Die Tops & Flops des Filmjahres 2012


Das Jahr 2012 ist seit einigen Stunden Geschichte, höchste Zeit also für einen filmischen Jahresrückblick. In diesem Jahr kurz und schmerzlos, denn ich sammle weder statistische Daten über meine Filmsichtungen (also wie oft Kino, wie oft BD/DVD, wie oft PV und wie oft regulär) noch habe ich in diesem Jahr allzu viel zu erzählen. Festgehalten sei nur, dass ich leider viel zu viel nicht gesehen habe und auch nicht mehr nachholen konnte. Ich bin mir sicher, dass zumindest die Top 10 doch ein klein wenig anders aussähe, hätte ich das noch geschafft nachzuholen, was ich wollte, u.a. The Raid und The Cabin in the Woods.

Ich muss mich bei einigen Filmen auch deutlich zurückhalten, denn ihr offizieller deutscher Starttermin (Kino, TV, Video) – das ist die übergeordnete Referenz – ist erst in diesem Jahr. Sehr schade finde ich es auch, dass ich nur sehr, sehr wenige Dokus in diesem Jahr gesehen habe, obwohl wirklich einige spannende Projekte umgesetzt worden sind (Kollege Flo war dahingehend ziemlich fleißig). Nichtsdestotrotz ein recht guter Jahrgang, würde ich mal behaupten wollen.

Natürlich war unter all den guten Filmen auch wieder eine Menge an Sondermüll. Ich hätte es nie für wirklich gehalten, dass mal ein Cronenberg in meiner Flop 10 landet, aber 2012 hat er es leider geschafft. Doch selbst Cronenbergs nerviges Finanzkrisen-Geschwurbel konnte noch getoppt werden – und zwar von den schlimmsten zweieinhalb Stunden, die ich seit Jahren in einem Kinosaal verbracht habe (wenn auch in einem sehr schönen Wiener Kino). Der wirkliche Abschaum hält sich allerdings in Grenzen, ich habe nicht allzu viele unsägliche Filme gesehen, sondern vielmehr einen ganzen Haufen an mediokren Streifen (gut, fragt sich nun was 'besser' ist).

Das Kinojahr 2013 verspricht bisher viel Gutes, und bisher kann ich schon sagen, dass Thomas Vinterbergs Jagten und Kathryn Bigelows Zero Dark Thirty ganz heiße Kandidaten für die Top 10 2013 sind – aber bis dahin ist es noch ein sehr langer Weg durch dunkle Säle und Stapel von blau umrandeten Cases.

Flop 10

10. The Dark Knight Rises (einfach weil es wohl die größte Enttäuschungen des Jahres war)

09. Taken 2

08. [REC]³ Génesis

07. Hostel: Part III

06. The Rum Diary

05. Piranha 3DD

04. Dark Tide

03. Bad Ass

02. Cosmopolis

01. Margaret

Top 10

10. Haywire

09. Skyfall

08. Warrior

07. Forces spéciales

06. Magic Mike

05. Killer Joe

04. Project X

03. Shame

02. Miss Bala

01. The Deep Blue Sea

Runners-Up: 50/50, Beauty Day, Universal Soldier: Day of Reckoning, Kill ListTake Shelter, The Myth of the American Sleepover, Nuit blanche


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Top 10 Poster 2012


Vorgestern hat Sascha seine Top 10 Poster 2012 gepostet, was mich dazu brachte, ihm das einfach mal nachzumachen. Bisher habe ich in den vergangenen Jahren ja lediglich meine Top und Flop 10 Filme veröffentlicht, weshalb ich mir dachte, dass es durchaus mal an der Zeit ist, neue Wege zu beschreiten. Und da meine Top 10 Filme 2012 sowieso noch etwas auf sich warten lässt (sorry, ich musste einiges nachholen, weshalb sie wohl erst am Montag kommen wird), gibt es als kleines Intermezzo meine Top 10 Poster 2012. Ich muss gestehen, dass ich kein allzu großer Poster-Fanboy bin. Es gibt lediglich eine Handvoll Poster, die ich mir an die Wand hängen würde oder bereits an dieser hängen habe. Nichtsdestotrotz gab es in diesem Jahr einige schöne Exemplare.

10. West of Memphis

Vielleicht nicht das originellste Poster, weil die Abbildung Justitias ja nahe liegt. Aber wie es gezeichnet ist und dann noch Echols, Misskelley und Baldwin 'gehängt' werden, hat was.

09. V/H/S

Ein Poster komplett aus VHS-Kassetten, einfach toll.

08. Magic Mike

McConaughey war hier fast noch besser als in Killer Joe – muss man gesehen haben, diese Performance! Das Poster vermittelt derweil einen sehr guten Eindruck seiner Performance und des gesamten Films.

Den kompletten Beitrag lesen …


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'Project X' & 'The Avengers': Top 10 der Film Downloads 2012


In wenigen Tagen ist nicht nur das Kalenderjahr 2012, sondern auch das Filmjahr 2012 vorbei. Pünktlich zum Jahresende kommen sie dann auch wieder, die Statistiken. Filmblogger posten ihre Lieblingsfilme (ja, auch meine kommen noch, keine Angst) und allerlei Statistiken, wie oft sie im Kino waren, wie viel Popcorn sie gegessen haben, wie viele Blu-rays und DVDs sie gekauft haben. Kaum einer wird aber verraten, wie viele Filme er nicht im Kino, sondern via Download gesehen hat. Sicher, die Filmblogger dürften eher weniger runterladen, denn viele von ihnen haben Zugang zu Pressevorführungen und Rezensionsexemplaren – und ein echter Liebhaber des Mediums schaut Filme sowieso nicht in minderwertiger Qualität und auf dem Rechner.

Wie auch immer. TorrentFreak hat eine Liste der Top 10 Film-Downloads auf BitTorrent veröffentlicht, an deren Spitze der Partyfilm 2012 steht: Project X (8,72 Millionen Downloads). Gleich dahinter gesellen sich auf Platz 2 und 3 Mission: Impossible – Ghost Protocol (8,5 Millionen Downloads) und Christopher Nolans The Dark Knight Rises (8,23 Millionen Downloads). Der Rest der Liste dürfte ebenfalls niemanden überraschen, handelt es sich bei allen restlichen sieben Filmen doch um große Hollywood-Produktionen. The Playlist hat übrigens recht: Die Jugend will am liebsten sehen, wie andere Jugendliche das Chaos regieren lassen – natürlich ohne dafür zu zahlen. Ich will nicht wissen, wie viele sich hierzulande Project X noch schnell heruntergeladen haben, bevor sie auf eine der vielen 'Project X-Parties' gegangen sind …


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Mr. Skin kürt die Top 10 der besten weiblichen Nacktszenen 2012


Alle Jahre wieder trudeln sie pünktlich zum Jahresende ein, die Top-10-Listen. Bis es jedoch die Kritiker-Listen der besten Filme des Jahres gibt, dürften allerdings noch ein paar Wochen vergehen (bei mir zumindest, den ich habe noch einiges nachzuholen). In der Zwischenzeit kann man aber schon mal eine ganz besondere Liste begutachten, denn Mr. Skin hat wie jedes Jahr die Top 10 der besten weiblichen Nacktszenen veröffentlicht. In diesem Jahr hat es Ashley Hinshaw mit Cherry auf den Thron geschafft. In About Cherry (wie er nun heißt) spielt sie an der Seite von James Franco eine High-School-Schülerin, die in die Hände der Pornoindustrie gerät. Auf Platz zwei sind Michelle Williams und Sarah Silverman mit Take This Waltz gelandet. Den dritten Platz belegt Sophie Rundle mit ihrer Nacktszene in Episodes. Die komplette Liste gibt's bei FilmDrunk (klar, wo sonst?) – natürlich mit der entsprechenden Portion Ironie und Zynismus.


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Sight & Sound Kritiker wählen die 10 besten Filme aller Zeiten


Jede Dekade wählen Kritiker, Filmwissenschaftler und Autoren für Sight & Sound die 10 besten Filme aller Zeiten. Dieses Mal haben insgesamt 846 Experten partizipiert und Citizen Kane vom Thron gestoßen. Die neue Nummer 1: Alfred Hitchcocks Vertigo aus dem Jahre 1958. Auf Platz 2 bleibt Orson Welles' Citizen Kane, den dritten Platz belegt Yasujirō Ozus Tokyo Story (Tôkyô monogatari). Die BBC hat die komplette Top 10 der Kritiker und Regisseure.


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Christophs Top 10 des Kinojahres 2011


An dieser Stelle die Top 10 des Kinojahres 2011 von Christoph Gumpert

Im abgelaufenen Kinojahr gab es ganze 54 Filme, die ich auf einer Skala von 0-10 im Bereich von 8-10 ansiedeln würde. Daraus eine Top 10 auszuwählen gestaltet sich durchaus schwierig und wenn ich mit meinen Ausführungen fertig bin hat sich bestimmt noch der ein oder andere Platz verschoben oder wurde gänzlich ausgetauscht.

Sechs Filme haben die Top 10 besonders knapp verfehlt: Der Plan mit der perfektesten Leinwandchemie des Jahres zwischen Matt Damon und Emily Blunt, der zurecht mit mehreren Oscars und zahlreichen weiteren Preisen bedachte The King's Speech, das experimentelle Doku-Projekt Life in a Day, einer der emotional mitreissendsten Filme des Jahres und Centerpiece des Fantasy Film Fest Perfect Sense, Susanne Biers mit dem Oscar für dem besten fremdsprachigen Film ausgezeichnetes Drama In einer besseren Welt, sowie das opulente Animationsspektakel Kung Fu Panda 2.

Auch bei der Top-Liste gilt, dass ich leider nicht alle potenziellen Kandidaten sehen konnte. Dazu gehören vor allem: This Must Be The Place, Eine dunkle Begierde, Die Haut in der ich wohne, Restless und Eine offene Rechnung. Berücksichtigt wurden, wie schon bei der Flop 10, lediglich Filme, die im Jahr 2011 einen deutschen Kinostart hatten. Wiederaufführungen, wie die restaurierte Langfassung von Fritz Langs Metropolis und Disney's König der Löwen wurden ausgeschlossen.

Platz 10: Der Gott des Gemetzels

Zwei Elternpaare treffen sich um über ein Aneinandergeraten ihrer beiden Söhne zu sprechen. Was völlig normal und gefasst beginnt, schaukelt sich langsam hoch bis hin zu völligem Chaos und liefert im Ergebnis: ganz großartiges Darstellerkino! Damit ein Film wie Der Gott des Gemetzels funktioniert, braucht man großkalibrige Schauspieler wie Christoph Waltz, Kate Winslet, Jodie Foster und, einen der unterschätztesten Schauspieler überhaupt, John C. Reilly. Alle vier laufen hier zu Bestform auf und jeder einzelne hätte einen Oscar für seine Leistung verdient. Ebenso Regisseur Roman Polanski, der das auf einem 80-seitigen Theaterstück basierende, zunehmend aufbrausende Kammerspiel perfekt in Szene gesetzt hat. Ich hätte dem Treiben gerne noch länger als die 76 Minuten bis zum Abspann zugeschaut, aber so ist der Film ein kurzweilig, durchgehend sehr unterhaltsames Stück Kino.

Platz 9: Geständnisse – Confessions

Confessions ist ein ganz besonderes und eigenes Rachedrama, das durchaus Tiefgang zu bieten hat. Der Film beginnt mit einem 20minütigen Eröffnungsmonolog, in dem eine Lehrerin ihrer Klasse enthüllt, dass der Tod ihrer Tochter, von der Polizei als Unfall eingestuft, in Wahrheit ein von zwei ihrer Klassenkameraden ausgeübter Mord war. Dabei verrät sie nicht nur, wer diese beiden Schüler sind, sondern auch, wie sie sich an ihnen rächen will. Dieser Monolog wird beinahe schon unerträglich ruhig vorgetragen und übt eine hypnotische Gewalt auf den Zuschauer aus. Doch dann folgt eine schockierende Enthüllung auf die nächste und die Charaktere zeigen ihr wahres Gesicht. Rache ist ein Gericht, das man am besten kalt serviert. Und wie kalt sie hier serviert wird! Selbst die Bilder wirken blau-lastig unterkühlt. Doch Matsu Takako schafft es bei der kompromisslosen Ausführung ihres Racheplans dem Zuschauer auch die Emotionen ihrer Figur zu vermitteln und Mitgefühl zu wecken. Wirklich Sympathie für eine der beiden Parteien zu empfinden und sich auf deren Seite zu stellen ist trotzdem schwer bis unmöglich und das ist auch gut so. Confessions ist ein verstörender und brutaler Film (und das nicht nur im blutigen Sinne), ein perfekt geschriebener und ebenso makellos inszeniertes Rachedrama, das seinesgleichen sucht.

Platz 8: Super 8

J.J. Abrams's Film ist wie eine Mischung aus Stand By Me, Die Goonies, ein bisschen E.T. mit einem Schuss Cloverfield. Endlich wieder ein Sci-Fi-Streifen, bei dem die Charaktere nicht einfach egal sind sondern man wirklich mitfühlt und -fiebert. Die Kinderdarsteller leisten hervorragende Arbeit und wirken sehr natürlich, was vor allem daran liegen mag, dass es für einige von ihnen das erste Mal vor der Kamera war. Elle Fanning begeistert hierbei am meisten. Es ist Abrams hoch anzurechnen, dass die menschliche Geschichte und deren Charaktere immer im Vordergrund stehen, während er im Hintergrund durchaus beeindruckende Actionsequenzen abfeuert. Ein geschickter Zug, dass er es, was auch immer es sein mag, erst extrem spät zeigt. Zu jedem Zeitpunkt spürt man die Liebe zum Filmemachen und die Bewunderung für den frühen Steven Spielberg. Super 8 fühlt sich an, wie eine große Hommage an das (Sci-Fi-)Kino der 80er Jahre, ist aber letztlich viel mehr als nur das. In Zeiten leerer, emotionloser Materialschlachten à la Transformers eine dringend nötige, willkommene Abwechslung und eine Erinnerung daran, wie gut Science-Fiction-Kino sein kann. Ein fantastischer Film!

Platz 7: Die Abenteuer von Tim und Struppi – Das Geheimnis der Einhorn

Genau SO hätte ein vierter Indiana Jones Film sein müssen. Steven Spielberg hat es halt doch noch drauf, einen packenden Abenteuerfilm zu machen. Durchgehend spannende Handlung, optisch atemberaubend, großartige Action (und sicherlich DIE Actionsequenz des Jahres), da stimmt einfach alles. Allein technisch ein echtes Brett, der Film. Was man hier auf der Leinwand präsentiert bekommt sieht so unglaublich gut aus, da kann man schonmal vergessen, dass man in einem Animationsfilm sitzt. Die Kameraführung ist auffällig toll, in einem Animationsfilm hat man eben einfach andere Freiheiten und die bereits erwähnte Actionsequenz des Jahres folgt dem fulminanten Geschehen etwa 10 Minuten ohne einen einzigen Schnitt. Wahnsinn! Auch wurde nie Performance Capturing so perfekt eingesetzt wie hier, da hat sogar Daniel Craig mehr als 2 Gesichtsausdrücke. Endlich löst man sich von dem Glauben, eine auf Performance Capturing basierende Figur müsse hinterher auch so aussehen wie ihr Darsteller. Statt dessen bildet man die Charaktere so originalgetreu wie möglich ab und haucht ihnen echtes Leben ein. Insgesamt wurde der Film der Vorlage getreu umgesetzt und bietet viele kleine Anspielungen auf andere Hefte. Was will man mehr? Naja, MEHR DAVON!

Platz 6: Die Frau die singt – Incendies

Zwei Geschwister machen sich nach dem Tod ihrer Mutter auf die Suche nach ihrem Vater und ihrem Bruder um ihnen jeweils einen Brief der Mutter zu überbringen. Ihre Reise führt sie von Kanada in den Mittleren Osten und zu einer Unmenge Entdeckungen über die Vergangenheit ihrer Familie. Womöglich mehr, als ihnen lieb ist. Regisseur Denis Villeneuve inszenierte eine intensive, absolut kompromisslose, emotionale Achterbahnfahrt und mehr als einmal wird man als Zuschauer fassungslos und schockiert auf die Leinwand starren. Mieses Gefühl im Magen garantiert. Eigentlich ein perfekter Film. Das einzige, was ich kritisieren kann, ist, dass er am Ende schlicht zu konstruiert ist um komplett zu überzeugen.

Platz 5: Midnight in Paris

Eine fantastische und unsagbar witzige Komödie von Woody Allen! Eine Liebeserklärung an Paris, den Film, die Literatur, die Kultur. Um wirklich Spaß an dem Film zu haben, ist einiges an literatur- und kunstgeschichtlicher Vorbildung von Vorteil. Das hochkarätige Darstellerensemble ist durchgehend sehr gut, bis in die kleinsten Rollen ist der Film perfekt besetzt, doch begeistern kann allen voran Owen Wilson. Dieser darf hier endlich unter Beweis stellen, dass er die Bezeichnung Schauspieler verdient und weit mehr kann, als niveauloses Geblödel. Ein entscheidendes Plot-Detail wurde in den Trailern übrigens gekonnt unter den Tisch fallen gelassen, auf den Covern der deutschen Heimkinoveröffentlichungen leider jedoch nicht. Weniger zu wissen ist wieder einmal mehr! Der beste Woody-Allen-Film seit langem und einer seiner großartigsten Werke überhaupt.

Platz 4: Nader und Simin – Eine Trennung

Ganz großes Kino aus dem Iran, einem Land, in dem Filmemachen gar nicht mehr möglich sein sollte. Man sollte am besten gänzlich unvoreingenommen an den Film herangehen und im Vorfeld möglichst wenig über seinen Inhalt wissen. Soviel sei gesagt: diese Geschichte einer Trennung ist ein durchgehend spannendes, packendes und sehr menschliches Drama, das von einem glaubwürdigen, nachvollziehbaren Script, beeindruckender Regie und perfekten Darstellern getragen wird. Völlig zurecht hat der Film auf der Berlinale Preise für den Besten Film und Beste Darsteller/in abgeräumt. Dem Oscar für den besten fremdsprachigen Film dürften allenfalls politische Gründe im Weg stehen.

Platz 3: The Tree of Life

Terrence Malick lässt sich in der Regel viel Zeit um einen neuen Film zu machen, doch wenn es dann soweit ist, kann man sich (fast immer) sicher sein, großes Kino auf der Leinwand zu erleben. The Tree of Life ist keine Ausnahme. Der Film mag nicht gerade leicht zugänglich zu sein und manch einer wird aufgrund des teils sehr religionslastigen Inhalts und der gesamten 'Arthouseigkeit' überhaupt keinen Zugang finden. Doch wer sich auf den Film einlässt und etwas Gabe zur Eigeninterpretation mitbringt kann in The Tree of Life viel entdecken. Mit- und Nachdenken ist hier wahrlich nötig, denn Malick sprengt bei seinem neuesten Geniestreich jegliche klassiche Erzählform und spannt seine Geschichte, in dessen Zentrum ein Familiendrama steht, von der Entstehung der Welt bis ins Jenseits. Ein höchst ambitioniertes Werk, das in unfassbar schönen Bildern eingefangen wurde. Wer also inhaltlich keinen Zugang findet, kann sich immernoch von der großartigen Bilderflut erschlagen lassen. Ein Film, den man im Kino gesehen haben muss! Anmerkung: Die erste Schnittfassung ging offenbar 8 Stunden, die Kinofassung hingegen nur 139 Minuten. Angeblich arbeitet Malick an einer 6-stündigen Fassung. Diese wäre dann möglicherweise leichter verständlich. Ich würde sie jedenfalls sofort ansehen!

Platz 2: Black Swan

Bereits im Januar kam Black Swan in die deutschen Kinos und was war das für ein Auftakt in das neue Kinojahr! Zuzuschreiben ist dies vor allem zwei Personen: 1. Natalie Portman, die hier eine unglaubliche toure de force hinlegt und eine der besten darstellerischen Leistungen hinlegt, die ich in den letzten Jahren gesehen habe. Kein Skandal über darüber, wie groß der Anteil der von ihr selbst dargebotenen Ballettszenen nun wirklich war, kann daran rütteln. Der Oscar musste kommen und er kam. 2. Darren Aronofsky. Auch er hätte meines Erachtens einen Oscar für seine Regieleistung verdient gehabt. Der Beitrag des Regisseurs zu großen darstellerischen Leistungen wird oft vernachlässigt und neben Natalie Portman führt er auch Vincent Cassel und Mila Kunis extrem gekonnt. Mit nur 13 Millionen Dollar hat Aronofsky einen ungemein packenden Film mit intensiver, geradezu elektrisierender Bildsprache geschaffen. Und obwohl man schon früh ahnen kann, wie der Film endet (und ein besseres Ende ist nicht denkbar), blickt man als Zuschauer dennoch über die gesamte Laufzeit gebannt auf das spannende Treiben. Lange war ich fest davon überzeugt, dass im Kinojahr 2011 kein Film mehr kommen könnte, der das Potenzial hätte Black Swan vom Thron zu stoßen. Doch dann kam …

Platz 1: Melancholia

Zu Lars von Triers Meisterwerk Melancholia muss ich wohl kaum noch viele Worte verlieren, dies habe ich ja schon mehr als ausführlich an anderer Stelle getan. Es ist der Film, der mich in diesem Jahr am meisten gepackt hat und über seine volle Laufzeit mitreissen konnte, der mich hinterher noch lange beschäftigt hat und auch nach Zweitsichtung nichts von seiner ungemeinen Kraft verloren hat. Meine ausführliche Meinung kann man hier nachlesen.


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Die Top 10 des Kinojahres 2011


Es ist wieder mal rum! Vorgestern sind die letzten Filme für dieses Jahr in den deutschen Kinos angelaufen, DVD- und Blu-ray-Veröffentlichungen bekommt man bis heute noch in den Videotheken. Insgesamt ein ordentliches Jahr, wie ich finde. Keine allzu vielen Highlights, aber auch keine vielen Enttäuschungen. Ich will mich an dieser Stelle auch nicht etwa über Statistiken oder dergleichen auslassen – wobei fest steht, dass ich in diesem Jahr nicht sehr häufig im Kino war, vieles habe ich auf Blu-ray nachgeholt -, sondern vielmehr auf zwei Dinge eingehen. Zum einen hatte ich sehr, sehr lange keine eindeutige Nummer eins. In den letzten Jahren wusste ich meist schon im ersten Halbjahr, was mein Favorit sein würde. Dieses Jahr hat es sehr lange gedauert, da ich ihn erst sehr spät gesehen habe.

Des Weiteren ist es auch keine Nummer eins, von der ich in allerhöchsten Tönen spreche oder die ich gar mehrmals gesehen habe. Sie ist eher eine Notlösung, da mich in diesem Jahr – was eigentlich sehr traurig ist – kein Film so richtig von den Socken gehauen hat. Einzelne Szenen oder Momente, ja, aber kein Film als Ganzes. Das hat mir 2011 schon irgendwie gefehlt. Natürlich stört es mich auch ein klein wenig, dass ich nun quasi die Standard Nummer eins habe, die man in diesen Tagen auf gefühlt jeder zweiten Liste liest. Aber sei's drum, das spricht nur weiter für den Film, dessen eine Sequenz ich so schnell nicht wieder vergessen werde.

Zum anderen wäre da die traurige Tatsache, dass die deutschen und amerikanischen Starttermine immer weiter auseinander klaffen. Die Hälfte nicht nur meiner Liste, konnte man so schon im letzten Jahr bei der amerikanischen Kritik finden. In diesem Jahr finden sich bei den amerikanischen Kollegen dafür wieder Filme, die bei uns erst kurz vor den Oscars oder gar danach anlaufen (z.B. Drive und Hugo). Dass das markttechnische Gründe hat, ist mir durchaus bewusst und macht ja auch Sinn, ist aber insofern schade, als sich die Listen dadurch immer weniger decken und eben um ein oder sogar mehrere Jahre nach hinten verschieben – erst recht bei den Dokus. Würde man nun ganz auf Festivaltermine verzichten und lediglich deutsche Kino- und Videostarts berücksichtigen, dann hätte ich mir meine Top 10 fast schon aus den Fingern saugen müssen.

Bevor wir zu den Filmen kommen vielleicht noch einige Filme, die ich nicht mehr geschafft habe zu schauen. Allen voran The Skin I Live In (La piel que habito), A Separation (Jodaeiye Nader az Simin) oder Hobo With a Shotgun. Besonders den Almodóvar hätte ich gern gesehen, weil ich anfangs überhaupt kein Interesse hatte, sich die positiven Stimmen dann aber überschlugen – und spätestens als ich von Nip/Tuck-Reminiszenzen hörte, hatte er mich. Sogar einen major wie The Fighter habe ich noch immer nicht gesehen (was diverser Meinungen aber auch nicht weiter schlimm sein soll). Das werde ich dann eben im kommenden Jahr nachholen. Plus weitere viele gute Filme, hoffe ich.

10. The Devil’s Double

09. Midnight in Paris

08. The King’s Speech

07. Black Swan

06. Super 8

05. Transformers: Dark of the Moon

04. The Veteran

03. Scream 4

02. The Woman

01. The Tree of Life

Runners-up: I Saw the Devil (Akmareul boatda), Margin Call, New Kids Turbo, Take Me Home Tonight, SUPER, A Serbian Film (Srpski film)


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Die Top 10 Dokumentationen des Jahres 2011


In diesem Jahr habe ich einfach zu viele gute Dokus gesehen, als dass ich sie in eine gemeinsame Liste mit den Spielfilmen stecken könnte. Aus diesem Grund habe ich mich entschieden, eine extra Top 10 für die Dokumentationen zu machen, die in diesem Jahr wieder mal ziemlich hochkarätig waren. Beherrschendes Themen waren auch in diesem Jahr wieder der Krieg und die Missstände in der Gesellschaft. War es im letzten Jahr Restrepo, ist es in diesem Jahr der thematisch sehr ähnliche Armadillo, der den besten Dokumentarfilm des Jahres markiert.

Zugegeben, es ist etwas schwer bei den Dokus nach Veröffentlichung zu gehen, denn viele dieser Perlen wurden entweder ganz spät oder bis heute nicht in Deutschland veröffentlicht. Leider wird das ganze 'Genre' hierzulande noch immer äußerst stiefmütterlich behandelt, was sich so schnell auch nicht ändern dürfte (ich will nicht wissen, mit wie vielen Kopien beispielsweise The Black Power Mixtape 1967-1975 in die Kinos kam – immerhin kam er in die Kinos, das allein verdient schon Respekt).

Wenn ich mir meine Top 10 der Spielfilme anschaue (die morgen kommt), dann muss ich ohnehin sagen, dass die Dokus dem Spielfilm meist überlegen sind. Ich könnte außer dem unsäglichen Pina beispielsweise keine schlechte Doku aus 2011 nennen, denn ich habe einfach keine (wirklich) schlechte gesehen. Eigentlich wollte ich noch viele mehr sehen, was aufgrund der Verfügbarkeit, weniger der Zeit, aber nicht möglich war. The Big Eden ist so ein Kandidat, dito Die Jungs vom Bahnhof Zoo und Tears of Gaza.

Hier also meine Top 10 Dokumentationen des Jahres:

10. The Black Power Mixtape 1967-1975

09. Machete Maidens Unleashed!

08. The Tillman Story

07. Cave of Forgotten Dreams

06. The Greatest Movie Ever Sold

06. Tabloid

04. Inside Job

04. Khodorkovsky

02. Bigger Stronger Faster*

01. Armadillo

Runners-up: Countdown to Zero, American Grindhouse, Catfish, American Teen


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Die Tops & Flops des Kinojahres 2010


Und schon wieder ist das Jahr zu Ende. Ein eher durchwachsenens für den Film, möchte ich mal meinen. Wie auch bereits im vergangenen Jahr konnten Dokus viel Raum einnehmen und machen fast die Hälfte meiner Top 10 Liste dieses Jahres aus. Vielleicht ist es in Zeiten von Comicverfilmungen und Remakes ja genau diese Suche nach Authentizität, auf die man sich nur allzu gern begibt. Wie auch im letzten Jahr habe ich leider viel zu viel verpasst, weil es entweder keine Pressevorführungen gab oder ich schlichtweg keine Zeit (und Muse) fand regulär ins Kino zu gehen. Allen voran wäre hier Jackass 3D zu nennen, der wohl sicher auf der Liste gelandet wäre … ja hätte ich ihn denn gesehen. Andererseits bin ich mit meiner Liste aber auch sehr zufrieden – die Nummer 1 stand nach der ersten Sichtung bereits fest, die zweite war dann nur noch affirmativ (zumal es sich um eine digitale Projektion handelte). Ich will nicht lange um den heißen Brei reden, hier meine Top 10 des Jahres 2010 – dieses Mal ganz ohne Kommentar, eine reine Auflistung, denn die Kritiken (oder Kurzkommentare) dazu finden sich ja recht schnell:

10. Not Quite Hollywood: The Wild, Untold Story of Ozploitation!

09. The Young Victoria

08. Harry Brown

07. The Expendables

06. An Education

05. Anvil! The Story of Anvil

04. Restrepo

03. Brothers at War

02. Monsters

01. The Social Network

Runners Up: The Messenger, Crazy Heart, Enter the Void, The American, The Blind Side, The Last Exorcism, The Bad Lieutenant: Port of Call – New Orleans

***

Eine generelle Entdeckung des Jahres waren vor allem die Mad Men, deren dritter Season ich nun entgegen fiebere und die in Zeiten von 3D und sonstigem Technikwahn so herrlich old fashioned daherkommt, dass ich sie 2010 so genießen konnte, wie es 2007 wohl nicht möglich gewesen wäre. Ebenfalls zu erwähnen ist die kleine Retrospektive zu Errol Morris' drei ersten Dokumentationen, von denen The Thin Blue Line gleichzeitig auch den besten Film markiert, den ich in diesem Jahr gesehen habe. Ebenfalls ein Film, der in diesem Jahr erst entdeckt wurde und wohl noch lange nachwirken wird, ist die australische Perle Long Weekend, die mich ziemlich beeindruckt hat (Not Quite Hollywood sei Dank). Auch Dominik Grafs Im Angesicht des Verbrechens muss an dieser Stelle natürlich genannt werden – selten hat mich etwas im TV so gefesselt wie diese deutsche Ausnahmeproduktion.

Es gab allerdings nicht nur viel zu sehen in diesem Jahr, sondern auch zu hören. Ilan Eshkeris wundervoll-melancholischer Score zu The Young Victoria beispielsweise, der zusammen mit Hans Zimmers Score zu The Pacific den diesjährigen Höhepunkt in Sachen Ohrenschmaus markiert. In Sachen Magic Moments sind dieses Jahr primär zwei Momente zu nennen: zum einen die Clubszene aus The Social Network, die nicht nur unglaublich authentisch daherkommt, sondern einen selbst so dermaßen in Partystimmung bringt, dass man am liebsten gleich aus dem Saal raus und in den Club reinrennen würde. Auch der andere Moment 2010 hat mit Musik zu tun – nämlich jene Szene aus Restrepo, in der die Soldaten für einen kurzen Moment alles um sich herum vergessen und zu Eurodance-Mucke ihre Kameraden antanzen.

***

Kommen wir also zu den etwas schlechteren Filmen dieses Jahres – wobei das noch recht mild ausgedrückt ist, denn einige von ihnen waren wirklich zum Foltern geeignet, so weh taten sie. Bei der Nummer 1 musste ich auch hier nicht lange grübeln und man fragt sich einmal mehr, was bei den Japanern eigentlich anders läuft, dass sie solche Stinker wie Shock Labyrinth 3D raushauen, der zu allem Übel auch noch auf einem Themenpark basiert (wait, what …?). Hier also die Flop 10 des Jahres – inklusive Blockbusterrepräsentanten:

10. Jud Süß – Film ohne Gewissen

09. Exit Through the Gift Shop

08. Inception

07. Predators

06. Kick-Ass

05. Survival of the Dead

04. Machete

03. Legion

02. Amer

01. Shock Labyrinth 3D (Senritsu meikyû 3D)

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Auf ein gutes Filmjahr 2011! Und erneut ein herzliches Dankeschön an Tilo Hensel, der auch in diesem Jahr wieder für die tolle Collage verantwortlich zeichnet. Viele der genannten Filme sind übrigens auch via Videoload online verfügbar.


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Das Kinojahr 2009: Die besten Filme des Jahres


Das Jahr 2009 hat in wenigen Tagen ein Ende, und damit liegt auch ein weiteres Jahr voller Filme hinter uns. Ein ziemlich gutes Jahr, möchte ich doch meinen. Zum einen, weil ich mir viel Müller gezielt erspart habe, zum anderen weil ich ganz besonders ein Genre für mich entdeckt habe: den Dokumentarfilm. Noch nie habe ich in einem Jahr so viele Dokus gesehen, noch nie war ich von diesen so fasziniert wie 2009. Für mich persönlich ganz klar das Jahr des Dokumentarfilms, auch, weil er gegenüber dem Spielfilm noch immer eine Art Schattendasein führt, leider (man schaue sich nur mal die Kopienanzahl an, mit der Dokus hierzulande starten). Doch nicht nur aktuellen Dokus fieberte ich entgegen, auch viele Klassiker gilt es nun nachzuholen.

Oft zeigen Dokus, dass das Leben selbst eben doch noch die besten Geschichten schreibt, wobei das Wort 'besten' hier sicherlich mehr als nur ambivalent ist. Sie zeigen auch, dass es keinem gigantischen Budget bedarf, um den Rezipienten für sich zu gewinnen und ihm etwas zu erzählen. Natürlich scheint der Trend des Dokumentarfilms dahingehend, immer mehr Elemente des Spielfilmes zu adaptieren, und seien es nur die szenischen Nachstellungen mit Schauspielern. Bei all diesen tollen Erlebnissen freut es natürlich umso mehr, wenn eine Film wie Anvil! The Story of Anvil nach einer halben Ewigkeit doch noch eine deutsche Kinoauswertung erfährt, weshalb er auf dieser Liste auch nicht vertreten ist.

Dass der Spielfilm bei alledem aber dennoch die führende Rolle einnimmt, ist selbstredend. So waren es in diesem Jahr vor allem die Comebacks, die mich begeistern konnten. Egal ob Mickey Rourkes Comeback oder Quentin Tarantinos lautstarke Rückkehr, auch die Rückkehr einer über 20 Jahre alten Graphic Novel, die nichts von ihrer Aktualität verloren hat, ist hierbei zu erwähnen. Natürlich hätte ich gerne noch viel mehr potentielle Kandidaten gesehen beziehungsweise nachgeholt, allen voran Love Exposure, aber das gehört ja irgendwie auch dazu, dass man das eine oder andere verpasst. Einen ganz besonderen Platz nimmt in diesem Jahr sicherlich Lars von Triers Antichrist ein. Selten war ich in meinem Urteil innerlich so zerrissen über einen Film wie hier. Die digitale Zweitsichtung hat mich in meiner Urteilsfindung schließlich gefestigt, und so markiert von Trier damit den interessantesten Film des Jahres.

Natürlich ist die Frage hier angebracht, was einen guten Film auszeichnet – ob es seine technische und narrative Finesse ist oder ob er seinen Rezipienten einfach so emotional einbindet, sei es dass er ihn frisst und etwas später wieder auskotzt, wie es bei Antichrist der Fall war, dass man sich danach irgendwie ’geschändet’ fühlt. Am besten eine Kombination aus allem natürlich. Ist Film nicht oftmals gerade deswegen auch eine Dichotomie? Ein Film, bei dem einfach alles stimmt, markierte in diesem Jahr den wohl schönsten Kinobesuch. Casablanca im OV-Kino zu sehen, mitten unter Amerikanern, Deutschen, Jungen, Alten, Tränen und Gelächter, werde ich so schnell nicht vergessen.

Bevor ich aber endgültig zur Liste komme, möchte ich noch einige besondere Momente aufzählen, die es nicht in die Liste geschafft haben, die ich aber ebenfalls nicht mehr so schnell vergessen werde. Als erstes ist hier sicherlich Clint Eastwood zu nennen, der mit Changeling und Gran Torino gleich zwei großartige Filme in diesem Jahr präsentierte. Der Abspann von Letzterem, unterlegt mit einem Song von Jamie Cullum und Eastwood selbst, geht nicht nur unter die Haut, sondern markiert auch den Abschied eines ganz Großen des Mediums. Erwähnen möchte ich auch When Borat Came to Town, der die Schattenseite der Industrie rund um Brüno und Borat eindringlich veranschaulicht.

Ferner bleiben die Erschießung Stauffenbergs und dessen Mitverschwörer in Valkyrie, die Schlussszenen aus Man on Wire und In the Shadow of the Moon, sowie Harvey Milks Tod in Milk in Erinnerung. Ebenfalls erwähnenswert: das Ganzkörpertourette aus Crank: High Voltage, die Texttafeln in Defiance, der Gartentanz aus Coraline, die Kraft der schwarz-weiß-Bilder in Das weiße Band, das Finale von Paranormal Activity, die ersten 20 Minuten aus Where the Wild Things Are und die Schießereien in Public Enemies. Ein schönes Kinojahr geht zu Ende, doch.

10. (500) Days of Summer

Die Frischzellenkur, die die RomCom dringend gebraucht hat. Tolle, sympathische Jungdarsteller, eine zeitlose Geschichte und ein wundervoller Soundtrack. Da will man sich glatt wieder verlieben. Oder auch nicht. // Meine Besprechung

09. Watchmen

Natürlich konnte Snyder nicht an die Brillanz der Vorlage anknüpfen, erst recht nicht was die Narratologie angeht, aber er hat es dennoch geschafft, die Graphic Novel auf die Leinwand zu zaubern. Abstriche oder besser gesagt eine Abstrahierung muss man fast immer in Kauf nehmen, was aber nicht zwangsweise etwas Negatives sein muss. // Meine Besprechung

08. Redemption

Drei junge US-Soldaten, die aus dem Irak desertiert sind, berichten in ihrem Zufluchtsort Kanada von ihren Erlebnissen und philosophieren über das Leben danach (und davor). Ein eindringliches Porträt über Krieg und Frieden, verpasste Chancen, und das Leben mit Krieg und Exil.

07. Capitalism: A Love Story

Dass Moore ganz ohne Polemik nicht kann, sehe ich ja ein, dadurch wären seine Filme wohl auch deutlich langweiliger. Hier verzichtet er aber weitestgehend auf allzu manipulative Bilder und setzt stattdessen auf harte Fakten, die so zwar nicht unbedingt neu sein mögen, in dieser gebündelten Quantität aber des Öfteren für lange Gesichter sorgen. Eine schöne Symbiose aus Humor, Fakten und Dramaturgie. // Meine Besprechung

06. Drag Me to Hell

Sam Raimi zitiert sich nicht nur fleißig selbst, sondern bereichert das Genre damit einmal mehr. Sein Film zeigt in bester Manier, wie effektiv Horror auch ohne literweise Blut sein kann, ohne an Ekel zu verlieren. Eine der größten Überraschungen des Kinojahres, das Sound Design ist schlichtweg fantastisch. // Meine Besprechung

05. Religulous

Mal mehr, mal weniger respektvoll fragt sich Bill Maher durch die großen Weltreligionen und enttarnt dabei den einen oder anderen Scharlatan – oder noch besser: lässt sich ihn selbst enttarnen, indem er sich um Kopf und Kragen redet. Dazwischen gibt es Michael-Moore-like Clips aus Nachrichten, Propagandavideos und Filmen. Gegen Ende hin zwar etwas moralisch überladen, aber so was von unterhaltsam. // Meine Besprechung

04. Antichrist

Die Vertreibung aus dem Paradies, Freud, Schuld und Sühne, Religion, Misogynie, prätentiöses Egogewichse, Kommerz – nur einige Stichworte, die mir zum Film einfallen und die deutlich machen, wie interessant und ergiebig von Triers Film doch ist. // Meine Besprechung

03. Inglourious Basterds

Tarantino kehrt nahezu alle Nazi-Topoi um und hält Goebbels und Hitler damit den Spiegel direkt vor die Visage, in die sie später kaltes Blei bekommen. Die Rechte hat getobt, der Rest feiert Tarantinos etwas anderes period piece nahezu einstimmig. // Meine Besprechung

02. The Wrestler

Eine ebenso zeitlose wie intensive Geschichte um die Ruhe nach dem Sturm und vor dem Sturm. Rourke spielt sich buchstäblich die Seele aus dem Leib und sorgt für die schönste Schlusseinstellung des Jahres. Manchmal muss man in den einen Moment eben alles stecken, was man hat. // Meine Besprechung

01. The English Surgeon

Ein englischer Chirurg hilft seinem ukrainischen Kollegen im medizinischen Dritte-Welt-Land Ukraine und legt ein trauriges Schicksal nach dem anderen offen. Ein zutiefst humanistischer Film um Freundschaft, Ethos und die kleinen Momente im Leben. // Meine Besprechung

(Dank an Tilo Hensel, der für die Collage verantwortlich zeichnet)


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