Connecting People: 'Connected' Doku Trailer


Dass wir in einer Welt leben, in der alles und jeder vernetzt ist, muss wohl nicht mehr extra erwähnt werden. Was Tiffany Shlain da am Anfang des Trailer zu ihren Film Connected: An Autobiography About Love, Death & Technology (480p/720p/1080p) ist aber in der Tat wahr, zugleich aber auch erschreckend, denn wer hat sich noch nicht dabei erwischt, dass er an seinem Mobiltelefon rummacht, obwohl er gerade mit Freunden an einem Tisch sitzt? Shlain geht der ganzen Sache nach einem persönlichen Schicksalsschlag auf den Grund und zeigt, wie im 21. Jahrhundert alles vernetzt ist. Dürfte aber auch allein deshalb schon interessant sein, weil es sich auch um eine Autiobiografie handelt – in Dokufilm-Form.


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Warum mir Google+ (noch) relativ egal ist


Es geht jetzt nun schon seit fast zwei Wochen so, dass Google+ in aller Munde ist. Wobei selbst das ja nicht wirklich stimmt, denn G+ ist in erster Linie bei den Social-Media-Affinen und (möchtegern-)Nerds in aller Munde – all jenen early adopter oder digital natives eben, die das Web 2.0 ohnehin dominieren. Alle anderen haben für G+ entweder noch gar keine Einladung bekommen oder fragen sich zurecht, was ein neues soziales Netzwerk denn eigentlich soll. Ja, ich bin selbst quasi seit der ersten Stunde bei G+ dabei, das aber eigentlich nur deshalb, weil es mein Tätigkeit irgendwie erfordert – gibt es im Web 2.0 etwas Neues, dann muss man ja einfach dabei sein, am besten ab Stunde Null. Bisher checke ich meinen G+-Account vielleicht alle zwei Tage, und wenn ich dann mal eingeloggt bin, dann dauert es auch nicht allzu lange, bis ich mich wieder auslogge, denn hier liegt der Hund begraben: Noch ist G+ einfach viel zu nerdig, denn jedes zweite Bild oder Video, das die Freunde/Bekannte/etc. an ihre Pinnwand heften, beschäftigt sich mit G+ selbst – und wie toll, hipp und überlegen das neue Netzwerk Googles doch ist.

Ja, die Circles sind nicht schlecht, wobei es mir manchmal doch schwer fällt, die Leute, die mir folgen, in eine Kategorie einzuteilen – ist das nun ein Bekannter, ein Freund oder kenne ich ihn nur aus dem Netz, ohne ihn (oder sie) je im RL gesehen zu haben. Ganz ehrlich? Da ist mir Facebook dann doch lieber, denn auch dort brauche ich Gruppen gar nicht. Wen ich nicht kenne, der wird auch nicht geaddet, so einfach ist das. Da muss ich mir dann auch keine Gedanken darum machen, welcher Gruppe Mensch ich diesen und jenen denn zuordne. Die Möglichkeit, dass ich Leuten, die ich überhaupt nicht kenne, folgen kann, ist ebenfalls eine gute Idee, aber fragt sich nur, ob ich das will. Und dann gibt es ja auch noch Twitter für die, die ich nie gesehen habe, deren Gedankenfluss aber interessant klingt oder die mit mir einfach eine gemeinsame Schnittmenge haben. Was ich nicht brauche, ist alles doppelt zu haben. Das nimmt schon jetzt teilweise Überhand, wenn ich beispielsweise Tweets nicht nur in meinem Client lese, sondern auch auf FB.

Das soll hier keinesfalls ein rant sein, nein, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass dies nicht nur ein Anfangsproblem der Übergangsphase sein wird, sondern dass Google+ auch in einem Jahr nur von sehr webaffinen Menschen genutzt wird. Der Otto-Normal-Verbraucher, der jetzt endlich bei FB angekommen ist und die Funktionen langsam kennt – damit meine ich auch die etwas älteren Leute -, der wird sich für G+ nicht interessieren, weil er nicht schon wieder switchen will und die Jugend einmal mehr verdammt, was sie mit diesem Internetz eigentlich so treibt. Hinzu kommt, dass das Argument Datenschutz und Co. auch nicht ziehen dürfte, denn es ist genau Otto-Normal-Verbraucher, der sich schlichtweg fragen wird: "Ob ich meine Daten jetzt FB oder Google in den Rachen schmeiße, macht doch keinen Unterschied!" Ich glaube vielmehr, dass die Medien- und Web-Elite einfach ein neues Spielzeug braucht, um sich einmal mehr von der Masse abzuheben. Schon jetzt wird von FB vom neuen MySpace gesprochen – nur, weil bei FB mittlerweile eben die halbe Menschheit zu Gange ist – oder um es überspitzt zu formulieren: Auf FB sind einfach zu viele Asis.

Daran wird sich auch mit dem kommenden Fanpages-Äquivalent bei G+ nichts groß ändern, denn die breite Masse wird bei FB bleiben, was letztlich nur ebenjenen web- und medienaffinen Firmen hilft, die die G+-Nutzer als Zielgruppe haben (mal ganz davon abgesehen, dass noch immer nur die wenigsten verstanden haben, wie man eine Fanpage richtig nutzt). Wie gesagt, das soll keine Analyse sein, die auf wissenschaftlicher Empirie basiert, sondern ein rein subjektiver Eindruck, die auf meinen Erfahrungen und Kenntnissen basiert. Ich hoffe nicht, dass G+ einen langsamen Tod stirbt, sondern sein Publikum findet und sich weiterentwickelt. Ich für meinen Teil werde bei diesem Prozess allerdings mehr stiller Beobachter als aktiver Nutzer sein.


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kino.to ist endgültig down und es kümmert mich nicht


Das Szenario dürfte wohl jeder kennen: Du fragst deine Freunde ob sie mit dir in diesen und jenen Film kommen wollen – ja, das kommt vor, denn auch ich kann nicht immer zu jeder PV – und du bekommst als Antwort nur ein "Habe ich schon gesehen." Du fragst sie dann nicht unbedingt wo, denn du weißt genau, dass heute Donnerstag ist und der Film somit erst heute startet. Einige geben dann natürlich auch unverblümt zu, dass sie ihn bei kino.to gesehen haben. Und ich frage mich dann nur einmal mehr: Wer macht so was!? Mal im ernst: Wer schaut sich denn wirklich Filme auf diesem Portal an, das ich zwar nie genutzt habe, aber doch auch kenne, klar. Ich will jetzt nicht etwa wieder die alte Film-ist-Kunst-und-muss-entsprechend-gewürdigt-werden-Diskussion anstoßen, aber dass das alles nicht ganz koscher war, dürfte doch jedem bewusst gewesen sein, oder?

Heute wurde kino.to nämlich dicht gemacht. Auf der Homepage findet sich nun ein dezenter Hinweis der KriPo, dass Urheberrechtsverletzungen kein Kavaliersdelikt seien und so weiter. Jetzt ist die Internetwelt natürlich einmal mehr in Aufruhr, denn natürlich hat kino.to nie wirklich jemand genutzt. Was von Beginn an eigentlich nur eine Frage der Zeit war, ist nun eingetreten. Und schon fragen sich die Ersten: Ist das Ganze vielleicht doch nur ein PR-Stunt – oder wurde die Seite vielleicht gehackt? Couldn't care less, kann ich als jemand, der seine DVDs und Blu-rays noch anständig kauft (oder halt Rezi-Exemplare bekommt), dazu nur sagen. Sollte es wirklich bei einer Abschaltung und strafrechtlichen Verfolgung der Betreiber bleiben, freut mich das auch etwas für die Kinobetreiber (wobei wohl durchaus bezweifelt werden darf, ob jetzt wirklich wieder mehr Menschen ins Kino gehen). Keine Frage, diese tun genug selbst dafür, dass es ihnen schlecht geht, aber ins Kino zu gehen ist einfach etwas anderes als vor dem 21 Zoll großen Monitor zu sitzen.

Anyways, auch wenn Twitter schon wieder mit schlechten Witzen zum Thema zu explodieren scheint: Sind da heute nicht ein paar Reissäcke in China umgefallen …? Ach ja, Kollege SvenKietzke hat einige der wenigen klugen Gedanken zum Thema auf Twitter geäußert.


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61. Internationale Filmfestspiele Berlin


I'm in Berlin, bitch! Es ist schon wieder Mitte Februar, das heißt es ist Berlinale-Zeit. Und statt wie jedes Jahr zu bloggenden/schreibenden/sprechenden Kollegen zu verlinken, will ich an dieser Stelle darauf hinweisen, dass ich in diesem Jahr selbst auf der Berlinale zugegen sein werde. Das heißt konkret, dass ich akkreditiert bin und Euch Kritiken, Hintergrundberichte und hoffentlich auch Interviews aus erster Hand bereitstellen kann. Meine Kritiken werden sich aber nicht hier im Blog finden, sondern drüben bei F.LM, wo ich im Rahmen der Berlinaleberichterstattung auch gleichzeitig meinen Einstand geben werde (einige Berlinale-News sind bereits von mir verfasst worden). Das heißt aber auch, dass es hier die nächsten zwei Wochen etwas still werden dürfte, auch, weil ich nach meiner Rückkehr aus Berlin mein Studium zu Ende bringe, sprich meine letzten Klausuren habe.

Wer also nicht zu den glücklichen 4.000 Journalisten gehört, die in diesem Jahr akkreditiert sind, aber dennoch wissen will, warum Berlin für 10 Tage im Ausnahmezustand ist, der schaut hier und auf Twitter vorbei, wo ich eigens eine Liste mit Kollegen erstellt habe, die ebenfalls von den 61. Internationalen Filmfestspielen Berlin twittern und berichten. Wenn ich nicht gerade im Kino sitze oder mich in Berlin zurecht finde, dann schreibe ich Texte befinde ich mich wohl gerade auf einer Preisverleihung oder auf einer Party des Vice Magazine, die ich endlich mal wahrnehmen kann (ja, richtig, ich will Eure neidischen Gesichter sehen!). Ein Blick auf alle Kanäle – u.a. auch Equilibrium bei Facebook – lohnt sich also auch deshalb. Noch zwei Tage, dann sitze ich im Flieger und bin so lange in der Hauptstadt wie noch nie – mögen die (hoffentlich guten) Spiele beginnen!

Foto: Blogging Dagger


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Die Gewinner der 'Switch' DVD Verlosung


Eine ganze Woche hattet Ihr Zeit und – das muss ich gleich voran schicken – ich bin platt! Innerhalb dieser Woche habe ich mehr als 100 neue Fans für Equilibrium auf Facebook gewinnen können. Zudem gab es stolze 57 Kommentare zum Artikel, so viele wie noch bei keinem Gewinnspiel. Dafür ein ganz großes Dankeschön an Euch alle. Genug geredet, kommen wir zu den glücklichen Gewinner der vier DVD-Pakete. Random.org hat Glücksfee gespielt und die folgenden vier Personen buchstäblich beglückt:

Manu (Switch)
Andreas (Switch)
Christine (Switch Reloaded)
Alkmar (Switch Reloaded)

Herzlichen Glückwunsch, liebe Gewinner! Allen anderen, die dieses Mal leider leer ausgegangen sind, danke ich für ihre Teilnahme und möchte sie einmal mehr auf die nächste Verlosung vertrösten.


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Gewinnt 'Switch' & 'Switch Reloaded' DVD Pakete!


Kaum ist das letzte Gewinnspiel beendet, steht wie versprochen auch schon das nächste in den Startlöchern. Pünktlich zur Veröffentlichung von Switch Best of Vol. 1 & 2 und Switch Reloaded Vol. 4 auf DVD, hat Turbine einige dieser Scheiben zur Verfügung gestellt, die Ihr nun gewinnen könnt. Ganze vier Pakete gibt es zu gewinnen: 2x Switch Best of Vol. 1 & 2 und 2x Switch Reloaded Vol. 4. Natürlich gibt es auch die Pakete, wie alles andere auf der Welt, nicht umsonst.

Was Ihr dafür tun müsst, ist aber recht simpel, drei Möglichkeiten stehen Euch dafür zur Verfügung: 1. Hinterlasst einen Kommentar oder 2. Markiert den Post bei Equilibrium auf Facebook mit 'Gefällt mir' und kommentiert den Link oder 3. Veröffentlicht den folgenden Tweet und verlinkt in anschließend hier in den Kommentaren: RT @EquilibriumBlog Gewinnt eines von vier DVD-Paketen zu "Switch": http://bit.ly/dilrZb. Zeit dafür bleibt Euch bis Dienstag, 31. August, 23.59 Uhr. Der Rechtsweg ist wie immer ausgeschlossen. Viel Glück Euch allen!


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Der Gewinner des signierten Alexander Marcus Hawaii Toasts


Die Woche ist rum, Ihr hattet Eure Chance, das Hawaii Toast ist gegessen die Würfel sind gefallen. Random.org hat mal wieder Glücksfee gespielt und Thorsten als glücklichen Gewinner ausgewählt. Natürlich darfst Du Dich nicht über ein signiertes Hawaii Toast freuen – wobei das sicherlich auch was wäre -, sondern über das 'Mega'-Album, handsigniert von Alexander Marcus. Allen Teilnehmern danke ich fürs Mitmachen, das nächste Gewinnspiel kommt noch diese Woche, falls es Euch tröstet – ebenfalls mit hammer Preisen! Ach ja, vergesst nicht: Der King des Electrolore geht auf Tour.


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Alexander Marcus on Tour 2010: Gewinnt ein signiertes Album!


'Papaya', 'Homo Dance', 'Hawaii Toast Song', wer kennt sie nicht, all die großen Hits aus der Feder von Alexander Marcus? Wer den etwas anderen Künstler schon immer mal live sehen wollte – und ich glaube das ist in der Tat eine Show -, der hat nun in gleich 17 deutschen Städten die Möglichkeit, denn Alexander Marcus geht auf große Super Mega Konzert Tour. Alle Städte und Tickets gibt es im Alexander Marcus Shop.

Aus diesem Anlass könnt Ihr sein neues Album 'Mega' gewinnen – original signiert von Alexander Marcus himself! Was Ihr dafür tun müsst? Hinterlasst einfach bis zum 22. August, 23.59 Uhr einen Kommentar oder twittert folgenden Tweet, den Ihr hier anschließend auch in den Kommentaren verlinkt: RT @EquilibriumBlog Gewinnt ein signiertes 'Mega'-Album von Alexander Marcus: http://bit.ly/91rbph. Der Rechtsweg ist natürlich ausgeschlossen. Viel Glück Euch allen – und bis Sonntag die Zeit einfach mit meinem Favoriten, dem Hawaii Toast oder dem genialen Teaser zur Tour totschlagen.

Vielen Dank an Kati von sonic grape, die den Preis zur Verfügung gestellt hat und in deren Blog man derzeit sogar Karten für die Tour gewinnen kann.


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Münsterscher Lokaljournalismus und Twitters Schattenseite


Es war ungefähr halb eins als ich Firefox öffnete und Echofon die neuesten Tweets aufbereiten lies. Ich rechnete mit dem Üblichen: nützliche Links, persönliche Statusmeldungen, Leute, die sich via foursquare irgendwo einloggen und natürlich rechnete ich auch mit etwas Spam (der gehört ja irgendwie dazu). Als ich das erste Mal das Wort 'Blumenkübel' in einem Tweet las, dachte ich mir auch noch nichts Böses. Doch dann, immer mehr Tweets, die entweder das bloße Wort oder gar den Hashtag 'Blumenkübel' beinhalteten. Ich hatte zu diesem Zeitpunkt keinen blassen Schimmer, was es mit all den Blumenkübeln auf sich hatte. Es interessierte mich auch nicht weiter, denn ich wusste nur eines sicher: es ging mir gehörig auf den Zeiger!

Die Tweets nahmen sukzessive zu, langsam wollte ich doch wissen, was es damit auf sich hat, und einige Twitterer waren dann auch so freundlich auf den Ursprung allen Übels zu verlinken, nämlich einen Artikel, genauer gesagt eine Art Polizeibericht, auf dem Onlineangebot der Münsterschen Zeitung. Der Artikel selbst ist nicht der Rede wert, einige wenige Zeilen über einen Sack Reis, der in China umfiel über einen Blumenkübel, der in Neuenkirchen umgestoßen wurde. Natürlich ist das Ganze hanebüchen, aber wer wie ich die Arbeit einer Lokalredaktion kennt, der weiß, dass jedes noch so kleine Ereignis von mehr oder weniger großer Relevanz ist. Ja, das ist eben Lokaljournalismus: heute die Theateraufführung der fünften Klasse einer Hauptschule, morgen die Vorstandssitzung des Kleintierzuchtvereins, übermorgen eben einige kaputte Blumenkübel. Der Zeitung und speziell der Verfasserin des Artikels – wohl eine Praktikantin oder eine Volontärin – ist also alles andere als ein Vorwurf zu machen.

Dieser ist schon viel eher all den Möchtegernspaßvögeln auf Twitter zu machen, die diese Meldung in Massen auf den Arm nahmen, indem sie irgendwelche Meldungen twitterten, die – in welcher Form auch immer – den Blumenkübel involvierten. Ich bin seit über zwei Jahren bei Twitter und twittere selbst für mein Leben gern; seit es das Licht der Welt erblickt hat, hat Twitter immer und immer wieder gezeigt, von welcher Relevanz der Microbloggingdienst bisweilen ist und das selbst die Leitmedien (Twitter ist ja mittlerweile selbst eines) nicht mehr um diesen Dienst herumkommen. Es sind aber genau Momente wie dieser, in denen Twitter seine Schattenseiten offenbart. Jeder meint, er müsse auf den Zug aufspringen, jeder fürchtet Follower oder die Aufmerksamkeit zu verlieren, wenn er diesen 'Trend' nicht mitmacht. Das größte Problem dabei jedoch: jeder versucht lustiger zu sein als der andere und dem Ganzen noch eines draufzusetzen – meist, nein, in diesem Fall immer, ein vollkommener Schuss in den Ofen, denn lustig war nicht ein einziger Tweet, der sich da in meiner Timeline befand.

Und als wäre das noch nicht genug, partizipierten ab einem gewissen Zeitpunkt sogar die großen Medien (@StZ_Stuttgart, @ZDFonline), spätestens hier war für mich klar, dass ich meinen Client für einige Stunden schließen musste, um nicht weiter zugespammt zu werden. Dass die Münstersche Zeitung selbst zu diesem Phänomen Stellung nimmt, ist dabei völlig in Ordnung, aber dass der Blumenkübel sogar in den Trending Topics auftaucht nur ein weiteres Armutszeugnis – erst recht wenn sich ausländische Twittere zurecht fragen, was mit uns Deutschen eigentlich los sei und dies gar böse kommentieren. In solchen Momenten denke ich dann auch an Bekannte und Freunde zurück, die Twitter stets verdammten, weil es ja keinen interessiere, was der andere gerade so von sich gibt. Recht haben sie, in solch einem Moment schäme ich mich dann doch auch Twitterer zu sein. In diesem Sinne: beruhigt Euch mal alle wieder, lasst den Hype abflachen und den Lokaljournalismus weiter seine Arbeit machen. Und bitte, dass Ihr lustig sein könnt, das bekomme ich so gut wie jeden Tag mit, aber das heute war wirklich schlimmer und unlustiger als das Gros der deutschen Comedy.


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Eine neue Qualität der Bigotterie 2.0


"Das ist eine neue Qualität", zitiert der Artikel bei Spiegel Online einen Berliner Polizeisprecher zur gestrigen Attacke – anders kann man das nicht nennen – auf Polizeibeamte. Beamte, die lediglich dafür sorgen, dass der Bürger sein Recht auf Versammlungsfreiheit wahrnehmen kann (etwas, das Polizisten beispielsweise nur in einem begrenzten Rahmen haben), ohne, dass es zu größeren Ausschreitungen kommt. Keine Frage, dass Menschen, wahlberechtigte und mündige Bürger auf die Straße gehen, um gegen die Regierung zu demonstrieren, ist an und für sich sogar löblich. Diese Menschen nehmen die Demokratie, in der sie leben, wahr und partizipieren konkret am Gestaltungsprozess des Landes und seiner Politik. Wie man als erstes vielleicht vermuten mag, handelte es sich bei den Demonstranten laut Artikel aber nicht etwa um Anhänger des Schwarzen Blocks oder um sonstige Autonome, die für ihre 'raueren' Methoden ja durchaus bekannt sind, sondern um normale Demonstranten (wie Johannes (@jh_1980) mich wissen ließ, gab es auch in Stuttgart eine Demonstration mit Zwischenfall, die primär aus Linken, MLPD-Anhängern und DGBlern bestand), ganze 20.000.

Ein Großereignis, selbst für Berliner Verhältnisse, möchte ich mal meinen. Fast genau so schlimm wie die Tat an sich, ist aber die Tatsache, dass das Netz dazu schweigt. Benjamin bemerkt via Twitter (@CA_rotwang) – wo sich die Stürme der Entrüstung meist zuerst manifestieren – richtig: "Gewalt gegen Demonstranten: Entrüstung deluxe. Lebensbedrohliche Gewalt gegen Polizisten: Das Netz schweigt. Wie bigott ihr doch alle seid.." Schnell werden Erinnerungen an Heiligendamm oder jüngst den 1. Mai wach, bei denen es zu Polizeigewalt kam. Ein Video, das auf YouTube zu finden war und in dem ein Polizist einem auf dem Boden liegenden Demonstranten ins Gesicht tritt, bannte sich wie ein Lauffeuer seinen Weg durch die Blogs – noch nicht einmal durch die Politikblogs, sondern nahezu alle Blogs, die sich auch nur im Entferntesten mit der Gesellschaft beschäftigen. Sofort wurden die Verantwortlichen an den digitalen Pranger gestellt, schnell auch mal alle Polizisten, die dort Dienst schoben, über einen Kamm geschert.

Wo ist nach den gestrigen Ereignissen also die digitale Entrüstung geblieben, die wieder mal den Weg für die großen Leitmedien bereitet? Macht es tatsächlich einen Unterschied, ob ein Demonstrant oder ein Polizist – hier sprechen wir sogar von mehreren Polizeibeamten – das Opfer ist? Ich denke nicht. Und auch die Blogger mögen dies vielleicht keinem unterstellen, indirekt tun sie dies aber – durch ihr Schweigen. Kein Tweet, kein Blogbeitrag, kein Aufschrei. Warum aber? Liegt es vielleicht an einem Mangel an Visuellem? Während wir im Video der gestrigen Demonstration nur aus der Distanz eine Explosion wahrnehmen, die zwar zugebeben sehr laut ist, aber nicht gerade ein Close-Up der Opfer zeigt, sahen wir im berühmten Fuß-gegen-Kopf-Video buchstäblich die direkte Einwirkung. Nur: kann es wirklich daran liegen, leben wir doch in einer Zeit, in der wir in den Mittagsnachrichten bereits die Nachwirkungen einer Explosion durch einen Selbstmordattentäter sehen, nämlich Blutlachen, verstümmelte Körper und tiefe Löcher im Boden?

Fünf Polizisten wurden verletzt, zwei von ihnen mussten gar notoperiert werden – das erinnert nicht von ungefähr an die Schlachtfelder, die wir sonst eigentlich einige tausend Kilometer außerhalb deutscher Grenzen verorten. Und wenn wir schon bei einer Art Kriegsmetaphorik sind: haben es diese Männer wirklich verdient, so behandelt zu werden, obwohl sie nichts anderes tun als ihrem Land und damit auch dem Allgemeinwohl zu dienen? Sind es nicht gerade jene in Uniform, denen wir besonderen Respekt entgegenbringen sollten? Erst recht in einer Zeit, in der die Gewalt gegen Uniformierte sukzessive steigt? Nein, ich will dieses Männer (und Frauen) keinesfalls per se zu Helden stilisieren oder gar verklären, aber ein bisschen mehr Respekt und Anerkennung haben sie ja dann wohl doch verdient, oder? Zudem ist es sicherlich kein leichter Job bei solch tropischen Temperaturen, wie wir sie gerade haben, in voller Montur dafür zu sorgen, dass Mitbürger ihre Freiheit ausleben können. So pathetisch es auch klingen mag – und hier ist etwas Pathos sogar durchaus angebracht, wie ich finde -, aber das solltet Du Dir doch mal durch den Kopf gehen lassen, liebe Netzgemeinde.

Ich habe ja durchaus Verständnis dafür, dass es rühmlicher ist, wenn man einem Einzelnen, der sich nicht unbedingt wehren kann, zu Hilfe kommt – und sei es nur in Form eines Kommentares wie diesem, aber muss man dennoch Unterschiede machen? Diese Verhaltensweise ist, wie Kollege Benjamin schon sagte, einfach nur bigott. Nach all der Publicity, die der Netzgemeinde, der Blogosphäre und dem Web 2.0 an sich nach der Affäre Köhler zuteil wurde – auch wenn diese vielleicht nicht unbedingt durchweg positiv gewesen ist – ist dies ein Schlag ins Gesicht und ein signifikanter Schritt zurück. Denn hier verhält es sich genau konträr: Es bedarf erst eines Platzhirsches wie Spiegel Online, der das Video, das auf YouTube bereits tausende Male geklickt wurde, in einem Artikel verarbeitet … bevor Benjamin und meine Wenigkeit dies aufgreifen und kommentieren. Und wir wollen die vierte oder gar fünfte Macht im Staat sein? Das alles ist tatsächlich eine neue Qualität …


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