audiovision 4/08 inklusive gratis THX Demo Disc II

audiovision 4/08Viele wissen es ja, wie schwer es ist, an die beliebten THX Demos Discs zu gelangen, die jede Menge Referenz- und Demomaterial für's Heimkino bieten. Wer sich so ein Schmuckstück also sichern will, der sollte ab morgen die neue audiovision am Kiosk holen, der solch eine DVD beiliegen wird: "Die neue Ausgabe der 'audiovision' wird mit einer THX-Demo-Disc ausgeliefert. Dem Mai/Juni-Heft liegt als DVD die 'THX Demo Disc II' mit Trailern, Filmausschnitten, Testbildern und Test-Tönen bei. Wegen der Demo-Disc erhöht sich der Verkaufspreis des Hefts auf 4,90 EUR gegenüber dem normalen Preis von 3,80 EUR." (AREA DVD) Selbst bei dem Euro an Mehrkosten dürfte sich das Ganze angesichts der Features definitiv lohnen.


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Was würdest Du tun?

I Am Legend
(Francis Lawrence, USA 2007)
Kino

I Am LegendHmm, komisch, aber irgendwie habe ich kaum Lust, darüber etwas/viel zu schreiben. Das spricht per se nicht gegen den Film, aber auch nicht gerade für ihn. Richtig, das Mittelmaß, das ist es, dass I AM LEGEND wohl am trefflichsten beschreiben würde. Der Film befindet sich sogar leicht über dem Mittelmaß, denn allein die Ausgangssituation ist schon mehr als beeindruckend (auch wenn es dieses Setting ja schon in den beiden vorherigen Filmen gab). Ich meine, was würde ein jeder von uns tun, mit was würden wir uns die Zeit totschlagen? DVDs leihen (wie altmodisch!), mit Puppen sprechen und auf Frischfleischsuche gehen, wie Will Smith alias Robert Neville dies alles tut? Ich meine, man hat ganz New York zur freien Verfügung, man kann jedes Auto fahren, das man will, alles essen, was man findet, alle Regeln ignorieren, die es gibt – fragt sich nur für wie lange? Neville hat dies alles längst hinter sich, er beschränkt sich nunmehr aufs Wesentliche, hat seine Pubertät quasi hinter sich. Es geht ihm um eine Lösung des Problems, um die Frage nach Schuld und Sühne.

Seine Katharsis bekommt er auch, so viel darf man wohl verraten. Neville krallt sich an Dingen fest, die der Zuschauer für lächerlich, ja geradezu infantil ansieht – ohne jedoch selbst in der Situation zu stecken. Und erneut stellt sich die Frage: Was würde ich tun? Neville wird nicht geistig krank, zumindest nicht schwerwiegend. Er hat Gott(es Geschöpfe), und die (traurige) Gewissheit, dass er an alledem eine Mitschuld trägt, die es zu tilgen gilt. Besonders hier zeigt I AM LEGEND seinen christlichen Kontext deutlich. Das Ganze wirkt wie das Jüngste Gericht, ein Armageddon, das dem biblischen extrem nahe kommt. Neville verliest die Zahlen, 90 Prozent der Menschheit auf einen Schlag tot, und daran sind sie selbst schuld. "God didn't do this. We did!" Und selbst Nevilles finale Blasphemie ist nur ein weiterer Indikator dafür, dass auch er sündig geworden ist und das Paradies sogar ihm vorenthalten wird. Angesichts Smiths Überzeugungen natürlich alles andere als verwunderlich, dass es gerade er ist, der diesen christlich-konservativen Film trägt. Er tut dies mit Bravour, keine Frage.

Zumindest so lange er allein ist, denn danach geht es mit dem Film leider ziemlich Bergab. Man bekommt mehr von den Infizierten Zombies/Vampiren/Wasauchimmer zu sehen, die man eigentlich nie richtig sehen wollte, zumindest nicht deren mäßige CGI. Sie brechen mit dem vorher mühsam aufgebauten Szenario, verwandeln den Film von einem Drama in ein Horrorfilm, der wie maßgeschneidert aufs junge Zielpublikum zugeschnitten ist – 28 WEEKS LATER, 30 DAYS OF NIGHT, DAWN OF THE DEAD und Co. lassen grüßen. Vom mehr als enttäuschenden und prompt einsetzenden Ende ganz zu schweigen. Eines muss man ihm dann aber dennoch lassen, nämlich seine Schockmomente. Diese erreicht er zwar wie fast jeder Teenhorror in erster Linie durch plötzliche Tonüberraschungen, diese sind aber nicht nur dank THX erste Sahne. Bis zu besagtem Finale ist Lawrences Film aber sowieso eine schöne, leicht zu verköstigende Charakterstudie, die interessante Fragen stellt, ohne dabei aber Antworten zu geben. Will Smith als "Dr. Apokalypse" ist wirklich große Klasse, und so hat mich besonders jene Szene, in der er die Puppe in der Videothek anspricht, doch wirklich berührt – ein wirklich toller Moment.

I AM LEGEND verschenkt sehr viel Potential, das wird es wohl am ehesten treffen. Und dennoch wird er die Kassen klingeln lassen, das hat nicht nur der total gefüllte Saal gestern deutlich gemacht (der ansonsten eher mäßig besetzt ist). Es ist Kino, wie es auf die Masse zugeschnitten ist – ein Superstar als Aufhänger, Action für die Jungs und genug Elemente, um auch das weibliche Publikum anzusprechen (Smiths Morgengymnastik). Der erste große Blockbuster des Jahres und ich muss feststellen, dass ich wohl langsam doch zu alt für so etwas werde. Ich werde wohl auch zu alt mich an meine eigenen Vorgaben zu halten, denn jetzt ist das Ganze hier worttechnisch doch epischer geworden, als ich eigentlich vorhatte. (6-7/10)


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