Trailer zu Steven Spielbergs Abraham Lincoln Biopic 'Lincoln'

Nach dem Trailer zum Trailer ist der erste offizielle Trailer zu Steven Spielbergs Abraham-Lincoln-Biopic Lincoln da und sieht nach einem typischen Hollywood-Epos Marke Spielberg aus. Don't get me wrong, das sieht nach mindestens 150 Minuten langem packendem Historienkino aus, nur werde ich nicht das Gefühl los, dass es sich hier eben auch um den typischen Oscar-contender Nummer eins handelt. US-Start ist auch noch pünktlich zu den Oscars 2013, nämlich am 16. November.

(Via The Playlist)


Tags , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Erster Teaser Trailer zu Steven Spielbergs 'Lincoln'

In drei Tagen erscheint der offizielle Trailer zu Steven Spielbergs Lincoln. Um die Zeit bis dahin zu überbrücken, wurde heute ein erster Teaser Trailer veröffentlicht, der einige Bilder aus dem Film zeigt und mit einer Abraham-Lincoln-Rede zum Ende des Civil War unterlegt ist. Natürlich gibt es noch nicht viel zu sehen, aber bei der Kombo kann ja eigentlich nicht viel schief gehen. US-Start ist am 16. November.

(Via /Film)


Tags , , , , , , , , , , , , , , , , ,

Ein-Mann-Weltpolizist: 'Captain America: The First Avenger'


Captain America dürfte hierzulande wohl eher zu den unbekannteren Comichelden zählen. Zumindest dürfte er aber zu den unbeliebteren gehören, denn außerhalb der Vereinigten Staaten dürfte man wohl kaum etwas mit dem patriotischen Superhelden anzufangen wissen. Schon hier, beim Setting, kann man als Filmemacher also ziemlich viel falsch machen, ist der titelgebende Held doch auch ein Kind seiner Zeit. Im Zweiten Weltkrieg sollte er als Geheimwaffe der USA gegen die Nazis kämpfen, im speziellen gegen seinen Erzfeind Red Skull. Es ist Regisseur Joe Johnston also durchaus hoch anzurechnen, dass er seinen Captain America: The First Avenger als period piece ansiedelt. Etwas, das bei der Masse der Comicverfilmungen leider viel zu oft untergeht – man muss das Ganze dem meist jüngeren Publikum ja schließlich schmackhaft machen und kann seinen Film daher nicht in einer Zeit spielen lassen, die noch nicht einmal die Eltern der Teens, die da im Saal sitzen, kennen. Zwar muss der Film hinsichtlich seiner Verwurstung in The Avengers einige Zugeständnisse machen, was das Setting betrifft, diese fallen glücklicherweise aber nur marginal aus.

Selbstverständlich ist Johnstons Captain America:The First Avenger dennoch kein Film, der im Klima des Zweiten Weltkriegs spielt, sondern in einer Art Paralleluniversum. Sicherlich, die Nazis haben die halbe Welt eingenommen und auch eine Abteilung für paranormale Forschung, aber mit der Wirklichkeit hat das nur wenig zu tun. Das sieht man allein schon am technologischen Fortschritt, den die Deutschen erreicht haben: da gibt es Laserwaffen, schnittige Limousinen in extra groß und Düsenjets, die es noch nicht einmal im 21. Jahrhundert gibt. Es wird also recht schnell deutlich, dass wir uns in einer quietschbunten Comicwelt, einer Fantasiewelt befinden (natürlich ist auch vom Holocaust nie die Rede). Eine Welt, die klar in Gut und Böse eingeteilt ist – was auch der Grund dafür ist, warum die USA eine Superwaffe in den Krieg schicken wollen. Immerhin sind sie der Hort der Freiheit. Was patriotisch klingen mag, ist es – überraschenderweise – eher selten. Captain America: The First Avenger nimmt sich vielmehr selbst immer wieder auf den Arm. So widmet Johnston dem Superhelden einen ganzen Abschnitt darüber, wie er für die Propagandamaschinerie missbraucht wird – einzig und allein um Kriegsanleihen unter die Bevölkerung zu bringen.

Captain America alias Steve Rogers (Chris Evans) durchschaut das Ganze allerdings recht schnell und macht sich auf den Weg zu seiner wahren Bestimmung: nämlich Seite an Seite mit den regulären Truppen an der Front zu kämpfen. Dieser Abschnitt hat ein klein wenig von Spider-Man; erst sehen wir Rogers in einem billigen Kostüm, wie er dabei ist, sich einen Namen zu machen. Später bekommt er dann sein richtiges Kostüm – samt Schild, versteht sich. Es sind ebenjene Momente, in denen Joe Johnston deutlich macht, dass sein Captain America nicht etwa ein weiteres Stück Propaganda ist (wie der Comic in den Vierzigern), sondern vielmehr eine Reflexion über diese. Alles bleibt hier stets goofy, wie eine knallbunte Wundertüte, die vor netten Ideen und Überraschungen nur so sprudelt. So vermittelt es jedenfalls der Gesamteindruck des Films, denn natürlich gibt es sie, die patriotischen Heldenszenen, in denen Steve Rogers selbstlose Phrasen drischt und nichts lieber möchte, als für sein Land und dessen Ideale in den Krieg zu ziehen. Dabei wird stets betont, dass es nicht etwa auf Muskeln oder eine gute Ausrüstung, sprich seinen Schild, ankommt, sondern auf die mentale Haltung zu Krieg und Frieden, zu Vaterland und dem Dienst an diesem.

Dass diese Motive auch stets nachvollziehbar und ehrbar bleiben, sorgt ein Red Skull (Hugo Weaving), der jedes Klischee eines Bösewichts erfüllt, der die Weltherrschaft an sich reißen will. Und dennoch liegt hier einer der wenigen Schwachpunkte des Filmes. Weaving ist zwar durchaus bemüht und spricht mit einem hervorragenden deutschen Akzent, ist in seiner Figurenzeichnung aber deutlich weniger dämonisch als beispielsweise Scott Paulins Red Skull aus der berühmt-berüchtigten Captain-America-Verfilmung aus dem Jahre 1990 (der kürzlich als Director's Cut erschienen ist). Dass er daher auch vor eigenen Leuten keinen Halt macht, ja sich selbst sogar über den Führer stellt, ist ebenso obligatorisch wie die Tatsache, dass natürlich nur die Bösen Wagners Ring (genauer gesagt Siegfrieds Tod) lauschen. Doch gerade hier liegt wiederum auch die unverkrampfte, ja augenzwinkernde Herangehensweise Johnstons an den Stoff, sorgt diese Szenen doch auch für ein breites Grinsen. Dies ist ein wichtiges Gegengewicht zu den sonstigen Etappen der origin story, die des Öfteren Gefahr läuft, zu sehr zu menscheln, beispielsweise wenn Stanley Tucci als deutsch-amerikanischer Wissenschaftler versucht Rogers ins Gewissen zu reden.

Und dennoch verliert sich Captain America: The First Avenger nie wirklich in allzu emotionalen oder gar pathetischen Momenten, sondern prescht mit einem hohen Tempo vor, das der Film den ganzen Film über halten kann. Die Actionszenen sind wohl dosiert und halten auch den Spannungsbogen aufrecht, auch wenn sie in ihrem Ablauf eher Montagen ähneln als richtigen Actionszenen. Richtige action set pieces sind also eher rar gesät, stattdessen wird viel auf Slow-Motion gesetzt, was den Spaß aber nur wenig beeinträchtigt. Zumal der Film für seine PG-13-Freigabe erstaunlich viel Gewalt zeigt. Johnstons Film macht sehr viel richtig, was viele andere Comicverfilmungen, erst recht jene der letzten Zeit, falsch machen. Vor allem aber nimmt er sich selbst nicht zu ernst. Captain America: The First Avenger darf sich daher getrost als einer der besten Vertreter des Genres bezeichnen. (8/10)


Tags , , , , , , , , , , , , ,

Neuer Trailer zu 'Captain America: The First Avenger'


Endlich gibt es einen neuen Trailer zu Joe Johnstons Captain America: The First Avenger – und er rockt (480p/720p/1080p)! Schade nur, dass solch ein Gag wie jener mit der Granate gleich im Trailer vorweg genommen wird, aber sei's drum. Ich bin mir nach wie vor ziemlich sicher, dass das die beste Comicverfilmung seit langem wird. Deutscher Start ist allerdings noch etwas hin, nämlich am 18. August.


Tags , , , , , , , , , , , , , ,

Trailer zu 'Captain America: The First Avenger' in HD


Da ist er dann auch endlich, der lang ersehnte offizielle Trailer zu Captain America: The First Avenger (480p/720p/1080p). Gefällt mir doch ziemlich gut, was ich da sehe, auch wenn man vieles bereits aus dem Superbowl-TV-Spot kennt. Deutscher Start ist am 21. Juli.


Tags , , , , , , , , , , , , , ,

Neue Fotos vom 'Captain America: The First Avenger' Set


Im nächsten Jahr ist es endlich soweit – genauer gesagt am 21. Juli -, dann kommt Captain America: The First Avenger in die Kinos. Entertainment Weekly hat neue Fotos vom Set veröffentlicht, die unter anderem auch Hugo Weaving als Johann Schmidt alias Red Skull zeigen. Sieht insgesamt sehr gut aus, wenn auch etwas campy (was in diesem Fall aber nichts Schlechtes heißen muss, im Gegenteil). Ich hoffe nur, dass der gesamte Film im WWII-Setting verortet ist und nicht nur eine kurze Episode. Alle Fotos in voller Größe gibt's bei /Film.


Tags , , , , , , , , , , , , , ,

David gegen Goliath

In the Valley of Elah
(Paul Haggis, USA 2007)
Kino

‘In the Valley of Elah’Pathos. Meyers Lexikon definiert es wie folgt: "Feierlichkeit, Leidenschaftlichkeit; in der 'Poetik' des Aristoteles Hauptelement des Tragischen, wesentliche Voraussetzung für die Katharsis." Ja, Paul Haggis mag diese Feierlichkeit, diese Leidenschaftlichkeit in seinen Filmen. Und dass auch Hollywood diesem verfallen ist, zeigte es beim Oscar 2006, als Haggis' Crash die Trophäe für den besten Film des Jahres bekam. Dies als eine umstrittene Entscheidung zu beschreiben, wäre gewagt, denn der Großteil hasste die Academy dafür und hat ihr diesen Fehlgriff – der in meinen Augen absolut keiner war, im Gegenteil – bis heute nicht verziehen. Eines sei also gleich verraten: Wer mit Crash nichts anfangen konnte, der wird auch mit Haggis' Neuem nichts anfangen können. In the Valley of Elah spart nämlich nicht an Leidenschaftlichkeit, was an sich für die meisten ja gar nicht so schlimm wäre, wäre da nicht eben noch die Moralkeule, die auf einem Parallelgleis zum Pathos fährt. Es geht um ein heikles Thema, den Komplex Irak…

Dass es Verfilmungen zu diesem gibt, ist an sich ja nichts Neues; uns überkommt ja gerade eine ganze Welle von Irakkriegsfilmen, mal mehr moraldidaktisch, mal weniger. In einem Punkt sind sich die meisten aber einig, nämlich der Tatsache, dass das, was im Wüstenstaat vor sich geht, falsch ist. Das sieht auch Haggis so, der mit den Drehbüchern zu Flags of Our Fathers und Letters from Iwo Jima ja schon reichlich Kriegsfilmerfahrung sammeln durfte. Und von letzteren beiden unterscheidet sich sein zweiter großer Spielfilm auch nicht allzu sehr. Klar, es ist kein richtiger Kriegsfilm, aber in ihrer Inszenierung und Prämisse sind doch deutliche Parallelen zu erkennen. Es sind unsere Jungs, die 'drüben' kämpfen und sterben, die erst durch die inhumanen Umstände zu drastischen Mitteln greifen und zu seelischen Wracks werden. Der Schuldige? Nunja, das ist die Politik – oder auch nicht. Haggis liefert hier keine eindeutige Antwort, denn das Engagement im Irak wird zu keiner Zeit in Frage gestellt. Vielmehr klagt er die Verhältnisse im Irak an, dass viel zu wenig getan wird, die falsche Strategie gefahren wird und unsere tapferen Männer und Frauen den Preis dafür bezahlen müssen.

Sein Protagonist, Tommy Lee Jones, ist ein Veteran, der selbst die Schrecken des Krieges erlebt hat. Er ist ein harter Hund, der moralische Werte hochhält und diese auch die Menschen in seiner Umgebung spüren lässt. Jones mimt diesen innerlich zerfressenen Mann, der die Katharsis bitter nötig hat, die er am Ende auch bekommt, grandios. Ich würde ihm den Oscar wirklich gönnen, was angesichts der Konkurrenz jedoch sehr schwer, wenn nicht sogar unmöglich zu sein scheint. Er hat Außenseiterchancen, bestenfalls. In the Valley of Elah ist sowieso großes Schauspielkino, denn auch eine Charlize Theron oder Susan Sarandon laufen zur Höchstform auf. Lediglich ein verschenkter Josh Brolin, der nach No Country for Old Men ziemlich klein wirkt, lässt ein klein wenig Wehmut aufkommen. Sie alle sind betroffen von der Situation im Irak, direkt oder indirekt – und repräsentieren dabei nur drei von fast 300 Millionen Menschen. Als es vor ein paar Jahren hieß, Irak werde das zweite Vietnam, dachte ich, das wäre Nonsens. Diese Ansicht hat sich jedoch verändert.

In the Valley of Elah hat so viele großartige Momente, dass man den Film schon fast als einen einzigen magic moment bezeichnen kann (die Unfallszene aus Crash kann der Film aber dennoch nicht toppen). Sei es das Tischgebet, die Badewannenszene (die jedoch äußerst ambivalent aufgenommen zu werden scheint) oder das Hissen der Flagge – Haggis zelebriert das Zelebrierende, das Pathos. Doch so rührselig das Drama auch daherkommen mag, so gibt es auch durchaus spannende Thrillerelemente à la Whodunit. Der Fokus und vor allem auch die Stärke des Filmes liegt aber ganz eindeutig auf Seiten des Dramas. Hier liegt Haggis' Stärke, hier ist er in seinem Element. Viele werden ihn hassen, viele werden Haggis Pathos aber auch wieder verfallen. Dies entscheidet sich spätestens in der fantastischen letzten Szene des Filmes, die es dann endgültig auf den Punkt bringt (denn ja, der Film ist durchaus etwas bedeutungsschwanger, das ist bei Haggis ja aber ebenfalls nicht ungewöhnlich): Es herrscht Notstand im Irak, und das dazugehörige Notsignal ist dieser Film. (8-9/10)


Tags , , , ,

Weites, kaltes Land

The Three Burials of Melquiades Estrada
(Tommy Lee Jones, USA/Frankreich 2005)
DVD

Western waren zugegeben noch nie so wirklich mein Genre. Doch wenn ich dann einen sehe, dann bin ich meist richtig froh und überrascht, wie wenig weh sie doch tun. Zuletzt so geschehen bei THE OX-BOW INCIDENT, den ich nach wie vor für einen der besten Western halte. Nun ist Tommy Lee Jones (Kino-)Regiedebüt ja aber kein richtiger, altbackener Western, eher so was wie ein Neo-Western. Doch ist seine Schlagkraft deshalb auch geringer? Oh nein, im Gegenteil. Jones' moderner Western entwickelt sich im Laufe seiner Spielzeit zu einer wahren tour de force, einem unbequemen Stück Film, das keine Gefangenen macht. The Three Burials of Melquiades EstradaDabei setzt Jones aber weniger auf harte Action als auf elegische Bilder, welche den amerikanischen Süden selten zuvor so farbenprächtig, ja episch, in Szene gesetzt haben. Es geht um Freundschaft, um Rassismus und kaputte Psychen, um Charaktere, die mit ihrem Leben unzufrieden sind und dringen den nächsten Schritt gehen müssen.

THREE BURIALS ist ganz großes Erzählkino, das keinen seiner vielen Charaktere auf der Stecke lässt, sondern stets den Fokus richtig setzt. Die schwüle Hitze des Südens spürt man förmlich auf der Haut, die weite Reise von Texas in ein kleines Dorf nach Mexiko scheint man mit den beiden Protagonisten (toll: Barry Pepper) quasi mit zu bestreiten. Schön, dass es Jahrzehnte nach dem Zenit der Western noch immer solche Filme gibt. Filme, die sich in Zeiten von Begriffen wie "Popcornkino" oder "Blockbuster" eben nicht zu diesen zählen lassen. Man kann sich der Bilderflut von THREE BURIALS, der in Cannes zwei Palm d'Ors abräumte, nur schwer entziehen, denn das Gesehene wirkt ganz bestimmt nach. (8/10)


Tags ,