich viele doch recht gut arrangieren können. Die Silbernen Bären gehen in Form des großen Preis der Jury an If I Want to Whistle, I Whistle (Eu cand vreau sa fluier, fluier), für die beste Regie an The Ghost Writer (for real!? Ich kann ja verstehen, dass Kollegen hier zueinander halten, aber nach all dem Getöse um Polanskis Figur wirkt dieser Preis dann doch reichlich platt), für die herausragende künstlerische Leistung an How I Ended This Summer (Kak ya provyol etim letom) und Apart Together (Tuan yuan) für das beste Drehbuch. Des Weiteren wurde Shinobu Terajima für ihre Rolle in Caterpillar (Kyatapirâ) – einer der Filme, die ich nun sehnlich erwarte – mit einem Silbernen Bären ausgezeichnet. Das männliche Pendant konnten Grigori Dobybrin und Sergej Puskepalis für How I Ended This Summer gewinnen.  Alle weiteren Preisträger finden kann man hier nachlesen.

Was kann ich also von der diesjährigen Berlinale beziehungsweise der Berichterstattung selbiger mitnehmen? Nach wie vor ganz scharf bin ich auf Red Hill, den Kollege Patrick gestern sehen durfte und mich gleich im Anschluss bestätigte, dass es sich um einen wunderbaren kleinen dreckigen Film handelt. Der bereits  genannte Caterpillar dürfte vor allem einen schönen Kontrast zum sonst so pathetisch-nationalen Japankino der letzten Jahre darstellen, von den ganzen 'physischen Darstellungen' mal abgesehen. Der bei vielen als Schlaftablette gehandelte The Hunter (Shekarchi) macht ebenfalls einen recht interessanten Eindruck, auch wenn dieser natürlich auch aus anderen Gründen für Gesprächsstoff sorgte. Der bereits im Vorfeld viel diskutierte The Killer Inside Me soll zwar letzten Endes dann doch nicht der große Tabubrecher sein, für den einige ihn gehalten haben, aber es ist allein schon dieser 'Ruf', der ihn zumindest für mich doch interessant macht.

Zu guter Letzt wären da dann noch der neue Thomas Vinterberg, Submarino, und auch Oskar Roehlers filmischem Œuvre, der mit Jud Süss – Film ohne Gewissen für zahlreiche Buhrufe in den Pressevorführungen sorgte,  sollte ich mich endlich mal nähern – und sei es nur aus dem Grund, mich in meiner Annahme zu bestätigen, dass die deutschen Förderfonds endlich abgeschafft werden sollten. Hoffen wir, dass ich es vielleicht im kommenden Jahr endlich einrichten kann, die Berlinale zu besuchen.

Foto: Blogging Dagger


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