'Iron Sky' hat auf der Berlinale Premiere & einen neuen Trailer

Iron Sky scheint endlich fertig zu sein, denn der Film, der teils durch Crowdfunding finanziert wurde, feiert auf der Berlinale in zwei Wochen seine Premiere. Pünktlich dazu haben uns die Macher auch einen neuen Trailer spendiert, was angesichts des letzten Teasers, der bald ein Jahr alt wird, auch höchste Zeit wurde! Zwar ist er nicht lang, aber liefert doch viel neues Material, was sehr erfreut. Und Udo Kier dürft sowieso kick-ass werden!

(Via PEWPEWPEW)


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'Melancholia' verschlingt alles – Weltuntergang ganz privat


Lars von Trier. Der letzte große Provokateur des europäischen Kinos. Bei der Premiere seines neuen Films Melancholia in Cannes sorgte er erneut für Schlagzeilen, da er sich selbst als Nazi bezeichnete und Verständnis für Hitler äußerte. Eine Aussage, aufgrund der er von der Festivalleitung prompt als 'persona non grata' des Festivals verwiesen wurde und die möglicherweise ein juristisches Nachspiel haben könnte. Man fühlt sich an von Triers vorheriges Werk Antichrist erinnert, das bei seiner Premiere in Cannes allein aufgrund seines Titels und wegen expliziter Sex- und Gewaltdarstellungen ebenfalls für einen Skandal sorgte. Ein derartiger Vorfall ist immer hilfreich, kleinere Produktionen mit wenig Marketing-Budget ins Gespräch zu bringen. Daher sollte man die jüngsten Äußerungen des Regisseurs nicht zu ernst nehmen, denn Melancholia bietet aufgrund seines Filminhalts wenig skandalträchtigen Zündstoff. Und doch ist er Antichrist ähnlich.

Wie Antichrist beginnt auch Melancholia mit einer filmischen Ouvertüre. Alles geschieht in Ultra-Slowmotion: 2001-anmutende Bilder des Weltraums, das teilnahmslos wirkende Gesicht Justines während im Hintergrund Vögel tot vom Himmel fallen, drei Menschen auf der weiten Rasenfläche eines Anwesens über dem drei Himmelskörper Licht spenden: die Sonne, der Mond und ein unbekannter bläulicher Planet. Nur einige Beispiele einer Aneinanderreihung inszenierter Kunstwerke, unterlegt mit dem Vorspiel von Wagners Tristan und Isolde. Es sind majestätische Bilder von geradezu hypnotischer Gewalt, die den Zuschauer ab dem ersten Filmframe in seinen Bann ziehen. Bis am Ende der 8-minütigen Eröffnungssequenz klar wird, dass es nichts anderes als der Weltuntergang ist, dem man beiwohnt: die Erde wird von dem um ein Vielfaches größeren blauen Planet gänzlich verschlungen.

Von Anfang an ist also klar: es wird nicht gut enden. Das ist auch gut so, denn es geht hier zu keiner Sekunde um die Frage, ob, und wenn ja, wie die Erde gerettet werden kann. Auch interessiert zu keiner Zeit, was im Rest der Welt vor sich geht, seien es nun Massenpanik oder abstruse, verzweifelte Rettungsaktionen. Hollywood-Klischees des Katastrophenfilms, die ein Lars von Trier gar nicht nötig hat. Nein, die zentrale Frage in Melancholia beschäftigt sich damit, wie einzelne Menschen mit dem sicheren Untergang und, in Anbetracht dessen, miteinander umgehen würden. Im Kern ist Melancholia eine Charakterstudie. Weltuntergang ganz privat.

Im Mittelpunkt stehen zwei Schwestern denen jeweils ein Teil des Filmes gewidmet ist: Justine und Claire. Zu Beginn scheint die Welt noch in Ordnung. Justine (Kristen Dunst) ist mit ihrem frisch angetrauten Mann Michael (Alexander SkarsgÃ¥rd) auf dem Weg zu ihrer Hochzeitsfeier auf dem Anwesen ihres Schwagers. Die lächerlich lange Stretch-Limousine bleibt in der gewundenen Auffahrt stecken und nachdem weder Chauffeur, noch Braut oder Bräutigam einen Ausweg finden, geht es zu Fuß weiter. So trifft das Brautpaar mit zweistündiger Verspätung, aber dennoch gut gelaunt auf ihrer eigenen Party ein. Was folgt ist eine zunächst anscheinend ganz normale Hochzeitsfeier. Justines Schwester Claire (Charlotte Gainsbourg) versucht, den geplanten Ablauf durchzusetzen, während sich die geschiedenen Brauteltern (hervorragend Charlotte Ramping und John Hurt) gegenseitig angiften und Justines Schwiegervater und Chef nur daran interessiert scheint, eine neue Tagline für die Werbefirma aus ihr herauszukitzeln. Übliche Probleme einer Familienfeier eben.

Justine versucht ihr bestes, den Anschein der Normalität aufrecht zu erhalten. Sie tut was man von ihr erwartet: lächelt, nickt und betont stets, ja, es sei genau das, was sie sich gewünscht hätte. Doch schnell wird klar, dass all das nicht aufrichtig ist, sondern nur aufgesetzt. Justine leidet unter Depressionen und die Hochzeit scheint der letzte, hoffnungslose Versuch zu sein, Normalität in ihr Leben zu bringen. Schließlich ist es doch das Normalste auf der Welt zu heiraten. Dass der Abend im wahrsten Sinne des Wortes unter keinem guten Stern steht, ist dem Zuschauer nun ja schon von Beginn an klar und so wird es keine Überraschung sein, wenn der Rest der Nacht nicht in den vom Hochzeitsplaner (Udo Kier) vorgesehenen Bahnen verläuft.

Teil zwei trägt den Titel 'Claire' und verschiebt den Fokus der Handlung auf Justines Schwester. Inzwischen hat die Menschheit den Planeten entdeckt, der sich bis dahin hinter der Sonne verborgen gehalten hatte und nun auf die Erde zurast. Geht man zunächst noch davon aus, Melancholia würde die Erde nur passieren, müssen die Protagonisten bald die grausame Realität erkennen und gehen auf ganz unterschiedliche Weise mit dem sicheren Ende aller menschlichen Existenz um.

Lars von Trier beweist sich erneut als Meister der Personenregie. Nachdem bereits Charlotte Gainsbourg für ihre Rolle in Antichrist den Preis für die beste weibliche Darstellerin in Cannes erhielt, wurde in diesem Jahr auch Kirsten Dunst diese Ehre zuteil. Einerseits überraschend, denn wer hätte ihr eine solche Leistung zugetraut? Und doch völlig zurecht. Zwar kann sie auf eigene Erfahrungen zurückgreifen, schließlich litt auch sie einmal unter Depressionen, aber die Leichtigkeit mit der sie von vorgetäuschter Lebensfreude zu katatonischen Zuständen bis hin zur Lethargie wechselt, ist schlicht beeindruckend. Umso mehr, da ihr das gelingt ohne dabei das Publikum zu entfremden, was in Anbetracht einiger schwer verdaulicher Thesen, die von Trier ihr in den Mund legt, wahrlich kein Leichtes ist. Es ist nicht einfach eine derartige Figur darzustellen und gleichzeitig vielleicht nicht die Sympathie, aber zumindest das Mitgefühl des Publikums aufrechtzuerhalten.

Doch nicht nur Kirsten Dunst bietet eine beeindruckende Leistung. Als Gegengewicht zu Justine hat von Trier ihre Schwester Claire als ganz gegensätzliche Figur angelegt und mit Charlotte Gainsbourg auch sehr stark besetzt. Kiefer Sutherland als deren Gatte und Mann der Wissenschaft rundet die hervorragende Figuren-Konstellation ab. Es sind diese fein ausgearbeiteten und unterschiedlichen Charaktere, die trotz des eigentlich bekannten Ausganges die Spannung konstant hoch halten und es schließlich dem perfekten Schlussbild, das sich sicher noch lange im Gedächtnis der Zuschauer halten wird, ermöglichen, seine starke Wirkung zu entfalten.

Lars von Trier als prätentiös und selbstverliebt zu bezeichnen wäre sicherlich falsch. Zwar bestehen Ähnlichkeiten zu den Filmen der Dogma-Bewegung, allen voran zum dänischen Film Festen, doch eben diese Bewegung hat er selbst mitbegründet. Parallelen zu Antichrist sind sowohl stilistisch als auch inhaltlich unbestreitbar. Natürlich beschäftigt er sich in Melancholia auch mit sich selbst und verarbeitet seine eigenen Depressionen. Dies ist ihm sicherlich besser oder zumindest nachvollziehbarer gelungen als mit Antichrist und verleiht dem ausgezeichneten, gut recherchierten Drehbuch einen Eindruck von Authentizität und Aufrichtigkeit. Besonders in Justine dürfte von Trier viel von sich selbst eingeflossen lassen haben. Daher ist es demjenigen, der am Mensch von Trier interessiert ist möglich, auch ihn etwas besser zu verstehen.

Melancholia ist bei aller inhaltlicher Schwere ein erstaunlich 'schöner', geradliniger und zugänglicher Film geworden, unter dessen Oberfläche es viel zu entdecken gibt. Wenn man sich traut nur ein wenig an ihr zu kratzen, tun sich unzählige Interpretationsmöglichkeiten auf. Melancholia ist ein Filmerlebnis von unglaublicher Kraft und emotionaler Resonanz. Ein erstaunliches und großartiges Stück Kino. Einer der besten Filme des Jahres. Eine Erfahrung. Ein Meisterwerk. (10/10)

- Kritik von Christoph Gumpert


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Mondaufgang über dem Meer: 'Melancholia'


Wer vollkommen unberührt an den Film herangehen will, der sollte hier nicht weiterlesen, denn auch wenn der folgende Text keine expliziten Spoiler enthält, könnten einige interpretatorische Ansätze doch etwas zu viel vom Film vorweg nehmen.

Lars von Trier. Das enfant terrible des europäischen Autorenkinos. Das hat er vor einigen Monaten auch in Cannes wieder deutlich gemacht, wo sein Film Melancholia Premiere feierte. Am verwunderlichsten ist dabei ja eigentlich die Tatsache, dass es noch immer Medienvertreter gibt, die das alles wirklich bierernst nehmen, was der Gute von Trier da so von sich gibt. Der Rest weiß jedoch, dass das eine Mischung aus eiskaltem Kalkül und Kokettierens ist. Und nach Antichrist brauchte er für Melancholia vielleicht eine gewisse mediale Aufmerksamkeit, denn sein neuer Film kann weder mit perverser Gewalt, noch mit Hardcore-Sex-Szenen von sich reden machen. Im Gegenteil. So viele Gemeinsamkeiten Melancholia mit seinem Vorgänger Antichrist auch hat, so viele Unterschiede gibt es auch. Von Triers neues Werk setzt weniger auf Provokation, als vielmehr auf ruhige, aber dennoch deutlich wahrnehmbare Töne. Bei alledem scheint Melancholia schon viel mehr der Film zu sein, in denen von Trier seine angeblichen Depressionen verarbeitet als Antichrist. Dieses Mal ist es nicht der Untergang eines Ehepaares, das seinen Sohn verloren hat, sondern der Untergang der gesamten Menschheit, das Jüngste Gericht sozusagen.

Am Anfang sehen wir die beiden Schwestern Justine (Kirsten Dunst) und Claire (Charlotte Gainsbourg) in jener extremen Zeitlupe, die von Trier schon in Antichrist bis zum Exzess einsetzte. Sie scheinen vor etwas zu flüchten, doch wir wissen nicht was. Dazu hören wir Wagnersche Klänge aus dem Vorspiel von Tristan & Isolde. Nun weiß man, dass man im Arthousekino sitzt. Nach dieser Exposition Marke Antichrist beginnt dann auch eine normal anmutende Geschichte über ein frisch vermähltes Ehepaar, das sich auf dem Weg zu seiner Hochzeitsgesellschaft befindet. Die Limousine, in der sie sich befinden, ist zu lang, der Fahrer schafft es nicht um die Kurve, ohne den Wagen ins Abseits zu setzten. Da nimmt kurzerhand die Braut das Steuer in die Hand und manövriert die drei sicher zum abgelegenen Landhotel, in dem die Gäste schon warten. Es ist eine kurze Episode, die wie aus einer typischen Hollywood RomCom anmutet. Es geht dann auch eine gewisse Zeit lang so weiter: Vater (John Hurt) und Mutter (Charlotte Rampling) der Braut sind geschieden und giften sich an, die Schwester und ihr Mann (Kiefer Sutherland) sind mit Organisatorischem beschäftigt und jeder hofft, dass das alles so gut wie möglich über die Bühne geht. Nur der Wedding Planner (Udo Kier) hat schon resigniert.

Die Melancholie des Ganzen kommt dann aber recht schnell auf den Zuschauer zu, denn dass mit Justine irgendetwas nicht stimmt, wird spätestens dann deutlich, wenn sie am Tag ihrer Hochzeit fremdgeht. Melancholia ist dabei über lange Zeit fast schon ein Kammerspiel, das seine Figuren nicht aus dem Speisesaal respektive dem Landhotel entlässt. Zwar wechseln die Räumlichkeiten immer wieder, aber irgendwie sieht auch ein Raum aus wie der andere. Auch Justine sieht innerlich immer gleich aus, auch wenn sie sich äußerlich immer wieder perfekt verstellen kann und es perfekt schafft, die Maske aufrecht zu erhalten. Doch nur sie selbst ist es, die eines ganz sicher weiß: Das morgen schon die Welt untergehen wird. Sie hat schlimme Depressionen, ja, das wissen auch ihre Angehörigen und ihr Mann. Was sie aber nicht wissen, ist, dass Justine bereits am Tage ihrer Hochzeit vor dem Leben resigniert hat. Melancholia wird auf die Erde zurasen und alles zerstören, was man heute noch feiert. Das ist auch der Grund, weshalb Justine im Prinzip alles und jeder egal ist, und sie nur noch das macht, nach dem ihr ist. Sie sucht die Verbindung zur Natur (ja, wir sehen Dunst tatsächlich komplett nackt), die ihr aber auch keine positive Antwort geben kann. Der Untergang naht also, egal was Fachleute wie John (Sutherland) sagen.

Von Trier versucht sich mit Melancholia einmal mehr an religiösen Themenkomplexen. Und auch hier ist es wieder die Frau, die als eine Art Auslöser des Ganzen fungiert. Es ist bezeichnend, dass von Trier keine kirchliche Hochzeit, sondern nur den mondänen Teil, nämlich die Feier, zeigt, die im Grunde nur als Projektionsfläche für alle Beteiligten dient. Man merkt es seinem Film dabei stets an, wie bemüht von Trier doch ist, hier etwas noch Größeres, nahezu hermeneutisch Verschlossenes zu kreieren als Antichrist. Das größte Problem dabei ist aber genau diese Intention, die der Film verfolgt. Viele der Szenen wirken unglaublich redundant und ins Nichts führend, von ihrer teilweise unsäglichen Länge ganz zu schweigen. Der Cast macht dabei noch die beste Figur, allen voran natürlich Gainsbourg und Dunst. Und auch Sutherland, der eine größere Rolle spielt, als man anfangs meinen könnte, war selten so gut wie hier. Von Trier gelingt es dabei auch noch stärker seine Protagonistin zu einer Art Hassfigur zu machen – für die man dennoch auch Mitleid empfindet – als noch in Antichrist, denn Dunsts Figur nervt ab einem gewissen Zeitpunkt einfach nur noch mit ihrer 'mir-alles-scheißegal-Attitüde'. Und auch der Film selbst verliert sich irgendwann in seinem eigenen Wahn, wenn Wagners Vorspiel zum achten Mal erklingt und uns nochmal eine prätentiöse Slow-Motion-Einstellung im Wald vor den Latz geknallt wird.

Es steht außer Frage, dass von Trier hier wieder ein äußerst interessantes Mammutprojekt auf die Beine gestellt hat, über das man noch lange reden wird und das sich auf sämtlichen Jahresbestenlisten finden wird. Die Klasse eines Antichrist erreicht Melancholia dann aber nicht wirklich, denn dafür schafft von Trier nicht wirklich etwas Neues, sondern ruht sich auf seinen alten Errungenschaften aus, die er einfach etwas weiterspinnt. Wenn der Film tatsächlich wegen etwas in Erinnerung bleiben und gelobt werden sollte, dann für Dunst und Sutherlands Leistungen, die wirklich großartig sind. Der Rest ist handwerklich perfektes, aber leider auch typisch prätentiös-schweres Autorenkino, das sich der breiten Masse verschließt, Kritikern aber nur zu gerne in die Hände spielt. Melancholia lohnt schließlich aber allein deshalb schon, weil man von Triers kreativen Output nur zu gerne verfolgt. Auch wenn der nicht immer nach Meisterwerk schreit. (7.5/10)


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US Trailer zu von Triers Weltuntergangsoper 'Melancholia'


Nach dem ersten Trailer zu Lars von Triers Melancholia im April, ist nun auch der US-Trailer erschienen (480p/720p/1080p), der den Film eigentlich ganz gut zur Geltung bringt und Gott sei Dank nicht allzu viel vorweg nimmt. Vor allem zeigt er einmal mehr, wie wunderschön die Kameraarbeit ist. Eine Kritik zum Film gibt es demnächst (ist ja noch etwas hin, denn der deutsche Kinostart wurde auf den 06. Oktober verlegt), bisher nur so viel: Antichrist ist der deutlich bessere Film, denn auch wenn ich Melancholia mochte, so ist er – wie der Name schon sagt – phasenweise wirklich sehr, sehr dröge und schleppend – pure Melancholie eben. Und das muss man mögen, dieses 'Depri-Kino'.


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We Come in Peace! Neuer Teaser Trailer zu 'Iron Sky'

Die deutsch-finnisch-australische Koproduktion Iron Sky ist wohl einer der heiß ersehntesten Filme für Exploitation- und B-Movie-Fans. Nach zwei Teaser Trailern wurde heute ein dritter Teaser veröffentlicht, der auch endlich einen Starttermin nennt, nämlich den 04. April 2012. Ist zwar leider noch etwas hin, aber der Teaser weiß schon mal zu gefallen – Udo Kier kann eh alles spielen (auch wenn er Nazis besonders gut kann) und ich schaue ihm liebend gern dabei zu!

(Via @CA_rotwang)


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Erster Trailer zu Lars von Triers 'Melancholia'


Ich habe zwar noch lange nicht alles von Lars von Trier gesehen, aber das, was ich von ihm kenne (sowohl als Regisseur, als auch als Drehbuchautor), ist äußerst interessant. Nach seinem genialen Antichrist würde ich sogar so weit gehen und ihn als einen der interessantesten europäischen Regisseure der Gegenwart bezeichnen. Im ersten Trailer zu seinem neuen Film, Melancholia (720p), sieht man viele Parallelen zu Antichrist, was unbedingt positiv zu verstehen ist. Der Cast an sich ist bereits ein Brett (Udo Kier als Wedding Planner!). Deutscher Kinostart ist am 29. September.

(Via @rrho)


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3sat zeigt Schlingensiefs 'Deutschland Trilogie'


Morgen wäre Christoph Schlingensief 50 Jahre alt geworden. Aus diesem Anlass zeigt 3sat im Rahmen einer Schlingensief-Nacht dessen Deutschland Trilogie.  Los geht's mit 100 Jahre Adol Hitler – Die letzte Stunde im Führerbunker, den 3sat um 0.55 Uhr zeigt. Im Anschluss folgt Das deutsche Kettensägen Massaker und um 3.12 Uhr wird die Trilogie mit Terror 2000 – Intensivstation Deutschland zu ihrem Ende gebracht. Zwischen den Filmen gibt es immer wieder kurze Intervieweinführungen zu den Filmen. Eine gute Gelegenheit für alle, die wie ich Schlungensiefs Å’uvre aufarbeiten wollen, zumal die DVDs nicht gerade billig und einfach zu bekommen sind. Und allein Udo Kier dürfte einen Blick bereits wert sein.


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Lynch/Herzog: 'My Son, My Son, What Have Ye Done' Trailer


Von David Lynch halte ich nichts, von Werner Herzog sehr wohl. Der erste Trailer zu My Son, My Son, What Have Ye Done (FLV, mäßige Qualität/YouTube) lässt mich aber ziemlich gleichgültig hinsichtlich des Projekts, bei dem Herzog Regie führte und Lynch produzierte, zurück.


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»Ist das deine Knarre?«

Far Cry
(Dr. Uwe Boll, Deutschland/Kanada 2008)
Kino

Es gibt drei gute Gründe, warum sich der neue von Dr. Boll lohnt: Ralf Möller, Til Schweiger und Udo Kier – drei deutsche Schauspiellegenden, wie auch immer man das Wort 'Legende' in diesem Zusammenhang konnotieren möchte. Bis auf Schweiger haben sie auch alle etwas anderes gemeinsam, nämlich einen festen Platz im B-Movie-Gefilde (wobei man auch hier wieder fragen darf, ob das nicht auch auf Schweiger zutrifft). Was könnte es also besseres geben, als diese drei Männer in einem Film zu haben, der in ebendiesen Gefilden verankert ist und die Regie niemand geringeres als Dr. Uwe Boll hat? Der hat zwar Ahnung von B-Movies, aber leider keine von guten. Mit Far Cry ist ihm jedoch zum ersten Mal in seiner Karriere das Gegenteil passiert: Er liefert einen Film ab, der nicht nur dumm wie Brot ist, sondern sich dessen auch völlig bewusst ist. Das Problem seiner Vorgänger, nämlich die Tatsache, dass sie sich viel ernster nehmen, als sie überhaupt sind, findet sich hier so gut wie gar nicht. Far Cry ist strunzdoofes Actionkino, das aber auch gar nichts anderes sein möchte. Und selbst wenn der Herr Doktor spätestens im Audikommentar anderes behaupten sollte, so gibt es hier eigentlich keine andere Lesart als die des selbstreflexiven Schundfilmes.

Ralf Möller, ein Darsteller, der bereits in Gladiator überfordert zu sein schien und der deshalb auch nie mehr über das Niveau eines TV-Filmes hinaus kam, spielt hier das, was er am besten kann, nämlich einen Mimen, der eigentlich den falschen Beruf gewählt hat. Seine Betonmimik eignet sich hervorragend für seine Rolle, in der er ja bereits in Roland Emmerichs Universal Soldier Erfahrung sammeln durfte. Seine Physis reicht um seine Leinwandpräsenz zu rechtfertigen. Farbe braucht man auch keine, einfach einen Farbfilter übers Bild und fertig ist die hirnlose Kampfmaschine, die nicht mehr als einen Gesichtsausdruck drauf hat – nämlich den der Aggressivität – und das auch weiß. Nicht anders verhält es sich mit Udo Kier, der mittlerweile eine sichere Bank im Genre ist. Natürlich fährt sein Charakter auf Autopilot und so gibt er gerade deshalb einen klasse Bösewicht ab, der gerne Wagner hört und auch die Malerei zu seinen Hobbies zählt, ist er nicht gerade dabei, die Welt zu erobern … Dann wäre da schließlich noch Til Schweiger, der einzige aus dem Dreiergespann, der zu den richtig großen Deutschlands zählt. Bereits im Abspann zu Keinohrhasen dankte er Uwe Boll, dem "coolest motherfucker on earth" und zeigt damit ebenfalls, dass er durchaus Humor hat.

Den muss er auch haben, denn wie sich Schweiger in Far Cry selbst auf den Arm nimmt, will man nur schwer glauben. Schweiger als harte Sau, die bei den deutschen Special Forces war und nun zum Säufer und Langweiler verkommen ist, ist so over the top, dass man ihn hier ausnahmsweise für sein Spiel lobt, das, ja, wie auch sonst, jeglicher Schauspielkunst entsagt. Schweiger ist sich dessen bewusst und versucht sich deshalb auch gar nicht erst an einer ernsten Mimik oder sonstigem method acting. Er ist einfach nur glücklich und froh, dass er hier mitspielen darf – mit alle den netten Kollegen wie Kier, Möller und Avelon an seiner Seite – und das sieht man ihm auch zu jeder Sekunde an. Es ist wohl so etwas wie ein Kleinerjungentrum, dass Schweiger endlich mal den Harten geben darf, ohne dass er dafür schief angesehen wird (was allerdings auch hier wieder der Fall sein wird, aber das hat auch noch genügend andere Gründe). Besonders im Zusammenspiel mit seinen Dialogen, die klischeebeladener und bescheuerter kaum sein könnten, machte das einen nicht gerade kleinen Teil am Spaßfaktor von Far Cry aus, im Gegenteil. Und sind wir mal ehrlich: Schweigers Visage, seine Eigensynchronisation und der Satz: "Und, wie war ich?" nach gemeinsam verbrachter Nacht, den er so furztrocken dahersagt, sind doch einfach zum wegschmeißen!

Aller erinnert irgendwie an die guten alten Zeiten, in denen Kier noch Hexen verfolgte, Möller noch an der Seite Van Dammes und Lundgrens zu sehen war und der Videomarkt zuhauf mit billig produzierter Massenware überschwemmt wurde, die mitunter auch einige Perlen hervorbrachte (zu denen heute natürlich immer noch die wenigsten stehen würden). Die 'schreckliche' Synchronisation, die nie über Pornoniveau hinauskommt, gerade aber deshalb so viel Spaß macht (Möller hat ja sowieso nicht viel zu sagen, aber Schweigers Stimme sorgt immer wieder für Lachanfälle und/oder Ohrenweh), tut ihr Übriges. Und spätestens hier ist man dann endgültig im richtigen setting angekommen. Da dürfen dann natürlich auch Actionszenen schnell abgespult werden, sodass der Eindruck erweckt wird, unser Held könne blitzschnell Geländer hoch und runterspringen. Das Einzige, das bei Far Cry also negativ ins Gewicht fällt – sieht man von den gewohnten Boll'schen Schwächen wie dem katastrophalen Schnitt und der ärmlichen Beleuchtung einmal ab -, ist der Part des Sidekick, der ja meist auch ein comic relief darstellt, den es bei diesem Dauerfeuerwerk eines comic relief eigentlich nicht gebraucht hätte.

Far Cry ist nicht ansatzweise intelligent oder spannend oder verfügt über sonstige große filmische Qualitäten. Er ist nur ehrlich, versucht nicht etwas vorzugeben, was er nicht ist. Und genau das entspricht auch seinem Regisseur, auch wenn der dieses Mal etwas zu nachgiebig war und die FSK respektive den Verleih die Schere ansetzen hat lassen. Da war er bei Seed doch deutlich konsequenter. Aber sei's drum, Far Cry ist der beste Boll, der mir bisher unter die Augen getreten ist. Und das soll was heißen. (7/10)


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'Far Cry': Bolls Neuer nur geschnitten in den Kinos?

Es versprache die Trashgranate des Jahres zu werden, Dr. Bolls Far Cry. Doch wie Boll selbst im Podcast der Widescreen Vision erzählte, wird seine Videospielverfilmung mit Til Schweiger in der Hauptrolle wohl nur gekürzt in die deutschen Kinos kommen:

"Bei Far Cry hatten wir jetzt die Situation, der ist also ab 16 und wir haben 2 Einstellungen rausgenommen. Also, ich nicht freiwillig, aber eben aufgrund von voreiligem Gehorsam. So nach dem Motto: wenn die drin bleiben, ist der Film bestimmt ab 18 und dann müssen wir nochmal zur FSK, nehmen wir sie lieber raus." (Schnittberichte.com)

Diese Nachrichten enttäuschen gleich in zweierlei Hinsicht: Erstens wird schon wieder vom Verleih aus gekürzt, um ein breiteres Publikum anzusprechen und zweitens, weil Boll sich in der Vergangenheit noch als großer Verfechter seiner Unabhängigkeit gegenüber Studios und sogar der FSK gab, wie ja bereits Seed zeigte (den er ohne FSK-Freigabe auf eigene Faust in die Kinos brachte). Bleibt abzuwarten und zu hoffen, dass es doch noch anders kommt beziehungsweise die beiden Schnitte minimal sind …


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